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#1

Fremde Welten

in Betroffenen-Literatur 14.06.2018 12:01
von hausschuh | 148 Beiträge | 233 Punkte
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Er riss die Waffe an sich. Mit einem Aufwärtsschwung trennte er seinem Gegenüber die Schulter und den Arm vom Körper. Als der Arm zur Seite wegrutschte und der Getroffene ungläubig hinterherstarrte, drehte Harm sich um die eigene Achse und ging dabei in die Hocke. Am Horizont bildete sich eine gelbe Wolke, die glänzte, als wäre sie aus Gold. „Heuschrecken“, dachte Harm. Er kletterte über die Leichenberge, die sich um ihn herum auftürmten. Als er durch das Portal an der Seite des Schlachtfeldes trat, merkte er, wie sein Fuß den Boden, den er instinktiv auf der gleichen Höhe wie auf der Welt des Schlachtfeldes erwartet hatte, erst 15 cm tiefer berührte. Dafür stand er nun in einem feuchten, kühlen Wald und ließ die drückende Hitze des Schlachtfeldes hinter sich. Er blickte sich um. Farne in dreifacher Mannshöhe standen hier. Schachtelhalm-Bäume. Kiefern, die sich in die Höhe erstreckten, wo sie in kaum noch zuordenbarer Entfernung ihre Kronen ausstreckten. Harm horchte. Dort hinten plätscherte ein Bach. Er lenkte er seine Schritte in diese Richtung. Als er angekommen war, beugte er sich über das Bächlein, schöpfte das klare Wasser in seine Hände, und schlürfte es genüsslich. Als das kühle Nass seine Kehle hinabrann, merkte er auf einmal, wie müde er war. Das Portal hatte sich hinter ihm geschlossen, die Hitzewelt mit ihrer Schlacht und der nahen Zerstörung durch die Heuschrecken lag hinter ihm. Er ließ sich auf ein Mooskissen sinken und schloss die Augen. Das Plätschern des Baches wiegte ihn sanft in den Schlaf.
Als Harm erwachte, hatte sich etwas verändert. Das Gravitationsfeld seines Körpers war neu kalibriert worden, er krümmte jetzt den Waldboden auf eine ungewohnte Art. Über ihm wiegte sich das Blätterdach der Laubbäume im Wind. Harm hätte gerne einen erklettert. Plötzlich entdeckte er an einem der Bäume einen Schnitt und ein Körbchen, dass darunter angebracht war. Ein Harzfänger? Wozu? Soweit er das beurteilen konnte, war das Klima viel zu kalt für Gummibäume. Er trat hinzu und berührte die Flüssigkeit, die aus dem Baum rann mit dem Finger. Dann roch er daran. Es war Harz, gar keine Frage. Das hieß, es gab hier Menschen in der Gegend, die diesen Wald nutzten. Harm spannte sich an, und blickte sich um. Dort hinten gab es einen Hügel. Diesen erstieg er. Leider sah er nicht wirklich mehr von dort, da sich der Wald überallhin erstreckte und der Hügel keine kahle Kuppe besaß.
Er setzte sich und lehnte seinen Rücken an eine Kiefer. Aus seinem Lederbeutel, den er seitlich über der Schulter trug, nahm er Früchte und einen Streifen Trockenfleisch. Er aß genüsslich. Dann wollte er nach Hause zurück. Er nestelte die Fernbedienung aus seinem Beutel und stellte die Koordinaten ein. Neben ihm materialisierte sich ein Portal. Er trat hindurch und diesmal traf sein Fuß den Boden etwa 20 cm höher als der Waldboden gewesen wäre. „Ein Glück hat es mich noch nie auf Untertages-Niveau teleportiert“, dachte Harm. Dann war er am Eingang seiner Hütte. Dort zog er die Schuhe aus und setzte sich zufrieden auf ein Fell. Für heute hatte er genug erlebt, nun müsste er an seinem Modell weiterbauen, dass das Raum-Zeit-Kontinuum so beschrieb, dass sich die Teleporter, von denen er auch einen benutze, sehr viel einfacher bedienen lassen würden.
Er war zufrieden mit seinem Leben. Er kämpfte für das Gute in der Welt (zumindest konnte er sich das leicht einreden). Wo er Ungerechtigkeit entdeckte, setzte er sich für die Schwachen ein. Wo sie Hilfe brauchten und er es sah, half er gerne. Er konnte sich mit seinem Teleporter überallhin in die Welt teleportieren und andere Welten und ihren Umgang mit der Globalen Veränderung aller Werte durch die Gravitation beobachten. Er trat an die Tür seiner Hütte. Als Rivana vorbeischlenderte, grüßte er sie freundlich. Er drehte sich um und trat wieder in die Hütte. Nun würde er erstmal etwas kochen, dann sah die Welt schon gleich wieder anders aus. Er nahm Messer und Schneidebrett vom Haken und begann, Gemüse, das er aus der kalten Steintruhe nahm, klein zu schneiden..


Was wir wissen ist ein Tropfen; was wir nicht wissen, ein Ozean. Isaac Newton
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