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#1

Sophies verrückte Welt

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 12:27
von Cellardoor | 486 Beiträge | 784 Punkte
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Rhythmen

Es war ein ganz normaler Tag, wie jeder andere auch. Sophie sollte jetzt aufstehen, um sich für den Tag fertig zu machen. Die Pfleger weckten sie. Für einen Krankenhaustag würde es heute das volle Programm geben: Eine Stunde Musik-Therapie. Darauf freute sie sich schon seit Tagen, denn sonst gab es hier wenig zu tun, außer jede Stunde für fünf bis zehn Minuten vor die Tür zu gehen, um eine zu rauchen.
Sophie war zwar begeisterte Leserin der Parry Schlotter Phantasie-Romane, allerdings hatten die Medikamente, die sie bekam, ihre Feinmotorik dermaßen beeinflusst, dass ihre Augenmuskeln es ihr unmöglich machten, den Zeilen ihrer Bücher inhaltlich zu folgen. (Liebe Leser und Leserinnen, seien Sie froh, dass Sie dieses Problem nicht haben!) Sie „las“ trotzdem regelmäßig, denn das Blicken in ein Buch war interessanter für sie als irgendwo anders hinzublicken. Ihre Bettnachbarin, Julia, dagegen hielt es für interessanter, den Tag über einen Krümel auf einer ganz bestimmten Position auf dem Fussboden zu betrachten. Sie meinte, das mache sie ruhiger. Wehe Sophie stieß diesen Krümel einmal versehentlich beim Vorbeigehen weg. Passierte dies, so bewegte sich Julia energisch auf den verschobenen Krümel zu und brachte diesen auf seine alte Position zurück, damit sie ihn von ihrer Ecke aus weiter anstarren konnte.
Eigentlich verstanden sich Julia und Sophie ganz gut, allerdings bedauerte es Sophie es ein wenig, dass ihre Bettnachbarin so passiv war und sie so nicht viel mit ihr anfangen konnte. Da Julia Nichtraucherin war, fanden zwischen ihnen auch keine geselligen Zigaretten-Gespräche statt.

Was hatte Sophie nicht schon alles für Medikamente bekommen. Von A wie Amisulprid bis Z wie Ziprasidon war scheinbar fast alles dabei gewesen. Kein Wunder, dass ihre Muskeln ihr nicht mehr gehorchen wollten. Die älteren Antipsychotika machten sie sogar kataton. Die eigentlich gewünschte Wirkung der Medikamente blieb allerdings aus. „Die Medikamente brauchen eben ihre Zeit um zu wirken.“, sagten ihr die Ärzte immer wieder. „Akzeptieren Sie, dass sie krank sind.“ war ein weiterer Satz, den Sophie oft von den Ärzten und Pflegern zu hören bekam. Und so machte sich Sophie unter schwersten Bemühungen fertig. Jede noch so kleine Handlung schien ihr schwer. Mit versteinerten Händen versuchte sie ihre Zahnbürste aus der Kulturtasche zu bekommen. Ihr Vater hatte ihr glücklicherweise eine elektrische besorgt, weil die üblichen Bewegungen mit einer normalen Zahnbürste für Sophie derzeit unmöglich waren.
Während Sophie im Kampf mit ihrer Feinmotorik die Zähne putzte, spielten die Kinder aus dem evangelischen Kindergarten vor der Tür rege und munter, den Klängen nach zu Folge spielten sie verstecken. Soviel konnte sie noch aus dem Baulärm heraus gefiltert hören, denn die kleinen Kinderstimmen waren so laut, dass Sophie Zahlen in ein einem Countdown hören konnte. Das Krankenhaus erweiterte sich gerade und direkt neben der geschlossenen Psychiatrie, in der Sophie sich befand, sollte ein neuer Trakt für Herzoperationen gebaut werden. Manchmal guckte sie den Bauarbeitern bei der Arbeit zu – vom Fenster aus natürlich, sie durfte ja nicht raus. Alle gingen ihrem Alltag nach. Wäre sie nicht im Krankenhaus, würde sie jetzt in der Berufschule sein und mittels Titration quantitative Untersuchungen von Zucker und Ionen in Wässern und Säften durchführen. Aber die Uhr tickte weiter und die Welt drehte sich, als ob nichts sei, während die Zeit in diesem Mikrokosmos der „Geschlossenen“ einfach stehen blieb.

Nach einer und einer halben Stunde war es endlich so weit: Sophie war fertig. Dabei hatte sie sich gar nicht großartig gestylt. Zu welchem Anlass denn auch? Eine weitere Stunde verging für das Frühstück. Auch das Kauen fiel Sophie schwer, weswegen sie schon fünf Kilo binnen kürzester Zeit abgenommen hatte.
Endlich kam Frau Ketchupwski, um sie abzuholen und mit ihr hinunter in die Katakomben des Krankenhauses zu gehen, wo sich der Musik-Raum befand. Alleine durfte Sophie die geschlossene Station nämlich nicht verlassen. Das war wie im Gefängnis. Nur die eine Stunde Freigang, die sie täglich machen durfte war eine Freiheit mehr, als Häftlinge sie im Gefängnis haben – doch auch diese eine Stunde durfte sie nur in Begleitung raus. Hofgänge, die es auch in Gefängnissen gibt, konnte Sophie zum Glück aber häufiger machen als der durchschnittliche Häftling, nämlich immer dann, wenn die Pfleger eine rauchen wollten. Die Pfleger waren stets bemüht, es den Patienten im Krankenhaus möglichst angenehm zu gestalten, um ihnen zu zeigen, dass sie keine Häftlinge, sondern Patienten waren. Denn diese Art von Deprivation, die die Patienten - gerade in der geschlossenen Abteilung - erfuhren, ließ sie oft vergessen, dass sie Patienten waren und so fragte sich auch Sophie ab und zu, was sie denn angestellt hätte, dass sie so eine Haftstrafe absitzen muss. Häftlinge wüssten zumindest meistens, warum sie im Gefängnis waren und auch wie lange sie dort bleiben müssen. In der geschlossenen Psychiatrie dagegen ist die Aufenthaltsdauer ungewiss.

Heute war „Namen Trommeln“ angesagt, d.h. jeder Patient nimmt sich eine Trommel und es werden Reihum die Namen der einzelnen Patienten musikalisch transferiert in Trommelsprache. Dazu wird der jeweilige Name in Silben getrennt, silbenbetont laut ausgesprochen und pro Silbe ein Handschlag auf die Trommel gemacht.
Sophie hatte diese Art von Therapie früher immer belächelt. Heute war sie selber Patientin in so einer Therapie. Damals gab es im Fernsehen regelmäßig eine Werbung für eine Telefongesellschaft, in der eine Lach-Therapie-Gruppe gerade im Begriff ist, einen lustigen, imaginären Freund anzurufen. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gruppe im Werbespott lachten bereits in Vorfreude auf diese Stimme, die sie anrufen würden, die aber in Wirklichkeit gar nicht existierte. Noch nicht mal die Telefone, mit denen die Patienten aus dem Spott telefonierten, existierten, sondern bestanden lediglich aus zu Telefonen geformten Händen. Sophie fand diese Werbung damals total bescheuert. Eher hätten die Personen in der Werbung Grund zum Lachen, weil sie keine Stimmen hörten. Doch nun schien sie die Bescheuerte zu sein und hatte jetzt den Eindruck, in einen ähnlichen Werbespott hinein teleportiert zu werden. Und so trommelte sie gemeinsam mit vier weiteren Patienten ihren Namen, eine Silbe pro Handschlag:

SOOOOO-PHIE WITT- LER, SOOOOO-PHIE WITT- LER, SOOOOO-PHIE WITT- LER…

Das Ganze hatte etwas Meditatives und Sophie verstand nun, warum buddhistische Mönche im fernen Osten im Kanon „Omm“ sagten, bzw. sagen sollen, sie hatte nur davon gehört. Julia war leider nicht in der Musik-Therapie-Gruppe dabei. Sie hatte darauf keine Lust.

Sophie konnte sich noch genau an die Dinge, die vor ihrer Ankunft im Krankenhaus passiert sind, erinnern, an die Ankunft selber allerdings nicht mehr. Sie hatte verteilt über dieses Ereignis bestimmt mindestens fünf Milligramm Lorazepam bekommen und ihre Gedächtnislücken nahmen mit steigendem Lorazepam-Spiegel proportional zu, bis sie irgendwann nahezu bewusstlos vom Ordnungsdienst durch den Eingang des Krankenhauses ab in die geschlossene Psychiatrie verfrachtet wurde. Der Ordnungsdienst machte nur seinen Job und Sophies Mutter war froh, dass es bloß der Ordnungsdienst war und nicht die Polizei. Der Anblick ihrer verwirrten, nahezu bewusstlosen Tochter, geschliffen und an den Armen gezogen von zwei starken, uniformierten Männern, hatte für Sophies Mutter einen nachhaltigen, psychischen Schaden hinterlassen.
Das Rettungspersonal vom Deutschen Roten Kreuz hatte eigentlich nicht die Befugnis gehabt, unkontrollierbare Personen – und so eine Person war Sophie gewesen - zu befördern. Unter Lorazepam jedoch, die sie vor ihrer Krankenwagenfahrt bekommen hatte, machten sie eine Ausnahme und Sophies Eltern hatten Erfolg mit ihrem Anruf der Telefonnummer 112. Sie wurde ausnahmsweise transportiert und zwar in das Universitätsklinikum-Effendorp im benachbarten Stadtteil. Dort war die Psychiatrie allerdings schon voll und außerdem diagnostizierte der Dienst habende Arzt eine Diagnose, für die es in einem anderen, benachbartem Krankenhaus eine spezielle Abteilung gäbe, nämlich paranoid-halluzinatorische Schizophrenie. Also brachte der Ordnungsdienst das 19 jährige, verwirrte Mädchen ins Alterbinen-Krankenhaus in einem anderen benachbarten Stadtteil in die geschlossene Abteilung der Akut-Psychose-Station.

Aus irgendeinem Grund dachte Sophie nämlich, sie müsse sterben. Selber konnte sie nicht sagen wieso aber von diesem Gedanken war sie fest überzeugt gewesen und sie konnte ihn auch nicht aus ihrem Kopf verbannen, genauso wenig wie sie aus eigener Kraft ihr Herz nicht anhalten konnte oder irgendein anderes Organ. Ihr Gehirn machte sich komplett selbstständig. Genau dieser Gedanke an ihren Tod machte ihr eine unglaubliche Angst – Angst, die sie nie schlafen ließ, über Tage hinweg, keine einzige Sekunde. Höchstens mal blinzeln, ansonsten waren ihre Augen immer offen. Diese Angst machte sie unglaublich umsichtig, vor allem auf der Straße, sodass viele Passanten sich über sie wunderten. Sie wollte, dass es schmerzfrei passieren wird und im Frieden von dieser Welt gehen. Das wäre eine Erklärung für ihre damalige Harmoniesucht. Sophies Mutter hatte bereits ihrem Vater erzählt, dass Sophie heute irgendwie komisch gewesen war. Sie hatte sehr oft betont, wie sehr sie doch ihre Mutter und ihren Vater lieb hätte.
Wenn sie wirklich sterben würde, was würde dann passieren? Würde sie es merken? War sie vielleicht bereits gestorben? Was würde nach dem Tod kommen? Eine Menge Menschen machten sich bereits Gedanken um die Antwort dieser Fragen und auch Sophie interessierte sich für diese Art von Philosophie. Da noch zudem diese Fragen akut für sie wurden, angesichts ihres unmittelbar bevorstehenden Todes, steigerte sie sich zusammen mit ihrer riesigen Angst hinein in die verwirrte Gedankenwelt.

Problem Nummer eins, welches sich ihr stellte: Religiöser Wahn. Sophie war nicht getauft. Zwar wollten Sophies Eltern ihre Tochter taufen lassen, allerdings gab es da ein paar Schwierigkeiten: Sophies Vater arbeitete im Schichtdienst und konnte deswegen nicht regelmäßig sonntags zur Kirche, weswegen diese Sophie ihre Taufe verweigerte.
Wenn es aber nun wirklich Himmel und Hölle gäbe, würde sie jetzt in die Letztere kommen? Man kann nie sicher sein bei solchen religiösen und metaphysischen Angelegenheiten. Nur könnte die ganze christliche Tauf-Tradition schon nach dem Zeitpunkt ihres Todes liegen, wenn sie die Dinge jetzt nicht selbst in die Hand nehmen würde. Sophie hatte keine Zeit, sie musste schnell handeln. Also schüttete sie eine Flasche Wasser über sich, um sich so selber zu taufen. Immerhin besser als nichts, ein Versuch war es ja wert - dummerweise tat sie dies in der Nähe einer auf dem Fußboden liegenden Steckdosenleiste. Außerdem schrie Sophie laut verwirrtes Zeug, sodass die ganze Stadt es eigentlich hätte hören müssen. Zudem hatte sie ihre Zimmertür abgeschlossen. Ihre Eltern haben nur eine Wasserlache unter Sophies Zimmertür hinauslaufen sehen. Da sie sich nicht mehr zu helfen wussten, alarmierten sie den Rettungsdienst unter der Nummer 112.

Ihr ganzes Leben zog an ihr vorbei, vom ersten Gedanken bis hin zum letzten. Sie war mit drei Jahren in eine Kindergruppe gekommen, in der sie endlich Geschwister hatte, wenn es auch nur Tagesgeschwister waren. Sophie war eigentlich Einzelkind. Ihre Mutter war zwar einmal vor ihr schwanger gewesen, da es aber ein Kukukskind war, hatte sie abgetrieben. Sophie jedoch war definitiv kein Kukukskind, dafür hatte sie eine zu auffällige, lange und glatte Nase, die ihres Vaters. Die beste Freundin ihrer Mutter hatte einmal zu Sophie gesagt: „Eben dachte ich, dein Vater blickte aus deinen Augen.“.
Sophie befand sich gerade in ihrer Ausbildung zur chemisch-technischen Assistentin. Sie war in der Schule in den naturwissenschaftlichen Fächern so gut, dass sie diese Ausbildung bereits zum Ende ihrer Schulzeit beginnen konnte. Sie verließ das Gymnasium als eine der Besten mit einem Einser-Schnitt. Dumm war sie nicht. Ihr sehnlichster Wunsch war es, nach Beendigung ihrer Ausbildung eine weitere zu machen und zwar zur Kriminalpolizistin. Das wäre ideal für sie gewesen, dachte sie, denn es wäre die perfekte Kombination aus Schreibtischarbeit und „Rumlaufen“, z.B. wenn man Tatorte besichtigt und untersucht, Personen verhört und so weiter und sofort. Sie hatte sich bereits um einen Ausbildungsplatz beworben. Natürlich stand sie deswegen jetzt auch unter Beobachtung. Jeder Polizeiwagen, der vorbeifuhr, fuhr nur vorbei, weil sie gerade in der Nähe war. Die Polizei wollte ja schließlich keine Leute beamten, die nicht ideal in ihr Image passten und den Anforderungen nicht genügten und so mussten sie, so hatte Sophie gedacht, ihre Bewerber nicht nur im Testverfahren auf Herz und Nieren prüfen, sondern sie auch beobachten. Dementsprechend verhielt sie sich auch. Sie hatte keine Privatsphäre mehr, nur in ihrem Zimmer war sie sicher und sogar da wurde sie per Satellit überwacht, ihr Telefon wurde abgehört, ihre Aktivität im Internet wurde untersucht. Problem Nummer zwei: Verfolgungswahn.

Als der Rettungsdienst eintraf und es endlich geschafft hatte, Sophie zu überreden, aus ihrem verbarrikadierten Zimmer zu kommen, wies Sophie das Rettungspersonal auf die „hydrophile Flüssigkeit“ auf dem Boden hin. Sie was klitschnass: Ihre Haare und ihre Klamotten trieften. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man eine zwei Liter Flasche Wasser über sich kippt, um ein Taufritual zu vollziehen. Das Rettungspersonal unterdrückte ein Lachen.
Ihr religiöser Wahn zeigte sich erneut, als sie aus dem Treppenhaus nach draußen ging. Im Fernsehen hatte Sophie gesehen, wie der Pabst den Boden küsst, wenn er das erste Mal in einem neuen Land ankommt. Und so kniete sich auch Sophie nieder, um den Boden draußen zu küssen, bevor sie vom Rettungspersonal das erste Lorazepam bekam, damit sie transportiert werden durfte mit dem Krankenwagen.
Das war Sophies erste Fahrt mit einem Krankenwagen. Die Räder des Wagens machten rhythmische Töne auf dem Asphalt. Während sie ihren und auch die Namen der weiteren Patienten trommelte, erinnerte sie sich an diesen Rhythmus.


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#2

RE: Sophies verrückte Welt

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 12:34
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Brennt es in der Hölle?

Es war Montag. Sophie hatte am Wochenende Tagesurlaub bekommen und konnte so für ein paar Stunden zu Hause sein. Doch nun war sie wieder im Krankenhaus – und wer ging schon freiwillig gerne ins Krankenhaus? Sophie vermisste ihr zu Hause. Das betonte sie auch immer wieder bei den morgendlichen Morgenrunden und den abendlichen Abendrunden, sodass die anderen Patienten schon genervt davon zu sein schienen.
Diese Runden waren immer sehr gemischt. Es gab Patienten, denen es nicht so gut ging und Patienten, denen es verhältnismäßig gut ging. Sophie hatte stets das Gefühl, dass egal was sie sagte, es falsch wäre und es den anderen Patienten sauer aufstoße: Sagte sie, ihr ginge es nicht gut, hatte sie das Gefühl, sie zog die besser drauf seienden Patienten stimmungsmäßig herunter und wenn sie sagte, ihr ginge es gut, spürte sie den Neid von den schlecht drauf seienden Patienten. Sophie war sehr dünnhäutig gewesen. Oft verlies sie auch die Runden, wenn es ihr einfach alles zu viel wurde. Eigentlich sollten die Runden aber von allen Patienten ausgehalten werden.
So verlies Sophie auch diesen Montag-Morgen die Morgenrunde. Patient Andy klagte über die zu hart beborsteten Zahnbürsten, welche das Krankenhaus den Patienten zur Verfügung stellte. Diese würden das Zahnfleisch kaputt machen. Herr Richter, der die Montag-Morgenrunde heute leitete, nickte verständnisvoll, als Andy sein Leid klagte. Anders als Patientin Silvia, die gut mit Aischa befreundet war. Patientin Aischa kam aus dem fernen Bangladesch, sprach gebrochenes Deutsch und war Sophies Bettnachbarin auf der offenen Station. Sophie sah Aischa oft beten, rund drei Mal pro Tag. Manchmal betete Aischa auch für Sophie und sagte ihr, dass Sophies Krankheit nun vorbei wäre, dass „Allah“ es so wolle.
Als Andy sein Zahnbürsten-Leid klagte, sprang Silvia empört auf, schmiss ihr zerknülltes Taschentuch, welches sie in der Hand gehalten hatte, empört auf den Boden, als sei es eine Handgranate und schrie: „Im fernen Bangladesch werden Massengräber gefunden – genau in diesem Moment und jeden Tag! Und du hast als größte Sorge, dass dein Zahnfleisch kaputt geht?“ Herr Richter forderte Silvia dazu auf, sich wieder hinzusetzen und sich zu beruhigen. Aber auch er schien Silvias Reaktion nicht erwartet zu haben. Und Sophie floh aus dem Raum.
Sie konnte beide Seiten verstehen: Die Zahnbürsten seien wirklich zu hart gewesen und Sophie war froh, immer noch ihre elektrische zu haben, die ihr Vater ihr damals besorgte, als sie nahezu kataton gewesen war. Angesichts des vielen Leids auf der Erde jedoch, empfand sie Andys Klage auch als Lappalie, genau wie Silvia. Diesen Zwiespalt konnte Sophie nicht ertragen und das war auch der Grund gewesen, aus dem sie floh. Sophie fühlte sich manchmal schlecht, da sie sich als in einem der reichsten Länder der Welt lebenden Frau für das Leid der armen Menschen dieser Welt verantwortlich fühlte. Ja, manchmal dachte sie sogar, sie sei eine Art Messias, der wiedergeboren wurde, um das Leid der Menschen zu büßen.
Silvia erkannte Sophies Zwiespalt. Sie redeten oft bei einer Zigarette, tauschten ihre CDs und verstanden sich gut. Nachdem Sophie die Morgenrunde verlassen hatte, fühlte Silvia sich schlecht. Beim Frühstückstisch nahm sie sich Sophie zur Brust und sagte ihr eindringlich folgende Worte:

„DU bist nicht Schuld am Elend dieser Welt!“

Sophie erkannte nun, dass sie nicht der Messias war. Später schrieb Sophie diesen Satz, den Silvia ihr gesagt hatte, in ihr Psychose-Heft, in dem sie weise Sprüche und verwirrte Gedanken sammelte.
Den Tag über gab es schließlich nicht viel zu tun, außer für jede Stunde vor die Tür zu gehen, um eine zu Rauchen. Es gab zwar einen Fernseher, der aber nur abends angeschaltet werden durfte, damit die Patienten nicht den ganzen Tag über fern sahen und so verblödeten. Meistens guckte die Patientengemeinschaft dann Nachrichten:
Die Arbeitslosenquote sei wieder gestiegen. Sophie erinnerte sich an ihren ehemaligen Mathematik-Lehrer, der einst sagte: „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ Massengräber in Bangladesch gefunden. Das wusste Sophie schon. Wohnungsbrand in Hamburg – in Hamburg? Das war Sophies Stadt. Sie war stark betroffen. Sie wurde unruhig und verließ den Fernsehraum. Sie ging den Gang auf und ab, in der Hoffnung, sich so zu beruhigen.
Dann geschah etwas Merkwürdiges: Sie roch Qualm, Rauch und spürte ein Brennen auf ihrer Haut. Hatte das Feuer sich ausgebreitet bis hierher zum Alterbinen-Krankenhaus? Am Ende des Flurs sah sie Flammen. Sie rannte zurück zum Fernsehraum. Entsetzt stand sie in der Tür des Raumes und sagte zu ihren Mitpatienten, die gespannt die Nachrichten verfolgten, mit einer leisen und Atem ersuchenden Stimme: „Es brennt!“
Niemand beachtete sie, außer Aischa, die sie anlächelte. Das musste die Hölle sein. Es war wie in einem falschen Film. Das Leben der Patienten, der noch anwesenden Ärzte und der Pfleger war gefährdet durch den nicht zu übersehbaren Brand. War das wirklich die Hölle, in der es brennt? Oder nur ein schlechter Traum? Was könnte Sophie tun?
Die Pfleger hatten gerade Übergabe und waren nicht erreichbar. In Eile rannte Sophie zum Feueralarm-Knopf, der hinter einem Glas verborgen war. Früher hatten sich Schüler in Sophies ehemaliger Schule einen Spaß erlaubt und Melodien mit diesem Knopf komponiert während der Unterrichtszeit. Das ärgerte die Lehrer damals sehr. Sophie hatte so etwas nie getan, sie war meistens eine brave Schülerin.
Ohne zu zögern zerschlug sie mit der Faust das Glas des Knopfes und drückte drei Mal für jeweils zwei Sekunden das rote Alarmknöpfchen. Vielleicht war alles ja nur ein böser Traum, dann würde die Feuerwehr auch nicht erscheinen.

Doch die Feuerwehr erschien.

Eilig hatten die Feuerwehrleute sich auf den Weg gemacht, während Sophie versuchte, sich vor den Flammen zu verstecken am anderen Ende des Ganges. Die Flammen loderten am anderen Ende des Flurs und versperrten den Ausgang, sonst hätte sie die offene Station verlassen, wobei sie das ja eigentlich nicht durfte.


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#3

Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 12:36
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Alte Erinnerungen leben

Es war Februar und für Hamburger Verhältnisse verdammt kalt. Sophie hatte sich wegen eines Arzttermins einen halben Urlaubstag genommen. Da ihr Freund sich noch von der Nachtschicht erholte und hoffentlich von ihr träumte, überlegte sie, was sie denn noch mit dem Tag anstellen sollte. Nachdem ihr Termin vorbei war, entschied sie sich spontan für einen Besuch im Alterbinen-Krankenhaus auf der Station KE für akute Psychotiker, wo Sophie auch ein halbes Jahr verbracht hatte.
Den Bus dorthin hatte sie gerade verpasst aber da der Weg die optimale Länge für einen Spaziergang umfasste, ging sie zu Fuß. Das Alterbinen-Krankenhaus befand sich schließlich im benachbarten Stadtteil. Diesen Weg hatte ihr Vater auch damals zurückgelegt, als er seine einzige Tochter fast täglich besuchte. Sie war gespannt, ob sie ihren persönlichen „Hektor“ wieder treffen würde. „Hektor“, das war eine Figur in einem anderen Buch, welches Sophie von einer guten Freundin während ihrer ersten Psychose als hörbare Version geschenkt bekommen hatte. In diesem Buch war „Hektor“ ein Psychiater, der mit einem Notizbuch eine kleine Weltreise machte und seine Forschungen zum Thema Glück in diesem Buch notierte. Für Sophie war ihr Psychiater, Herr Doktor Veikany, ihr persönlicher „Hektor“. Denn auch Herr Doktor Veikany schien ähnlich müde gewesen zu sein von all dem Unglück, welches seine Patienten mit ihm erzählten und da Herr Doktor Veikany zudem noch auf einer psychiatrischen Station mittlerweile Oberarzt geworden war, konnte er die positive Entwicklung seiner Patienten so gut wie nie live mit erleben. Er sah seine Patienten immer nur im psychotischen Zustand und entließ sie, wenn sie einigermaßen gefestigt waren. Ob sie tatsächlich glücklich geworden waren, wusste er nie mit hundert prozentiger Sicherheit.
Da es Sophie wieder besser ging - ja eigentlich so gut, wie nie zuvor - wollte sie ihren „Hektor“ besuchen, sich bei ihm für seine Arbeit bedanken und ihm sagen, dass er sich weiterhin für seine Patienten interessieren solle, denn dieses würde wirklich zu etwas nützen. Sophie sei der beste Beweis dafür.
Rund sechs Wochen vor dem heutigen Tag war Sophie schoneimal im Alterbinen-Krankenhaus gewesen mit der Absicht, Herrn Doktor Veikany anzutreffen. Sie hatte ihm sogar eine Packung Schokoladenpralinen besorgt, um dort nicht mit leeren Händen zu erscheinen. Da Herr Doktor Veikany allerdings zu dem Zeitpunkt im Urlaub gewesen war, hatte sie ihn dort nicht antreffen können. Nun wollte Sophie nochmal ihr Glück probieren.
Als sie sich dem Krankenhaus näherte, nahm sie wahr, wie sich alles verändert hatte. Der Haupteingang war jetzt woanders, da der alte abgerissen wurde. Das Alterbinen-Krankenhaus sollte weiter auf Herzuntersuchungen und –operationen spezialisiert werden. Solche Bauarbeiten dauern ja bekanntlich manchmal Jahre. Direkt hinter dem neuen Haupteingang befand sich, immer noch an alter Stelle, Station KE.
Sophie konnte von außen durch ein Fenster in den Flur der besagten Akut-Psychose-Station blicken. Er war menschenleer. Sie erinnerte sich wieder, wie es war, als sie damals hoffnungslos diesen Flur auf und ab wanderte. Das tat sie damals sehr oft. Ihr Vater hatte sie dazu motiviert, sich zu bewegen, wenn die Gedanken mit ihr wieder einmal durchdrehten. Die Bewegung würde sie beruhigen, einfaches, stupides Gang Auf- und Ablaufen würde wieder Ordnung bringen in Sophies verwirrte Welt. Ihr Vater hatte meistens Recht.
Einmal hatte er Sophie ein Gleichnis von einem Eskimo bzw. Inuit erzählt. Er wusste genau mit einer Psychose umzugehen – woher auch immer – und konnte sich genau in seine einzige Tochter hineinversetzen:
„Töchterchen, stell dir einmal vor, ein Eskimo reist in ein südliches Land, landet vielleicht sogar in der Sahara-Wüste. Stell dir vor, dieser Eskimo lebte sein ganzes bisheriges Leben lang am Nordpol, ernährte sich von Fischen und Robben, war dick eingepackt in Tierfell, damit er bei den kalten Temperaturen nicht fror und überleben konnte. Töchterchen, dieser Eskimo wird in der Sahara einen Sonnenbrand bekommen. Er ist entsetzt, er hat Angst. Er kannte die Sonne nur vom Nordpol her, ganz weit am Horizont hatte er sie bisher immer gesehen. Nun steht die Sonne ständig über ihm im Zenit. Nun hat er einen Sonnenbrand.
Er weiß nicht damit umzugehen: Seine Haut brennt und er hat höllische Schmerzen. Er denkt sogar, er müsse sterben. Er hatte ja noch nie zuvor einen Sonnenbrand gehabt.
Doch schon bald reist er in seine Heimat, dem Nordpol, zurück. Er merkt, wie seine Haut sich beruhigt, wie sie wieder eine normale Farbe annimmt, nachdem sie sich gepellt hatte. Er wird wieder ganz der Alte sein und merkt, dass er an einem Sonnenbrand nicht sterben wird.
Wenn dieser Eskimo jemals wieder in die Sahara reist, weiß er, was auf ihn zukommt. Er weiß, dass der Sonnenbrand wieder heilen wird. Er kann seine Eskimo-Familie, seine Freunde und Bekannte am Nordpol von seinen Erfahrungen berichten und ihnen mitteilen, dass man nicht daran stirbt, wenn die Haut mal brennt und rot wird.
Und so, Töchterchen, wie seine Haut wieder heilt, wird deine Psychose auch wieder heilen. Wirst du jemals wieder eine solche haben, erinnere dich daran.“
Sophie schätzte ihren Vater sehr und vor allem dieses Gleichnis hatte ihr bei ihrer zweiten Psychose sehr viel Kraft und Mut gegeben.

Sophie betrat das Krankenhaus und direkt auf dem Flur begegnete sie einem ihrer ehemaligen Pfleger, Herrn Richter – der Pfleger, der sie damals auch, nachdem sie den Feueralarm zwei Mal ausgelöst hatte, zurück auf die geschlossene Station gebracht hatte.
„Hallo Herr Richter, erinnern Sie sich noch an mich?“, fragte sie ihn. Herr Richter guckte verdutzt, doch langsam schien der Groschen zu fallen. „Ich bin Sophie Wittler. Diejenige, die den Feueralarm damals ausgelöst hatte.“ Herr Richter schien sich zu erinnern: „Ah, natürlich! Wie geht es Ihnen, Frau Wittler?“ „Sehr gut!“ Sophie berichtete von ihrer Reha und ihrer Hoffnung, endlich berufstätig zu sein, wenn diese vorbei ist und erzählte ihm auch den Grund, weshalb sie heute hier, im Alterbinen-Krankenhaus war. Herr Richte freute sich für sie. Er berichtete ihr, dass er nun auf einer anderen Station, der Suchtstation, arbeitete. Auch Pfleger bräuchten mal eine Abwechslung im Berufsleben. Die oft anfallenden Doppelschichten und der ständige Umgang mit verwirrten Menschen machten dem Personal oft selbst mehr zu schaffen, als es sich eingestehen wollte. Sophie bekundete ihr Verständnis und nickte.
„Ist Herr Doktor Veikany auch im Hause?“, fragte sie ihn. Herr Doktor Veikany kam gerade die Treppen des Treppenhauses herunter. „Dort ist der, den Sie suchen – wie es der Zufall so will!“ Herr Richter zwinkerte.
Anders, als Herr Richter, schien sich der mittlerweile leitende Oberarzt sofort an Sophie zu erinnern. Seine Augen waren müde und glasig. Jedoch schenkte er Sophie ein herzliches Lachen: „Hallo Frau Wittler! Wie geht es Ihnen?“ Sophie berichtete auch ihm von ihrer nun mittlerweile einem Jahr andauernden Symptomfreiheit. Er schien sich sichtlich zu freuen, denn seine Augen wurden wacher.


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#4

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 16:04
von Old Dixie (gelöscht)
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Wow. Hast du das alles selbst geschrieben? Das ist sehr gut, auch das Eskimo-Gleichnis gefällt mir gut.

Geht die Geschichte noch weiter? Sie hat zwar einen befriedigenden Ausgang, aber könnte ja sein, dass Sophie noch andere Abenteuer aufschreibt.

Es ist sehr authentisch, in der Psychiatrie geht es ja wirklich so zu.

Freue mich über weitere Beiträge von dir.


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#5

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 16:16
von Cellardoor | 486 Beiträge | 784 Punkte
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Hallo Dixie!

Ja, das habe ich selbst geschrieben mit vielen autobiographischen Anteilen. Nur habe ich während meiner ersten Psychose nicht geraucht ;)

Und ja, es wird definitiv weiter gehen. Ich hatte 3 Psychosen bisher und alle waren sehr individuell. Zudem will ich meinen Weg in die Rotlicht-Szene ein wenig beschreiben. Es soll ein Buch mit Höhen und Tiefen werden und Sophies ver-rückte Welt beschreiben.

Grüße,
Steffi


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#6

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 16:18
von Old Dixie (gelöscht)
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Oh toll, da freue ich mich schon mal auf alles, was da noch kommen wird.

Sehr talentiert bist du.


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#7

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 16:20
von Cellardoor | 486 Beiträge | 784 Punkte
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Merci... ich kann mit Komplimenten nur immer so schlecht umgehen...

Ich freue mich einfach, wenn es Menschen Mut geben kann!


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#8

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 16:40
von Isabell (gelöscht)
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Hallo Steffi,

das ist eine schöne Geschichte. Ich habe immer an das Wunder der Habituation geglaubt, also daran, dass sich der Eskimo an die Sonne gewöhnt. Aber Lyssenko hat sich auch geirrt und die Kühe sind im offenen Stall krank geworden. Es hätte fast eine Hungersnot gegeben. Nordpol, Südpol, es ist eine Erde. Was macht denn der Eskimo, wenn sich das Klima erwärmt und die Polkappen schmelzen. Ist das im Gleichnis auch berücksichtigt? Wohin kann der Eskimo noch gehen, wenn ihm sein Iglu davon schwimmt?

Lg,
Isa


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#9

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 09.09.2013 21:10
von Blue Mathilda (gelöscht)
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Steffi, hast du "Sofies Welt" gelesen oder warum hast du diesen Titel für deine Geschichte gewählt? Das ist sicher auch ein spannendes Buch, ich wollte es längst mal gelesen haben.

Einen lieben Abendgruß von Mathilda


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#10

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 10.09.2013 00:00
von UgoAdmin | 2.854 Beiträge | 11264 Punkte
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Hallo Cellardoor.

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Beste Grüße,
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#11

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 10.09.2013 15:53
von Cellardoor | 486 Beiträge | 784 Punkte
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Hallo Isabell!

Die Habituation hatte mein Vater in diesem Gleichnis wohl nicht berücksichtigt. Ich vermute, die Population der Inutiut würde sich stark reduzieren und sie würden sich eine neue, ökologische Nische suchen. Im Laufe der natürlichen Selektion würden sie mehr Melanin in der Haut produzieren und so auch gegen Sonnenlicht resistenter werden. Wäre meine Vermutung.

Aber wie heisst es so schön? Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt....Albert lässt grüßen! ;)

Grüße,
Steffi


Der Mensch ist auch immer eine Summe seiner Begegnungen.
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#12

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 20.09.2013 12:43
von Hotte | 1.619 Beiträge | 4617 Punkte
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Hallo Steffi,
mir macht es Mut, dass Du so gut schreiben kannst. Ich werde weiter üben, bis ich es auch wieder kann.


---
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#13

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 20.09.2013 14:58
von Old Dixie (gelöscht)
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Ich freue mich auch auf eine Fortsetzung, falls Steffi nicht allzu beschäftigt ist.

dixie


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#14

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 21.09.2013 15:57
von Cellardoor | 486 Beiträge | 784 Punkte
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Da sagst du was, Dixie! Die letzte Nacht habe ich auf der Intensiv-Station verbracht. Promethazin-Überdosis. Dabei waren das nur 250 mg....lächerlich!


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#15

RE: Das Eskimo-Gleichnis

in Betroffenen-Literatur 13.12.2013 17:35
von Mnut (gelöscht)
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hallo Steffi,
danke für diese Geschichte! Sie ist toll geschrieben. Mach weiter so!


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