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#1

Erwerbsminderungsrente

in Allgemeine Themen 09.07.2013 18:41
von UgoAdmin | 1.826 Beiträge | 4470 Punkte
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Erwerbsminderungsrente bei Schizophrenie



Zitat
Kannst du mir erklären, wie man Erwerbsminderungsrente bekommt, und wie stark man beeinträchtigt sein muss dafür?
Ich habe irgendwie Sorgen, dass wenn ich garnichts auf die Reihe bekomme, ich irgendwann einfach dasitze ohne Geld und garnichts.
Ich habe einmal beim Rentenamt angerufen, die haben gesagt ich hätte 2008 Anrecht auf 380 EU Rente plus 60 EU Krankenversicherung und Pflegeversicherung gehabt, was genug gewesen wäre für mich. Aber jetzt habe ich zur Zeit wohl überhaupt kein Anrecht, obwohl ich schon die 380 + 60 EU bekommen würde wenn der Arzt belegt dass ich 2008 auch krank gewesen bin. Ich war gestern das erste Mal wieder beim Psychiater, der sagte ich bin chronisch. Keine Ahnung wie es weitergeht, habe ich als chronisch Schizophrener Anrecht auf Erwerbsminderungsrente? Weißt du da mehr?



Hier noch einmal für alle: Um festzustellen, ob ihr einen Rentenanspruch habt, braucht es ein Sachverständigengutachten. Dieses Gutachten kann zum Beispiel bei der Rentenstelle beantragt werden. Die Behörde beauftragt dann einen entsprechenden Gutachter, um die Schwere eurer Erkrankung festzustellen. Auf folgende Fragen müsst ihr euch vorbereiten:

- Seit wann besteht die Erkrankung? Symptome?
- Seit wann in Behandlung? Bei wem?
- Krankenhausaufenthalte
- Medikation
- Gibt es einen Schwerbehindertenausweis? Bis wann gültig? Grad der Behinderung? (Am besten mitnehmen!)

Bei Nennung der Symptome ruhig ehrlich sein, der Gutachter benötigt die Informationen, um die Erwerbsfähigkeit festzustellen

Muss das Gutachten wiederholt werden? Gilt der Rentenbescheid unbefristet?

Die EU-Rente ist immer zeitlich befristet, längstens für drei Jahre nach Rentenbeginn, danach kann die Befristung wiederholt werden



zuletzt bearbeitet 05.08.2016 21:13 | nach oben springen

#2

RE: Erwerbsminderungsrente

in Allgemeine Themen 09.07.2013 19:31
von UgoAdmin | 1.826 Beiträge | 4470 Punkte
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Das Wichtigste habe ich natürlich wieder vergessen: Aus dem Gutachten muss zwingend hervorgehen, wie lange noch gearbeitet werden kann. Bei teilweiser Erwerbsminderung ist die Leistungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt soweit eingeschränkt, dass man nicht mehr als sechs Stunden pro Tag arbeiten kann. Bei voller Erwerbsminderung muss im Gutachten aufgeführt sein, dass man weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann. Das sollte man wissen, wenn man sich einem solchen Gutachten unterzieht.



zuletzt bearbeitet 10.01.2015 08:01 | nach oben springen

#3

RE: Erwerbsminderungsrente

in Allgemeine Themen 10.07.2013 15:18
von gerhard | 128 Beiträge | 257 Punkte
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Wer die fünf Jahre nicht vollhat ist ja auf Grundsicherung angewiesen. Ich bin sehr verärgert darüber dass man als Grundsicherungsempfänger nur sehr wenig dazuverdienen darf. Es ist noch weniger als bei Hartz.


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#4

RE: Erwerbsminderungsrente

in Allgemeine Themen 27.07.2013 19:30
von Schlappi | 65 Beiträge | 68 Punkte
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@Admin:
Du kennst dich ja in diesem Thema gut aus. Ich arbeite zur Zeit Halbtags, also weniger als 6 Stunden am Tag. Du hast doch geschrieben, das es eine Erwerbminderungsrente für weniger als 6 Stunden am Tag gibt. Wie hoch ist der Betrag, der da ausgezahlt wird? Wenn es zusätzlich zum Verdienst meines Jobs ausgezahlt wird das wäre gut. Ein paar Euronen mehr könnte ich gut gebrauchen.



zuletzt bearbeitet 30.10.2015 10:39 | nach oben springen

#5

RE: Erwerbsminderungsrente

in Allgemeine Themen 27.07.2013 19:35
von UgoAdmin | 1.826 Beiträge | 4470 Punkte
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Keine Ahnung, wie hoch eine teilweise Erwerbsminderungsrente in deinem Fall wäre. Ich schätze, das hängt ein bisschen auch von deinen Beitragszeiten ab. ..musst du wohl selber googeln..


Schlappi hat sich bedankt!
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#6

Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 20.07.2015 17:11
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Hi Leute,

ich hatte ja im April Rente beantragt, war beim Gutachter und nun ist der Antrag abgelehnt.
Einer meiner Ansprechpartner bei der iV meinte, da müsse ich jetzt Widerspruch einlegen. Dazu müsste ich mir von meiner Ärztin ein Gutachten haben, das belegt, dass ich eben nicht arbeiten kann.
Schon oft habe ich gehört, es sei sozusagen die Regel, dass der Rentenantrag erstmal abgelehnt wird.

Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt, denn ich hatte den Antrag eingereicht, um meine Erwerbsfähigkeit feststellen zu lassen, weil ich mir damit eben unsicher bin. Wenn der Antrag abgelehnt würde, würde das bedeuten, dass ich gesund bin...
Deshalb hatte ich mir vorgenommen mir dann eben einen Job zu suchen, wenn es so käme.

Nun habe ich bei diesem Gedanken sehr große Zweifel, 6 Stunden oder mehr täglich bewältigen zu können. Ich mag aber auch nicht hergehen und mich als ganz besonders krank und nicht leistungsfähig darstellen, damit ich Rente erhalte, um dann in zwei Jahren den ganzen Zirkus erneut aufführen zu müssen oder sogar dann bereits keinen Anspruch mehr auf EM-Rente zu haben.

Was mir nämlich nicht klar war, ist, dass mir das letzte Dreivierteljahr nicht angerechnet werden würde, weil ich nicht arbeitssuchend gemeldet bin. Das bedeutet, entweder bekomme ich die Rente jetzt durch oder gar nicht.

Für mich hängt da allerdings nicht nur Geld dran, sondern auch ein Stück Identität. Wenn ich wirklich so kaputt bin, dass mir Rente zusteht, dann fühle ich mich auch so. Dann habe ich auch weniger Hoffnung, dass es sich mal bessern könnte. Es fühlt sich, auch wenn es nur auf zwei Jahre befristet ist, sehr viel endgültiger an als bisher.

Eigentlich hätte ich heute bei meiner Ärztin anrufen sollen, um ihr schonmal Bescheid zu sagen, dass ich bei dem Termin in zehn Tagen ein Gutachten von ihr brauche. Ich möchte aber erstmal mit ihr darüber reden, wie sie mich überhaupt einschätzt.
Die Frist läuft und nach dem Termin wäre es nur noch eine Woche...

Wie sind eure Erfahrungen mit der Beantragung von Rente? Warum hattet ihr beantragt?


Ich bin nicht schuld an meiner Krankheit, aber verantwortlich für meine Genesung. (Meine Genesungsbegleiterin)
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#7

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 20.07.2015 17:44
von Wolf | 590 Beiträge | 1139 Punkte
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Hallo Hotte,

Zitat, warum habt ihr Rente beantragt?

Nein hab ich damals abgelehnt, obwohl mein damaliger Psychiater das wollte. Ob die Entscheidung richtig war, ist schwer zu sagen.
Denn man weiß eh nicht vorher, wie es hinterher kommt.

Hotte, dich hindert doch nicht, trotz Rente arbeiten zu gehen. Das wusste ich damals nicht. Jeder kann in bestimmten Grenzen (diese sind immer individuell) hinzuverdienen. Bei der ersten Grenze wird dir nur deine Rente halbiert. Bei der zweiten Grenze, wird die volle Rente gekürzt. Deine Hinzuverdienstgrenzen kann dir deine Rentenkasse mitteilen.
Daher weiß ich nicht, warum du so ein Problem hast. Erstmal Rente bekommen und dann weiter sehen, ob und wie lange du arbeiten kannst. Genau so ist die Rente gedacht, dass du jederzeit, bei ausreichender Leistungsfähigkeit wieder arbeiten kannst. Nichts ist für die Ewigkeit, es sei denn, du willst es.

Gruß vom Wolf


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#8

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 20.07.2015 17:44
von UgoAdmin | 1.826 Beiträge | 4470 Punkte
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Zitat von Hotte im Beitrag #1

Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt, denn ich hatte den Antrag eingereicht, um meine Erwerbsfähigkeit feststellen zu lassen, weil ich mir damit eben unsicher bin. Wenn der Antrag abgelehnt würde, würde das bedeuten, dass ich gesund bin...



Hallo Hotte,

nein, wenn dein Rentenantrag abgelehnt wird, bedeutet das nicht, dass du gesund bist, es besagt nur, dass du erwerbsfähig bist bzw. mehr als drei Stunden pro Tag arbeiten kannst.

Entscheidungskriterien für so ein Gutachten sind u.a. folgende:

- Art und Schwere der Symptome
- Grad der Behinderung (Schwerbehindertenausweis)
- Zeitpunkt der Erstdiagnose (bei einem schweren, chronifizierten Verlauf kann es durchaus sein, dass die Erstdiagnose bereits viele Jahre zurückliegt, liegt der Zeitpunkt der Erstdiagnose noch nicht solange zurück, wird man vermutlich eine berufliche Wiedereingliederung anstreben)
- Hat es Arbeitsversuche gegeben bzw. berufliche Rehabilitation

Widerspruch kannst du dagegen auf jeden Fall einlegen, die Frage ist ja aber auch, wie du dich selbst fühlst bzw. ob du dir eine Erwerbstätigkeit zutraust.

Grüße



zuletzt bearbeitet 20.07.2015 17:48 | nach oben springen

#9

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 20.07.2015 18:30
von LuckyLive | 148 Beiträge | 334 Punkte
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Hallo Hotte,

von meinem Standpunkt aus interpretierst du sehr viel in diese Rentenentscheidung hinein.

Wenn du die Rente bewilligt bekommst heißt das ja nicht automatisch, daß du dich gleich so fühlen mußt, als wärest du für immer berentet. Denk dir etwas anderes, etwa wie: 'hey, nun bekomm ich ersteinmal monatlich etwas Geld' oder ähnliches, dann wirst du dich auch anders fühlen (kognitive Verhaltenstherapie, es wirkt tatsächlich ).

Die Meinung deines Arztes einzuholen ist sicherlich eine gute Idee, nimmt dir selber letztendlich die Entscheidung aber nicht ab.
Ich habe während meiner Therapie und auch während meines Antrag auf finanzierung meiner Umschulung sehr oft Meinung von Ärzten oder Arbeitstherapeuten gehört, die mir zu etwas anderem geraten haben und habe es dann doch letztendlich so gemacht, wie ich es für richtig hielt.
Und ich denke, das ist auch hilfreich für die eigene Genesung gewesen. Das heißt natürlich auch, daß ich die Verantwortung für meine eigens Handeln übernommen habe.
Wie es ja bei dir so schön immer unter deinen Beiträgen steht.

Entscheide dich für den Weg, den du persönlich denkst es wäre der beste, das ist meine Meinung.

LG


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#10

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 21.07.2015 20:57
von Molly | 1.164 Beiträge | 3311 Punkte
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Hallo Hotte!

Ich an Deiner Stelle würde fürs erste allersofortigst Widerspruch einlegen. Alles andere dauert dann ja sowieso wieder eine Zeit.

Ich habe damals Rente beantragt, weil ich nach der Trennung von meinem Mann nach jahrelanger Familienarbeit ohne irgend etwas dastand. So fertig und paranoid wie ich damals war, wäre es mir niemals möglich gewesen, tagtäglich mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, ganz abgesehen davon, dass mir mit meiner Qualifikation und der Krankheit niemand Arbeit gegeben hätte, von der ich hätte leben können. Heute hätte ich bestimmt auch wieder von Zeit zu Zeit Einbrüche, weil die Stimmen ja nie völlig weg sind und je nach Situation trotz Medikamenten auch mal äußerst gemein werden können.

Überlege Dir mal, was passieren würde, wenn Deine Ehe in die Brüche ginge? Du würdest vielleicht genauso dastehen wie ich. Na ja, vielleicht bist Du sozial nicht so isoliert, wie ich es bin und hättest genügend Leute, die Dir weiterhelfen... Keine Ahnung.... Was ich aus meiner Ehe gelernt habe ist, dass man sich wirklich niiiieeeemals nur auf andere verlassen darf, was die finanzielle Absicherung angeht!

Kann es sein, dass Deine Rente abgelehnt wurde, weil Du trotz der Krankheit fähig bist, so viel zu machen. Du hast ja immer wieder geschrieben, was Du alles unternimmst. Du hattest zwar auch mal geschrieben, dass Du dich ab und zu ausgeschlossen fühlst, aber soziale Leistungsfähigkeit könnte schon ein Kriterium sein, denn bei einer Psychose spielt vor allem auch das eine Rolle. Wer nämlich berufliche Fähigkeiten erworben hat und dann auch noch ohne Probleme mit anderen Menschen interagieren und zusammensein kann, kann aus Sicht des behandelnden Arztes gar nicht so übel dran sein. Er könnte diese Zeit nämlich genauso auch bei der Arbeit mit anderen Menschen zubringen. Vielleicht hat Dein Arzt das in sein Gutachten geschrieben?

Dass Du jetzt im Augenblick nicht sehr leistungsfähig bist, liegt vielleicht auch an den Nebenwirkungen der Medikamente, die Du, wenn ich mich richtig erinnere, jetzt wieder einnimmst. Aber Du musst sie ja einnehmen, weil es Dir sonst noch viel schlechter geht!

Hast Du eigentlich einen Schwerbehindertenausweis? Diesen sollte man als allererstes beantragen. Ich hatte dann auch den Vorteil, dass ich in einer WfbM gearbeitet habe, wo man automatisch als arbeitsunfähig für den allgemeinen Arbeitsmarkt gilt. Die RV gibt einem dann wohl automatisch erst mal die befristete Rente und wenn sich nach ein bis zwei Jahren nichts ändert auch für länger.

Also am besten sofort Widerspruch einlegen!

LG,



zuletzt bearbeitet 21.07.2015 21:01 | nach oben springen

#11

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 21.07.2015 23:09
von Hotte | 1.508 Beiträge | 3477 Punkte
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Vielen Dank für eure Gedanken dazu.

Wolf,
als man mir Ende 2012 in der Tagesklinik Rente vorgeschlagen hat habe ich mich mit Händen und Füssen gewehrt ebenso wie ich keine PPM wollte.
Mein Problem ist nicht zu wissen, ob meine Leistungsfähigkeit ausreicht. Das kommt aber wohl einfach auf einen Versuch an.

Admin,
ich fühle mich selbst eigentlich gesund, aber das scheint ja zur Krankheit zu gehören. Das ist so der Hauptpunkt, weshalb ich mit der Diagnose immer noch hadere.
Nach der Wiedereingliederung vor zwei Jahren habe ich keinen ernsthaften Arbeitsversuch mehr unternommen.

LuckyLive,
Du hast vollkommen recht, ich habe diese Begutachtung und daraus resultierende Entscheidung überbewertet genauso wie das Gutachten damals, als die berufliche Reha abgelehnt wurde (unmittelbar nach der erfolgten Wiedereingliederung).
Wenn ich das zu entscheiden hätte, dann möchte ich den Status Quo nicht aufrechterhalten. Ich würde es erstmal versuchen wollen.

Molly,
es geht um eine Rente, die unter Hartz4-Niveau wäre. Selbst mit Minijob 450,- käme ich damit gerade erst aufs Hartz4-Niveau. Im Falle einer Scheidung bekäme ich Unterhalt. Alleinstehend ohne Arbeit hätte ich Anspruch auf ALG2. Damit bin ich schonmal gut ausgekommen, als ich vorübergehend keine Arbeit hatte.
Ob es dann mit Rente angenehmer wäre, weiß ich nicht. Die könnte ich dann aber immer noch beantragen, wenn ich denn erwerbsunfähig wäre. Und zudem die Berufsunfähigkeitsversicherung auszahlen lassen.
Ja, es ist ein Haufen Geld, der mir durch die Lappen geht, wenn ich keinen Widerspruch einlege. Aber ich habe ein ungutes Gefühl dabei, nun mit Gewalt meinen Rentenanspruch durchzusetzen, indem ich mich besonders krank darstelle.
Ich habe einen GdB von 30 feststellen lassen noch Ende 2012, obwohl meine Hausärztin meinte es sei zu früh und man müsse erst den Verlauf abwarten. Auch das war eher aus dem Wunsch heraus, man solle doch mal überprüfen, ob ich wirklich chronisch krank sein soll.


Fakt ist, ich habe nicht diese Negativsymptomatik, die den Kern der Erkrankung ausmacht, geschweige denn Positivsymptome.
Meine Konzentration ist nicht mehr optimal, aber mE durchaus ausreichend. Soziale Kontakte habe ich soviel ich wünsche. Auf einiges muss ich zwar verzichten, damit ich genug Schlaf bekomme, aber meistens bin ich nicht traurig drum, weil ich auch gern alleine bin. Beides muss sich die Waage halten, Gesellschaft und Zeit für mich.
Ich nehme meine Medikamente bei Bedarf und das letzte Mal hatte ich diesen Bedarf nach dem Gespräch mit dem Gutachter (am 10. Juni). Und das vermutlich auch nur, weil ich in der Woche davor zwei Nächte nicht schlafen konnte (wegen Zahnschmerzen). Sonst hätte ich das Gespräch wohl besser weggesteckt. Den Folgetag habe ich im Bett verbracht, weil die Tablette (5mg Olanzapin) mich voll umgehauen hat.

Mein Schlafbedürfnis im Rahmen der Psychosevorbeugung ist mE die hauptsächliche Einschränkung, die ich habe. Einem Arbeitgeber dürfte es herzlich egal sein, ob ich meine Freizeit mit Schlafen verbringe oder ob ich noch Kraft dazu habe, mich mit Freunden zu treffen, schwimmen zu gehen etc. Mir ist das aber nicht mehr egal. Deshalb möchte ich, Verfassung hin oder her, nicht mehr mehr als halbtags arbeiten. Zwei Stunden verbringe ich dann ja auch mit der Fahrt durch die Stadt.
Und weil ich schon so lange raus bin, bekomme ich beim bloßen Gedanken an Arbeit zB beim Lesen von Stellenanzeigen bereits Versagensängste und ein Gefühl von Überforderung. Weiche ich der Herausforderung weiter aus, fühle ich mich kurzfristig wohl, bleibe aber unzufrieden.

Vor zwei Wochen haben wir hier die Möbel umgestellt, weil wir Wohn- und Schlafzimmer getauscht haben. Das war ein 8Std-Tag. Den hab ich trotz Erkältung gepackt, aber da war auch nichts als früh aufstehen, Pausen zum Verschnaufen, Essen und um 18 Uhr waren wir fertig und beide platt. Konnte nur noch am PC sitzen und dann müde ins Bett fallen mit dem guten Gefühl, etwas geschafft zu haben. Die nächsten beiden Tage brauchte ich danach zum Ausschlafen und Erholen.
So ist das nicht praktikabel. Hätten wir dieselbe Arbeit auf zwei Tage aufgeteilt, glaube ich, wäre ich besser damit klargekommen.

Ich habe durch die Zwangsunterbringung damals den Eindruck gewonnen, man könne von außen beurteilen, wie es mir geht, und mich so als krank oder gesund befinden. Das kann man aber nicht. Abhängig davon wie ich mich nach außen darstelle, werde ich so oder so bewertet. Deshalb halte ich es nicht mehr länger für klug, mich so sehr wie bisher nach der Einschätzung Dritter zu richten.


Ich bin nicht schuld an meiner Krankheit, aber verantwortlich für meine Genesung. (Meine Genesungsbegleiterin)
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#12

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 22.07.2015 13:12
von schizo0815 | 3 Beiträge | 26 Punkte
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Hallo Hotte , ich kann Dir vielleicht noch einen kleinen Tipp geben . Du solltest Dich vielleicht mal Informieren über SoVD ( Sozialverband Deutschland ) Die können Dir bei der Berentung vielleicht helfen . Der SoVD hilft Ihnen und berät Sie zu allen Fragens des Sozialrechts _ Wir informieren Sie darüber , was Ihnen zusteht , und setzen uns für ihre Rechte ein .

Wir beraten und vertreten Sie bei . Anträgen, klagen , Revisionen , Widersprüchen und Berufungen.

Kannst Dich ja mal darüber informieren , sei lieb gegrüsst , der schizo0815


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#13

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 23.07.2015 08:30
von Insane | 55 Beiträge | 81 Punkte
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Zitat von Hotte im Beitrag #1
Für mich hängt da allerdings nicht nur Geld dran, sondern auch ein Stück Identität. Wenn ich wirklich so kaputt bin, dass mir Rente zusteht, dann fühle ich mich auch so.



Also ich bin seit Februar 2011 Frührentner (bin jetzt 45 Jahre alt), und ich bin immer noch heilfroh, dass ich nie mehr arbeiten muss. Ich habe überhaupt keine Probleme damit bzgl. meiner Idendität, Frührentner zu sein, das ist mir komplett schnuppe.

Ich habe 14 Jahre als SAP Entwickler gearbeitet, das war ein hochanstrengender Job für den Kopf, und das könnte ich heute nicht mehr stemmen. Mein Psychiater hat mir bestätigt dass ich Federn gelassen in meiner Psychose, was meine intellektuellen und kognitiven Fähigkeiten betrifft. Und ausserdem wäre Stress, den ich sicher hätte, wenn ich noch arbeiten würde, ein Garant für die nächste Psychose. Ich wollte ein Studium der Psychologie anfangen, mein Psy hat mir davon abgeraten, diesen Stress und Druck würde ich niemals aushalten. Stattdessen mich als Gasthörer an der Uni einschreiben, was ich dann auch getan habe.

Aber ich akzeptiere dass, dass ich anscheinend dümmer geworden bin ;), und nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Ich habe echt null Problem mit meinem Status als Frührentner, ich kann mein Leben jetzt locker angehen ohne grösseren Stress. Ich habe genügend Hobbys um mich zu beschäftigen, ich vermisse meine frühere Arbeit überhaupt nicht.

Also siehst Du Hotte, die Rente kann auch etwas wünschenswertes sein ... Ich muss zwar auch sagen fairerweise dass sie schon ein bisschen höher ausfällt da ich vorher ganz ordentlich verdient hatte, und somit jetzt finanziell gut über die Runden komme.



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#14

RE: Rente - will ich das?

in Allgemeine Themen 23.07.2015 09:18
von servus15 | 20 Beiträge | 42 Punkte
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Ich kann auch nur bestätigen das Rente eine feine Sache ist - die Arge lässt einen in Ruhe -
und Stressvermeidung ist nunmal das entscheidende bei der Erkrankung.
Nebenbei kann man noch auch 450€ basis Minijobben das es einem nicht langweilig wird ;-)
und man noch ein bisschen in die Arbeitswwelt eingebunden ist.
Also wenn man die Voraussetzungen erfüllt udn dementsprechend in die Kasse eingezahlt
hat ist es eigentlich ok..
Also auf ins Schwimmbad every day..
Grüße


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#15

RE: Erwerbsminderungsrente

in Allgemeine Themen 15.02.2016 23:31
von erdbeere | 357 Beiträge | 1066 Punkte
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ich bekomm auch seit ca 5 jahren erwerbsminderungsrente wegen voller erwerbsminderung...
erst hab ich mich deswegen immer geschämt und dachte "na toll was bin ich fürn verlierer",
aber mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt und finds ok....
so brauch ich mir wenigstens keinen arbeitststress geben oder sowas und kann mir den tag so gestalten wie ich mag...
hat ja auch was positives


...auch aus steinen,die dir in den weg gelegt werden,kannst du etwas schönes bauen...
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