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#1

Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 01.02.2014 20:29
von Titus (gelöscht)
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Ich wusste leider nicht, was ich Zutreffenderes unter Betreff schreiben könnte.

Vorsicht, es ist ein sehr langer Bericht...
Alles begann vor 1,5 Jahren. Mein ältester Sohn, heute fast zwanzig Jahre, besuchte die 11 Klasse Richtung Fachabitur. Seine Noten waren 1, 2 ohne Mühe bewältigte er das Pensum und hatte genaue Vorstellungen was er später machen wollte, studieren.
Doch es kam alles ganz anders. Ende der 11. schwänzte er oft die Schule, fühlte sich oft krank, zog sich zurück. irgendwann führten wir dann ein intensives Gespräch und er erzählte mir, dass er seit seinem 16 Lebensjahr Cannabis rauchen würde und hin und wieder auch Amphetamine nehmen würde und gemerkt hätte, dass es ihm schwer fiel sich zu konzentrieren und er kaum schlafen würde. Zum Zeitpunkt des Gesprächs hatte er selbst zwei Wochen zuvor damit aufgehört. Ich fiel aus allen Wolken, hatte nie etwas davon bemerkt.
Blieb ganz ruhig und machte einen Termin beim Hausarzt, dorthin begleitete ich ihn. Damit dachte ich, wäre alles gut.
Doch er schwänzte weiterhin, dass ging soweit, dass er morgens aufstand, sich fertig machte und dann einfach zu Hause blieb. Ich dachte es läge daran, dass er in der Schule nicht mehr mitkommen würde, obwohl er wenn anwesend sehr gute Noten schrieb. Wir einigten uns darauf, dass er fünf Monate aussetzen sollte und im neuen Schuljahr ... er wollte die Schule unbedingt wiederholen... Mehrere Test beim Hausarzt ergaben die Diagnose depressionanfällig, es folgten einige Gesprächststunden. Alles schien gut zu werden, bis das neue Schuljahr begann. Er ging genau eine Woche und seitdem nicht mehr. Zog sich immer mehr von seinen Freunden und vor uns (seiner Familie zurück), verbringt seine Zeit eigentlich nur in seinem Zimmer, oft am Pc, von dem er selbst sagt, dass er dadurch den Kopf frei bekommen würde. Die ersten Abmahnungen der Schule trudelten ein, die Ärztin schrieb ihn krank, immer wieder, bis er nicht einmal mehr die Krankmeldungen abholte. Alle Gespräche mit ihm verlaufen im Sand. Bzw. sind einseitig, er sagt nichts, oder "keine Ahnung." Wenn man ihn auf sich selbst anspricht, verweigert er sich total, läuft geradezu vor einem weg. Es ist, als hätte er jegliche Emotionen in sich vergraben, als hätte er Angst. Ich bin mir sicher, dass er keine Drogen mehr nimmt, er sagt auch, dass er es nicht macht und wäre vermutlich viel öfters unterwegs.
Noch immer leidet er unter Schlaflosigkeit, antriebslos, in sich gekehrt, irgendwie offenbar sich selbst und uns als Eltern fremd geworden. Inzwischen ist er von der Schule geflogen, aber er macht keine Anstalten sich eine Ausbildung zu suchen oder auf das Arbeitsamt zu gehen. Jegliche Hilfe unsererseits wird abgelehnt. Ich versuche an ihn heranzukommen, sehe ja wie er leidet, aber er gibt absolut nichts von sich preis. Mit seinen besten Freunden hat er kaum noch Kontakt, sie haben schon versucht mit ihm zu sprechen, kommen aber auch nicht an ihn heran. Ein Klinikaufenthalt hat er abgelehnt, Gesprächstherapie ebenso... Der Hausarzt ist machtlos ... wie ebenso.
Er ist kein Junge, der einfach alles den Bach runtergehen lassen würde. Er war immer das ruhige Kind, das nie Probleme machte und sehr erwachsen war für sein Alter. Ich bin mir sicher, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.
Inzwischen können wir kaum noch mit ihm reden, nur wenn wir ihn nicht auf sich ansprechen, erscheint er für eine kurze Zeit normal, freundlich ist er immer. Aber sehr ruhelos, und kaum in der Lage irgendeinem Druck stand zuhalten.
Meine Tante schickte mir einen Artikel, indem es um Schizophrenie bei Jugendlichen ging, das war der Auslöser einmal in diese Richtung nachzuforschen. Depressionen schließe ich inzwischen aus, in meiner Familie ist das ein Thema, Erfahrungen liegen diesbezüglich vor. Bei meinem Sohn ist es etwas anderes aber ich bin ratlos und hilflos zugleich.

Vielleicht kann mir jemand erzählen wie es bei ihm gewesen ist, was er gefühlt und gedacht hat ... oder ob ihm mein Bericht bekannt vorkommt.

Vielen lieben Dank , fürs Lesen*

Lg


zuletzt bearbeitet 01.02.2014 20:56 | nach oben springen

#2

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 01.02.2014 21:03
von Titus (gelöscht)
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Nachtrag zu:

Zitat
Depressionen schließe ich inzwischen aus, in meiner Familie ist das ein Thema, Erfahrungen liegen diesbezüglich vor.



Ich schließe es als Hauptpunkt aus. Durch diverse Vorbelastungen kann es durchaus auch eine Rolle spielen.

Lg


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#3

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 01.02.2014 21:21
von Hirnsehprogramm | 1.213 Beiträge | 2414 Punkte
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Bei mir war es vor über 10 Jahren durchaus ähnlich gelaufen - auch Schulabbruch 11. Klasse aus Unfähigkeit, den Anforderungen noch standzuhalten wegen Konzentrationsschwächen, und auch aus Desinteresse an dem täglichen Ablauf dort und dergleichen. Cannabis hatte ich auch immer mal wieder Konsumiert, aber keine anderen Sachen. Ich glaube zwar nicht, dass das bei mir die entscheidende Ursache für die ganze Geschichte war, aber sehr wohl dass diese Droge eindeutig (bei Rauschkonsum negativ!) mit der Erkrankung interagieren kann und Einfluss darauf nimmt, wann sie ausbricht und wie sich die Symptome äussern. Sagen wir mal so: wenn er Schizophrenie hat, täte er besser daran, das Kraut und sonstiges erstmal so konsequent wie möglich zu meiden! Die Kombination Amphetamine + Cannabis gilt auch als nochmalige Verschärfung in Sachen "triggern" einer Psychose, aber mit Amphetaminen habe ich mich noch nicht wirklich beschäftigt.

Wie ich mich gefühlt habe, aus der Sicht von jetzt? Naja, einerseits fehlt einem immer mehr an Energie und Konzentration, auch an Antrieb, so dass man weder in der Lage noch motiviert ist, richtig durchzustarten. Zugleich fing mein Kopf langsam an, immer mehr Eigenleben zu bekommen, das sich negativ gegen mich gewendet hat. Solche Sachen wie Misstrauen gegen alles und jeden spielten da eine Rolle, Ängste und Zweifel, auch wegen dem bröckelnden Selbstbild. Aber auch ein gewisses "Abfahren" auf manche Dinge, in einem Maße, dass man die purzelnden Ideen garnicht umsetzen kann, und hinterher nur noch frustrierter von sich selbst ist. Mein Denken insgesammt ging auch immer komischere Wege dabei, hat mich permanent positiv wie negativ beschäftigt was sehr quälend war, und ich verlor dabei immer mehr den Bezug zur Realität. Das Ruhebedürfnis hatte ich auch, auch wenn ich dabei langsam immer weniger Entspannung finden konnte. Es ist ein sehr quälender Zustand, ich meine du siehst deinem Sohn ja auch sowas ähnliches an. Zudem hatte ich mehr und mehr panikartige Schübe, und Ängste was alles mögliche angeht, auch bei sozialer Interaktion. Bei paranoider Schizophrenie kann sich dieses Denken mit Eigenleben dann richtiggehend in Wahnvorstellungen steigern, und auch Halluzinationen ("Klassiker" ist das Hören von völlig eigenständigen Stimmen aus dem Nichts oder im Kopf, die auch mit einem interagieren können und dergleichen!) - dann ist richtig die Hölle los, und sehr viele Betroffene kommen dann erst in Behandlung wenn's richtig knallt, weil sie vorher eben extrem misstrauisch darin sind, ihre Probleme mit anderen zu teilen, und dann ab einer bestimmten Stufe durch das wahnhafte Verhalten (was auch gefährlich werden kann!) erst die Erkrankung offensichtlich wird.

Ich glaube richtig diagnostizieren (ausser leichtem Verdacht) kann man das ganze auch erst, wenn der Betroffene selbst seine Problematiken schildert (bzw. dazu überhaupt bereit ist), oder eben Realitätsverlust und wahnhaftes Verhalten offensichtlich werden. Die Verläufe sind auch ganz unterschiedlich, bei manchen ist mit einem Knall einfach alles da, bei anderen wie mir baut sich das ganz langsam auf. Depressive Tendenzen gibt es auch oft, vorher, aber auch ausgeprägter nach der Behandlung oder dem Abklingen eines stärkeren Schubes. Wenn es um Behandlungen geht, ist (leider) hierzulande üblich, recht unangenehme und nicht immer effektive Medikamente dafür zu nutzen (Neuroleptika), was die Sache auch nicht leichter macht. Grossartige Alternativen gibt es aber leider auch nicht wirklich.

Vielleicht könnte es helfen, mal wirklich im guten und ohne Druck mit ihm darüber zu reden, und vor allem mal das Denken anzusprechen dabei, also ob er Verfolgungsängste hat, oder regelrechte Gedankenkarussels, von denen er nicht loskommt. Ohne Druck weil die Reizleitung, auch emotional, bei der Erkrankung ziemlich weit offen sein kann. Ich glaube, an Anzeichen, die für den Betroffenen auch direkt ersichtlich sind, kann man am ehesten "Krankeneinsicht" erreichen, d.h. dass der Erkrankte sich überhaupt bewusst ist, dass er krank ist und welche Erkrankung er hat - und auch evtl bereit ist, sich behandeln zu lassen und dergleichen. Es gibt aber wohl auch Schizophrenieformen ohne Wahn, Paranoia, Halluzinationen. Das ist wie gesagt meine Idee als selbst betroffener, nicht als Arzt oder Therapeut - Mir hat es aber wirklich sehr geholfen, mir mehr und mehr über meine Erkrankung bewusst zu werden, um überhaupt damit umgehen zu können, und auch mit anderen darüber reden zu können.

Soviel vorerst dazu von mir. Ich hoffe mal, und drück dir und ihm die Daumen, dass dein Sohn nicht zu schwer getroffen ist, und dass er sich davon gut wieder erholen kann - wenn er überhaupt an Schizophrenie erkrankt ist. Ist nämlich kein leichtes Schicksal.


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#4

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 01.02.2014 21:52
von Titus (gelöscht)
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Hallo Hirnsehprogramm,
vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung und die Zeit die du dir dafür genommen hast.

Realitätsverlust, das ist schwierig herauszufinden, da er blockiert. Das was mir in diese Richtung aufgefallen ist, dass er selbst, nachdem die Abmahnungen für die Schule eingetrudelt sind und absehbar war, dass er verwiesen wird weiterhin behauptete, dass er studieren ginge. Für mich war das ein irrationaler Gedanke und kaum zu begreifen. Er verdreht einfach Tatsachen, bisher dachte ich, um sich selbst nicht eingestehen zu müssen, dass er es verbockt hat. Er geht nicht in die Schule, weil wir ihn diesbezüglich bedrängen. (Obwohl er die 12 Klasse wiederholen wollte). Er geht nicht in die Klinik, weil er ab morgen wieder in die Schule geht (was nie passiert ist).
Tatsächlich ist kein vernünftiges Gespräch mehr möglich. ich wäre ja schon über ein unvernünftiges glücklich*
Wir haben alles versucht, im Guten (wochenlang nicht auf seine Probleme angesprochen und uns ganz normal verhalten als ob nichts wäre), Ihm die Konsequenzen aufgezählt, natürlich auch angedroht sein Taschengeld zu kürzen... alles lief ins Leere.
Ich werde kommende Woche noch einmal mit unserem Hausarzt sprechen ...

Lg *


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#5

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 01.02.2014 22:16
von frog91 | 318 Beiträge | 786 Punkte
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Hallo Titus,
Betroffene von Erkrankten haben es immer sehr schwer. Ich habe durch meine Erfahrungen in der Selbsthilfegruppe für Psychosebetroffene schon oft von Angehörigen erzählt bekommen, wie hilflos sie sich fühlen. Deine Familie ist nicht allein mit der Situation, es ist nämilch keine Seltenheit, dass Betroffene jedigliche Hilfe total verweigern. Wir haben diese Thematik öfters in unseren Gesprächskreisen. Ich kann dir leider keinen guten Rat geben, aber ich weiß, dass es Leute gibt, die das können. Ich würde mir an deiner Stelle Hilfe vom Sozialpsychiatrischen Dienst holen oder eine Selbsthilfegruppe für Angehörige besuchen. Da wird eienm oft gut weitergeholfen! Vielleicht weiß der ein oder andere hier auch einen guten Rat, ich bin da etwas überfragt, weil ich als Betroffener schon mit mir selbst manchmal überfordert bin.

Liebe Grüße und alles Gute für deinen Sohn!


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#6

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 01.02.2014 22:38
von Isabell (gelöscht)
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Hi Titus,

also, was ich gelesen habe, ist doch im Moment noch ziemlich weit weg von einer konkreten Diagnose. Einfach auf blauen Dunst hin, lässt sich dazu nicht viel sagen. Es fällt mir sehr schwer, diesbezügliche Parallelen herzustellen. In der elften Klasse hatte ich auch eine Phase, in der ich entschieden keine Lust mehr auf die Schule hatte. Ich wollte die Schule abbrechen und eine Ausbildung anfangen, habe dann auch die Schule sehr regelmäßig geschwänzt. Allerdings war ich zu dieser Zeit gesund, das war nicht krankheitsbedingt. Ich glaube, sowas ist sehr häufig.

Ich lese sehr viel über die schulischen Probleme deines Sohnes, auch über Drogenkonsum. Anhaltspunkte für eine Psychose sehe ich darin keine. Was hältst du von einer Unterhaltung mit deinem Sohn, ohne irgendwelchen Druck aufzubauen. Die Frühwarnzeichen einer Schizophrenie sind eigentlich recht deutlich, sofern sich der Betroffene etwas öffnet. Schlaflosigkeit kann ein Symptom sein, aber auch zB soziale Isolation und Zerfahrenheit im Denken. Es müsste doch möglich sein, in einem normalen Gespräch herauszufinden, ob dein Sohn den Bezug zur Realität möglicherweise verloren hat. Vorher würde ich den Gedanken an eine Psychose erstmal außen vor lassen, es kann ja auch einfach "Null-Bock-Stimmung" sein oder Liebeskummer oder oder.

Hoffe, ihr könnt die Angelegenheit alsbald klären.

LG,
Isa


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#7

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 02.02.2014 01:10
von Garfield (gelöscht)
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Zitat von Titus im Beitrag #1
IEr war immer das ruhige Kind, das nie Probleme machte und sehr erwachsen war für sein Alter.




Das hört sich auch nicht normal an.

Mal eine Frage, wovon lebt er? Ich würde ihm klarmachen daß wenn er von euch finanziert werden will er schon irgendeine Leistung bringen muss. Und wenn er derzeit zu krank ist um Schule oder Ausbildung zu machen dann ist diese Leistung eine ambulante und stationäre Psychotherapie.

Ich würde ihm die Pistole auf die Brust setzen daß ihr es nicht mitspielt daß er sich auf eure Kosten so gehen lässt.


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#8

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 02.02.2014 01:14
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Zitat von Titus im Beitrag #4

Realitätsverlust, das ist schwierig herauszufinden, da er blockiert. Das was mir in diese Richtung aufgefallen ist, dass er selbst, nachdem die Abmahnungen für die Schule eingetrudelt sind und absehbar war, dass er verwiesen wird weiterhin behauptete, dass er studieren ginge. Für mich war das ein irrationaler Gedanke und kaum zu begreifen. Er verdreht einfach Tatsachen, bisher dachte ich, um sich selbst nicht eingestehen zu müssen, dass er es verbockt hat. *



Mutwillig alle Tatsachen zu verdrehen und zu verleugenn die einem nicht passen ist aber noch nicht unbedingt ein Zeichen von einem Wahn. Meine Mutter streitet zB 18 Jahre Terror, Streit und Schreiereien bei uns zuhause konsequent ab. Hat es laut ihr so nie gegeben. Komisch halt daß mein Vater und ich das anders in Erinnerung haben.


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#9

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 02.02.2014 08:52
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Hallo Isabell und Garfield,
daran haben wir natürlich auch schon gedacht, deshalb ist es so schwer im richtigen maß zu reagieren. Wenn es nur "kein Bock" wäre, ginge die Tendenz eindeutig Richtung Druck aber wir möchten auch keinen Fehler machen, die Frage steht immer im Hintergrund; hat er vielleicht doch psychische Probleme und wir drängen ihn in die Ecke und machen alles nur noch schlimmer .... würde er es wenn es so wäre, wirklich 1,5 Jahre durchhalten, dieses Spiel mit uns zu treiben?
Denn (einseitige) Gespräche um an ihn heranzukommen gibt es täglich. Ich kenne mich, da selbst betroffen, in Sachen Depressionen und Angststörungen recht gut aus und weiß, wie schlimm das sein kann. (Aber das scheint es nicht zu sein) Seinem eigenen Kind möchte man deshalb unbedingt helfen. Ich würde es schon fast eine Co-Abhängigkeit nennen.
Tatsache ist, wir haben Angst ihm die Pistole auf die Brust zu setzen, bzw. es schon getan (in abgeschwächter Form) und er stand kurz davor "zu gehen und wir würden ihn nie wiedersehen." Schockierend, da wir immer sehr gut miteinander auskamen.
Ich möchte ihm natürlich auch nichts andichten, gleichzeitig auch nur ja nichts übersehen....

Vielen Dank für die Rückmeldungen, auch an dich frog, es hilft mir, Informationen zu erhalten, um wenigstens etwas abgrenzen zu können. Letzten Endes werde ich um ein weiteres Gespräch mit unserem Arzt bitten und hoffen, dass mein Sohn sich ihm öffnet (was bisher leider nicht geschehen ist).

Lg


zuletzt bearbeitet 02.02.2014 08:54 | nach oben springen

#10

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 02.02.2014 11:42
von Hirnsehprogramm | 1.213 Beiträge | 2414 Punkte
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Ja, ich wäre mit der "Pistole" auch vorsichtig, vor allem wenn Verdacht in Richtung Schizophrenie besteht. Wenn es so eine ernsthaftere Störung ist, oder auch nur generelles "Ausgebranntsein" wegen der Drogen oder so, dann erzeugt das vielleicht Druck, dem jemand der einfach nicht die Kraft hat nachzugeben und sich einfach mal um 180° zu ändern, nicht so leicht standhalten kann. Ich schreibe das auch wiederum aus meiner eigenen Erfahrung, meine Eltern hatten mir genau solche "Pistolen" unter die Nase gehalten. Mit dem Erfolg, dass ich dann auch "abgehaun" bin und extern in meiner Psychose erst so richtig vor die Hunde gegangen bin! Das hat unsere Beziehung auch lange schwer beschädigt! Wer nicht wirklich kann, von dem kann man nicht erwarten einfach mal Kraftakte zu vollbringen!

Neben einem Arzt gibt es auch andere Stellen, die vielleicht mehr oder weniger hilfreich sein könnten - der psychosoziale Dienst (mit Schwerpunkt auf psychische Probleme, versteht sich) etwa, oder bestimmte Jugend- und Familienberatungsstellen, die auch als Mediatoren oder in Gesprächen als "unbeteiligte Dritte" mit einbezogen werden können.

Charakteristisch für Psychose oder Schizophrenie ist dann tatsächlich auch erst das paranoide oder wahnhafte, glaube ich. Also nicht nur Realitätsferne, sondern das reinsteigern in Vorstellungen, denen ein gewisser Bezug zur Realität eigentlich völlig fehlt. Das können Bezugsgedanken zum direkten Umfeld sein - das etwa jemand glaubt, die Menschen um ihn herum führen was im Schilde oder dergleichen, wofür es eigentlich keine wirklichen Anhaltspunkte gibt - oder auch starke spirituelle Vorstellungen, oder Theorien technischer Natur - etwa das man von Geheimdiensten überwacht wird, von Geistern verfolgt, Verschwörungen im Gange sind, die man nicht nur als Theorie annimmt, sondern richtig glaubt, auch mit eigentlich wenigen oder gar keinen Anhaltspunkten. Das er vor euch oder auch vor sich die Wiederaufnahme der Schule vor sich her schiebt geht da meines Erachtens noch nicht richtig rein - sowas machen auch mal Menschen, die nicht psychotisch sind und den Gedanken an die eigenen Misserfolge einfach nicht tragen wollen oder können.


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#11

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 02.02.2014 16:30
von Garfield (gelöscht)
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Zitat von Titus im Beitrag #9
Hallo Isabell und Garfield,
daran haben wir natürlich auch schon gedacht, deshalb ist es so schwer im richtigen maß zu reagieren. Wenn es nur "kein Bock" wäre, ginge die Tendenz eindeutig Richtung Druck aber wir möchten auch keinen Fehler machen, die Frage steht immer im Hintergrund; hat er vielleicht doch psychische Probleme und wir drängen ihn in die Ecke und machen alles nur noch schlimmer ....




Naja, mit nicht-Druck, ab und zu mal ganz nett versuchen mit ihm zu reden und Akzeptanz so wie er derzeit ist habt ihr es ja nun eine ganze Weile probiert.

Meiner Erfahrung nach bestehen solche depressiven, antriebslose Löcher und das Verkriechbedürfnis sowohl aus Krankheit als auch aus Bequemlichkeit etwas zu verändern.


Ich halte es für fraglich daß er "geht und nicht mehr wiederkommt". WENN er nach einer unmissverständlichen Aufforderung an seiner Situation etwas zu verändern mit sowas wie Suizid droht dann kannst du umgehend die entsprechenden Behörden einschalten um in wegen Eigengefährdung einweisen zu lassen.
Daß er geht und den Kontakt abbricht, das glaube ich kaum da er keinen Cent Geld hat und weder arbeiten noch zur Schule gehen kann. Wie soll er das machen? Ausserdem, evtl täte es ihm ja auch gut mal im kalten Wasser zu landen und selbst für sich sorgen zu müssen.


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#12

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 15.03.2014 16:49
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moin. Grundlegend wär ich vorsichtig gleich die Vermutung "Schizophrenie" anzunehmen. Selbst wenn es in die Richtung geht, kann es bspw. auch eine Drogen indizierte Psychose sein.
Was mich interessieren würde:
-Hat sich sein Wesen stark verändert, so stark das es nicht mit andern äußeren Einflüssen konform geht?
-Hat er plötzlich ein starkes Interesse an Religion, oder Esoterik was er vorher nicht hatte?
-Kann er im Gedanken einem Gespräch folgen, und bleibt bei der Sache oder verliert er den Gedanken und redet dann über was völlig anderes?
-Spricht er viel in Symbolen und/oder Metaphern?

-Was ein ganz guter Test ist wenn man wen fragt "Wie baut man ein Perpetuum mobile?" [ist die Therorie der sich selbst antreibenden Maschine] Wenn er "weiß" wie man das baut ist das ein gutes Indiz das es in Richtung Psychose geht...

Gruß Ben


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#13

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 22.03.2014 23:25
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Versuche mal herauszufinden, ob er sich noch irgendwie irgendwas besorgt, und beobachte seine Pupillen.
Ich selber habe von weichen bis harten Drogen plus Alkohol/Tabletten alles durch, mit Überdosis von allen mir bekannten Substanzen.
Dieses überflüssig und abwesend rumsitzen kenne ich selber von allen Mittelchen, also Tabletten, Gras und Opiaten.
THC macht in der Regel rote Augen, Opiate gerne sogenannte "Steckies"...Tabletten insbesondere Benzos bemerkt man am Realitätsverlust, also Gedächnislücken.
Bei mir war das so.
Vom Gras rauchen kann man schon manchesmal heftige Lachanfälle kriegen, von denen man sich kaum noch einkriegt.
Mach mal Witze, springt er drauf an ???
Läuft Musik bei ihm ?
Wenn nicht, was passiert, wenn du etwas lauter welche anmachst...nervt ihn das ?
Fernseher.....kann er dem folgen ?
Wenn er Wahnvorstellungen oder gar eine Psychose hätte, würde man das sehr klar bemerken, also bei meiner Freundin habe ich das erlebt, da gab es keinerlei Zweifel.
Aber insgesammt sieht das sehr nach den Vorboten aus, wenn man zu lange mit sich selber redet und sich Antworten selber gibt.
Auf Ende kann ein Hausarzt da am meisten bewirken, wenn er sich drauf einlässt und einen Arzt ranlässt.
Mangelerscheinungen in den Botenstoffen zu finden oder einen Überschuss festzustellen......das kriegt nur ein Arzt hin.
Bei mir machen meine Neurotransmitter eigenmächtig dauernde Schlaflosigkeit, aber in jungen Jahren kann man da ganz anders behandelt werden, bin etwas über 50 Jahre alt und randaliere dann auf meiner Gitarre.......was nachts nicht jedermanns Therapie sein sollte.
LG


zuletzt bearbeitet 22.03.2014 23:26 | nach oben springen

#14

RE: Eine Mutter auf der Suche nach einer Diagnose

in Treffpunkt für Angehörige 26.03.2014 16:37
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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Zu einem Teil finde ich mich in deinen Beschreibungen wieder.
Persönlich nehme ich keine Drogen und habe das auch nicht in meiner Jugend. Ich rauche seit ein paar Jahren, aber Sachen wie Alkohol kommen nur selten vor. Das sind meine einzigen Drogen.
Ich habe meinen Zustand angeblich über Jahre/Jahrzehnte geschleppt, bis ich letztes Jahr professionelle Hilfe gesucht hatte, weil ich kaum noch was auf die Reihe bekam.
Ich weiß nicht, ob mein Verhalten anderen auffiel oder so. Ich habe mich immer mehr isoliert.
Ich empfehle dir, einen Arzt zu Suchen der neben Allgemeinmedizin auch Psychotherapie und so anbietet. So habe ich es gemacht, damit es nicht auffällt, wenn ich zu diesem Arzt gehe. Ich kann dann einfach sagen, dass ich einfach so beim normalen Doc war. Vielleicht erzählst du dem Arzt kurz diesen Bericht und er "durchleuchtet" dann deinen Sohn. So schöpft er auch keinen großen Verdacht.


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