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#16

RE: Paranoide Schizophrenie und häusliche Gewalt

in Treffpunkt für Angehörige 02.07.2017 12:23
von laguna (gelöscht)
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Liebe @Molly ,
Vielen Dank für deinen Beitrag! Die Nebenwirkungen sind ja richtig richtig schlimm. Es tut mir weh zu lesen was erkrankte Menschen durchmachen. Mir war nicht bewusst das man so unter der Krankheit leidet :(
Ich finde es toll, dass du dich mit deiner Homepage anderen geöffnet hast. Ich habe noch nicht alles gelesen, werde mich aber weiter damit befassen.

Es tut mir wirklich sehr leid, was du durchmachen musstest.... Als ich über die Geburten deiner Kinder und den weiteren Verlauf gelesen habe, sind mir Tränen gekommen....

Ich finde es klasse, dass du so offen, auch hier im Forum, damit umgehst und hoffe dass dir das hilft.
Ganz liebe grüße,
Laguna


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#17

RE: Paranoide Schizophrenie und häusliche Gewalt

in Treffpunkt für Angehörige 03.07.2017 22:56
von Hirnsehprogramm | 1.300 Beiträge | 2657 Punkte
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Hallo @laguna

Vielleicht noch mal eine kleine Entschuldigung für meine vielleicht teils etwas anklagend wirkenden Worte hier zuvor, ich war zu dem Moment etwas angespannt, und habe womöglich das eine oder andere etwas extremer verstanden als es eigentlich gemeint war.

Es ist interessant, dass du dich dafür interessierst, wie sich eine Psychose anfühlt z.B. oder was bzw. wie man dabei erlebt. Ich finde das gut, dass du dich diesem ja mit Teil deines Lebens auf diese Weise stellen willst. Es ist sicherlich kein schönes Thema. Mich persönlich fasziniert es allerdings etwas, trotz meiner teils leidvollen Erfahrungen damit, vielleicht grade weil die Bewusstheit mir hilft besser damit umgehen zu können und auch gegenzusteuern.

Ich vergleiche die Auswirkung einer Psychose gerne mit der Wirkung einer (unbekannten) Droge. Es kann zwar durchaus zu rauschähnlichen Gefühlen kommen, es dominieren aber die verzerrenden Effekte auf die Psyche, und die Halluzinationen scheinen meist geordneter (dadurch auch "realer") als bei den üblichen halluzinogenen. Der Knackpunkt dabei ist, dass man nichts von dieser Wirkung weiss. Ähnlich jemandem, dem man ohne sein Wissen eine Droge gegeben hat, er würde in den meisten Fällen keinen angenehmen Rausch erleben sondern eher Panik, Unwohlsein etc. Und eine Komponente der Wirkung ist eben auch, dass man diese nicht so schnell bewusst merkt bzw dass man die Bewusstheit teilweise verliert und seinen Zustand dabei nicht realisieren kann. Viele Betroffene etwa, die die Krankheit nur Schubweise haben, berichten etwa darüber, dass sie bei'm 2., 3. Anfall durch ihre Vorerfahrungen und das Wissen um die Problematik bewusster dabei waren, und können so gegensteuern, auch wenn der Trip sie später vielleicht dennoch komplett übermannen würde.

Wie die Wirkung im Detail ist, ist eher von Fall zu Fall unterschiedlich, auch wie stark die einzelnen Effekte ausgeprägt sind. Es gibt aber etliche Erlebnisse, die einem in Schilderungen von Betroffenen immer wieder genannt werden. Ich glaube, wie bei einer Droge meist auch, dass die Psyche im Hintergrund relativ intakt bleibt, insofern die Erlebnisse und der lange Quasi "Schlaf" wohl aber auf jeden Fall etwas hinterlassen werden...wenn solch ein Schub vorbei ist, oder auch wenn Behandlung Erfolge zeigt, wird der Mensch meist auch wieder mehr oder weniger der alte. Manchmal leider auch eben ein bisschen weniger, solch extreme Erlebnisse, die Medikamente etc. hinterlassen schon ihre Spuren, aber nicht so drastische Veränderungen wie in der Psychose selbst.

In der Psychose sind die meisten wie gesagt nicht so bewusst, und der Focus liegt eher auf den aktuellen Erlebnissen und Wahnvorstellungen, sowie meist irrationale Angst und anderen leidvollen Gefühlen. Es kann jedoch auch zu als angenehm empfundenen Erlebnissen kommen, oder als mystisch/spirituell empfundenen, oder Momenten der Bewusstwerdung über Dinge, die nicht unbedingt wahnhaft an sich sind. Der Kontrollverlust ist auch leidvoll bis traumatisch an sich. Manche haben hinterher kaum noch Zugang dazu, wie sie währenddessen waren, oder können sich sogar gar nicht mehr erinnern. Deswegen wirst du auch auf die Frage "wie genau man sich dabei fühlt" nicht viele konkrete Antworten finden, vielleicht eher von den etwas härter gesottenen unter uns, die zugleich nicht ganz so extrem stark ausgeprägte Psychosen hinter sich haben.

Vielleicht hilft dir das ja, so trocken es auch sein mag, ein wenig dir das ganze vorzustellen. Wie Menschen unterschiedlich sind, und wie z.B. Drogen auch bei jedem Menschen andere Erlebnisse hervorrufen können, sind die Erlebnisse natürlich sehr unterschiedlich.

Grüße,
HSP


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
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#18

RE: Paranoide Schizophrenie und häusliche Gewalt

in Treffpunkt für Angehörige 06.07.2017 08:54
von laguna (gelöscht)
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Hallo @Hirnsehprogramm,
Ich danke dir für deinen Beitrag. Natürlich kann man es nicht wirklich nachempfinden, aber auf jeden Fall habe ich immer konkretere Vorstellungen von der Krankheit an sich.
Ich habe Schizophrenie immer ganz schön unterschätzt. Das es erkrankten Menschen dabei so schlecht geht, sie auch Angst haben, habe ich nicht gewusst.

Ich habe deinen ersten Beitrag nicht so aufgefasst, dass du meinen Ex-Partner "in Schutz nehmen" möchtest. Das ist ja sowieso irgendwie ein anderes Thema. Ich weiß ja jetzt auch, dass Schizophrenie und Gewalt nicht zusammen hängen. Zumindest nicht direkt. Ich weiß auch, daß die Aggressionen schon vorher da waren.

Ich kann sehr gut verstehen, dass man Angst hat, wenn man sich unkontrollierbar fühlt... Ist es denn irgendwie möglich, die Krankheit zu heilen? Oder ist es grundsätzlich immer so, dass man immer Tabletten nehmen bzw in Behandlung bleiben muss?

Es tut auch mir leid, wenn mein Beitrag am Anfang (oder auch ein anderer) angreifend rüber kam, das war keine Absicht.

Ich finde es auf jeden Fall toll, dass man hier so offene Antworten bekommt. Danke dafür :)
LG Laguna


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#19

RE: Paranoide Schizophrenie und häusliche Gewalt

in Treffpunkt für Angehörige 06.07.2017 21:56
von Molly | 3.271 Beiträge | 16130 Punkte
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Zitat von laguna im Beitrag #18


...Ich kann sehr gut verstehen, dass man Angst hat, wenn man sich unkontrollierbar fühlt... Ist es denn irgendwie möglich, die Krankheit zu heilen? Oder ist es grundsätzlich immer so, dass man immer Tabletten nehmen bzw in Behandlung bleiben muss? ...

LG Laguna


Hallo @laguna !

Man sagt, Schizophrenie sei im Gegensatz zu diversen Psychosen, die auch andere Ursachen haben können, genetischen Ursprunges und nur die Symptome sind behandelbar. Deshalb kann man auch nie vollständig geheilt werden.

Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten, Psychotherapie und sozialtherapeutischen Ansätzen. Bei manchen verschwinden die Symptome aber auch spontan. Allerdings ist immer das Risiko eines Rückfalles gegeben, eben weil die genetische Ursache (die Verletzlichkeit) nicht verschwindet und das normale Leben an sich immer Tücken in der Hinterhand hat, die es dem Betroffenen schwer machen, gesund bleiben zu können.

LG,
Molly


LG,
Molly

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zuletzt bearbeitet 06.07.2017 21:58 | nach oben springen

#20

RE: Paranoide Schizophrenie und häusliche Gewalt

in Treffpunkt für Angehörige 06.07.2017 22:28
von Molly | 3.271 Beiträge | 16130 Punkte
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Man fühlt sich aber nicht nicht unkontrollierbar. Das ist manchmal nur die Sicht der anderen.


LG,
Molly

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