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Praktische Übungen zur Bewältigung von Reizüberflutung/Reizoffenheit/Dünnhäutigkeit

in Freizeit, Lifestyle und Sonstiges 15.02.2016 00:02
von Hotte | 1.621 Beiträge | 4650 Punkte
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Wie ihr wisst, habe ich selbst auch lange an der sogenannten behandlungsbedürftigen psychischen Minderbelastbarkeit gelitten, weil ich von ganz simplen alltäglichen Eindrücken wie der Auswahl im Supermarkt, Menschenmengen in der Innenstadt und in öffentlichen Verkehrsmitteln etc schlichtweg überfordert war und mit der Überarbeitung gar nicht hinterher kam.
Bis ich Freude an der Bewegung fand und so nach und nach besser mit dem Stress klar kam und Wege fand, diesen abzubauen.
Geholfen hat mir dabei meine Selbstbeobachtung, das Vertrauen auf meine Intuition und etwas Hintergrundwissen von Christina Wiesner Sonnenbaum, die ein Buch mit 100 Übungen geschrieben hat, die den Selbstwert erhöhen und die Körperwahrnehmung verbessern oder ein dickeres Fell verleihen.
Durch ihre Erläuterung der Hintergründe habe ich auch das Problem meiner zu hohen Stimmlage endlich lösen können, weil dem eine chronische Anspannung zugrundelag, die sich nun aufgelöst hat, da ich nun dank ihrer Übungen Entspannung finde und auch entspannt bleibe.
Ihr könnt sie ja mal ausprobieren, vielleicht macht es sogar Spaß!


Körperwahrnehmung
Grundsätzlich verbessert natürlich jede bewusste Berührung des eigenen Körpers die Körperwahrnehmung. Diese ist wichtig, um zu erkennen, ob man gerade angespannt oder entspannt ist. Ein sehr guter Einstieg ist dazu natürlich die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson: Kostenloser Download bei der TK

Sich spüren
Die Hand auf die Brust legen und "hmmm" sagen oder summen, um die Vibration der Stimmbänder und damit die eigenen Schwingung zu spüren.
Wenn man in dieser Stimmlage spricht, wird man gehört, weil der Klang der Stimme so am besten den Raum durchdringt. Wenn man diese Vibration in der Stimme spürt, ist man in seiner Mitte. Das ist für mich der Kontrollmechanismus. Sobald meine Stimme höher wird, achte ich darauf, ein paar Züge in den Bauch zu atmen und mich bewusst zu entspannen.

Die passenden Schuhe tragen
Feste klobige Schuhe geben mir ein Gefühl von Sicherheit und Schutz. Stöckelschuhe erzwingen die Aufmerksamkeit auf die Füße zu lenken und auf die Balance zu achten.

Beim Treppen steigen bewusst wahrnehmen, wie sich das Gewicht vom einen auf das andere Bein verlagert.

Abgrenzung
Frische Luft einatmen und das was Dich belastet ausatmen. Sozusagen eine ganz bewusste Nichtraucherpause einlegen.

Beim Hände waschen bewusst Wasser über die Hand laufen lassen und die Belastungen davon abtropfen lassen.
Oder eine Dusche oder ein Wannenbad genießen.

Gefühle reinigen
Häufig fühle ich mich in Gesellschaft anderer Menschen plötzlich von Gefühlen erfüllt, die ich mir lange Zeit nicht erklären konnte und fühlte mich daher diesen Stimmungsschwankungen ausgeliefert. Seit ich weiß, dass es die Gefühle der anderen sind, die ich durch meine starke Empathie quasi aufsauge wie ein Schwamm, weiss ich auch, wie ich sie loswerde:
Mit dem Emotionenlöscher
Hände seitlich an die Schläfen legen und den Daumen hinter die Ohren.
Die Schwerkraft wirken lassen und die Hände über das Gesicht nach unten gleiten lassen, als wenn man eine Maske abzieht und diese dann wegschmeissen.
Hände auf die Oberschenkel fallen lassen.
Das ein paarmal nacheinander, bis Du eine Veränderung spürst.

70% der Emotionen sind fremde Emotionen. Bleibt das Gefühl nach der Übung, ist es tatsächlich Dein eigenes.
Die Übung funktioniert deshalb, weil jedes Gefühl mit einem bestimmten Muskeltonus verknüpft ist, gerade im Gesicht. Wenn man mutwillig ein Lächeln aufsetzt, hebt sich ja auch die Laune.

Stilles Örtchen
Im Arbeitsalltag einfach mal das stille Örtchen aufsuchen und diesen Raum der Privatsphäre bewusst als Pause vom Trubel genießen und den Ballast runterspülen.

Gedanken reinigen
Ich neige leider auch dazu, mir anderer Leute Kopf zu zerbrechen, weil ich auch deren Gedanken übernehme. Das macht es mir dann zusätzlich schwer, abzuschalten.
Da muss man dann einfach das Hirn überlasten, mit einer sehr anspruchsvollen Aufgabe, damit die Energien von den Gedanken abgezogen werden.
Beim Spazieratmen macht man pro Atemzug zwei Schritte, schwingt mit den Armen mit und zählt: 1, 2, 1, 2, ...
Das habe ich einmal nachts ausprobiert und konnte danach herrlich schlafen.

Selbstwert erhöhen
Eine nette Übung, um den Selbstwert zu erhöhen, besteht darin, sich einfach tatsächlich auf die eigene Schulter zu klopfen.
Es heisst zwar immer, Eigenlob stinkt, aber obwohl ich eine sehr feine Nase habe, habe ich noch nichts gerochen dabei.

Reize abschirmen
Heute abend bin ich mit einem Regenschirm spazieren gegangen. Dabei ist mir aufgefallen, wie der Regen auf den Schirm prasselte und ich fühlte mich sehr behütet. Dann habe ich mir vorgestellt, der Schutz des Schirms geht bis zur Erde, so dass eine Säule um mich rum war.
So fühlte ich mich dann sicherer, als im Dunkeln plötzlich zwei Hunde auf mich zuliefen. Sie hatten sich losgerissen und einer davon bellte aufgeregt. Ich regte mich aber nicht auf, spürte nur kurz Angst aufsteigen, die ich wahrnahm und akzeptierte und sofort verebbte das Gefühl wieder und ich blieb ruhig und sprach beruhigend auf die Tiere ein, bis das aufgeregte Frauchen hinterherkam.

U-Boot
Ich bin in einem U-Boot und gut geschützt gegen die Außenwelt.

Auf dem Teppich bleiben
In einen Kreis stellen und die Kraft von unten aufsteigen spüren. In diesem Kreis habe ich meinen Raum und schiebe die anderen beiseite. Man kann sich auch tatsächlich auf einen runden Teppich stellen, das ist anfangs einfacher.

Auf dem Thron Platz nehmen
Wenn man in einer Sitzung ist, zurücklehnen und auch die Arme auf die Lehnen und den Kontakt zum Stuhl spüren. Alle zwei Minuten auf die Atmung achten.

Lachen ist gesund
Wer das Lachen verlernt hat, sollte zum Lachyoga gehen.

Für den Notfall
Wenn ich mich krass überfordert und von allem überrollt fühle, dann springe ich hoch als ob ich versuchen wollte, die Erde zu durchbrechen. Dabei atme ich kräftig aus.

Trick:
Gewohnheiten und Übungen verbinden. Beim Duschen den Stress abwaschen oder bewusst die Seele mitfrühstücken lassen (Fernseher aus beim Essen!). Entwickel eigene Übungen, die Dir Spaß machen oder mit denen Du Dich wohl fühlst.
Sport mit bewusster Körperwahrnehmung ist auch sehr hilfreich. Und eines Tages brauchst Du die Übungen nicht mehr, weil sich die Präsenz im Körper verselbständigt hat.


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Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
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RE: Praktische Übungen zur Bewältigung von Reizüberflutung/Reizoffenheit/Dünnhäutigkeit

in Freizeit, Lifestyle und Sonstiges 19.02.2016 18:52
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Zum Thema Gefühle habe ich noch etwas gefunden: http://www.psychotipps.com/selbsthilfe/gefuehle.html


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