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#1

Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 13:42
von Hamelumi | 27 Beiträge | 133 Punkte
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Hallöchen!

Ich bin froh ein Forum gefunden zu haben, bei dem auch Angehörige sich austauschen können. Ich bin der jüngste Sohn (29), mein älterer Bruder hat keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter (er ruft vielleicht 1 mal im Jahr an). Mein Vater ist vor 15 Monaten verstorben.

Ich versuche die Geschichte kurz zusammen zu fassen. Ist trotzdem noch einiges zu lesen geworden, sorry. Ist halt viel passiert :/

Bei meinem Vater wurde vor etwas über zwei Jahren Blasenkrebs festgestellt. Meine Mutter hat mich an dem Tag angerufen, hat nur noch geweint und ich bin mit meinem Freund zu ihnen gefahren (wir wohnen ca 100 km vom Wohnort meiner Mutter entfernt). Als wir die Wohnung betreten haben, hat meine Mutter Wäsche aufgehängt und mein Vater saß einfach auf der Couch. Sie sah mich, fing sofort das weinen an und hat nicht mehr aufgehört. Mein Vater saß mit verschränkten Armen auf der Couch und sagte 'ich bin noch da!'. Ich weiß nicht ob meine Mutter an dem Tag überhaupt mit meinem Vater gesprochen hat...

Der Krebs hatte die ganze Blase, die Prostata und einen Teil der linken Niere zerstört. Bei einer langen Operation wurde die Blase/Prostata sowie die Niere entfernt. Mein Vater konnte die ersten Tage auf der Intensivstation nicht trinken, er hat sofort alles hoch gewürgt (hat es uns aber verheimlicht). Er hatte sich mit viel Mühe und Arbeit erholt und als er das erste mal wieder richtig aufstehen konnte, war er sehr froh.

Nach der ganzen Behandlung und Entlassung aus dem Krankenhaus habe ich den Entlassbrief durchgelesen. Meine Eltern haben diesen einfach abgeheftet und fertig war die Geschichte. Ich habe darin gelesen, dass ein Teil des Krebses in das Becken wanderte und nicht entfernt werden konnte. Als ich dies angesprochen habe, hat mich meine Mutter angeschrien, hat sofort geweint und meinte, ich würde ihr Angst machen. Mein Vater meinte zu mir, er wird das gleich am Montag ansprechen. Natürlich musste es so kommen: Es war noch Krebs im Körper, das hat man im Entlassbrief erwähnt (wahrscheinlich auch privat zu meinem Vater, aber er hat es nicht erzählt?). Er hatte anschließend noch eine Chemotherapie doch der Krebs fing an zu wuchern und war nun auch in der Lunge zu finden. Mein Vater hat den Kampf aufgegeben und starb nach einigen Monaten. Meine Mutter hat sich geweigert, ihn in ein Krankenhaus/Hospitz zu bringen und ihn dort täglich zu Besuchen. Sie wollte ihn zuhause lassen. Ich weiß nicht, was alles in dieser Zeit zwischen den Beiden geschah. Eines Nachts hat sie mich angerufen und meinte, sie hält das nicht mehr aus. Er muss ins Krankenhaus, sie kann nicht mehr. Wir sind Nachts zu ihr gefahren. Als mein Vater mich sah, musste er lächeln. Er war nur noch Haut und Knochen. Ich half ihm beim anziehen und habe ihn zum Auto gebracht. Nach drei Tagen in der Klinik verstarb er.

Die Zeit nach dem Tod war sehr anstrengend. Meine Mutter wollte die Beerdigung so schnell wie möglich erledigt haben. Sie hat mich und meinem Bruder zum Pfarrer geschickt damit wir die Beerdigung und alles, was dazu gehört, veranlassen. Sie wollte damit nichts zu tun haben, hat alles von sich her geschoben. Der Pfarrer fing auch noch an, mich zu kritisieren, weil ich nicht gläubig bin. Naja... Nach der Beerdigung hat meine Mutter einige Bücher gelesen, welche von Verlustängsten und dem Tod handelten, geschrieben von Psychologen. Die haben ihr sehr geholfen. Sie hat sich mit den Nachbarn sehr gut angefreundet und auch viel mit ihnen Unternommen.

Irgendwann erzählte mir meine Mutter, dass sie denkt, dass die Nachbarin eine Beziehung mit ihr haben will (das war etwa 4 Monate nach dem Tod meines Vaters). Da die Nachbarin verheiratet ist, konnte ich mir das nicht vorstellen. Meine Mutter sagte zu mir, sie würde aber niemals mitmachen, weil sie sich versprochen hat nie eine Beziehung zu zerstören. Ein paar Tage später hat mich meine Mutter angerufen und meinte zu mir, sie wird von den Nachbarn überwacht. Die hören das Telefon und den Router ab, können sehen was sie für Filme und Serien sie auf dem Fernseher guckt und dass sie Angst hat. Wir sind am gleichen Tag zu ihr gefahren, ich habe ihr gezeigt, dass keiner sie überwacht. Irritierend war für mich, das als wir in die Wohnung gegangen sind, meine Mutter geschlafen hat und ihr das alles nicht mehr so wichtig war.

Es gab dann noch einige weitere Situationen. Beispielsweise hat die Nachbarin mir erzählt, dass meine Mutter zu ihr sagte, dass sie das Gefühl hat ich und mein Freund würden sie kontrollieren und überwachen. Meine Mutter fing auch an, meinen Vater schlecht zu reden. Sie erzählte, es wäre eine schlechte Beziehung gewesen und alles wäre einfach katastrophal gewesen. Sie hat alles von meinem Vater weggeworfen, sogar Bilder oder Figuren die 15 Jahre und älter sind. Sie hat sogar fast die ganze Einrichtung des Wohnzimmers weggeworfen und neue Bilder, einen neuen Fernseher, einen neuen Couch-Tisch gekauft.

Unglücklicherweise musste ich auch noch an Epilepsie erkranken. Ich hatte bisher drei Anfälle, diese sind nach einigen Minuten um, ich bin sehr müde, erschöpft und schlafe einfach. Mein Freund hatte beim zweiten Anfall den Notdienst gerufen und ich habe vom Neurologen Medikamente bekommen, welche mir helfen. Als ich dies meiner Mutter erzählte, war sie natürlich sehr schockiert. Ich habe aktuell auch Autofahrverbot.

Mein Freund und ich besuchten meine Mutter etwa alle zwei Wochen am Wochenende. Bei den letzten Besuchen haben wir bemerkt, dass sie uns bei Gesprächen nicht zuhört, in die Luft guckt, die gleichen Fragen mehrmals hintereinander stellt oder mich für eine längere Zeit einfach anstarrt. Es fing auch an, dass sie nicht mehr meinen Freund angesprochen hat sondern nur noch mich. Es war kein mehr 'Wie geht es euch?' sondern nur 'Wie geht es dir?'. Sie hat meinen Freund einfach ignoriert. Mein Freund saß im Wohnzimmer, hat in der Zeitung etwas gelesen, dabei die Zeitung hochgehoben und sofort hat meine Mutter ihn angefaucht. Sie behauptete, er würde die Zeitung so halten, dass sie ihn nicht mehr sieht und mir gewisse Zeichen geben. Kurz darauf hin war sie wieder ganz normal und fragte uns erstaunt, wieso wir so schockiert wirken. Solche ähnliche Situationen waren mehrmals. Bevor wir an dem Tag gegangen sind, erzählte sie mir, dass sie mit der Nachbarin bald Deutschland verlassen wird. Sie werden nach Spanien gehen und dort leben. Die Nachbarin hat ja mehrere Millionen Euro und dort würden sie ihren Lebensabend verbringen. Ab dem Moment wusste ich 100%ig das meine Mutter eine psychische Erkrankung hat. Ich informierte mich schon beim sozialpsychiatrischen Dienst und wollte in Ruhe mit meiner Mutter reden. Leider kam es anders...

Einige Tage später hat mich die Vermieterin angerufen und erzählte mir, dass die Vermieterin im Nachbarhaus meine Mutter spät abends mehrmals gesehen hat, wie sie in den Nähen der Bahngleise entlang gelaufen ist. Dies war nun genug, ich habe den Notruf gewählt und wir sind zu meiner Mutter gefahren. Als wir angekommen sind, stand der Krankenwagen und der Polizeiwagen schon vor der Tür. Nach kurzem Gespräch mit der Polizei und den Sanitätern habe ich mit ihr gesprochen. Kurz gesagt: Sie sagte zu mir, wenn ich jetzt einfach gehe, gibt mir die Nachbarin 10 Millionen Euro. Ich müsste nur gehen, das hat sie ihr gerade gesagt. Sie hat mir direkt gesagt, dass sie diese Stimmen hört und man hat ihr befohlen, bei den Gleisen herum zu laufen.

Kurze Zeit später ist auch der Hausarzt vorbei gekommen, hat mit meiner Mutter geredet und sie hat freiwillig eingestimmt in eine Psychiatrie zu gehen. Die Polizisten sagten mir, dass sie seit einigen Tagen wussten, dass jemand an den Bahngleisen entlang läuft, aber nicht wussten, wer. Hätte meine Mutter nicht freiwillig entschieden, in die Klinik zu gehen, wäre sie gezwungen wurden.

Am gleichen Tag sind wir zur Psychiatrie gefahren und ich war beim ersten Gespräch dabei. Meine Mutter war sehr verschlossen, doch die Ärztin meinte im Nachhinein zu mir, dass sie offener wirkte und mehr geredet hat, als ich anwesend war. Nach dem Gespräch sagte mir meine Mutter auf dem Gang der geschlossene Station dass ich hier bleiben müsste. Ich hätte ja eine Psychose wegen der Epilepsie. Ich versuchte ihr zu erklären, dass sie hier bleiben muss wegen den Stimmen. Sie verstand dies nicht, hat nur geschimpft und dauernd den Kopf geschüttelt. Am Ende bin ich gegangen, weil ich nicht mehr wusste, was ich tun soll. Wir haben meine Mutter mehrmals besucht. Anfangs war sie redfreudiger und hat sich auch gefreut, als wir sie besuchten. Sie erzählte mir auch von den Stimmen und meinte zu mir 'da hab ich uns was eingebrockt, was?'. Ich habe versucht ihr klar zu machen, dass ich sie liebe, sie meine Mutter ist und man daran zusammen arbeiten kann.

Während einem Gespräch mit dem Arzt sagte mir dieser, dass meine Mutter paranoide Schizophrenie hat und dass sie aktuell ein Medikament bekommt.

Bei den nächsten Besuchen war sie anders... Sie griff meinen Freund wieder an, meinte er würde mich kontrollieren und unterdrücken. Hat zu jedem vorbeilaufendem Pfleger gesagt, sie geht heute und wird entlassen. Sie war laut gerichtlichem Beschluss nun für einen Monat in der geschlossenen Station festgehalten. Bei den nächsten Besuchen wartete mein Freund vor der Station, damit ich alleine mit ihr reden kann. Bei einem längeren Gespräch, dem sie sehr gespannt zuhörte und ich ihr erzählte, was die letzten Wochen so geschah, sagte sie am Ende zu mir ich würde eine Rolle spielen und das ist nicht wahr. Ich mache das nur, weil 'die' es mir befehlen. Sie sagte mir auch, dass unsere Gehirne verbunden wären und ich die Epilepsie nur habe, weil sie in dieser Klinik ist. Wenn sie raus kommt, ist dies weg.

Bei einem Telefonat erzählte sie mir, dass eine der Stimmen ihr erzählt haben, dass sie den Ärzten nur noch sagen darf, dass es ihr gut geht. Sie darf von den Stimmen nichts mehr erzählen. Das war ein Warnsignal für mich und ich habe die Station angerufen und diese Info weitergegeben. Leider hat wohl ein Pfleger erzählt, dass ich diese Info weiter gegeben habe und sie war extrem sauer auf mich. Sie hat mir am Telefon auch gesagt, dass sie mir nicht mehr alles sagen darf.

Etwa zwei Wochen vor Ende dieser Frist hatte ich leider einen dritten Anfall. Aufgrund dessen habe ich sie angerufen und den Besuch um einige Tage verschieben wollen. Sie fing an mich am Telefon zu beschimpfen, ich würde mich verstecken und hätte Angst. Ab diesem Zeitpunkt habe ich sie nicht mehr persönlich besucht sondern Briefe geschrieben. Bisher hat sie auf keinen einzigen geantwortet.

Ich habe mit den behandelnden Ärzten telefoniert und mir wurde gesagt, dass solange meine Mutter sich oder andere nicht gefährdet, sie nicht festgehalten werden kann. Außerdem kooperiert sie nicht und dies ist wichtig für einen Behandlungserfolg. Sie will nicht auf die offene Station (hat zu mir gemeint, da müsste sie auch wieder 4-6 Wochen bleiben) und auch nicht in eine Tagesklinik. Sie will einfach zum Hausarzt.

Meine Mutter ist seit gestern aus der geschlossenen Station entlassen wurden und befindet sich wieder zuhause. Ihre Schwester versucht ihr etwas zu helfen, hat aber selber die Hände voll zu tun (zwei der Kinder von ihr haben paranoide Schizophrenie als Diagnose, beide haben in der Jugend gekifft und Tabletten genommen, der Ehemann hat Darmkrebs im Endstadium) und hat ihr auch geholfen, die Klinik zu verlassen (sie hat sie zum Beispiel abgeholt). Kritisch finde ich an der Situation, dass die Schwester meiner Mutter ihr anfangs alles geglaubt hat (Beziehung mit der Nachbarin zum Beispiel).

Ich konnte heute Nacht nicht gut schlafen (vielleicht 4 Stunden, höchstens) und fühle mich nicht gut. Ich weiß, dass ich nicht viel machen kann und meine Mutter mich wohl auch schon als Fremdkörper oder böse ansieht. Ich muss ehrlich gesagt auch sagen, ich muss jetzt an mich denken. Ich muss mich entspannen und mich erholen, bevor ich einen Versuch starten kann, ihr zu helfen. Aktuell haben wir nur via Briefe Kontakt, sie hat aber bisher nicht einmal geantwortet (habe zwei geschickt als sie noch in der Klinik war). Ich habe eine neue Handy-Nummer, damit ICH entscheiden kann, wann ich wieder soweit bin. Das wirkt zwar egoistisch, ich habe aber oft auch schon gelesen, dass dies nicht egoistisch ist und ich an mich selbst denken muss.

Danke fürs lesen. Ich hoffe ich habe alles verständlich geschrieben.


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zuletzt bearbeitet 08.08.2017 13:48 | nach oben springen

#2

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 14:47
von Joan | 230 Beiträge | 1958 Punkte
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Hey, deine Mum gefährdet sich doch selbst, wenn sie an den Gleisen turnt? Kann man da nichts machen?


Die Normalität ist eine gepflasterte Straße, man kann gut darauf gehen- doch es wachsen keine Blumen auf ihr. Van Gogh
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#3

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 14:51
von erdbeere | 5.601 Beiträge | 18696 Punkte
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hallo und willkommen bei uns im forum,fühl dich wohl...
erstmal mein herzliches beileid zum tod deines vaters...es muss ja für euch alle eine sehr schwere zeit gewesen sein bzw sein...
und dann noch deine eigene erkrankung und dann noch die deiner mutter...ojee...
da hast du auch ein großes päckchen zu tragen,das tut mir leid für dich...
als angehöriger hat mans auch nicht leicht,aber hier sind einige angehörige und viele betroffene um sich auszutauschen,
dass hilft ja manchmal schon...

alles gute dir und deiner familie
liebe grüße
erdbeere


Du bist der Mensch, der mich zum Lachen bringt
und der, der mit mir weint
auch manchmal knallhart ehrlich ist,
es aber niemals böse meint.
Du bist der Mensch der mir verzeiht
und keinen einzigen Tag mit mir bereut
und sich immer mit mir freut.

(Jonathan Zelter "Ein Teil von meinem Herzen")
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#4

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 14:55
von Eleonore | 354 Beiträge | 779 Punkte
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Herzlich willkommen, hab einen guten Austausch hier


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#5

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 16:03
von Hamelumi | 27 Beiträge | 133 Punkte
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Doch, wenn meine Mutter wieder solche Sachen macht und die Nachbarn das mitbekommen können sie den Notruf informieren. Aktuell wirkt sie halt 'ruhig' (sie kann sich gut zusammenreißen) und daher haben die Ärzte keine Gefährdung gesehen.


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#6

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 16:08
von Hamelumi | 27 Beiträge | 133 Punkte
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Danke für das Beileid.

Es war nicht einfach, aber das wirklich schlimme war zu sehen, wie er aufgegeben hat und wie mein Mutter damit umgegangen ist. Ich frage mich auch, wie lange er schon wusste, dass da irgendwas nicht passt, er aber Angst hatte zum Arzt zu gehen (ein paar Jahre vorher ist der alte Vermieter an Krebs gestorben).

Die Epilepsie ist jetzt einfach da und solange ich nicht zu großen emotionalen Stress habe, bemerke ich sie auch gar nicht. Und dieser emotionale Stress kommt halt durch meine Mutter und ihre Schwester. Die Schwester hat sich vorhin bei mir gemeldet und hat gefragt, wo die EC und die Krankenkassen-Karte ist. Auch wurde gefragt, wo der Autoschlüssel ist. Als ob ich das wüsste.. Und wenn ich jetzt noch weiß, dass meine Mutter Auto fährt...

Andererseits kann ich nichts dazu, ich kann daran nichts ändern - Ich kann nur hoffen, dass sie eine Therapie anfängt. Und ich muss auf mich selbst achten.


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#7

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 17:37
von Molly | 2.870 Beiträge | 13547 Punkte
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Hallo @Hamelumi:!

Erst mal Herzlich Willkommen hier!

Die Symptome deiner Mutter sind in Hinsicht auf paranoide Schizophrenie wie aus dem Lehrbuch gegriffen.

Ich denke, das mit der Krankheit eures Vaters und das Alleinsein nach seinem Tod war einfach zu viel für sie. Große emotionale Erschütterungen können ja die Ursache für den Ausbruch einer Psychose sein. Wenn es dann kurzfristig keine Abhilfe gibt, chronifiziert das Ganze und wird zur Schizophrenie.

Siehe Vulnerabilitäts-Stress- Modell : http://www.mediclin.de/Zielgruppen/P-A/P...ess-Modell.aspx

Allerdings sagt man, dass es immer auch eine genetische Veranlagung zu erhöhter Verletzlichkeit gibt. Da es in eurer Familie mehrere Fälle gibt, würde ich dir raten, auch dich selbst gut zu schützen. Wenn deine Tante helfen kann ist es gut. Allerdings befürchte ich, dass es auch dort in der Familie Stressoren gibt, wenn schon zwei von ihren Kindern erkrankt sind.

LG,
Molly


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
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zuletzt bearbeitet 08.08.2017 17:40 | nach oben springen

#8

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 17:40
von Hamelumi | 27 Beiträge | 133 Punkte
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Direkt nach dem Tod meines Vaters haben wir meine Mutter jedes Wochenende besucht und Ausflüge gemacht, bis Neujahr. Dann hat sie selber gemeint, wir sollen alle 2 - 4 Wochen sie besuchen, wir brauchen auch mehr Zeit für uns. Und sie hatte viel mit den Nachbarn unternommen (bis sie diese Einbildungen bekommen hat).

Ja, ich will auf mich achten, will aber auch nicht denken, dass ich sie im Stich lasse - was ich nicht tue und aufopfern kann ich mich auch nicht und das würde sie sicherlich auch nicht wollen...


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#9

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 17:44
von Molly | 2.870 Beiträge | 13547 Punkte
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Dass ihr sie immer besucht habt, war sicher gut für sie, aber das hat eine völlig andere Qualität, als wenn man Tag und Nacht mit einem Menschen zusammen ist, mit dem man sein ganzes Leben verbracht hat. Als mein Vater gestorben ist, konnte meine Mutter erst mal auch nicht alleine sein.


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
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#10

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 17:47
von Hamelumi | 27 Beiträge | 133 Punkte
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Klar, das verstehe ich ja auch. Wollte es halt nur erwähnen.

Was ich vergessen habe zu erzählen: Sie fragte mich was sie mit den Eheringen machen könnte. Ich schlug vor, sie könnte diese zusammen schmelzen und eine kleine Figur oder anderen Ring formen lassen. Das fand sie wunderbar. Einige Wochen später erzählte sie der Nachbarin, sie will die Ringe zusammen schmelzen und einen Totenkopf daraus formen lassen.

Danke für deine Antwort.


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#11

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 19:47
von erdbeere | 5.601 Beiträge | 18696 Punkte
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hallo @Hamelumi

ich finde es gut und vernünftig,dass du auch auf dich und deine gesundheit achtest...
es bringt ja niemandem etwas,wenn du auch noch "zusammenbrichst"

viel kraft weiterhin

liebe grüße
erdbeere


Du bist der Mensch, der mich zum Lachen bringt
und der, der mit mir weint
auch manchmal knallhart ehrlich ist,
es aber niemals böse meint.
Du bist der Mensch der mir verzeiht
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(Jonathan Zelter "Ein Teil von meinem Herzen")
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#12

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 19:55
von Hamelumi | 27 Beiträge | 133 Punkte
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Hey erdbeere,

danke für deine Worte. Das ist halt ehrlich gesagt mit das schwerste. Ich würde meiner Mutter so gerne helfen, aber ich kann nicht zaubern und sie muss kooperieren. Sonst wird das alles nichts...


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#13

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 19:59
von erdbeere | 5.601 Beiträge | 18696 Punkte
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@Hamelumi

ja kann ich mir irgendwie vorstellen,dass dir das sehr schwerfällt...
aber du hast recht,sie muss es auch wollen,ohne krankheitsteinsicht wird das alles mehr als schwer...leider...


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#14

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 22:05
von Wolf_minus | 664 Beiträge | 2464 Punkte
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Hallo Hamelumi,

wie du schon sagst, ist ohne Krankeitseinsicht kaum Hilfe möglich.
Ich selbst als Betroffener habe dann irgendwann die "Kurve" bekommen. Das ging aber nur, weil ich mich mit meiner paranoiden Schizophrenie beschäftigt habe. Ich weiß leider nicht, ob deine Mutter das noch schafft. Ältere Menschen fällt das oft schwer.

Leider kann ihr der Allgemeinarzt nicht helfen, denn der darf keine Neuroleptika verschreiben. Und dann ist ja immer noch die Frge, ob sie die Mendikamente nehmen will. Allzuschnell kommt da das Mißtraunen wieder auf.

Vielleicht hilft es dir etwas, weinn ich schreibe, dass es bei mir auch sehr lange gedauert hat, bis ich die Erkrankung annehmen konnte. Nun bin ich schon 13 Jahre Psychosefrei. Manchmal denke ich, dass kann jeder schaffen.

Ich weiß, du bist immer in Aufregung, wenn du nur an deine Mutter denkst. Das ist ja auch SEHR verständlich.

Aber gieb bitte die Hoffnung nicht auf. Auch das ist nicht nur zum Selbstschutz wichtig.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#15

RE: Mutter hat Schizophrenie - Will nicht auf die offene Station, keine Tagesklinik, nur ambulante Therapie/Medikamente

in Treffpunkt für Angehörige 08.08.2017 22:31
von Molly | 2.870 Beiträge | 13547 Punkte
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Allgemeinärzte dürfen schon Neuroleptika verschreiben. Ich hole mein Medikament auch immer dort, wenn ich nicht rechtzeitig einen Termin beim Psychiater bekomme.


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