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#1

Hilfe!

in Treffpunkt für Angehörige 24.08.2015 21:00
von whity (gelöscht)
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Hallo,

ich schreibe hier als überforderte, sich sorgende Ehepartnerin, der nicht mehr weiß wie es weiter gehen soll...

Vor fünf Jahren kam ich mit meiner Frau zusammen und wir waren glücklich. Sie wurde vor 15 Jahren auf Medikation eingestellt die ihr geholfen hat und durch mich hat sie pflanzliche Medikamente gefunden, die ihr sehr geholfen haben zusätzlich. Außerdem holte ich sie aus ihrer Einsamkeit und wir waren glücklich, auch wenn wir einige Hürden zu meistern hatten. Wir liebten uns und sie trug mich auf Händen.

Nun sind wir in mein Heimat-Bundesland zurück gezogen, in eine Stadt mit der sie leider traumatische Erfahrungen verbindet. Wenn auch nur indirekt. In den ersten 6 Monaten war alles gut. Dann stellte ein Psychiater von einem Tag auf den Anderen ihre Medikation vollständig um, da der Prolaktinwert wohl etwas zu hoch war und weil sie immer etwas gedämpft war. Mit der neuen Medikation fühlte sie sich zwar erstmal gut und auch aktiver oder stimmungsheller. Allerdings bekam sie Panikattacken. Daraufhin gab der Arzt noch ein anderes Medikament hinzu und die Psychose brach wieder aus. Nach 15 Jahren. :(

Ich brachte sie in die Klinik. Diese half leider nur bedingt. Zum Einen verbindet sie damit auch indirekt Vergangenheit und zum Anderen war es ihr dort zu laut und unruhig, was sie gestresst hat. Dazu kam noch, dass ihr sofort Tavor gegeben wurde. Das Ausschleichen war sehr schlimm. Als Krönung verliebte sie sich dann auch noch wahnhaft in die Sozialarbeiterin dort und bildete sich ein, dass diese mit ihr redet und noch krassere Dinge. Schließlich trennte sie sich vorletzten Donnerstag von mir und am Montag entließ sie sich auf eigene Verantwortung. Am Dienstag Abend erfuhr ich erst davon, da mir ein fremder Mann ihre Klamotten brachte, die er gefunden hatte (die Adresse war zufällig dabei). Ich, eine Freundin und die Polizei suchten sie und fanden sie. Sie schien einigermaßen klar zu sein und ich sollte sie am nächsten Tag in die Klinik bringen. Am nächsten Morgen war sie wieder weg (wusste nicht wohin, da sie niemanden außer mir hat). Polizei hat sie gefunden und sie wollte sich einfach nur zu Hause ausruhen und ihr ging´s besser. Abends wurde es dann wieder richtig schlimm. Am nächsten Tag brachte ich sie in eine andere Klinik in der nächst größeren Stadt, die aber überfüllt war und wo sie nicht genommen wurde. Sie hat aber einen Arztbrief für Bedarfsmedikation und einen Termin für den 1.09. bekommen.

Zu Hause ging es ihr dann auf einmal wieder besser. Aber seit gestern Abend ist es wieder schlimm mit Halluz und Wahnideen. Heute als ich auf der Arbeit war, wollte sie wieder weglaufen, da die Stimmen gesagt hätten, sie solle zur Sozialarbeiterin. Sie weiß aber gar nicht wo die wohnt und fand sich am Bahnhof wieder, wo sie sich eines Besseren besann. Sie hat sich bei Psychiater und Therapeut für den 08.09. einen Termin geben lassen. Sie meint, sie wolle nicht mehr in eine Klinik, das würde ihr nicht helfen, da zu unruhig und stressig. Aber eigentlich gehen ihre Zustände gar nicht. Sie weiß ja tw. nicht mal mehr, was Realität ist und was nicht. Sie hat immer noch Zustände mit Halluz und Wahn zwischendurch und ich hab ständig Angst, dass sie wegläuft und sonst wo landet (vor 15 Jahren ist sie mal mit dem Zug weg und tagelang durch tiefsten Wald gelaufen, bevor sie kurz vorm Verhungern gefunden wurde).

Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Ich möchte ihr gern helfen, weiß aber nicht wie. Dazu kommt, dass sie sich etwas distanziert, da sie ja nun eine Andere liebt (bzw. sich das einredet und meint, magische Zeichen dafür zu erhalten). Die Situation als WG ist momentan echt seltsam. vor allem mich belastet das natürlich. Ich habe keine Ahnung, ob ihre Gefühle für mich zurück kommen wenn sie diese Frau irgendwann vergisst und wenn´s ihr wieder besser geht (da es ja nicht real ist und eher Wahn). Die 6 Wochen in der Klinik waren für mich schon hart genug. Ich hab sie einen Monat lang jeden Tag besucht, trotz 10h Arbeit jeden Tag. Ich war im Stress und hab kaum noch etwas geschafft. Dann die Trennung, womit sie mir den Boden völlig unter den Füßen wegzog. Und nun wohnen wir als WG (ich fühle mich natürlich auch verantwortlich für sie und möchte nicht, dass sie mit allem allein dasteht) und ich bin total überfordert mit den Gefühlen von Liebe, Trauer und Überforderung. Was soll ich nur tun!? Hat jemand vielleicht schon mal etwas ähnliches erlebt?! :(

Sorry, wenn das vielleicht wirr und zu viel Text ist. Ich würde mich freuen, wenn jemand irgendwie helfen kann. :/

Eure whity


zuletzt bearbeitet 24.08.2015 21:06 | nach oben springen

#2

RE: Hilfe!

in Treffpunkt für Angehörige 25.08.2015 21:30
von Hotte | 1.638 Beiträge | 4790 Punkte
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Hallo whity,

das tut mir sehr leid!

Das liest sich so, als hätte der Arzt da ziemlich was verbockt.

Hier in Hamburg hätte ich Dir vorgeschlagen, Deine Frau in eine Krisenpension bei der integrierten Versorgung zu bringen. Da müsste man allerdings bereits vor der Krise Kontakt aufgenommen haben und eingebunden worden sein.

Mein Mann war auch damit überfordert, mich zu Hause zu haben. Die erste Psychose hatte er nicht miterlebt, da ich zu der Zeit eine Zweitwohnung in Bonn hatte. Er hat sich damals frei genommen und kam mich aus der Klinik holen. Dieses Jahr im Februar hat er sich eine Woche krankschreiben lassen, während ich nach 4 Tagen Klinik in der Krisenpension war.

Ich kann Dir nicht viel helfen als Dich daran zu erinnern, dass Du zuerst an Dich denken musst.
Habt ihr irgendwelche Vorsorge getroffen? Gibt es Vollmachten für den Fall einer erneuten Psychose? Habt ihr einen Notfallplan vereinbart, wie sie von wem behandelt werden will?
Gibt es irgendwelche Ansprechpartner, von denen Deine Frau betreut wird, an die Du Dich wenden könntest?
Gibt es in eurer Stadt Peer-Beratung für Angehörige? Trialoge? Eine Klinik mit Ambulanz?
Ich meine, Du selbst brauchst ja auch Unterstützung und glücklicherweise hast Du bereits erkannt, dass Du überfordert bist.

Gibt es keinen Psychiater mit Notfallsprechstunde? Da Deine Frau offensichtlich keine Medikamente zur Hand hat, aber zumindest teilweise krankheitseinsichtig ist und daher wahrscheinlich welche nehmen würde, würde ich das zuerst versuchen. Da kannst Du auch als Angehörige anrufen und einen gemeinsamen Termin vereinbaren. Jedenfalls würde ich nicht bis zum 8.9. warten und derweil jeden Tag 10h arbeiten gehen.


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
zuletzt bearbeitet 25.08.2015 21:31 | nach oben springen

#3

RE: Hilfe!

in Treffpunkt für Angehörige 25.08.2015 21:44
von Molly | 3.181 Beiträge | 15605 Punkte
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Viel kann ich da auch nicht helfen, aber zu überlegen wäre, dass die Medikamente, die sie früher bekommen hat doch wohl noch am besten gewirkt haben. Ich nehme Amisulprid/Solian ein, was auch den Prolaktinspiegel recht stark erhöht. Ich nehme es trotzdem weiterhin, weil es das bisher beste Medikament für mich war. Eigenständige Reduktionen oder andere Medikamente wie zB. Abilify oder Risperdal, haben mich innerhalb von ein paar Wochen wieder mal zum Opfer der Stimmen und meiner Depressionen gemacht. Meine Meinung: "Never change a running System!", so lange die Nebenwirkungen irgendwie noch erträglich sind.


LG,
Molly

Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
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#4

RE: Hilfe!

in Treffpunkt für Angehörige 25.08.2015 23:40
von whity (gelöscht)
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Hallo. Vielen Dank für Eure Antworten. :)

Damals in Hamburg war es so, dass sie über Jahre hinweg in der Klinik auf Amisulprid eingestellt wurde. Von da an waren die Symptome zum großen Teil gedämpft. Die dann beginnende Beziehung zu mir hat ihr auch sehr geholfen. Ergänzend haben wir zufällig dann das pflanzliche Mittel Neurodoron entdeckt, dass sehr half.

Die neue Psychiaterin als wir nach Bochum zogen, wollte auch nie was verändern. Aber nun sind wir in MV. Die ärztliche Versorgung hier ist nicht so der Burner. Jedenfalls veränderte er die Medikation von einem Tag auf den anderen und sie bekam Positivsymptome. Ich brachte sie in die Notaufnahme, wo man sie erst gar nicht aufnehmen wollte da sie sich noch artikulieren konnte. In der Klinik wurde sie auf Abilify umgestellt aber leider wurde sie anfangs auf Tavor gesetzt. Das Ausschleichen war auch die Hölle...

Da es ihr in der Klinik zu trubelig und stressig war und ee ihr besser ging, entließ sie sich. Allerdings hatte sie sich ja kurz zuvor von mir getrennt und traute sich nicht nach Hause. Sie irrte also 2 Tage durch die Stadt. Schließlich erfuhr ich davon und ließ sie suchen. Nun ist sie zwar wieder zu Hause, aber die Situation ist sehr schwierig. Zum einen weil sie sich ja von mir getrennt hat (aufgrund der wahnhaften Verliebtheit zur Klinik-Sozialarbeiterin. Zum Anderen aufgrund ihrer psychotischen Zustände...

Nachdem sie heute wieder im Wahn die Wohnung verlassen hatte ohne sich einmal zu melden, kam ich früher von der Arbeit und überredete sie zum Psychiater zu gehen. Sie bekam einen Termin. Allerdings beschwerte sie sich recht aggressiv, dass sie nicht von mir zum Psychiater geschleppt werden solle und ich mich raus halten soll. Wir wären ja getrennt und es ginge mich nichts mehr an. :( Sie wüsste schon allein ob sie einen Psychiater brauche und der könne ihr ja auch nicht helfen... Das hat mich sehr verunsichert und auch gekränkt. Denn meine Sorgen um sie kann ich ja nicht einfach abstellen nach 5 Jahren Beziehung. :/ Einsehen wollte sie das aber auch nicht.

Da sie mit Hilfe des Abilify gern wieder klar sein möchte im Gegensatz zum Amisulprid, hat der Psychiater ihr jetzt die höchste Dosis verschrieben. Ich bin gespannt ob es hilft und hoffe einfach, dass sie unsere Beziehung und Ehe nicht wegen einer wahnhaften Verliebtheit einfach weg schmeißt. :'( Momentan kann ich wohl nur ihren Wunsch nach Selbstbestimmung akzeptieren und mich endlich mal wieder um mich kümmern. Aber es ist so hart mit ihr zusammen zu leben aber ganz anders als vorher und ihre Zustände mitzuerleben bzw. ihren schlechten Zustand. Da sie auch manchmal nicht zwischen Realität und Wahn unterscheiden kann, mache ich mir natürlich um so mehr Sorgen. Aber da sie meint es sei keine richtige Psychose, versteht sie meine Sorgen nicht... Es ist so schwierig. :(

Danke euch


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#5

RE: Hilfe!

in Treffpunkt für Angehörige 26.08.2015 06:24
von Molly | 3.181 Beiträge | 15605 Punkte
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Mal wieder Abilify! Das Zeug ist horrend teuer und wirkt bei manchen einfach Null! Ich hatte damals zwar kaum noch Nebenwirkungen, außer dass ich mich fitter (klarer?) und in meinem Fall ehrlich gesagt auch etwas aggressiver fühlte, aber das bringt man, wenn man es nicht weiß, eher in Zusammenhang mit äußeren Umständen, als mit einer Medikamentenwirkung. Gegen Positivsymptomatik, was bei mir das Hauptproblem darstellt, half es überhaupt nicht.


LG,
Molly

Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
zuletzt bearbeitet 26.08.2015 06:32 | nach oben springen

#6

RE: Hilfe!

in Treffpunkt für Angehörige 26.08.2015 07:09
von whity (gelöscht)
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Hey. Vielen Dank für die Info. :) Bei ihr scheint es nämlich auch nicht zu wirken und ihr Ausbruch gestern war wirklich etwas aggressiv. So kenne ich sie gar nicht und es verunsichert mich und macht mir Angst. :/ Habe ihr ja nichts getan, außer dass ich mich vielleicht etwas zu sehr sorge und sie gestern überredete zum Psychiater zu gehen... Ob es was gebracht hat, bleibt abzuwarten. Wenn diese Medi-Einstellungen nur nicht immer so lange dauern würden... :(

LG whity


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