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#1

Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 10.11.2013 23:21
von Klar (gelöscht)
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Hallo! Bin erst mal sehr froh, dass es dieses Forum gibt!

Wir haben in der Familie vor Kurzem einen ganz schön großen Schock erlebt. Meine Angehörige hat neulich ihr Abitur vollendet und angefangen ein naturwissenschaftliches Studium zu meistern. Das ganze hat sie sehr gestresst, wir bekamen das am Telefon schon mit (sie wo hnt in einer anderen Stadt, ich ebenfalls.) wir haben versucht (ich bin selbst studentin), sie zu beruhigen und zu unterstützen. Sie steckte aber wohl schon in einer für sich ausweglosen Situation. Bei einem Telefonat sagte sie, sie wird sich gelich etwas antun. Unsere Eltern holten sie sofort zu uns nach hause. Wir telefonierten, sie wollte sich ständig umbringen, hatte Wahnvorstlelungen: Alle hätten sich gegen sie verschworen, der ganze Staat, im Fernsehen seien berichte über sie, sie entschuldigte sich ständig bei uns, hatte angst, dass uns etwas passiert, aber war wirklcih komplett außer sich. Sie musste mit Polizei zwangseingewiesen werden. Für uns alle brach eine Welt zusammen, wir verstanden gar nichts mehr.

Sie bekam dann in der Klinik Tavor und zyprexa. Nun ist sie seit zwei Wochen in Behandlung. Die ersten Tage waren sehr hart für uns, sie war kaum ansprechbar, vergaß das wirk amen, hatte Wahnvorstellungen, ständig plötzlich geweint, total schwach. einfach ein komplett ausgewechselter Mensch. Seit ca. vier Tagen ist es um einiges besser. Sie hat weniger angst, aber wenn sie sich auf etwas konzentriert, z.b. bilder in der klinik oder bei spaziergängen, hat sie wieder angst.
Sie ist bis Dezember "zwangseingeweisen", d.h. sie muss in der Klinik bleiben. Sechs Monate lang hat sie einen Betreuer zugewiesen bekommen. Das ist jemand aus der Familie.

Wir können gegen diese Entscheidung, dass sie einen betreuer bekommt, widerruf einlegen. Ich frage mich, ob diese Betreuer sache ihr später im Berufsleben oder allgemein schaden könnte. Wird das jeamnd erfahren, müsste sie das irgendwo kundtun? Bei irgendeinem Gesundheitszeugnis oder so? Ich versuche ihre interessen so gut wie möglich zu vertreten, ich weiß aber auch, dass es gut ist, dass in der familie jemand ein bertreuer ist, weil wir dadurch als familie informationen von den ärzten bekommen und kontrollieren können, ob sie auch gut behandelt wird. sonst heißt es immer schweigeplficht. andererseits frag ich mcih, ob eben dieser betreuungs-status ihr schaden wird (sorry, schreibe total konfus, es ist spät, ich bin super müde).

Und wie geht es weiter mit dem Studium? Wie ist es, wenn man os eine akute psychose hat?! Kann man/sollte man da überhaupt studieren? wiel ang sollte sie sich schonen? Sollen wir ihre Wohnung schon kündigen? Gibt es Beratungsstellen? Wir sind echt verloren im Moment was Beratung angeht. Darum bin ich total froh, dass ich mich hier hoffentlich austauschen kann.

wenn ich morgen etwas mehr geschlafen habe, hoff ich, kann ich mich auch besser ausdrücken :- )

LG


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#2

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 10.11.2013 23:22
von Klar (gelöscht)
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achso und falls ihr einen guten überblick über das forum habt und ähnliche anfragen schon existieren, freu ich mich unabhängig von euren antworten (auf die ich sehr gespannt bin) über verlinkungen. dann les ich das alles nämlich auch..wills o viel wie möglich erfahren.


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#3

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 10.11.2013 23:42
von Hotte | 1.628 Beiträge | 4727 Punkte
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Schau mal auf psychose.de, da gibt es schon einmal einige Informationen, was eine Psychose überhaupt ist.
Während einer akuten Psychose sollte sie nicht studieren. Mit der Wohnung würde ich warten, sie muss ja irgendwo wohnen, wenn sie aus der Klinik entlassen wird.
Bei der Hochschule kann ein Krankheitssemester beantragt werden.


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
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#4

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 10.11.2013 23:56
von Klar (gelöscht)
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sie kann definitiv bei meinen eltern wohnen. das ist kein thema. da hat sie auch ihr eigenes zimmer weiterhin.
aber ob sie ihre wohnung schonv erliern sollte, das ist die frage. oder soll sie wetier bezahlt werden.

wir wissen im moment einfach überhahupt nicht, wie lang das so weitergeht mit der behandlung udn ab wann sie weider belastbar ist. dauert das monate?

und wichtig auch: sollte sie widerspruch gegen die zwangseinweisung also den freiheitsentzug einlegen? oder sollten wir das so lassen wie es ist..?!
sie hat noch ca. zwei tage um einen gegenbrief abzuschicekn. den ahben wir auch schon fertig geschreiben, aber ich bin unsicher, ob wir den abschicken sollen. was wenn sie in zwei wochen die behandlung abbrechen willm, weil sie denkt, sie ist wiede gesund? das ist ja das erste mal für uns alle und sie sieht scon, dass sie jetzt notwendigerweise im krankenhaus ist. sonst hätte sie sich definitiv etwas angetan. aber wie wrid sie in zwei wochen denken? erfahrungsberichte willkommen. psychose.de knüpfe ich mir morgen vor!


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#5

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 11.11.2013 01:49
von snuggles (gelöscht)
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Hallo,

diese Gegendarstellung, die sollte deine Bekannte schon selbst schreiben. Falls sie es schafft, sich da selbstständig wieder herauszumanövrieren, dann sollte es ihr auch gelingen, ohne eine gesetzliche Betreuung auszukommen. Wenn der Beschluss nur durch eure Initiative aufgehoben werden kann, würde ich mich da möglichst nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ihr seid keine Ärzte und solltet nicht aus Mitgefühl ihr diese Arbeit abnehmen. Es nützt ja nichts, wenn sie nach zwei Wochen vor einen Zug springt oder wenn sie verhungert, weil sie selbst nicht für sich sorgen kann.

Ich finde es allerdings etwas unüblich, dass deine Bekannte - nachdem sie erst seit zwei Wochen im Krankenhaus ist - bereits jetzt eine gesetzliche Betreuung bekommt. Da müsste es ja unmittelbar nach ihrem Eintritt in die Klinik ein Betreuungsverfahren gegeben haben. Meist wird aber erst im Anschluss an den Klinikaufenthalt überlegt, wie es weiter geht und ob das wirklich notwendig ist. Vor der stationären Behandlung ist gar nicht absehbar, inwieweit sich der Patient stabilisiert und da dann einen Richter zu bestellen, der den gesundheitlichen Zustand für mehrere Monate im Voraus einschätzt - das finde ich wie gesagt sehr ungewöhnlich. Zumindest mag dieses Argument wohl in einem Widerspruch gegen das Gericht Wirkung zeigen. Trotzdem ist mir kein einziger Betroffener bekannt, der nach einer Ersterkrankung und vor der eigentlichen kurativen Behandlung einen Betreuer zugewiesen bekommt.

Im Studium und beim späteren Arbeitgeber ist das natürlich nicht relevant.

snuggles


zuletzt bearbeitet 11.11.2013 01:50 | nach oben springen

#6

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 11.11.2013 07:12
von Dolchstoß | 174 Beiträge | 274 Punkte
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Zitat von snuggles im Beitrag #5
Hallo,


Ich finde es allerdings etwas unüblich, dass deine Bekannte - nachdem sie erst seit zwei Wochen im Krankenhaus ist - bereits jetzt eine gesetzliche Betreuung bekommt. Da müsste es ja unmittelbar nach ihrem Eintritt in die Klinik ein Betreuungsverfahren gegeben haben. Meist wird aber erst im Anschluss an den Klinikaufenthalt überlegt, wie es weiter geht und ob das wirklich notwendig ist. Vor der stationären Behandlung ist gar nicht absehbar, inwieweit sich der Patient stabilisiert und da dann einen Richter zu bestellen, der den gesundheitlichen Zustand für mehrere Monate im Voraus einschätzt - das finde ich wie gesagt sehr ungewöhnlich. Zumindest mag dieses Argument wohl in einem Widerspruch gegen das Gericht Wirkung zeigen. Trotzdem ist mir kein einziger Betroffener bekannt, der nach einer Ersterkrankung und vor der eigentlichen kurativen Behandlung einen Betreuer zugewiesen bekommt.






dito, hier in NRW ist es so dass ein Verfahren für einen gesetzlichen Betreuer immer dann zustande kommen muss, wenn eine Fixierung stattfindet. Bei mir war das leider einmal der Fall, der Besuch der Caritas, in dem der Antrag nochmal genau geprüft wurde, erfolgte aber erst ein paar Monate nach dem Klinikaufenthalt. Die Dame war sehr nett und einsichtig und es wurde schnell klar das ein gesetztlicher Betreuer bei mir gar keinen Sinn macht, weil ich meine Finanzen/Haushaltsplanung etc, bisher auch immer gut alleine Regeln konnte und es da auch keine gravierenden Probleme gab.

Viele Ärzte gehen aber oft auf Nummer sicher und stellen bei Psychosen automatisch einen Antrag. Was aber gar nicht heißt, dass so eine Betreuung überhaupt von Nöten ist, von der Bewilligung nochmal ganz abgesehen, denn ein gesetzlicher Betreuer kostet ja nun auch Geld. Ich bin in 10 Jahren der Erkrankung vom 16. Lebensjahr fortan bisher immer um so eine Betreuung herum gekommen. Ambulant Betreutes Wohnen habe ich aber schon zweimal über einen Zeitraum gemacht, weil es doch nicht schlecht ist einen halbwegs kompetenten Ansprechpartner zu haben, grade wenn man noch jung ist, denke ich. Von gesetzlicher Betreuung habe ich schon viel Negatives gehört, denn im Zweifelsfall, beispielsweise wenn man ohne ärztlichen Rat die Medikamente Absetzen will, hat er das Recht einen in die Klinik einzuweisen, bzw. das zu veranlassen oder er kann sich bewusst in Sachen wie einen Ausbildungsvertrag einmischen, wenn er der Auffassung ist eine Ausbildung sei nicht machbar oder sinnvoll. Da ist jeder Betreuer aber anders denke ich und es gibt halt auch Gute und Schlechte.


Streite nie mit Idioten. Idioten ziehen einen auf ihr Niveau und schlagen einen dann durch ihre Erfahrung.
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#7

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 11.11.2013 08:06
von BerndEb (gelöscht)
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Hallo,

ich würde an Eurer Stelle mit allen Entscheidungen, die tief in die zukünftige Lebensführung Eurer Angehörigen eingreifen warten, bis Eure Angehörige wieder klar denken kann. Also nur das wirklich Unaufschiebbare wie Mietzahlungen, Beurlaubung an der Uni etc. veranlassen. Als Betreuer seid Ihr sogar gesetzlich verpflichtet, Eure Angehörige in die Entscheidungen miteinzubeziehen und ihren Vorstellungen und Wünschen so weit wie möglich zu entsprechen. Befragt auch mal die Klinikärzte, ob Euere Angehörige zur Zeit geschäftsfähig, beschränkt geschäftsfähig oder geschäftsunfähig ist und in welchem Zeitrahmen hier Besserung eintreten wird. Das zeigt Euch die Leitplanken auf, wie weit ihr durch die Verwaltung des Vermögens Eurer Angehörigen in ihre Lebensangelegenheiten eingreifen dürft. Aber selbst wenn sie derzeit geschäftsunfähig ist, müßt ihr sie miteinbeziehen und ihre weitere Lebensplanung beachten, denn sie wird sicher wieder geschäftsfähig werden und dann eigenverantwortich darüber entscheinden können, ob sie weiter alleine wohnen will und ob sie weiter studieren will etc pepe.

Die Betreuung könnt ihr wieder aufheben lassen, wenn sie wieder klar denken und eigenverantwortlich handeln kann. Das ist wahrscheinlich nach der Entlassung aus der Klinik wieder der Fall. Allerdings wird Eure Angehörige zwecks Aufhebung der Betreuung von einem bei Gericht zugelassenen Psychiater darauf begutachtet werden, ob sie noch Defizite in der Besorgung ihrer eigenen Angelegenheiten hat.

Probleme mit dem Weiterstudieren könnte es geben, wenn sie weiter anhaltende Denk- bzw. Gedächtnisstörungen hat. Daher würde sich nach Entlassung aus der Klinik eine Abklärung ihrer Denk- und Merkfähigkeit in einer Gedächtnissprechstunde empfehlen. Diese Gedächtnissprechstunden bieten meist die Psychiatrischen Institutsambulanzen der jeweiligen Psychiatrien an. Eine Termin zur Gedächtnissprechstunde könnt Ihr schon während des Psychiatrieaufenthaltes mit den Ärzten klären. Ich kann das sowieso nur empfehlen, sich möglichst gleich im Anschluß an den stationären Aufenthalt an der örtlichen Psychiatrische Institutsambulanz aufnehmen zu lassen. Damit stellt ihr sicher, dass Eure Angehörige weiterhin Zugang zum Therapieangebot der Klinik hat und ihre Fähigkeiten trainieren kann. Bei uns ist es zB möglich, an der Kochgruppe, an der Musiktherpie oder am Gedächtnistraining teilzunehmen oder einmal in der Woche zum Schwimmen inkl. Wassergymnastik zu gehen. Und dafür muß man normalerweise Kursgebühren zahlen, die man sich als Patient der Ambulanz sparen kann und man führt auf diese Weise Leib und Seele ein wenig mehr zusammen.

Ihr könnt schon versuchen, den Einweisungsbeschluß wieder aufzuheben. Voraussetzung ist aber, dass Eure Angehörige mit den Klinikpersonal kooperiert. Wenn sie sich selbst entläßt, die Psychiater aber der Meinung sind, dass sie sich weiterhin selbst gefährdet bzw andere gefährdet, dann wird die Klinik erneut ihre Unterbringung bei Gericht beantragen und sie nicht gehen lassen.


zuletzt bearbeitet 11.11.2013 08:09 | nach oben springen

#8

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 11.11.2013 12:17
von Klar (gelöscht)
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Hallo vielen Dank für die Antworten!

Sie wrude am ersten Tag ihrer Einweisung von einem Richter begutachtet. das hat uns als familie ganz schön aufgeregt, weil klar war, dass sie in diesem sehr akuten Zustand plus nach einnahme ihrer ersten Beruhigungstabletten gar nicht reagieren konnte. Als wir im KH waren, haben wir wirklich einen zugedröhnten Menschen aufgefunden. Sie konnte nicht reagieren, war weggetreten. Jetzt erst seit ca. vier Tagen ist sie weider bei sich selbst, spricht ganz normal, lacht auch (ich dachte, ich werde sie nie wieder lachen sehen). Ab und zu hat sie wie gesagt noch Angst oder denkt, sie wird beobachtet oder abgehört. Ich denke aber, auch das wrid behandelt werden können. Sie sagt, sie fühlt sich sehr leer und weiß nicht, was sie nun in der Zukunft machen soll .Nichts mache Sinn. darauf führe ich aber nicht eine Unzurechnujngsfähigkeit zurück,s ondern dass sie sehr unzufrieden ist mit ihrem Leben. Viel hat sich da wohl angestaut, was auch aufgearbeitet werden muss, denn ihre Wahnvorstellungen haben viel mit früheren Diskriminierungen in der Schule und allgemein Kindheit zu tun...sie denkt z.b. die behandelnde klinik ist rechts und sie als Mensch mit ausländischen Wurzeln soll dort vernichtet werden..und solche Geschichten..

Der einzige Vorteil bzgl. Betreuungsstatus ist jetzt im Moment für uns als Familie, dass wir Informationen von den Ärzten einfordern können. Sonst würden die uns nichts geben. Das Schreiben habe ich mit unserer Angehörigen gemeinsam aufgesetzt. Ich hab ihr bei den Formulierungen geholfen, aber sie klar im Kopf und dabei und sie war auch damit einvestanden, das wir in der Familie erst mal überlegen, ob es sinn macht, das schreiben abzuschicken, also beraten, was mehr vor und nachteile hat. Da kam ich auf die idee hier euch zu fragen, weil ihr besser wisst, was so ein betreuten-status für vor und nachteile auch in der zukunft haben könnte..

also "geld" kostet der betreuer ja im moment nicht. den macht ihr Bruder...ist natürlich auch ne belastung für ihn, aber macht es gerne


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#9

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 12.11.2013 22:35
von Garfield (gelöscht)
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Das mit dem Leeregefühl ist leider die unschöne Nebenwirkung der Neuroleptika.

Die bügeln wahnhafte mentale Tätigkeit gut nieder, aber da NLs halt nicht selektiv nur Wahninhalte unterdrücken können halt leider auch alles "gesunde".

Du kannst davon ausgehen daß alleine die Medikamente ihre mentale Leistungsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigen werden. Wie gut sich der Konsument von NLs damit auf Dauer arrangieren kann variiert stark.


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#10

RE: Angehörige braucht Rat, akute psychose

in Treffpunkt für Angehörige 20.01.2015 20:15
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Hallo.
Erst mal ist es wichtig, dass sie gesund wird, aber ohne dabei in den Stress zu kommen, wieder gleich funktionieren zu müssen. Sie braucht ihr Studium ja nicht abbrechen, aber ein Semester aussetzen, das wäre vielleicht erst mal gar nicht schlecht. Mit Stimmen im Kopf lässt die Konzentrationsfähigkeit eh nach, d.h., wäre ohnehin die Frage wie stark sie sich momentan konzentrieren kann. Vielleicht fällt es ihr auch irgendwann leichter. (Ich kann auch noch leise Stimmen in meinem Kopf hören, mich aber mittlerweile nichtsdestotrotz ganz gut konzentrieren - wie man hoffentlich lesen kann.)
Erste Hilfestellungen könnt ihr euch beim psychosozialen Dienst eurer Stadt/ Gemeinde holen. Die sind kompetent und eher geschult darin Leuten mit Psychosen bzw. deren Angehörigen zu helfen.
Liebe Grüße,
Quietschi


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