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#16

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 12:40
von Carlota (gelöscht)
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Er ist so richtig angekommen in seiner Psychose. Gestern Nachmittag / Abend ging es los mit Telefonaten. Er fühle sich bedroht, das wäre jetzt seine allerletzte Nacht.
Ich kann ihm nicht helfen da raus zu kommen.
Ja, ich fühle mich auf eine Weise hilflos.
Ich hatte den Neffen angerufen, der war kurz angebunden, weil er grad beschäftigt war. Er meinte nur, das sei sein normaler Psychose-Zustand, ich solle versuchen, das Ganze mit einer gewissen "Coolness" zu ertragen, das würde sich schon bald wieder geben.
Ja, ich war selbst auf dem Weg, mich etwas abzuschotten, immer seine wachen Momente zu nutzen, aber wenn er von angeblichen Bedrohungen spricht und Ängsten, da kann ich ihn nicht rausholen. Versuchte, das abzuschwächen, nachzufragen, wieso er glaubt, daß die anderen Patienten ihn möglicherweise umbringen wollen. Er hat sich manchmal beruhigt, manchmal auch nicht.

Tja, da steh ich also da, am Anfang einer Liebesbeziehung.
Noch könnte ich weglaufen, ich kann es auch später jederzeit.
Noch würde es nicht allzu weh tun.

Aber dann ist da die Hoffnung, daß seine psychotischen Zustände eben nicht allzu lange dauern und dann auch in relativ langen Zeitabständen (1-2 Jahre) wiederkommen.

Ich denke mal, es ist gut, daß er gleich am Anfang unserer Beziehung diesen "Rückfall" bekommen hat. So kann ich mir ein Bild machen, was auf mich zukommen wird. Denn das wird auf mich zukommen, da ich ihn NICHT verlassen werde. Nicht jetzt. Dafür mag ich ihn schon viel zu gern.

Und obwohl ich mich selbst hilflos und schwach fühle in dieser Situation, so "schön" ist es, daß er mir offenbar schon sehr vertraut, mich anruft, mit mir spricht, es genießt, daß ich da bin.


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#17

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 12:51
von Molly | 3.062 Beiträge | 14844 Punkte
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Es könnte allerdings sein, dass du der Auslöser für seinen Schub bist. Er ist durch die Verliebtheit sicher auch innerlich sehr aufgewühlt, was ihn ziemlich belasten könnte.


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
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#18

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 14:02
von lutreola | 554 Beiträge | 2686 Punkte
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Weißt du Carlota, mir ist es schon bei deinen allerersten Posts aufgefallen: Ich mag die Art, wie du über psychotische Menschen sprichst , nicht.
Dann geh doch einfach besser weg, ist wahrscheinlich das Beste für ihn. Weiß nicht, ob es dir bewußt ist, dass hier im Forum alle psychotisch waren, sind und des öfteren werden?
So einen Menschen wie dich, den mag ich da gar nicht.
Man könnte auch Sorge empfinden, statt deines naserümpfenden, fremdelnden "ich kann ja weg gehen"
Sollltet ihr zusammenbleiben, dann laß ihn doch mal deine posts hier lesen. Vielleicht sieht er dich dann mit anderren Augen.
Du solltest einfach mal anfangen, dich etwas mehr mit diesem "psychotisch sein " zu befassen. Einfach , damit du die Tragödie des Betroffenen siehst, nicht du bist hier die Hauptperson.
Es ist dir wohl noch nicht aufgefallen , bei deiner ganzen Naserümpferei, aber ihm wird es derzeit sehr, sehr schlecht gehen. Paranoia ist nicht lustig und man fühlt sich furchtbar bis richtig angstvoll oder panisch. Sorge wäre die adäquate Emotion, die man da empfinden sollte... In einer Klinik sein ist schlimm, alles ist schlimm ich mag hier gar nicht näher darauf eingehen, weil ich deine Posts so frech finde.
Das habe ich ehrlich noch nie erlebt, jemanden der da einen Tag draufguckt, die Nase rümpft und latent angeekelt sagt, naja, dann war es dann ja hoffentlich mal wieder für die nächsten 2 Jahre, da kann ich ja bald endlich wieder verliebt sein.
Ich will dich auch nicht gänzlich verdammen, viele Menschen haben Berührungsängste, ich sehe das Ganze Dilemma nur mal aus der Sicht eines frisch verliebten Schizophrenen: DU ist ja das ungünstigste, was ihm passieren konnte.

Hab noch einen guten Tag

Frau Lutreola, sehr verärgert und in Sorge ob des armen Erkrankten......Typisch Mann, die sind so blind, wenn sie sich Partner aussuchen.....Wirkliche Toleranz für die Erkrankung mit einem gewissen Händchen dafür sollte bei uns an oberster Stelle stehen...


zuletzt bearbeitet 27.06.2017 14:18 | nach oben springen

#19

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 14:38
von Carlota (gelöscht)
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@molly: Ja, daß seine Verliebtheit in mich der letzte Auslöser war, das hab ich mir schon selbst gedacht. Sein Neffe meinte, daß er schon länger den Verdacht hatte, daß ER wieder seine nächste Psychose haben wird demnächst. Und dann kam ich, und ER war und ist glücklich, aber eben auch überfordert.

@Lutreola: Danke für deine offenen Worte. Zunächst mal, ich rümpfe NICHT die Nase. Weder über ihn noch andere psychisch kranke Menschen. Es ist nur für mich - die ich "lediglich" 2 Mal in meinem Leben heftigste Depressionen über jeweils 2 Jahre hatte - als psychisch gesunden Menschen unglaublich schwer, mich in jemanden einzufühlen, der aus diesem Zustand nicht raus kann.
Ja, es wäre jetzt ganz einfach wegzugehen.
Aber ich hab ihn ja schon sehr lieb gewonnen. Ich will gar nicht weg.
Also, dann muß ich mich halt mit seiner Krankheit auseinander setzen. Daher habe ich mich hier angemeldet.
Ich mußte mal meine eigenen Gedanken loswerden bei Menschen, die Erfahrung haben, entweder als direkt Betroffene oder Angehörige.
Nein, ich bin hier nicht die Hauptperson. WIR sind die Hauptperson, denn es geht um eine Beziehung, die wir aufbauen wollen, die hoffentlich lange dauert.
Aber ER kann in einer Beziehung auch nicht die alleinige Hauptperson sein, genauso wenig wie ich. WIR sind wichtig.
Seine Krankheit wird einen Stellenwert haben - das soll sie auch. Ich muß eben lernen damit umzugehen.
Ich habe den ersten Schritt getan, mich mit einer Freundin (Krankenschwester in der Psychiatrie) unterhalten, hier im Forum gelesen udn geschrieben, Internet, will mit meinem Hausarzt reden und und und.
Und Nein, ich lege meine Verliebtheit nicht ab in seinen Schüben, ich versuche ja gerade zu lernen, damit umzugehen. Wir telefonieren viel, ich lasse ihn reden und im Moment nehme ich MICH und MEINE Bedürfnisse zurück. Ich will ihn kennen lernen. In seinen stabilen wie auch instabilen Phasen.
Vielleicht kam es beim Schreiben auch nicht so rüber, aber ich versuche wirklich ihn zu begreifen, was gerade in ihm vorgeht, womit er sich plagt. Das ist halt alles nicht ganz einfach. Und ich bin so unsicher wie ich reagieren soll. Ich habe Angst um ihn, ich will ihm helfen, ihn unterstützen.
Ich bin ja schon froh, daß ich ihm die Wäsche waschen kann, Kleinigkeiten mitbringen kann. DAS kann ich wenigstens.
Und auch sonst denke ich, daß er meine Anwesenheit schätzt, er redet viel mit mir und über seine derzeitigen Gefühle. Manchmal aber bricht er mitten im Satz ab. Da ich ihn ja noch nicht gut kenne, weiß ich nicht, soll ich nachbohren oder warten bis er weiter erzählt?
Ich bin gerade dabei meinen Weg zu finden ihn zu begreifen.
Aber die Nase rümpfe ich wirklich nicht! Sonst wäre ich nicht HIER!


zuletzt bearbeitet 27.06.2017 14:40 | nach oben springen

#20

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 14:47
von lutreola | 554 Beiträge | 2686 Punkte
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Danke für deine Antwort, eventuell habe ich deine Aussage "in den verkehrten Hals" bekommen.
Was mich immer irritiert ist, dass du Schizophrenie als schlimmere psychische Erkrankung einstufst, als 2 schwere Depressionen.
Schizophrenie ist eine Erkrankung des Gehirnstoffwechsels und eigentlich gar nicht psychisch, hat nur psyische Konsequenzen, wohingegen die Meisten Depressionen rein psychisch sind, und eine starke Erkrankung darstellen....
Ich muß sagen, ich hätte große Sorge, würde ich einen Mann kennenlernen, der schon 2 mal schwerst depressiv war.....ich verstehe gar nicht, warum du Psychosen belastender für eine Beziehung findest , als Depressionen. Depressive Menschen können einen unglaublich belasten und der Umgang mit ihnen ist furchtbar schwer.
Eigentlich müßtest du doch sagen, ich , als psychisch schon mehrfach erkrankter Mensch kann mich in einen anderen chronisch Kranken sehr gut einfühlen...oder?


zuletzt bearbeitet 27.06.2017 14:48 | nach oben springen

#21

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 15:33
von Schlafloser (gelöscht)
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Krasse Geschichte.
Was mich ein wenig irritiert ist die Reaktion ala: "Ach, das ist normal. Einfach cool bleiben" der Verwandten.
Scheint also öfter vorzukommen, sonst wär man nicht so abgestumpft.
Darauf wirst du dich dann wohl einstellen müssen.

Kleiner Tip @Carlota von einem ex-Psychotiker (mir):
Versuche nicht ihn zu begreifen was gerade in ihm vorgeht, womit er sich plagt. Das versteht er nämlich selber nicht.
Wenn du Wissen willst wie sich ein Pychotiker fühlt, schau dir folgende Filme an:
A beatiful Mind: http://www.moviepilot.de/movies/a-beauti...ie-und-wahnsinn
Das weisse Rauschen: http://www.moviepilot.de/movies/das-weisse-rauschen
ABER
Jeder Psychotiker ist die Hauptrolle in seinem eigenen Film. Leider gibts keine Karten für andere.

@lutreola
Du betreibst Worklauberei.
Eine Depression ist im Gegensatz zu einer akuten Psychose ein leichter Husten.
Und ich kann Carlota da voll verstehen das sie unsicher ist.


zuletzt bearbeitet 27.06.2017 15:37 | nach oben springen

#22

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 16:31
von lutreola | 554 Beiträge | 2686 Punkte
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Entschuldige mal, ne Depression ist ein leichter Husten? Dann hast du selber aber noch nie eine gehabt. Ich hatte beides, Depressionen bis zum Selbstmordgedanken, als Folge einer Psychose. Also, einen depressiven Partner möchte man genau so wenig neben sich haben, wie einen psychotischen.
UND: ich finde es einen lächerlichen Rat, sich diese Filme anzuschauen.
Auch ist nicht jeder Psychotiker ist rücksichtslos und egoman immer nur im Zentrum seiner eigenen Welt. Du bist ja ein komischer Typ, schlaflos


zuletzt bearbeitet 27.06.2017 16:31 | nach oben springen

#23

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 16:37
von erdbeere | 6.008 Beiträge | 20551 Punkte
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da kann ich @lutreola nur beipflichten,
eine depression mit einem leichten husten zu vergleichen finde ich auch ziemlich "komisch"...
dann kann man wirklich nur davon ausgehen,das du noch nie eine wirkliche depression hattest @Schlafloser -
denn sonst würdest du das nicht sagen...
ich hatte ebenfalls beides,schwere depressionen und mehrere psychosen...
ich würde keins von beidem als schwerer gewichten wollen-es ist beides einfach nur schrecklich...


Du bist der Mensch, der mich zum Lachen bringt
und der, der mit mir weint
auch manchmal knallhart ehrlich ist,
es aber niemals böse meint.
Du bist der Mensch der mir verzeiht
und keinen einzigen Tag mit mir bereut
und sich immer mit mir freut.

(Jonathan Zelter "Ein Teil von meinem Herzen")
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#24

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 16:41
von lutreola | 554 Beiträge | 2686 Punkte
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Ich habe gerade so aus der Aufregung heraus geantwortet und war dabei, es zu bearbeiten als Erdbeere schon antwortete, daher steht jetzt der sehr meckerig klingende Post dort. Entschuldigt bitte, ich möchte keinen Ärger verursachen.
Inhaltlich stimme ich dem aber immer noch zu.


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#25

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 17:09
von Schlafloser (gelöscht)
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@lutreola

Wieso ist es lächerlich jemandem der noch nie eine Psychose hatte und verstehen will was da passiert, Filme zu empfehlen die genau dies machen?
Ich habe damals mit meinem Bruder "Das weisse Rauschen" geschaut und er hat die Krankheit danach besser verstanden. Vorher kannte er Psychose nur in Form von mich sabbernd und zuckend in der Geschlossenen zu sehen (Haldol sei dank).

Depression ist schlimm, ich hatte nach der Psychose auch eine schwere. Wie wahrscheinlich fast jeder.
Wieso der Vergleich mit Husten?

Weil du bei einer Depression noch da bist. Klar hast du schwere Einschränkungen und du fühlst dich als ob du gerade das Schlimmste auf der Welt durchmachen musst.
Aber deine persönlichkeit ist noch da, DU bist noch da.
Das was einen Menschen ausmacht, seine persönlichkeit, seine inteligenz und seine Vergangenheit sind bei einer akuten Psychose quasi abgeschaltet.
Ich finde das ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann, sich selbst zu verlieren. Und zwar so sehr das er z.B. sogar geliebte Freunde angreift.


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#26

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 20:56
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Was die Filme angeht, da ist es ein Vorurteil von mir. Ich selber habe keinen von denen, die du da erwähnst gesehen.
Ich würde persönlich halt eher raten, sich etwas durch das Forum zu lesen, statt Hollywoodproduktionen zu Rate zu ziehen, wenn ich etwas über Psychosen lernen möchte. Aber da ich die Filme nicht kenne, ist es ein Vorurteil.

Dann möchte ich mich wehren dagegen, dass sich jeder Psychotiker in seinen Psychosen so weit verliert, dass er sogar Freunde angreift.....
also, mir ist das noch nie passiert , ich weiß eigentlich immer wer oder was ich bin und kann mich nett zu denen verhalten, die ich kenne und liebe. Solche Beispiele kenne ich zu Hauf. Ich weiß, das es auch anders sein kann, aber ich möchte das nicht so gerne verallgemeinert stehen lassen.

Zu meinem letzten Punkt:
Wogegen ich mich wehre ist Carlotas Ansicht, sie selber sei ein gerne gesehenes Mitglied auf dem Heiratsektor, während ein schizophrener doch eher als Restposten anzusehen sei.
Ich finde tatsächlich, beide Krankheiten sind bezogen auf die Schwierigkeiten für den Partner, eigentlich gleichwertig zu betrachten.
Denk mal daran, wie lange depressive Phasen im Vergleich zu einer psychotischen Episode dauern. Unter Umständen verbringt man schnell mal ein dreiviertel Jahr damit, erfolglos zu versuchen einen depressiven zu stabilisieren. Das ist genau so ein Sissyphus( schreibt man das denn so?) wie gegen eine Wahnvorstellung zu diskutieren und kann einen furchtbar herunterziehen.
Gerade der Realitätsverlust einer Psychose kann auch ein Vorteil sein. Klingen die Symptome ab steht man gerne mal da, fasst sich an den Kopf und sagt: (mal ganz flapsig) das war ja wieder gaaanz großes Tennis!!!!. Schwupps, kommt, gerade bei wiederkehrenden Psychosen, der alte Mensch zum Vorschein. Einen depressiven kann man manchmal Jahre lang nicht daraus hervorpulen, wohingegen die meisten Psychosen ca.2 Monate im max. dauern.

Und wie gesagt, einmalige Depressionen können jeden treffen, wohingegen das mehrmalige wiederkehren schon auf einen Defekt und eine genetische Präferenz hindeutet, Heißt: Sie könnte jederzeit wieder hineinrutschen. Da mag ich es nicht so gerne zu lesen, als sei es von ihr ein wahnsinnig großer Schritt, sich auf einen Schizophrenen einzulassen, wo sie doch kern gesund sei und so etwas gar nicht kenne....
Ich finde diese Einstellung eh etwas ungewöhnlich. Durch meine Kontaktstelle kenne ich auch viele depressive Menschen, wobei sie sich eigentlich dadurch auszeichnen, sehr große Toleranz auch für andere Erkrankungen zu haben. Denn eigentlich sitzen ja alle im selben Boot. Zitat: Ich selber hatte ja nur 2 schwere Depressionen, er ist SCHIZOPHREN.....für mich sehr fragwürdig.
Und wie gesagt, wenn sie es denn so entsetzlich findet und solche Berührungsängste hat, dann kann die Liebe meines Erachtens so groß nicht sein und sie täte ihm vielleicht eine größere Liebe, wenn sie gehen würde. (Ich weiß, damit lehne ich mich weit aus dem Fenster, entschuldige, aber ich bin jetzt richtig für diesen armen Menschen verletzt)

Einen schönen Abend euch


zuletzt bearbeitet 27.06.2017 21:09 | nach oben springen

#27

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 21:13
von Molly | 3.062 Beiträge | 14844 Punkte
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Zitat von Schlafloser im Beitrag #25


...Depression ist schlimm, ich hatte nach der Psychose auch eine schwere. Wie wahrscheinlich fast jeder.
Wieso der Vergleich mit Husten?...

Das was einen Menschen ausmacht, seine persönlichkeit, seine inteligenz und seine Vergangenheit sind bei einer akuten Psychose quasi abgeschaltet.
Ich finde das ist das Schlimmste was einem Menschen passieren kann, sich selbst zu verlieren. Und zwar so sehr das er z.B. sogar geliebte Freunde angreift...




Lieber @Schlafloser !

Hier gehst Du eindeutig allein von dir selbst aus! Es gibt sehr viele Psychotiker, die genau das was Du beschreibst an sich überhaupt nicht kennen, unter anderen auch ich. Wenn ich schwer psychotisch bin höre ich zwar Stimmen, entwickle Beziehungsdenken und Depressionen, aber alles andere bleibt wie es immer war. Ich bleibe immer ansprechbar und werde niemals aggressiv. Ich erinnere mich immer an alles was in der Vergangenheit oder in der Psychose passiert ist. Sicher gibt es auch solche, die dann nicht mehr Herr ihrer Selbst sind, aber das ist nicht immer der Fall.

LG,
Molly


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#28

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 21:41
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@lutreola

Wenn man sich über etwas erkundigen will, dann schöpft man in der Regel mehrere Quellen aus.
Das Forum hier ist eine. Filme, Wikipedia, andere Seiten und ggf eine Selbhilfegruppe um die Ecke andere.

Nur weil man eine Psychose hatte ist man im übrigen nicht automatrisch ein kompetenter "Experte".
Man ist betroffener. Und genau deswegen kommen Angehörige hier her. Sie wollen wissen: "Wie ist es euch ergangen".
Ich hatte eine Psychose und eine Depression und kann das voll nachvollziehen das Carlota am Anfang Zweifel hatte.
Depression ist ja quasi Volkskrankheit mittlerweile, wohingegen eine Psychose für aussenstehende doch eher unheimlich ist.


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#29

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 22:09
von lutreola | 554 Beiträge | 2686 Punkte
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Weißt du, ich schreibe jetzt nicht mehr weiter , weil ich auch keine Unruhe stiften möchte , hier im Forum. Wenn die Filme gut sind, dann kann sie sich ja gerne auch dort informieren.

(Kleiner Scherz zu deiner "Volkskrankheit": Möchte man verbeamtet werden, wird das unmöglich , war man auch nur einmal wegen Depressionen in Behandlung. Der schizophrene Stoffwechseldefekt hingegen wird verblüffenderweise mit Diabetes gleichgesetzt. Kein Problem, solange der Erkrankte medikamentiert.....Jetzt geht es doch hoffentlich nicht mit Vorurteilen weiter, es ging doch darum, wie schwierig die Erkrankungen in Wirklichkeit sind. Nicht um die ungerechtfertigte soziale Ächtung. Aber uuuups, ich wollte ja wirklich nichts mehr dazu sagen.
Am Besten fahren alle beteiligten Gemüter wieder in den Ruhezustand, denn hier im Forum sind wir eigentlich immer nett zueinander. Ich wollte auch niemanden angreifen, ich war nur so geschockt und habe deinen Beitrag so "hm,wild,irgendwie" aufgefaßt, eventuell war das ja nicht gerechtfertigt, das lasse ich auch an mich heran.

Einen schönen Abend allen zusammen


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#30

RE: Verliebt ... soll ich es zulassen???

in Treffpunkt für Angehörige 27.06.2017 22:10
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Hui, hier ist ja was los!

Oha, ich muß sagen, ich kriege durch euch wirklich viele Denkanstöße. Das ist gut so!

Ja, meine Depressionen. Hm. Ich empfinde mich halt nicht als "depressiven Menschen", denn der bin ich nicht. Ich hatte in 2 Akut-Situationen meines Lebens eben Depressionen gekriegt, das kann jeden treffen. Diese Zeiten habe ich irgendwann gemeistert, die waren dann vorbei. Ich bin dankbar für meine Erfahrungen - wobei ich auf keinen Fall wieder sowas erleben möchte. Vor allem Tabletten nehmen - das war bei der letzten - will ich nicht mehr. Dieses "mir-alles-scheißegal-Gefühl" macht auf Dauer so "leblos". Ich kann nicht sagen, daß ich das NIE WIEDER erleben werde. Es kann mich wieder treffen. Aber es trifft mich dann nicht aus heiterem Himmel - denn ich habe ja gelernt, die Zeichen zu erkennen und kann (hoffentlich) gegen steuern.

Und Lutreola hat durchaus recht: eine langandauernde Depression kann den Partner mürbe machen. Mein damaliger Freund stand kopfschüttelnd neben mir, wollte mich aufrütteln - und mußte zusehen, wie mir eben alles einfach nur egal war. Das war für ihn sicherlich eine verdammt schwere Zeit. Denn er konnte mir nicht helfen, nicht da raus helfen. Ich habe es aber durchaus sehr gebraucht und sehr geschätzt, daß er für mich da war.
Übrigens hat ER mir letztens gestanden, daß er bei unserem ersten Treffen - wir sprachen ja beide offen - selbst starke Zweifel hatte, als er von meinem Lebenslauf hörte ... ;-)
Aber ich denke da eben so, daß es MICH eben aus einer bestimmten Situation heraus (Überforderung über einen längeren Zeitraum) treffen KÖNNTE, nicht MUSS! Bei ihm ist das eben einfach eine lebenslange Geschichte, auf die man sich eben einstellen muß - oder es bleiben läßt.

Und das mit der Psychose ist halt so: Ich hatte noch nie jemanden kennen gelernt, der eine Psychose hat. Für mich hörte sich das am Anfang wirklich total erschreckend an. Weil ich eben GAR NIX drüber wußte. Und was weiß ich denn jetzt schon? Ein bißchen mehr, eben gerade so viel, daß ich nicht mehr die Panik habe, mich auf IHN einzulassen. Vor allem, da ich ihn im Moment ja erlebe, wie er leidet - aber eben nicht gewalttätig oder aggressiv wird. DAVOR hatte ich Angst. Was weiß denn ich, wie eine Psychose abgeht?

Nun erlebe ich ihn. Wir hatten vorhin 2 schöne Stunden miteinander, wobei ich merkte, daß er durch neue Medikamenteneinstellung auch ziemlich ruhig gestellt ist und SEHR LANGSAM reagiert. Ganz anders als letzte Woche noch. Ich merke aber auch, daß ich ihm Halt geben kann, einfach nur damit, daß ich da bin für ihn. Ich muß eben meinen Weg finden, damit umzugehen, damit wir gemeinsam stärker sind in der Zukunft. Und ich muß einen Weg finden für mich, mich zu schützen vor der Traurigkeit, ihn leiden zu sehen ohne ihm wirklich seine Ängste und Zweifel und Wahnvorstellungen nehmen zu können. Und ich muß akzeptieren lernen, daß er während der Psychose zwar immer noch derselbe Mensch ist, aber eben doch ein ziemlich anderes Verhalten hat.


Und sorry Lutreola, der Heiratsmarkt ... stell dir vor, du willst dir ein Pferd kaufen. Für welches würdest du dich entscheiden? Das schielende, das lahmende, das unkontrollierbare, das lammfromme ... hm.
Sei doch ehrlich, in einer Beziehung gibt es über kurz oder lang sowieso Probleme. Es ist ja ein RIESENschritt, sich mit einer anderen Person auf Dauer zusammen zu tun. Da muß schon eine ganze Menge passen.
Und es ist sicherlich niemandes - auch deine nicht! - Traumvorstellung, sich mit jemandem einzulassen, der von Haus aus vorhersehbare Probleme mit in die Beziehung bringt.

Und ja, da ist was dran, daß Menschen mit psychischen Problemen die psychischen Probleme anderer toleranter auffassen, weniger Ängste haben. Eben das war meiner Meinung ja der Grund, warum wir vom ersten Treffen an so wahnsinnig offen sprechen konnten. Ich habe das selten erlebt in meinem Leben und bin überaus dankbar, genau IHN kennen gelernt zu haben und daß GENAU WIR ZWEI uns ineinander verliebt haben.
Insofern kaufe ich das unkontrollierbare und er das hustende Pferd. Paßt doch!
Aber einfach wird es eben nicht!


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