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#1

Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 12.04.2018 13:58
von Conscious | 7 Beiträge | 38 Punkte
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Hallo in die Runde,

Ich bin neu hier, gerade frisch angemeldet :-) ich muss zugeben, gerade bin ich ziemlich entmutigt... Vorweg sei gesagt: im Winter 2009 bekam ich eine Psychose und mir wurde eine Schizophrenie diagnostiziert, obwohl ich in dem vorangehenden Zeitraum von 18 Monaten täglich und auch mehrmals täglich Cannabis konsumierte. Ich lieferte mich eben im Dezember 2009 eigenmächtig in eine psychiatrische Klinik ein, da die Plussymptomatik für mich extrem belastend wurde. Niemand aus meiner Familie bemerkte etwas, dies ist ein weiterer Starng in meiner Story... Kurz bevor ich begann zu kiffen, erlebte ich einige traumatische Dinge in meinem Elternhaus. Ja das klingt krass und vielleicht auch nicht glaubwürdig... Dann kam das Kiffen hinzu und so schlitterte ich irgendwann in die dicke Psychose. Vier Monate war ich stationär in Behandlung. Danach suchte ich mir eine Psychiaterin und eine Psychologin für eine Gesprächstherapie. Als ich eine Reduktion von (damals noch) Zyprexa 20mg ansprach, wurde mir davon abgeraten und prognostiziert, ich muss meine Medikamente mein Leben lang einnehmen, aber evtl könnte ich Glück haben und ab und an, mehrere Jahre ohne auskommen. Was ich allein schon sehr lachhaft und auch gefährlich finde, so etwas einer jungen Frau zu sagen. Psychiaterin gewechselt. Und leider machte ich dann in den folgenden Wochen und Monaten als junge Frau den Fehler, das Zyprexa eigenhändig und auch viel zu schnell zu reduzieren, bis ich irgendwann nur noch bei Bedarf etwas nahm. Tja ich lieferte mich dann wegen einer "schizoaffektiven Psychose" wieder für 2 Monate in die Klinik ein, in der ich 2 Monate stationär behandelt wurde. Dort wurde von Zyprexa auf Abilify 15mg umgestellt. Danach stellte meine Psychologin, die auch Psychiaterin war, eine neue Diagnose und zeigte mir diese, ohne etwas dazu zu sagen im stillen Vetrauen, als ich mal wieder sehr mit der Akzeptanz der Diagnose Schizophrenie kämpfte: Posttraumatische Belastungsstörung und drogeninduzierte Psychose.
Hier meine Fakten mit der Bitte an euch, euer Augenmerk darauf zu legen, ob es überhaupt ratsam erscheint, je einen Versuch zu unternehmen, meine Medikamente abzusetzen:
2009 drogeninduzierte Psychose, 1. Psychiaterin stellt keine gute Prognose
2013 schizoaffektive Psychose, Psychotherapeutin stellt PTBS als DIagnose in den Raum + 2. Psychiaterin macht mir Hoffnung und schließt ein Absetzen nicht völlig aus.
2009-2013: Zyprexa, zuletzt 2,5mg überwacht eingenommen, lief sehr gut!
2013-heute: Abilify angefangen bei 15mg, zuletzt nur unter Vortrag von guten Argumenten auf 10mg reduzieren können, also seit Ca 18 Monaten auf 10mg
Heute: aktueller Psychiater (Wechsel wegen Umzug) rät mir von einem Absetzen ab, denn laut seiner Aussage: werde ich mich zu einer 80 prozentigen Wahrscheinlichkeit sehr sehr schlecht fühlen nach dem Absetzen und dann geht das Ganze von Vorne los. Meine Antwort: Entmutigen können Sie mich mit den 20% aber nicht.

Meine Frage nun an erfahrene Absetzer: Sind 8 Jahre a-typische NL Einnahme bereits viel zu lang? Ich las heute etwas von der Veränderung der Plastizität der Rezeptoren und von irgendwelchen Gewöhnungseffekten und Honeymoon Effekte und so weiter und so fort...

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit. Ich werde auch noch eine Signatur demnächst ergänzen :-) und hoffe auf Antworten und Tipps.
Conscious


Alice: "Glaubst Du, ich habe den Verstand verloren?" Vater: "Ich fürchte, ja. Du bist übergeschnappt, hast eine Meise, bist nicht ganz bei Sinnen. Aber weißt Du was? Das macht die Besten aus!"
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#2

RE: Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 12.04.2018 14:48
von Eleonore | 429 Beiträge | 1013 Punkte
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Herzlich willkommen, hab einen guten Austausch hier


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#3

RE: Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 12.04.2018 15:05
von erdbeere | 6.938 Beiträge | 24580 Punkte
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hallo und herzlich willkommen auch von mir
mit dem absetzen kenn ich mich nicht aus, aber da wirst du schon noch brauchbare antworten bekommen

liebe grüße
erdbeere


Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.


(aus "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry)
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#4

RE: Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 12.04.2018 17:17
von Freia | 961 Beiträge | 7198 Punkte
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Hallo liebe @Conscious ,
auch von mir ein herzliches Willkommen! Schön dass du dich hier angemeldet hast.

Von Medikamenten oder gar dem Absetzen derselben habe ich keine Ahnung.

Nur ein Hinweis von mir an dieser Stelle:

Zitat
Meine Frage nun an erfahrene Absetzer: Sind 8 Jahre a-typische NL Einnahme bereits viel zu lang? Ich las heute etwas von der Veränderung der Plastizität der Rezeptoren und von irgendwelchen Gewöhnungseffekten und Honeymoon Effekte und so weiter und so fort...



Deine Frage ist nicht gerade prädestiniert auf mutmachende Antworten für dich, weil die Leute die es geschafft haben erfolgreich abzusetzen, sich hier im Forum naturgemäß nicht mehr herumtreiben.
Eine Betroffene gibt es aber,die es geschafft hat und hier weiterhin berichtet um den anderen Mut zu machen - vielleicht meldet sie sich hier bei dir im Thread noch. Es ist @Kleine_Mango .
.


.
Liebe Grüße

Freia

"Und und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen." (Astrid Lindgren)
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zuletzt bearbeitet 12.04.2018 17:18 | nach oben springen

#5

RE: Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 12.04.2018 19:56
von escargot | 4.214 Beiträge | 17323 Punkte
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Liebe @Conscious, -lich willkommen hier bei uns!

Alles ist möglich, nichts unmöglich! Daher möchte ich dir Mut machen und das Buch von Peter Lehmann "Psychopharmaka absetzen" ans Herz legen.

Auch mir hat man gesagt bei der ersten Psychose im Feb. 2014, dass ich ein Leben lang auf Medikamente angewiesen sein werde. Aber wir dürfen die Hoffnung einfach nicht aufgeben und sei es auch nur eine Reduktion (erstmal). Ganz auf Null zu kommen setzt auch sehr unter Druck und ich bin eher bei dem Motto so wenig wie möglich, so viel wie (vermeintlich) nötig.

Alles Liebe!
escargot


>> And the day came when the risk to remain tight in a bud was more painful than the risk it took to blossom <<
Anais Nin
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#6

RE: Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 13.04.2018 00:15
von suffered | 830 Beiträge | 1747 Punkte
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Hallo @Conscious

Ich würde von reduzieren reden, nicht von ganz absetzen.

Ich hatte 2014 nach meiner akuten schweren Psychose 15mg Zyprexa plus zusätzliches NL und Antidepressiva. In mehreren kleinen Schritten haben wir abgebaut, heute nehme ich nur noch 2,5mg Zyprexa und es geht mir damit sehr gut.

Na klar ist es machbar, auch wenn man x-viele Jahre schon NL genommen hast. NL hemmt und blockiert, wenn du kleinere Dosen nimmst wirst du wieder lebensfreudiger und vitaler.


2 Mitglieder haben sich bedankt!
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#7

RE: Medikamente noch absetzen überhaupt möglich?

in Apotheke: Von Anafranil bis Zyprexa 13.04.2018 18:44
von Melisse | 732 Beiträge | 4376 Punkte
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Hallo herzlich willkommen hier im Forum,

ich versuche selber gerade die NL abzusetzen und habe schon ein paar Tiefschläge erlitten, es ist nicht so einfach weil wohl tatsächlich eine Veränderung im Gehirn stattfindet, ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf es in ganz kleinen langsamen Schritten zu schaffen.
Verträgst du deine Medikamente nicht? Wenn man die Medikamente gut verträgt und sie eine Wirkung haben würde ich sie glaube ich nicht komplett absetzen, ich vertrage sie leider garnicht und sie sind wirkungslos, deshalb der Wunsch nach dem Absetzen.
Ich würde dir auf alle Fälle auch Peter Lehmann nahelegen und niemals schnell reduzieren das bist du auf der sicheren Seite, bei der langsamen Reduktion bilden sich die Rezeptorveränderungen zurück soweit ich weiss.
Alles Gute Melisse


In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln.
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