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#1

Stern TV am 30.03.2016 zu Schizophrenie

in Schizophrenie in den Medien 31.03.2016 10:31
von Molly | 2.997 Beiträge | 14408 Punkte
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Link zum Video:

http://www.stern.de/tv/gefangen-in-der-e...ie-6768758.html


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
zuletzt bearbeitet 31.03.2016 10:46 | nach oben springen

#2

RE: Stern TV am 30.03.2016 zu Schizophrenie

in Schizophrenie in den Medien 31.03.2016 13:17
von runnhide (gelöscht)
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Kann es sein, dass die junge Dame eher eine schizoaffektive Psychose hat/hatte? In der psychotischen Krise war doch der Suizidwahn das bestimmende Merkmal. Das deutet für mich auf ein Gemisch aus Depressionen und Schizophrenie hin. Ich frage das deshalb, weil ich diese Form des Wahns als schizoaffektiv Erkrankter auch hatte.

Ich finde es schon sehr mutig, als Betroffene/r in einer kurzen Sendung offen über sich und seine eigentümlichen Ver-rückheiten zu reden. Aber da hat wohl auch der Geldbeutel ordentlich geklingelt. Geld TV - pardon - Stern TV hat sicher einiges an Kapital vorzuweisen.

Was ich nur oftmals an diesen Sendungen realitätsausblendend finde, ist der einseitige Fokus auf die außergewöhnlichen Wahnzustände. Der schizophrene Formenkreis ist aber weitaus vielfältiger. Neben den angstschürenden Positivsymptomen haben wir zum Beispiel die unspektakulären Negativsymptome, die ein ganz anderes quälenderes Leid ergeben (z. B. Kommunikationsschwäche bei gleichzeitigem Kommunikationswillen). Auch wenig detailliert werden die Wesensveränderungen beschrieben, die nach der akuten Episode oft schwerer als die Wahnphänomene zu bewältigen sind.

Weiterhin werden solche schweren psychischen Erkrankungen wieder einseitig aus einem biologischen oder symptomatisch-oberflächlichen Blinkwinkel beleuchtet. Sie sollten aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert werden. Es ist Fakt, das häufig auch traumatisierende zwischenmenschliche Konflikte erst zum Ausbruch einer Erkrankung führen. Darüber wird breit angelegt in der Psychoanalyse, in der Philosophie und unter Betroffenen sowie Laien diskutiert. Daneben durchzieht diesen Beitrag eine Art depressive Grundstimmung. Reporter und Betroffene scheinen freudlos zugleich zu sein. Es gibt Erkrankte und Familienangehörige, die durchaus positiver mit solch einschneidenen Lebenserfahrungen umzugehen wissen, was auch für alle Beteiligten schlussendlich Früchte trägt. Angesichts der statistisch belegbaren Zunahme der Ausgrenzung schizophrenieartig erkrankter Menschen und der heutigen größeren Reduzierung auf einen biologischen Defekt (Arbeitsmarkt, Wohnungsbaugesellschaften) ist dieser Kurzbeitrag sehr mau.

Da frage ich mich, warum es von Seiten der Medien zu solch trägen Reaktionen und der Darstellung von alten, trübseligen, stereotypen Bildern über erkrankte Menschen und deren Familien kommt. An sich ist dieser Kurzbeitrag sicherlich informativ - allerdings leider nur auf einem geringen Niveau. Die psychosozial schwache Nachversorgung kommt relativ gut zum Ausdruck, insbesondere bei dem Herrn mittleren Alters, der in seiner Wohnung versauert. Währenddessen vielfach positive Entwicklungen im Bereich Humanmedizin zu verzeichnen sind (offener Dialog, Maastricher Interview, Peter Breggins "Spellbinding"-These) ist das wohl unsere Art auf vielschichtige und problembehaftete Menschen zu reagieren.

Ich halte den Bericht für akzeptabel, aber auch für wenig informativ. Zudem schürt er bei gleichzeitig wachsenden gesellschaftlichen Reintegrations-Problemen stereotype Bilder. Es sollte definitiv einiges in den Medien nachgeholt werden, die doch sehr viel Verantwortung tragen.


1 Mitglied findet das Top!
zuletzt bearbeitet 31.03.2016 13:38 | nach oben springen

#3

RE: Stern TV am 30.03.2016 zu Schizophrenie

in Schizophrenie in den Medien 06.04.2016 20:18
von Quietschi | 930 Beiträge | 1901 Punkte
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Den Beitrag hab ich ganz zufällig gesehen - beim Herumzappen. Ich fand es auch sehr mutig so offen über seine Erkrankung zu sprechen.


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