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#1

[Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 19.05.2016 14:34
von Saamit (gelöscht)
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Hallo,

hier soll ein kleiner Thread zum Sammeln von Ratschlägen, Empfehlungen und Tipps für überforderte Angehörige entstehen, die ihren Betroffenen, welche sich im akuten Krankheitszustand befinden, meist nicht zu helfen wissen.

Dieser Thread sollte Antworten auf Fragen wie z. B. "Wie sollte ich reagieren, wenn eine Person psychotisch ist?", "Kann ich diese Person zu ihrer eigenen Sicherheit einweisen lassen?" und sonstige, nützliche Antworten auf ähnliche Fragen beinhalten.

So können wir hoffentlich ihnen und dadurch auch uns helfen, da beide Seiten mit großen Schwierigkeiten belastet werden.

Bis dann!


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zuletzt bearbeitet 19.05.2016 14:40 | nach oben springen

#2

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 19.05.2016 15:03
von escargot | 3.189 Beiträge | 10186 Punkte
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Saamit, danke für diesen Thread. Ich wünsche mir als Betroffene, dass mir jemand zuhört, für mich da ist - wenn nötig - und meine Entscheidungen und mich respektiert. Aber wahrscheinlich ist das sehr individuell. Ich merke auch, dass ich teilweise "mehr Raum" für mich benötige und (auch körperliche) Nähe nicht oder nur sehr wohldosiert Vertrage. Gerade für den Partner und Angehörige mag das auch mal schwierig sein.

Viel Erfolg beim Weitersammeln :)
escargot


>> And the day came when the risk to remain tight in a bud was more painful than the risk it took to blossom <<
Anais Nin
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#3

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 19.05.2016 19:07
von Alein_zu_Haus | 12 Beiträge | 136 Punkte
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Hallo,

" Einweisen lassen"
ist eine sehr schwierige Angelegenheit.


Zum einen bevormundet man den Angehörigen dadurch Maßlos.....
zum Anderen passiert dadurch ein Bruch im Vertrauen.... was wirklich zu großen Beziehungsschwierigkeiten führt, im Nachhinein.

Bis jetzt habe ich es immer so hinbekommen, dass es NICHT MEINE Idee war- dass mein Partner in die Klinik geht

aber das ist natürlich ein Kraftakt, denn ob Depressiv, Manisch, Psychotisch
-> der betroffene muss irgendwie selbst erkennen ( und das ist in dem Zustand wirklich sehr schwer)
dass jetzt der Punkt ist, wo es zu Hause wirklich nichtmehr weitergehen KANN.

Dazu braucht es ganz ganz ganz viel Geduld.

Im Optimalfall spricht man z.B. Morgens darüber, dass die Sitiation gerade an die Grenze des Machbaren gekommen ist
und dass es, wenn es so weiterläuft für alle Beteidigten ein echtes Problem darstellt.
Ob der Betroffene denkt, dass es besser wäre/ notwendig ist
dass er sich helfen lässt.
Denn dass es ihm nicht gut geht, merkt er evtl selbst.

Und dann wirklich: in Ruhe lassen, Abstand.....

zu einem späteren Zeitpunkt nachfragen, erinnern, beobachten
evtl in der Klinik anrufen ob man kommen kann...
und DAS Angebot dann weiterleiten:
" Du kannst kommen, sie haben einen Platz, sie würden dir gerne helfen. Sie können Dir helfen. ich... kann es
nämlich nicht. ich bin jetzt genau so hilflos, wie Du"


wie gesagt, im Optimalfall: Dann Abends, nachdem der Betroffene die Entscheidung SELBST gefällt hat:
ihn hinfahren. Beistand zusichern.
" ich bin für Dich da"

Das ist der Bessere Weg.

Für beide Seiten.


@ Escargot: es ist KAUM AUSZUHALTEN.
ich bin dann eine Adrenalinbombe.....
muss mich auf jede Kleinigkeit konzentrieren, Kochen, Irgendwas Sinnvolles tun.... fällt dann so schwer.
Denn ich merke ja, der, den ich lieb hab, dem gehts grad ganz schlecht und ich KANN nicht helfen.
ich kann nur abwarten. Im Prinzip ist man in dem Moment selbst total aus der Spur.
Und das Schlimme ist: die Falsche Wortwahl entfremdet binnen Sekunden.
Freund und Feind ist man von einer auf die nächste Sekunde.

Man ist ja keine Fachkraft, sondern Mensch, Partner ( oder Mutter, etc...) emotional gekränkt/verunsichert/ verletzt/ hilflos.

Sobald der Angehörige dann in der Klinik ist, kann man wieder ein Team sein.
" Jetzt machen Wir alles, was möglich ist, damit es dir besser geht.
Die- dort-
kümmern sich,
ich bin auf jeden Fall immer da...
per Whatts App, zu Besuch, am telefon, wie auch immer...

aber dein " aus der Spur sein" wird von denen gesehen, die fachlich kompetent damit umgehen können."

Es ist im Ersten Moment eine Erleichterung... weil man die Verantwortung für die Krankheit - abgeben kann
im Nächsten Moment packt man die Verantwortung aber wieder an, nämlich als Partner.

Das ist ganz wichtig zu differenzieren:

In der Akuten Phase kann man als Emotional zu nahe Person garnicht richtig rankommen.
Aber man kann da sein, als Mensch. Und *nicht aleine lassen*, bei dem was dann folgt.


aber das ist warscheinlich genau so individuell...... wie jeder von uns.
und genau so individuell, wie das *aus der Spur rutschen* dann eben sich äußert.


Liebe Grüße Ela


Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist,
habe ich beschlossen: glücklich zu sein. ~Voltaire~
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#4

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 19.05.2016 19:27
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Wow, das hast Du so schön geschrieben. Eine sehr gute Anleitung für Angehörige :-)

Lg
Schnee


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#5

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 20.05.2016 06:28
von Alein_zu_Haus | 12 Beiträge | 136 Punkte
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Mir ist noch etwas eingefallen:

Am besten, man lässt sich an silchen Tagen als Angehöriger
Krank schreiben.
Ich zumindest schaffe die Doppelbelastung an solchen Tagen nicht.....würde alles falsch machen, weil ich keine Ruhe hätte.


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#6

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 20.05.2016 20:37
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Alein_zu_Haus

ich denke, Angehörige sollten wissen, dass bei Schizophrenie der Erkrankte keine Chance hat, seine eigene Erkrankung zu erkennen. Und genau da sind Angehörige und Betroffene der Hilflosigkeit ausgeliefert.
Mir als Erkrankter hat nur geholfen, wenn meine Frau sachlich und ruhig, aber beständig die Realität wiedergegeben hat. Ich weiß, wie schwer sie das hatte. Aber aus meiner Sicht ist das die einzige Chance, damit überhaupt Lösungen in Sicht kommen.

Gruß vom Wolf


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#7

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 20.05.2016 21:23
von Saamit (gelöscht)
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Genau das,

Zitat von Wolf im Beitrag #6
Mir als Erkrankter hat nur geholfen, wenn meine Frau sachlich und ruhig, ...


Wolf, hat mir mal sehr gut geholfen!

Aus meiner ersten Psychose hat mich ein ehemaliger "Angehöriger" herausgefischt, dem ich wirklich sehr gut vertraut habe, der mir da feinfühlig sagte, dass mit mir irgendwas nicht stimmt.

Ich meine zu wissen: Es gibt ja auch "spezielle" Therapien, die solches erlauben und anbieten. Immerhin besser als die medikamentöse Unterdrückung bzw. Verdrängung.


zuletzt bearbeitet 20.05.2016 21:24 | nach oben springen

#8

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 20.05.2016 21:48
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Samit,

danke für deinen Beitrag!

Natürlich können Angehörige viel bewegen. Und ich kann nicht das Engagenment meiner Frau hoch genug werten. Nur leider gilt für mich: Ohne Mendikamente funktioniert das nicht, weil ich dann wieder in den Wahn abgleite. Leider ist das häufig bei der Schizophrenie so. Ich weiß, einige Erkrankte sehen das anders und kommen gut oder weniger gut damit zurecht.

Ich finde es aber super, dass du das so sehehen kannst, wie du es siehst. Hut ab, vor deinem Engagement.


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#9

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 21.05.2016 00:24
von Hotte | 1.616 Beiträge | 4546 Punkte
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Zitat
Angehörige sollten wissen, dass bei Schizophrenie der Erkrankte keine Chance hat, seine eigene Erkrankung zu erkennen.


Da möchte ich ergänzen, dass das auf mich nicht zutrifft, obwohl auch ich psychoseerfahren bin. Meine Diagnose ist schizo-affektive Störung, das ist nicht dasselbe wie "Schizophrenie", obwohl es auch zum schizophrenen Formenkreis zählt.

Ich denke, für alle kann es hilfreich sein, gemeinsam mit dem Symptomträger, den Angehörigen und den Behandlern zu vereinbaren, wie man im Krisenfall miteinander umgehen möchte. Dazu kann man Notfallpläne ausarbeiten, Vorsorgevollmachten ausstellen und einfach immer wieder ganz offen und unbefangen miteinander sprechen.


---
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#10

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 23.05.2016 09:44
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Hallo :-)

... das gegenseitig Aufschaukeln kann manchmal auch dadurch sanft ausschaukeln, wenn die Beteiligten des Systems sich erinnern, dass es nicht ihre Aufgabe ist,
sich gegenseitig zu "ändern" .. zu "therapieren" oder zu "helfen" (manchmal kann Hilfe ganz schön egozentrisch motiviert sein!) oder zu "beurteilen" und "verurteilen" wer "Schuld trägt" oder "Recht hat"...

Wenn man einer Autofahrt gleichzeitig fahren will und unter die Haube gucken ob das Kühlwasser kocht, wird es nicht so leicht, die nächste Kurve zu kriegen - bildlich ausgedrückt.
Ich meine, es bringt dann mehr: Boxenstopp ... also erst mal sich selbst beruhigen und dann auch Rat von außen zulassen. Krisenhotline anrufen als erste sanfte Möglichkeit, bevor des Eskalationsstufen eskalieren ...

lg. logo


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#11

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 15.06.2016 23:59
von Manamana (gelöscht)
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@ Alein_zu_Haus:
Vielen Dank für deinen Beitrag, ganz viel davon erlebe ich gerade ähnlich; am schlimmsten finde ich, raus in die normale Welt, quasi unter Psychose-Muggel, zu gehen, ich habe immer wieder das Gefühl, ich müsste rausschreien "Aber mein Freund ist doch krank, bei mir herrscht doch gerade Ausnahmezustand", und dann müssten alle ganz besonders lieb und nachsichtig sein... aber so funktioniert das natürlich nicht, die Welt dreht sich ja trotzdem weiter und ich will auch nicht in irgendeine selbstgerechte Mitleidsschiene hineinrutschen...
Meine Frage: Ich merke in der letzten Woche, dass ich, seit ich mich um meinen Freund kümmere, deutlich weniger schaffe an Uni/Arbeit/Sozialleben und ich habe ein bisschen Angst, dass ich die Kurve nicht kriege zwischen "mal für kurze Zeit zurückstecken" und "aufopfern"... Gibts da vielleicht Hilfen, wie man sich nebenher ein bisschen selbst beobachten kann oder so?
Alles liebe!


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#12

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 16.06.2016 02:19
von Hotte | 1.616 Beiträge | 4546 Punkte
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@Manamana
Auch wenn die Frage nicht explizit an mich ging möchte ich eine Antwort dazu loswerden:
Ich empfehle das Schreiben von Tagebüchern zur Selbstbeobachtung.
Hier im Portal gibt es für alle User die Möglichkeit, öffentliche oder Forenmitgliedern vorbehaltene Blogs zu führen.
Natürlich gibt es auch Papier.

Andere ziehen es vor, im Gespräch mit anderen sich selbst zu reflektieren oder sich rückmelden zu lassen, wo man gerade zu stehen scheint. Dazu gibt es zB Peerberatung auch speziell für Angehörige. Ein Flyer für Hamburg, wo am UKE auch Angehörige zu Peer-Beratern ausgebildet werden (EX-IN): http://www.psychenet.de/fileadmin/redakt...o%CC%88rige.pdf

Und vielen reicht, sich einfach nur mal einen Moment zurückzuziehen und alles zB während des Sports oder beim Spaziergang mit dem Hund, beim Kochen oder bei der Gartenarbeit, beim Wannenbad, .... nur in Gedanken an ein fiktives Gegenüber à la "Liebes Tagebuch, ... " zu formulieren und so ein stummes Selbstgespräch zu führen.

Du machst das aber doch auch schon super mit dem Austausch hier im Forum. Dazu ist es da. :)

Sehr hilfreich ist es, wenn Du Dich mit Dir selbst (oder jemand anderem zum Sport) verabredest und Dir auf diese Weise Alleinzeiten verschaffst. Zeiten, in denen Du aus der gefühlten Kümmerverpflichtung rauskommst.

Ganz viel bringt oft auch der Gedanke, dass der Freund oder wer auch immer die Diagnose bekommen hat ein erwachsener Mensch ist und auch die Gelegenheit bekommen muss, seine Eigenverantwortung wahrzunehmen.
So wie logo schon ansprach: Mache Dir ganz deutlich bewusst, was die Rolle der oder des Angehörigen beinhaltet:
1. Ich selbst (möchte gesund bleiben)
2. Den anderen kann ich nur begleiten (aber nicht heilen oder reparieren oder sein Leben für ihn leben, ...)

Es hilft mir persönlich, mich immer wieder daran zu erinnern, wo mein Platz ist, wie meine Rolle aussieht, wo die Grenzen meines Aufgaben- und auch Machtbereichs sind.
Ich bin zwar selbst psychoseerfahren, aber ich bin auch Ehemann und ich bin auch Angehöriger eines Menschen, mit dem ich mein Zusammenleben gestalten will und auch ich will nicht nur Psychoseerfahrener sein oder ein kranker Mann, sondern auch noch Ehemann und auch noch Zeit für mich in anderen Belangen finden, mich zB als Schriftsteller verwirklichen und den Haushalt führen und Sport treiben und weiterhin auf meine Gesundheit achten.
Daher müssen wir beide, damit ich die Chance habe zu genesen, was bedeutet, dass ich mich stetig weiterentwickle und sich meine Bedürfnisse ändern, immer wieder darüber in Dialog treten und unsere Räume/jeweiligen Grenzen/Aufgaben immer wieder neu aushandeln und regelmäßig meiner veränderten Belastbarkeit anpassen.
Dabei geht es manchmal ein paar Schritte rückwärts, aber dann gehts auch wieder nach vorne. Und die nach vorne überwiegen. Und wenn man mal etwas mehr Abstand nimmt, sieht es vielleicht aus wie ein Tanz. ;)


---
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#13

RE: [Hilfe] Wie sollte ich als Angehöriger reagieren?

in Treffpunkt für Angehörige 16.06.2016 09:26
von Manamana (gelöscht)
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Wow, das war mal eine geballte Sammlung an guten Ratschlägen! Danke dafür! :)


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