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#1

Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 18:14
von DinaBerlin (gelöscht)
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Hallo,
ich weiß gerad nicht mehr was ich machen soll und würde mich über (Erfahrungs)-Austauch und eure Meinungen freuen.

Mein Partner ist vor etwa 6 Monaten (Ende Mai) erkrankt. Er wurde sehr akut psychotisch.
Ende Juni wurde er zwangseingewiesen, nachdem ich einen Krankenwagen gerufen hatte. Er hatte Halluzinationen, Wahnideen von der bevorstehenden Apokalypse, er sei auserwählt und auch paranoide Phasen. Er sollte eigentlich 4 Wochen bleiben ist aber nach 10 Tagen aus der geschlossenen Psychiatrie geflohen und erst mal untergetaucht. Ich hatte schon mal hier im Forum darüber berichtet. In dieser Zeit hatte er aber weiter telefonisch Kontakt zu mir gehalten. Wir wohnen eigentlich zusammen und haben ein gemeinsames Kind (jetzt 1 1/4 Jahre) alt.
Im August ist er wieder nach Hause gekommen und es ging ihm erst auch anscheinend besser. Habe versucht Gespräche mit ihm zu führen, dass er sich doch behandeln lässt aber darauf hat er sich nicht eingelassen. Langsam wurde die Psychose wieder schlimmer. Erst fühlte er sich nur von Smartphones bedroht, dann von allen Handys und mittlerweile von allen Telefonen (auch Festnetz). Er denkt das mit unserem Essen etwas nicht stimmt. Er sieht und riecht überall den Tod. Er denkt sein Körper ist nicht sein Körper sondern nur eine Hülle und redet ständig davon, dass wir nach "oben" gehen müssen und das hier sei nicht die richtige Welt. Vor eine Woche zu Vollmond war es wieder ganz schlimm er war der Meinung der Teufel ist in unserer Wohnung und Dämonen und ich sei auch besessen. Mittlerweile ist es so, dass er in diesen Phasen mich zu seinem Gegner macht - mir absurde Sachen vorwirft und sich mit mir streitet. In den letzten 6 Monaten habe ich alles versucht, dass er Hilfe bekommt und annimmt aber nichts hat etwas gebracht. Er hat mich in dieser Zeit sehr oft verbal attackiert und mich sehr verletzt. Ich habe ihm dann schließlich gesagt er müsse unsere Wohnung verlassen, wenn er sich nicht behandeln lässt. Ich halte das nicht mehr aus und er macht mich und das Kind ganz verrückt. Ich hatte ihn noch zur sozialen Wohnhillfe begleitet, aber er ist nicht rein gegangen, weil in dem Gebäude auch tote Menschen waren. Er hat dann freiwillig unsere Wohnung verlassen, hat aber auch keine andere Unterkunft.

Mir viel dieser Schritt sehr schwer, weil ich ihm ja eigentlich helfen will und will dass wir wieder eine glückliche Familie sind wie früher. Aber ich halte diese Belastung nicht mehr aus wenn er sich nicht behandeln lässt ich bin auch noch berufstätig und bringe uns drei alleine über die Runden, kümmer mich um unser Kind und muss dann noch täglich mit seinen psychotischen Zuständen zurechtkommen.

3 Tage später (das war letzten Samstag) stand er wieder vor der Tür. Ich habe ihm gesagt, er solle anrufen und nicht unangekündigt herkommen. Daraufhin wurde er wieder agressiv, er wisse was im Telefon ist und meinen Plan etc. Ich habe mich daraufhin geweigert ihm die Tür zu öffnen und er ist auf meinen Balkon im Hochparterre geklettert. Als ich die Tür auch nicht geöffnet hab, hat er die Scheibe der Balkontür eingeschlagen um in die Wohnung zu gelangen. Ich war mit dem Kind allein zu hause und hatte große Angst und hab sofort die Polizei gerufen. Passanten sind auch aufmerksam geworden, was ihn dann zur Flucht veranlasst hat. Die Polizei hat ihn leider nicht aufgegriffen, sonst wäre er jetzt wieder in der Klinik. Die haben mir auch mitgeteilt, dass eigentlich auch noch die Fahdung aus dem Sommer offen ist, als er aus der Psychiatrie geflohen ist.
Dienstag stand er schon wieder vor der Tür und heute auch. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll. Ich verbarrikadier mich jetzt in meiner eigenen Wohnung mit Rollos, dass er nicht sieht, dass ich zu hause bin und versteck mich, weil ich Angst habe. Gleichzeitig mach ich mir sorgen um ihn. Und das kann doch nicht jetzt für immer so weiter gehen. Aber wenn ich die Polizei rufe ist er bis dahin längst wieder verschwunden und ich werde immer mehr zu seinem Feind, dann hab ich erst recht Angst, dass er mir irgendwann mal was antut. Und was ist mit unserem Sohn, soll der jetzt seinen Vater nie wieder sehen? Die hatten vorher ein so liebevolles Verhältnis. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll? Wieso sieht er denn nicht ein, dass er Medikamente braucht.


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#2

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 18:43
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Diana,

einen wirklichen Rat kann ich dir auch nicht geben.
Die Erkrankung ist halt so hinterlistig, dass man alles was einem in den Kopf schiesst sich so real anfühlt. Das ist natürlich für Aussenstehende wenig nachvollziehbar.

Ich denke, du tust genau das Richtige, so wie du das bisher getan hast. Da hst du meine absolute Hochachtung!
Bleibt die Frage, wie lange du das noch durchhalten kannst.
Manchmal kommt es mir so vor, dass Schizophrenie für Betroffene weniger schlimm ist, als für die Angehörigen. Diese müssen das aushalten, egal, welche Wahnvorstellungen nun wieder unvorbereitet auftreten.

Aus meiner Sicht musst du als Mutter Abstand gewinnen, damit deine kleine Familie nicht daran kaputt geht. Denn er zeigt wenig Verantwortungsbewustsein, was natürlich auch von der Erkrankung kommen kann.

Nimmt er Drogen?

Alles Gute für dich!


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#3

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 19:01
von Hotte | 1.631 Beiträge | 4742 Punkte
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Ob er Drogen nimmt ist meines Erachtens irrelevant.

Warum bei derart deutlichem fremdgefährdendem Verhalten keine Zwangsunterbringung veranlasst wird, ist mir schleierhaft. Ich hätte gedacht, die Polizei wäre dazu in der Lage und auch verpflichtet, flüchtige Personen festzusetzen.

Vielleicht kann der sozialpsychiatrische Dienst helfen?

Gibt es für Dich die Möglichkeit, mit Kind in einer Krisenpension unterzukommen?


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
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#4

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 19:20
von DinaBerlin (gelöscht)
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Nein er nimmt keine Drogen.
Am Dienstag hat sich das Landeskriminalamt bei mir gemeldet wegen dem Vorfall vom Samstag mit der eingeschlagenen Scheibe, haben Sie dann doch mal die Vermisstenanzeige aus der Geschlossenen bearbeitet. Ich hab mich auch gewundert, ich dachte die Fahndung wäre längst zurückgenommen, seitdem der Unterbringungsbeschluß vom Amtsgericht abgelaufen war. Der Kriminalbeamte meinte dann, Kinder und Jugendliche gehen vor und da er ja bis dahin auch noch niemanden etwas getan hatte, wurde auch nicht wirklich nach ihm gesucht. Aufgrund des Vorfalls würde jetzt ja schon eine Fremdgefährdung vorliegen, und sie würden ihn dann auf jeden Fall einem Psychiater vorstellen, wenn Sie ihn denn auf ihn stoßen. Aber find mal jemanden in Berlin der keinen Wohnsitz hat, von dem du nicht weißt wo er sich aufhält.
Mir fällt es auch unglaublich schwer die Polizei zu rufen, wenn er vor der Tür steht. Zum einen hab ich Angst, dass er bis dahin eh wieder weg ist und was sagen die Nachbarn etc. und ich hab auch immer das Gefühl ich tue ihm irgendwas schreckliches an damit. Ich will ihn auch nicht noch mehr gegen mich aufbringen.
Ich hatte mich schon mehrfach an den Sozialpsychiatrischen Dienst gewandt aber da nur auf Taube Ohren gestoßen.
In ein Frauenhaus oder eine Krisenpension möchte ich auch nicht gehen. Ich muss ja auch arbeiten und mein Kind in den Kindergarten. Er weiß auch wo meine Eltern wohnen. Das ist alles keine dauerhafte Lösung :-(


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#5

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 19:33
von DinaBerlin (gelöscht)
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Es ist einfach auch so schwer zu akzeptieren, dass ich ihm nicht helfen kann. Es tut mir so leid für ihn, für unser Kind und für mich auch. Das für mich nicht nachvollziehbare ist auch - er merkt selbst, dass er sich total verändert hat, dass sein Denken, Fühlen, Sehen alles anders ist. Aber er denkt halt es ist jetzt besser so. Er sieht sich jetzt als etwas Besonderes - jemand Auserwähltes - was er vorher nicht war. Aber dadurch verliert er alles - bzw. wir verlieren alles.
Manchmal denke ich auch, ob ich nochmal mit ihm rede, wenn er wieder klingelt. Aber auf der anderen Seite weiß ich, solange er die Medikamente nicht nimmt, hat nichts was er sagt Bestand. Außerdem hab ich auch Angst, weil ich nicht weiß wozu die Psychose ihn bringt, wenn er denkt ich bin besessen oder gar nicht seine "richtige" Frau.


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#6

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 20:37
von Jela | 1.395 Beiträge | 4566 Punkte
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Ich denke auch, dass Du mit Zurueckhaltung im Moment am Besten faehrst. Das, was Du beschreibst wuerde mir auch Angst machen. Die Entwicklung tut mir fuer Dich und Eure kleine Familie wirklich von Herzen leid. Es ist sehr schwer, was Du im Moment an Druck aushalten musst. Versuch auf jeden Fall in Kontakt mit Betroffenen zu kommen. Auch das kann lindern und helfen. Schliesslich bist auch Du einer extremen Situation ausgesetzt. Da musst Du vor allem an Dich und das Kind denken. Und nicht jede Situation kann durch Reden entschaerft werden. Lass am Besten die Tuere zu, denn die Gefaehrdungslage ist nach Deinen Schilderungen ja ganz offensichtlich gegeben Da hat Eigenschutz Vorrang..Und lass die Nachbarn, Nachbarn sein, es sei denn sie wuerden Dir helfen und es rentiert sich sie ins Vertrauen zu ziehen. Ruf sofort die Polizei, wenn er vor der Tuer steht und klingelt, oder anderweitig versucht in die Wohnung zu kommen. Du musst sie so sensibilisieren, dass sie wirklich ernsthaft und nachdruecklich nach ihm suchen. Um ihn dann letztendlich einzuliefern. Seine Psychose scheint ihn wirklich in eine sehr ungute Welt gefuehrt zu haben. Und Du weisst ja, dass je nach Schwere der Erkrankung, "Fantasie" und Realitaet nicht mehr auseinandergehalten werden kann. Deine Vorsicht scheint mir gut zu sein. Leider ist er im Moment offensichtlich nicht mehr der Mann, den Du kennst. Er muss unbedingt in eine Klinik.

Hoffentlich geht alles gut aus, so dass ihm baldmoeglichst geholfen werden kann. Wie finanziert er sich denn ? Ist das vielleicht ein Weg um an seine jetzige Adresse zu kommen ? Letztendlich muss er ja die letzten Monate auch von etwas gelebt haben. Ganz ohne Spuren zu hinterlassen, sollte das eigentlich nicht moeglich sein. Hat er einen Arbeitgeber ? Oder ist er beim Amt gemeldet ?


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#7

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 22:04
von DinaBerlin (gelöscht)
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Er ist noch bei mir gemeldet. Er bekommt noch einen kleinen Zuschuss vom Jobcenter aber das ist nicht viel, weil mein Gehalt ja mit angerechnet wird. Wenn er die Termine jetzt nicht mehr wahrnimmt und in 3 Monaten keinen Verlängerungsantrag stellt, bekommt er gar kein Geld mehr. Bisher hab ich alles für ihn geregelt, bis auf die 5 Wochen im Sommer hat er ja hier mit uns gelebt. Er ist ja erst seit Donnerstag vor einer Woche aus der Wohnung raus. Weiß nicht was passiert, wenn ich ihn abmelde. Ich wollte jetzt nochmal abwarten, ob er doch noch in die Klinik kommt und dann müsste man halt sehen wie es nach dem Klinikaufenthalt weiter geht.

Als er am Dienstag da war hab ich über die Gegensprechanlage gesagt er soll weggehen und dann ist er auch einfach gegangen. Und heute nachmittag hab ich so getan als wäre ich nicht zu hause. Er hat ja auch Tage, wo er sich unter Kontrolle hat. Aber dauerhaft wird er so ja trotzdem nicht gesund. Nur soll ich die Polizei rufen ohne dass ich weiß wie er gerade drauf ist? Aber rausfinden will ich es eigentlich auch nicht erst und ewig verstecken kann ich mich ja auch nicht. Nur ist er ja auch schon zweimal aus der Geschlossenen geflohen, das hat mir jetzt auch nicht gerade Vertrauen gegeben. Es kann ja auch nicht meine Aufgabe sein ihn immer wieder durch die Polizei hinbringen zu lassen. Und vom sozialpsychiatrischen Dienst bekomme ich keine Hilfe, wir sind ja nicht verheiratet, er muss dann schon selbst Hilfe wollen. Wahrscheinlich werd ich noch nicht mal informiert, wenn Sie ihn aufgreifen, weil ich ja nur die "Partnerin" bin und wir nicht verheiratet sind.

Das Problem ist auch er kommt aus einem anderen Kulturkreis und hat ein ganz anderes Verhältnis zur Polizei. Er kommt aus Afrika und war auch in Libyen 6 Monate ohne Verhandlung und ohne wirklich was getan zu haben im Gefängnis. Für ihn ist die Polizei, so wie er sie kennt, schon mal grundsätzlich kein Freund und Helfer und jetzt noch mit der paranoiden Schizophrenie. Er war zwei Jahre auf der Flucht deswegen ist es ihm auch nicht unbekannt unterzutauchen und ohne irgendwas auf der Straße zu leben und sich durchzuschlagen. Nur damals war er soweit mir bekannt ist jedenfalls noch nicht erkrankt, weiß nicht inwiefern sich das jetzt auf seine Überlebenskünste auswirkt.

Er ist wirklich nicht mehr der Mann den ich kenne. Alles was ihm früher so wichtig war, die Pläne die wir hatten und wie wir unser Leben gestalten wollten ist gar nicht mehr real für ihn. Er ist nur noch getrieben. Er war vorher so ein liebevoller, ruhiger, bodenständiger Mann der einfach in Freiheit leben wollte und ein gutes Leben führen und arbeiten wollte und davon ist gerad gar nichts mehr da.


zuletzt bearbeitet 04.12.2015 22:09 | nach oben springen

#8

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 22:46
von Molly | 3.062 Beiträge | 14844 Punkte
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Hallo Dina!

Ich hoffe, das geht gut für Euch aus! Ich hoffe, dass sie ihn bald erwischen und in die Klinik bringen.

Wahrscheinlich ist es so, dass er bisher nicht viel über die Krankheit weiß. Zum Beispiel weiß er sicher nicht, dass es sehr viele gibt, denen es genauso geht wie ihm und es denen mit der richtigen Behandlung nach einer Weile besser geht. Das würde seine Ängste lindern und die Symptome vielleicht relativieren.

Es ist wirklich wichtig, dass er für längere Zeit in die Klinik kommt und dort auch an einer Psychoedukation ( http://www.betanet.de/betanet/soziales_r...ng-923.html#ue6 ) teilnimmt, die Kliniken dann anbieten, wenn sich die Patienten einigermaßen stabilisiert haben. In dem genannten Link wird zwar gesagt, es wäre ein Risiko für manche Patienten, sich darauf einzulassen, aber ich halte es für die einzige Chance, zu ihm durchzudringen. So lange er das alles allein auf der mystischen Schiene sieht und sich als bedroht empfindet, schafft er es nicht da rauszufinden.

Wenn er bereit dazu wäre, könntest Du ihm auch einige Bücher zukommen lassen, die das Thema Psychose/Psychosebetroffenenliteratur behandeln, damit er beginnt sich darauf einzulassen.

Er muss auch wissen, dass er mit der Krankheit nicht alleine gelassen wird. Er kann Hilfe bekommen, wenn er bereit ist diese anzunehmen. Vielleicht entstehen seine Symptome sogar aus den Erfahrungen, die er früher in Afrika mit anderen Menschen, oder aus hier subjektiv oder real erlebter Ablehnung machen musste. Da wäre sicher eine Psychotherapie hilfreich.

LG,


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
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zuletzt bearbeitet 04.12.2015 22:54 | nach oben springen

#9

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 22:54
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Wenn ich hier im Forum lese, dass manche Jahre gebraucht haben, bis sie die Psychose angenommen haben und Behandlung angenommen haben, fühle ich mich richtig schlecht, dass ich jetzt schon nach etwas über einem halben Jahr aufgebe. Aber es ist so schwer und beängstigend, weil mein Partner mich auch immer verbal so angeht in seinem Wahn und mir vorwirft ich würde ihm schlechtes wollen ihm nicht glauben etc. Und das alles auch vor unserem Kind. Ich will nicht, dass unser Sohn das auch irgendwann von mir denkt, wenn er das täglich von seinem Vater hört.
Ach das ist alles so hoffnungslos...


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#10

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 22:56
von Molly | 3.062 Beiträge | 14844 Punkte
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Dina, Du darfst Dir keine Schuld geben! Er ist in einer Ausnahmesituation, wo Du ihm nicht helfen kannst. Das müssen Fachleute übernehmen. Er könnte gefährlich werden. Was später aus Euch wird, wenn er das alles begriffen hat, bleibt dann ja immer noch Euch überlassen.


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zuletzt bearbeitet 04.12.2015 22:57 | nach oben springen

#11

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 22:59
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Ja ich habe auch schon im Zentrum für Flucht-, Kriegs- und Folteropfer angerufen. Nur solange die Psychose nicht Medikamentös behandelt wird, haben die gesagt, bringt auch die Psychotherapie nichts. Ich war mit ihm auch schon bei zwei afrikanischen Organisationen, aber die konnten ihn auch nicht überzeugen und seine Ängste nehmen.
Er glaubt mir auch nicht dass es eine Krankheit ist, habe schon versucht ihm zu erklären, dass andere sich genauso fühlen wie er, von ähnlichen Sachen berichten aber das wollte er leider nicht hören. Er hat mich auch mal hier im Forum lesen gesehen und war gleich wieder der Meinung, dass ich irgendwas gegen ihn plane als er Psychose gelesen hat.


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#12

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 04.12.2015 23:19
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Er muss in die Klinik und zwar für längere Zeit! Anders geht das nicht.


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zuletzt bearbeitet 04.12.2015 23:26 | nach oben springen

#13

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 05.12.2015 12:58
von Quietschi | 930 Beiträge | 1901 Punkte
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Hallo Dina.
So wie ich das sehe machst du das schon alles richtig. Wenn jemand in seinem Wahn voll drin steckt, ist er meist nicht krankheitseinsichtig. Du tust schon was du kannst. Mach dir bitte keine Vorwürfe. Schließlich gilt es, dich und dein Kind zu schützen. Mehr als das was du bereits machst, kann man in deiner verfahrenen Situation nicht machen. Ich wünsche dir, dass die Polizei ihn schnell aufgreift, damit er wieder in Behandlung kommt. Halte durch.
Liebe Grüße,
Quietschi


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#14

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 07.12.2015 22:46
von DinaBerlin (gelöscht)
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Er stand Dienstag, Freitag und Samstag wieder vor meiner Tür und ist dann aber gleich wieder gegangen. Heute wieder, hab ihm direkt angesehen, dass er wieder ganz schlimm psychotisch ist an seiner Gestik und Mimik. Er hat ganz wirr geredet ich höre ihn ja wenn ich in der Küche stehe weil ich im Hochparterre wohne. Er ist nicht weggegangen, obwohl ich ihn aufgefordert hab und dann hab ich schweren Herzens wieder die Polizei gerufen und gesagt sie sollen ihm nen Psychiater vorstellen. Die kamen zwar auch aber er ist dann einfach weggegangen und die haben nichts gemacht. Sie meinten noch er hätte ja nichts gemacht. Ich sag, er hat aber letzte Woche meine Scheibe eingeschlagen dann meinten die ja dafür kriegt er ja eine Anzeige aber er hätte ja heute nichts gemacht. Ganz ehrlich ich weiß nicht mehr weiter. Der Krisendienst, der sozialpsychiatrische Dienst, der psychologische Notdienst sagen Polizei anrufen Zwangseinweisung. Das Jugendamt sagt ich muss mein Kind schützen und soll ihn nicht mehr reinlassen. Jetzt schläft er auf der Straße hat seit zwei Wochen nicht geduscht seine Psychose wird immer schlimmer er ist fix und fertig und obwohl fremdgefährdendes Verhalten vorlag/vorliegt macht trotzdem keine was. Und ich hab jetzt wieder Schiß, dass seine Psychose sich gegen mich richtet, weil ich die Polizei gerufen hab.


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#15

RE: Umgang mit psychotischem (Ex)Partner mit fremdgefährdeten Verhalten

in Treffpunkt für Angehörige 07.12.2015 22:48
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Ich will ihm doch nur helfen, deswegen habe ich mich auch dazu durchgerungen nochmal die Polizei zurufen. Es geht ihm richtig schlecht. Aber wieso hilft mir denn bloß keiner. Alle legen es immer in meine Verantwortung und dann mach ich was und dann läßt die Polizei mich hängen.


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