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#16

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 15:06
von erdbeere | 6.349 Beiträge | 22121 Punkte
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hallo liebe @Ronja

ich finde es toll wie du dich um deine schwester kümmerst und sich für sie einsetzt...
es ist ganz wichtig das man jemanden an seiner seite hat der das für einen tut,wenn man es eben grade nicht selbst kann...

liebe grüße und alles gute für euch
erdbeere


Du bist der Mensch, der mich zum Lachen bringt
und der, der mit mir weint
auch manchmal knallhart ehrlich ist,
es aber niemals böse meint.
Du bist der Mensch der mir verzeiht
und keinen einzigen Tag mit mir bereut
und sich immer mit mir freut.

(Jonathan Zelter "Ein Teil von meinem Herzen")
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#17

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 17:28
von Ronja | 16 Beiträge | 93 Punkte
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Und noch eine Frage (sorry):

Promethazin und Amisulprid werden gegeben - das sind ja Medikamente für Psychose bzw. akute oder chronische Schizophrenie.
Als Diagnose schwebt bislang aber wahnhafte Störung im Raum.
Wahnhafte Störung und Schizo sind ja etwas anderes, wenn auch schwer abgrenzbar, oder? Oder werden die derart ähnlich behandelt?

Und wird so etwas auch gegeben, wenn man "nur" akustische Halluzinationen hatte unter depressiver Symptomatik?
Mensch, solange ich an die Ärzte nicht rankomme, fühle ich mich wie eine Detektivin!

Als ich das Pflegepersonal ansprach, sagten sie, sie könnten mir nichts sagen. Ich solle einfach da sei und zuhören.


zuletzt bearbeitet 02.12.2017 17:30 | nach oben springen

#18

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 17:44
von Wolf_minus | 672 Beiträge | 2504 Punkte
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Na ja @Ronja , das unterscheidet sich kaum voneinander. Ich war Wahnhaft in einer paranoiden Schizophrenie. behandelt wurde und werde ich auch mit Amisulprid, weil es mir am besten bekommt.
Die Ausdrücke paranoid, Schizophrenie, wahnhafte Gedanken unterscheiden sich (nach meiner Meinung) nur in der jeweiligen Persönlichkeit. Die Ursachen haben aus heutiger Sicht die selbe Ursache und wird insofern auch auch ziemich gleich behandelt. Du musst aber auch wissen, dass ja die Gehirnforschung noch in den Kinderschuhen steckt. Vielleicht kann man das in 200 Jahren besser beurteilen :-)
HG vom Wolf


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zuletzt bearbeitet 02.12.2017 17:44 | nach oben springen

#19

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 18:29
von lutreola | 566 Beiträge | 2767 Punkte
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Da sprichst du sehr liebe und weise Worte, ich habe mich auch schon oft gefragt, warum man diese Diagnose einfach so um die Ohren geschlagen bekommt.
Ich habe in der Klinik dieselben Erfahrungen gemacht, von denen du gerade schreibst.
Keiner hat Zeit für dich, dir wird nichts erklärt. Schon gar nicht wird nachgefragt oder darauf eingegangen, was du gerade fühlst, angesichts des Terrors....
und nach der Klinik soll das Ganze dann einfach so seinen Lauf nehmen, life as usual, was ich unmöglich gefunden habe, weil ich so schockiert war, Angst hatte und die Krankheit weder begreifen noch annehmen konnte.
Eine psychische Reha gab es gar nicht. Ich habe mir dann , zum Glück, privat eine Therapeutin gesucht, die auf mich eingegangen ist, mir erklärt hat und mich auf meinen ersten Metern mit der Krankheit begleitet hat.
Ja, es war eine sehr schwere, traumatische Zeit damals. Die schwammige Diagnose, keine Ahnung wie es sich entwickelt, wie es beruflich weitergehen könnte und immer Angst vor einem Rückfall.
Mit dem Päckchen Schizophrenie, was ich auch als sehr großes , traumatisches Päckchen empfinde, wird man alleine gelassen, leider ist das in Deutschland so.
Auch mein erster Arzt war mir eigentlich keine große Hilfe.

Einen schönen Abend und danke für die mitfühlende Sicht einer Außenstehenden


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zuletzt bearbeitet 02.12.2017 18:31 | nach oben springen

#20

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 19:33
von Sirod | 192 Beiträge | 1549 Punkte
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@Ronja

Mir hat die Ärztin erklärt, daß es auch wahnhafte Zustände bei Depressionen gibt. Bei meiner Mutter war das Ausmaß des Wahns aber so groß, daß es eher mit dem einer Psychose vergleichbar war. Deshalb wird sie jetzt auch mit NL behandelt. Bei ihr sind mir keine akustischen Halluzinationen aufgefallen.

Meinem Mann hat damals die Psychoedukation in der Klinik sehr geholfen besser zu verstehen, was mit ihm los ist. Ich habe das Manuskript auch gelesen und fand das sehr gut! Auf der Station meines Mannes gab es auch einen Aushang für eine Angehörigenselbsthilfegruppe . Vielleicht wäre sowas für dich noch hilfreich.

Das Pflegepersonal darf übrigens keine Auskünfte geben, nur der behandelnde Arzt.


Als ich mich wirklich selbst zu lieben begann, habe ich mich von allem befreit was nicht gesund für mich war, von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst. Anfangs nannte ich das “gesunden Egoismus”, aber heute weiß ich, das ist “Selbstliebe”.

*Charlie Chaplin*
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#21

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 19:55
von Ronja | 16 Beiträge | 93 Punkte
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Danke @Sirod für die Erklärungen!

Ich gehe am Montag zu einer Angehörigengruppe in meiner Stadt - das in der Stadt meiner Schwester zu machen, ist leider aufgrund von Studium und Arbeit zeitlich nicht machbar.
Nachdem @Wolf_minus die Psychoedukation ans Herz gelegt hatte, habe ich heute ein tolles Online Manual für Psychoedukation gefunden. Bin mal gespannt.

Das ist für mich sehr hilfreich zu hören und zu verstehen, dass bei einigen die Klinikaufenthalte auch so traumatisch abliefen bzw. wenig auf die Betroffenen eingegangen wurde. Dass es aber auch einige mit guten Erfahrungen gibt, macht mir Hoffnung für die Zukunft.

Herzliche Grüße an euch noch einmal!


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#22

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 21:03
von Wolf_minus | 672 Beiträge | 2504 Punkte
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Oh @Ronja
da habe ich mich wohl ungeschikt ausgedrückt. Ich meinte in erster Linie, dass das deiner Schwester helfen könnte. Aber das müssen die Ärzte entscheiden, wann das möglich wäre.
Natürlich ist das zusätzlich hilfreich, wenn du dich damit auch auskennst. Dann könnt ihr (deine Schwester und du) vielleicht euch auch besser verstehen. Aber alle Dinge brauchen ihre Zeit.


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#23

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 21:08
von Wolf_minus | 672 Beiträge | 2504 Punkte
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Das tut mir leid Lu @lutreola
ich habe so gute Erfahrungen machen können. Ich hatte damals in der Tagsklinik mit der Psychologin und dem Psychiater so gute Erfahrungen gemacht. Ich hatte alle Zeit der Welt mit denen zu sprechen. Oft war ich aber noch gar nicht soweit, die richtigen Fragen zu stellen. Aber heite darf ich noch aus dem Fundus dr Gespräche schöpfen.
Offensichtlich ist jede Klinik nicht gute Klinik.


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#24

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 21:37
von Wolf_minus | 672 Beiträge | 2504 Punkte
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Nun muss ich noch mein Versprechen einlösen @Ronja :-)

ich habe damals sehr lange gebraucht, um die Erkrankung zu akzeptieren. Das geht halt nicht von heute auf morgen. Erstmal war ich "gerettet" weil ich nicht mehr in die Firma musste. Da sei erklärt, dass meine Wahnvortellungen in erster Linie mit meiner Berufstätigkeit zusammen hing. Das muss nicht immer so sein. Aber ich bin mir Sicher, dass sich psychotische Denkinhalte dort abspielen, was man als wichtigstes ansieht. (da weiß ich noch gar nicht, wo das bei deiner Schwester liegt)

Zitat von Ronja im Beitrag #14
Und wie du angesichts der echten Mobbing-Erfahrung (das habe ich in einem anderen Thread von dir gelesen) geschafft hast, zu realisieren, dass bestimmte Wahrnehmungen doch nicht stattfanden?



Weißt du, man ist einfach nur sehr dünnhäutig und bezieht jedes kleinste Geschehen auf sich. Es war kein Mobbing, sondern nur der ganz normale Irrenanteil in heutigen Firmen. :-) Es ist halt schwierig, den zu begegnen. Wenn dann die eigene Schutzbariäre niedrig liegt, braucht es bei sensiblen Menschen manchmal nur eines kleines Anstoßes.
Nun werden sensible Menschen nicht automatisch krank. Da liegt dann der kleine Unterschied.
Ja, Ronja, was mir geholfen hat:
erst Diazephame
viel Ruhe
gute Gespräche über die Erkrankung
viel Zeit zu haben
nicht arbeiten zu müssen
unterstützung meiner frau (schon nur, wenn sie da war)
Neuroleptika

Ich kann das natürlich nicht in der zitlichen Abfolge darstellen.

Denk daran @Ronja alles braucht seine Zeit!
Wie gut die Klinik ist, in der deine Schwester ist, weiß ich halt auch nicht zu beantworten. Jedes zu seiner Zeit. Ich war damals schließlich 4 Monate unter Diazephame, bevor ich an Psychotherapie teilnehmen durfte. Und das war richtig so.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#25

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 02.12.2017 22:54
von Jenie | 1.712 Beiträge | 13192 Punkte
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Zitat
Wie gut die Klinik ist, in der deine Schwester ist, weiß ich halt auch nicht zu beantworten. Jedes zu seiner Zeit. Ich war damals schließlich 4 Monate unter Diazephame, bevor ich an Psychotherapie teilnehmen durfte. Und das war richtig so.

Erfahre mehr unter: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben? (2)



Da schreibst du was sehr wichtiges und auch aus meiner Sicht richtiges. Ich habe bei Monchichi den Eindruck gehabt dass man in der Akutklinik in der er war ein straffes Programm nach Schema durchführt. Es gibt und gab da zwar viele Angebote, aber wer wenn gerade mit Wahn frisch drin kann wählen was gut wäre? Dass kommt dann nur zugute wenn man länger drin bleibt.

Monchichi wurde vom ersten Tag an Medis gegeben ok ist ja auch erst mal gut so. Gleichzeitig haben sie ihm gleich vom zweiten Tag an Zwei oder drei Therapien verpasst an denen er teilnehmen sollte. Morgenrunde und Gespräche noch dazu. Das war Monchichi Zuviel. Er kam überhaupt nicht zur Ruhe die er offensichtlich dringend gebraucht hätte.

Mir kommt das vor wie die Mütter Kur Kliniken in denen man alle zu Maßnahmen nötigt (gibt auch Ausnahmekliniken) man muss ja seine Angestellten mit den Angeboten auch bezahlen...

Es ist zwar Angebotsreich aber Ruhe ist dort nicht und eingehen auf die Wünsche geht nicht denn die haben halt auch mit großen Angebot eben ihren Alltag den sie mit den Patienten dann durch zu ziehen scheinen.

Daher war es auch ein Grund warum ich Monchichi nach 10 Tagen wieder nach Hause genommen habe und habe ihn erst mal 4 Wochen lang komplett in Ruhe gelassen, bis auf eine Runde laufen am Tag. Er sagte immerzu er brauche Ruhe und der viele Schlaf täte ihm erst mal gut, Der kam von selbst an dass es ihm zu langweilig wird und nun können wir Therapien machen.

Was hätte sie ihm im Wahn und so zu gedröhnt und noch nicht mal Medikamentös richtig eingestellt gebracht? Mit Widerwillen weil er nicht aufnahmefähig war sondern ihn alles dort ankotzte und er Ruhe wollte? Nichts rein gar nichts.

Grüße Jenie


Kreativität ist die Würze im Geist
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#26

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 03.12.2017 00:21
von Molly | 3.181 Beiträge | 15617 Punkte
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Zitat von Ronja im Beitrag #17
Und noch eine Frage (sorry):

Promethazin und Amisulprid werden gegeben - das sind ja Medikamente für Psychose bzw. akute oder chronische Schizophrenie.
Als Diagnose schwebt bislang aber wahnhafte Störung im Raum.
Wahnhafte Störung und Schizo sind ja etwas anderes, wenn auch schwer abgrenzbar, oder? Oder werden die derart ähnlich behandelt?

Und wird so etwas auch gegeben, wenn man "nur" akustische Halluzinationen hatte unter depressiver Symptomatik?
Mensch, solange ich an die Ärzte nicht rankomme, fühle ich mich wie eine Detektivin!

Als ich das Pflegepersonal ansprach, sagten sie, sie könnten mir nichts sagen. Ich solle einfach da sei und zuhören.


Hi @Ronja !

Schizophrenie wird erst nach einer gewissen Dauer der Symptome diagnostiziert. Vorher ist alles etwas schwammig, vor allem weil so eine Symptomatik auch andere, zB. organische oder drogenbedingte Ursachen haben kann. Das was du beschreibst, könnte aber schon auf paranoide Schizophrenie passen.

Link zum Thema Diagnose von Schizophrenie: https://www.neurologen-und-psychiater-im...renie/diagnose/

Wenn du in der Klinik etwas wissen willst, musst du einen Termin mit der behandelnden Ärztin ausmachen.

LG,
Molly


LG,
Molly

Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
zuletzt bearbeitet 03.12.2017 00:22 | nach oben springen

#27

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2017 16:44
von Ronja | 16 Beiträge | 93 Punkte
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Hallo liebe alle,

herzlichen Dank für die Antworten.

Der letzte Besuch war sehr zwiespältig.

Sie hat berichtet, dass die Unsicherheit hinsichtlich der Diagnose sie sehr belastet. Es gab Stress mit den Zimmernachbarn - eine Frau sagte, sie würde ihr ungeborenes Baby töten wollen, indem sie die Bodylotion habe auslaufen lassen (?). Dann bekam sie ein anderes Zimmer. Anscheinend kann sie mit niemandem sprechen, hat Angst davor, wie es weiter gehen soll.

Eine Schweigepflichtentbindung möchte sie nun doch nicht, weil sie es erst einmal alleine versuchen will. Bisher erzählte sie, sie könne dort nicht waschen, sodass meine Mutter und ich immer für sie Sachen geholt und gebracht und gewaschen haben. Eine Pflegerin sagte nun das Gegenteil. Anscheinend mag sie dort nicht waschen oder es ist ihr noch zuviel.

Sie wird sehr wütend, wenn sie über die Lage nachdenkt. Sie habe Ängste und müsse die irgendwie angehen. Aber den Betreuer will sie nicht und unsere Hilfe auch nicht.

Anscheinend kann ich nur zusehen und zuhören und da sein. Aber betreutes Wohnen lehnt sie ebenfalls ab, sodass sie nach der Psychiatrie wieder in ihre Wohnung zurückkehren wird, wo sie die Probleme mit den Nachbarn hatte und ganz allein war.

Inzwischen überlege ich, ob eine Soteria für sie nicht viel besser wäre. Sie wehrt sich gegen jede Form von Kontrolle oder Hilfe und wenn ich zu viele Möglichkeiten anspreche oder etwas anbiete, wird sie aggressiv. Aber diese klassische psychiatrische Behandlung ist anscheinend nicht genug.

Von den Medikamenten oder irgendwelchen hormonellen Schwankungen wächst ihr inzwischen ein kleiner Bart unter dem Kinn. Habe nun ihren Therapieplan gesehen, da sind tatsächlich Psychoedukations-Gruppen drin, wo sie aber noch nicht zu eingeteilt wurde. Erstmal nur Ergo und psychosoziale Beratung - die sie nicht wahrnimmt, weil es eh nichts bringe und sie denen nicht vertraue.

Ich habe die Ärzte nun um einen Termin gebeten. Hoffentlich melden sie sich bald zurück.

Die Lage ist frustrierend, aber @Wolf_minus du hast wohl einfach recht, dass man kleine Schritte gehen muss und Geduld braucht. Ich mache mir nur Sorgen, weil ich nach meinem Abschluss nächstes Jahr wohl nicht hier arbeiten kann und will. Was wird dann? Mein Vater ist bald 76 und wohnt weiter weg und meine Mutter kann mit ihrer chronischen Erkrankung nicht alles alleine stemmen. Ich wünschte, es ließe sich bis dahin eine gute Lösung finden, zumal sie ihren ersten schweren Rückfall letztes Jahr hatte, direkt nachdem ich mein Auslandspraktikum begann. Ob das Zufall war oder davon mitbeeinflusst wurde, weiß ich nicht...

Ihr seid eine große Stütze, vielen Dank dafür!


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#28

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 05.12.2017 04:25
von Wolf_minus | 672 Beiträge | 2504 Punkte
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Hallo @Ronja
du musst wissen, dass die Ängste Sympthom der Erkrankung sind. In sofern ist das gar nicht so unnormal, dass deine Schwester und ihre Ex-Zimmernachbarin diese psychatrischen Ängste haben. Es ist auch "normal" dass sie mit niemanden darüber sprechen kann. Ich kenne das von mir damals auch. Bleibt einfach abzuwarten, bis die Medikamente richtig eingestellt sind.
Übrigens brauche ich auch ken betrets Wohnen oder gar einen Betreuer. Ich bin dank der Medikamente selbst voll geschäftsfähig und daher lehne ich natürlich sowas ab. Glaube mir, mir ging es ähnlich wie deiner Schwester. Hab bitte Zeit und Hoffnung.
HG vom Wolf


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zuletzt bearbeitet 05.12.2017 04:31 | nach oben springen

#29

RE: Soll ich versuchen sie zu besuchen oder ihr schreiben?

in Treffpunkt für Angehörige 09.12.2017 11:48
von Sirod | 192 Beiträge | 1549 Punkte
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Hallo @Ronja !

Es gibt auch ein betreutes Wohnen in der eigenen Wohnung. Vielleicht wäre das noch eine Alternative. Das kannst du beim sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt erfragen und wird (soweit ich weiß) von einem Pflegedienst ausgeführt.

Ich würde versuchen das Thema so lange zu vermeiden, bis sich eine Besserung ihres Zustandes eingestellt hat. Sonst macht sie sich über Dinge Gedanken, mit denen sie eben noch überfordert ist. In der Klinik ist sie ja jetzt erstmal voll versorgt und soll zur Ruhe kommen.

Ich finde immer gut sich selbst als so eine Art Wegweiser zu betrachten. Dazu sammele ich alle Möglichkeiten, die es gibt und überlege mir die Vor- und Nachteile. Bei meinen Eltern mache ich es so, daß ich die Angebote dann vortrage und sie entscheiden dann selbst, was sie möchten. Ich find auch immer gut, wenn man Angebote erstmal unverbindlich ausprobieren kann, so daß die Hemmschwelle gesenkt wird. Oft gibt es ja Vorurteile, die schnell abgebaut werden können. Aber wie gesagt, alles zu seiner Zeit.

Ich drück dir die Daumen, daß es deiner Schwester bald besser geht und die Zukunftsängste erfolgreich bewältigt werden können.

liebe Grüße,
Sirod


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