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#1

Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 21.08.2015 07:37
von kugelfich (gelöscht)
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Hallo!

Ich bin neu hier. Ende Juni kam es bei meiner Schwester zu einem sehr deutlichen Schub einer Wochenbettpsychose.

Im Nachhinein hat das Ganze bereits in der Schwangerschaft begonnen. Sie hat zunehmend aufgrund der aktuellen politischen Situation in Europa mit einem Krieg gerechnet und begonnen, Vorräte im grossen Stil anzulegen. Sie war mit ihrem Mann in eine neue Wohnung gezogen und erzählte mir von der Nachbarin, die irgendwie komisch sei. Diese ist Mitlied in einer Freikirche.

Hinzu kam in der Schwangerschaft etwas, was sie selbst als "Schwangerschaftsdemenz"und später "Stilldemenz" bezeichnete. Es kam immer wieder zu Gedächtnislücken, nicht gravierend aber schon deutlich.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir noch nicht viel dabei gedacht, da meine Schwester schon immer, wenn sie sich auf ein Thema eingeschossen hatte recht extrem in der Verfolgung desselben war, ebenso war es mit Menschen. Wenn sie ein Urteil über jemanden gefällt hatte, hatte die Person es sehr schwer, da wieder raus zu kommen.

Als in dem Haus, in dem meine Schwester und mein Schwager mit ihrem Kind leben eine Wohnung in ausreichender Grösse frei wurde, kam meine Schwester mit der Idee, wir könnten doch ins gleiche Haus ziehen. Ich hatte nichts dagegen, hatten wir beide ein ungewöhnlich gutes Verhältnis miteinander. Eigentlich kann ich sagen, dass meine Schwester im Erwachsenenalter zu meiner engsten Vertrauten und besten Freundin geworden ist. Was mir damals hätte auffallen können war ihre Motivation. "Dann haben wir es auch leichter, was die Vorratshaltung angeht." (Ich habe einen kleinen Lebensmittelvorrat, der für ca. 2 Wochen ausreichen würde, in denen man aus welchen Gründen auch immer nicht einkaufen gehen kann.)

Bei der Taufe des Kindes sagte sie, sie sei SO FROH, dass das Kind endlich getauft sei, wobei sie nie ein gläubiger Mensch war. Wir sind von Haus aus katholisch erzogen worden, meine Schwester hat jedoch ab dem Jugendalter mit Kirche nichts am Hut gehabt, nicht mal an Weihnachten ist sie in die Kirche gegangen.
An diesem Tag sagte sie zu mir, sie glaubt, "sie würde abschnallen". Ich verwies sie auf ihre behandelnde Ärztin, bei der sie in homöopathischer Behandlung stand. Später erzählte mir meine Schwester auf der Taufe sei ihr ein Engel und ein böses Wesen erschienen.

Es kam zu einer Zuspitzung der Situation. Sie brach den Kontakt immer mal wieder ab, so dass sie nicht erreichbar war. In den letzten zwei Woche vor der Klinikeinweisung war es am Schlimmsten. Wenn wir telefonierten und sie mir von ihren Engeln und Verschwörungtheorien erzählte (Sie wurde abgehört, ihr Telefon werde gestört, man habe sie verflucht, sie sei in die Fänge einer Sekte geraten) versuchte ich sie - genau wie ihr Mann- zu einem Klinikaufenthalt zu bewegen. In einem klaren Moment sagte sie, gestern sei es ihr so schlecht gegangen, da hätte sie sich gedacht ein Aufenthalt in der Psychiatrie sei auch ok. Den Gedanken verfolgte sie jedoch nicht. Zu einer gemeinsamen Freundin sagte sie, ihr Mann und ich hätten uns gegen sie verschworen, "weil wir sie in die Klapse bringen wollen". Sie fing an, immer wieder laut zu beten und ist ungefähr zu 5-6 verschiedenen Priestern zur Beichte gegangen.

Nach einer wohl für meinen Schwager sehr schrecklichen Nacht, in der sich meine Schwester mit dem Säugling im Schlafzimmer eingesperrt hatte, weil mein Schwager bei 28 Grad+(das war die Zeit, als es so schrecklich heiss war) das Fenster öffnen wollte, in der er mich ratlos anrief, da sie laut betend am Bett kniete gelang es mir irgendwann, sie ans Telefon zu bekommen. Ich sagte ihr, dass sie zum Arzt gehen soll, um sich helfen zu lassen (das nicht zum ersten Mal) - drei Tage vorher hatte sie mir versprochen, dies zu tun. Auch hier sagte sie, sie werde dies tun.

Das nächste, was ich hörte, war mein Schwager, der mir sagte, sie habe das Baby genommen und sei in die Klinik gefahren.
Ans Telefon würde sie nicht gehen. Ich sagte ihm, er solle zunächst ruhig bleiben und in der Klinik anrufen. Als sie nach 2 Stunden dort nicht aufgekreuzt war (Klinik ist ca. 10 Minuten von der Wohnung entfernt), bekamen wir Angst und schalteten, nachdem sie wiederholt nicht das Telefon abnahm die Polizei ein.

Schlussendlich ist sie nach ca. 6 Stunden gefunden worden, dem Baby ging es gut. Sie war bei einer entfernten Verwandten, die sie eigentlich nicht ausstehen kann. Da sie Angst vor dem Sohn der Frau hat, war das die allerletzte Station, wo wir gesucht haben.
Diese Frau ist sehr katholisch und bestärkte sie in der Beterei, weil sie das auch so handhabt. Dass das Verhalten für jemanden, der eigentlich nicht wirklich gläubig ist untypisch ist ignorierte sie.

Alles in allem kam es dann zu einer Einweisung in die geschlossene Psychiatrie. Zunächst war für meine Schwester nur die Bibel, das Gotteslob, der Rosenkranz und das Marienamulett, die diese Bekannte ihr gegeben hatte, wichtig. Das besserte sich jedoch relativ rasch unter Medikation. Während der ganzen Zeit legte meine Schwester eine extreme Feindseligkeit mir gegenüber an den Tag, dies ist einer lauernden Vorsicht gewichen.

Zunächst lautete die Diagnose "paranoide Schizophrenie im Ramen einer Wochenbettpsychose". Nach einiger Zeit wurde es zu "schizoaffekive Persönlichkeitsstörung". Sie ist mittlerweile daheim, bekommt Abilify und noch etwas.

Mein Problem ist, dass ich die Person, die mit meinen Kindern und meinem Partner der wichtigste Mensch auf Erden ist, nicht wieder erkenne. Sie wirkt komplett verändert, nur ganz selten schimmert der Mensch, der sie war durch.

Unter diesen Umständen sehe ich mich auch nicht in der Lage im selben Haus mit ihr zu wohnen, ich glaube nicht, dass ich das packe. Ich weiss nicht, ob und wie sie wieder "die Alte" wird.

Mir tut weh, dass sie mich so von sich gestossen hat und sich an jemanden gewandt hat, der ihr zuvor nichts bedeutete und auf diese Person hört.

Ich weiss, dass das alles wahrscheinlich besser werden wird, sie ist ja erst vor 1 Woche entlassen worden und die Ärzte sagen, dass so etwas Zeit braucht. Dennoch ist es sehr schwer für mich, denn gefühlt habe ich einen sehr grossen Verlust erlitten.

Vielleicht ist hier ja jemand, dem es ähnlich ergangen ist. Über ein paar Worte würde ich mich freuen.

Danke fürs Zuhören.


kugelfich


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#2

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 21.08.2015 13:06
von Fiene (gelöscht)
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Bisher hatte ich nur von Wochenbettdepressionen gehört, die bei manchen Frauen auftreten.
Habe etwas gegoogelt.
Ich denke mal, dass die Wochenbettpsychose wie eine normale Psychose behandelt wird und ihren Namen nur
trägt, weil die Schwangerschaft/Geburt Auslöser der Krankheit sind.

Dann habe ich noch gegoogelt, dass man den Patientinnen eine EKT (Elektrokrampftherapie) empfiehlt.
Vielleicht, weil diese weniger Schadstoffe an die Muttermilch abgibt, bzw. Schadstoffe schneller abgebaut werden - anders kann ich mir es nicht erklären.
Ich antworte dir deshalb, weil meine Tochter mit EKT´s behandelt wurde. Sie ist wieder die Alte mit ihrem lieben und
freundlichen Wesen. Sie wirkt überhaupt nicht krank - keine Halluzinationen oder Stimmen mehr -.
Du darst also hoffen, dass alles wieder gut wird.

Ich verstehe dich so, dass du mit deinen Kindern im gleichen Haus mit deiner Schwester wohnst.
Allein schon wegen der Kinder kann ich gut nachvollziehen, dass du daran denkst, auszuziehen.
Nicht umsonst sind auch in psychatrischen Kliniken Besuche von Minderjährigen verboten.
Das ist schon für Erwachsene heftig, es zu verkraften.

Du wirst schon die richtige Entscheidung treffen.

LG. Fiene


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#3

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 22.08.2015 17:15
von Quietschi | 930 Beiträge | 1902 Punkte
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Hallo Kugelfich.
Gib den Medikamenten Zeit ihre Wirkung zu entfalten. Das dauert ein paar Wochen, oder, wenn sie nicht ordentlich medikamentös eingestellt ist, auch einige Monate. Deine Schwester wird auch eine Weile brauchen, bis sie begreift wie sich ihr Denken in der letzten Zeit verändert hat und was die Krankheit alles mit ihr angestellt hat. Das ist sicher schlimm für dich mitzuerleben, aber eine Psychose verschwindet nicht einfach ganz schnell und alles ist wieder wie zuvor. Ich möchte dir Mut machen, dass sich der Zustand deiner Schwester wieder bessern wird.
Du schreibst, es wäre für dich so schlimm, dass du mit deinem Partner und deinen Kindern nicht mit deiner Schwester mehr unter einem Dach leben kannst. Nun - das musst du beurteilen. Aber da du auch Verantwortung für deine Kinder trägst, die sicher nicht in einem ungesunden Klima aufwachsen sollen, denn Kinder riechen "dicke Luft", dann wirst du den schweren Schritt gehen müssen und mit deiner Schwester darüber reden müssen, dass das so nicht mehr weiter gehen kann zwischen euch. Möglicherweise empfindet sie sich selbst gar nicht als so abweisend und hat momentan nur so viel mit sich selbst zu tun. Immerhin hat sie eine Menge zu verarbeiten. Falls sie aber weiterhin so ablehnend eingestellt ist, wirst du vielleicht nicht umhin kommen, die schwere Entscheidung treffen zu müssen auszuziehen. Aber erst mal würde ich noch mal mit ihr reden.
Liebe Grüße,
Quietschi


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#4

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 00:41
von Molly | 3.181 Beiträge | 15615 Punkte
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@Kugelfich:

Ich war anfangs mit einer Wochenbettpsychose diagnostiziert, weiß aber inzwischen, dass die Überlastung, die die Geburt meines ersten Kindes mit sich gebracht hat, die wohl schon vorher latent bestehende Psychose einfach vollends zum Ausbruch gebracht hat. Das war nur der Tropfen, der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat. Inzwischen bin ich mit paranoider Schizophrenie diagnostiziert, muss aber dazu sagen, dass ich keine schizoaffekive Störung habe, die manchmal zu unvorhersehbaren Handlungen wie zB. selbst- oder fremdgefährdendem Verhalten führen könnte.

Wenn man dann erst mal für längere Zeit Erfahrung mit Stimmen und eventuell auch optischen, olfaktorischen oder sensuellen Wahrnehmungen gemacht hat, kann man kaum noch glauben, dass das alles nur Halluzinationen sind. Die Psychose wird ja nur sehr selten sofort entdeckt, weil man die ganze Umwelt als feindlich gesonnen empfindet und sich deshalb nicht darüber äußert. Deshalb ist es auch schwer, wieder so zu werden, wie man vorher war.

Man hat eine Erfahrung gemacht, die alles was man vorher für real hielt über den Haufen wirft. Man ist dann die ganze Zeit auf der Suche, was die Wahrheit hinter diesen Wahrnehmungen ist und findet Erklärungen in allen möglichen religiösen, esoterischen oder verschwörungstheoretischen Ansätzen. Die medizinische Lehrmeinung, die das alles in Frage stellt, ist oft ein Feindbild. Deine Schwester glaubt nun wohl, dass die Kirche ihr helfen kann, das alles zu überwinden. Meist hilft es aber nicht, sondern die Betroffenen gleiten von einem Wahn in einen anderen hinein. Das soziale Umfeld kann das natürlich nicht akzeptieren. Ein Zusammenleben wird schwierig. Oft verheimlichen Betroffene auch ihre eigentlichen Gedankengänge nach den ersten Erfahrungen mit der Psychiatrie, weil sie hoffen, so noch mal ohne das alles, vor allem ohne die Medikamente mit den schlimmen Nebenwirkungen davon zu kommen, und ein normales Leben führen zu können, was aber auf Dauer ohne Medikamente in vielen Fällen nicht klappt.

Oft helfen sogar die Medikamente nur bedingt und man muss wohl oder übel lernen mit Symptomen zu leben. Eine begleitende und unterstützende Psychotherapie ist dringend anzuraten um mit Sicherheit entstehende Konflikte im sozialen Umfeld aufzulösen. Was sagt eigentlich der Mann Deiner Schwester zu all dem? Du hast nur von Dir geschrieben. Macht er sich keine Sorgen um sein Kind?

Einiges was Fiene geschrieben hat, kann ich so nicht bestätigen: In unserer Kilinik dürfen Kinder ihre Eltern besuchen, wenn sie auf einer offenen Station sind und ich habe nie gehört, dass Frauen mit einer Wochenbettpsychose spezielle Anwärter für eine EKT sind. EKTs werden auch nur sehr selten angewandt. Ich halte es für ziemlich ausgeschlossen, in so einem Zustand mit oder kurz nach einer Psychose überhaupt zu stillen. Deshalb ist das bestimmt nicht die richtige Begründung. Na ja, meine Klinikerfahrungen beziehen sich auch die Zeit vor 2005. Es könnte auch sein, dass das je nach Klinik unterschiedlich gehandhabt wird.

Wenn Du magst, lies meinen Erfahrungsbericht dazu: http://alxdo.jimdo.com/startseite/erfahr...richt-psychose/

LG,


LG,
Molly

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1 Mitglied hat sich bedankt!
zuletzt bearbeitet 23.08.2015 11:02 | nach oben springen

#5

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 11:06
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Hi Molly

Ich habe ja auch nicht meine persönliche Meinung abgegeben, sondern über die gängige Praxis, nach der ich gegoogelt habe,
geschrieben.
So ist es allgemein üblich, dass Frauen bei einer Kaiserschnittentbindung sehr bald nach dem Aufwachen stillen dürfen/sollen.
Ob dies gut ist für das Baby, ist eine zweite Frage.

Dieses Thema hatte mich interessiert. Kennst ja sicher meinen Thread "Ich würd ja auch gern noch mal Oma werden".
Deshalb habe ich mich informiert, wie Ärzte es handhaben mit der Behandlung von Schwangeren und frisch gebackenen Müttern.

Ansonsten galt bei meiner Tochter auf der geschlossenen Station Besuchsverbot von minderjährigen Kindern, was auf der offenen Station sicher anders ist.

Es bleibt aber abzuwarten, ob Kugelfich überhaupt noch Interesse am Thema hat.

L.G. Fiene


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#6

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 11:28
von Molly | 3.181 Beiträge | 15615 Punkte
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Hallo Fiene!

Wo hast Du denn das mit der EKT als Erstmittel bei Wochenbettpsychose gefunden? Ich lese überall, dass auch heute erst mal Medikamente gegeben werden und dass erst wenn die Medikamente nicht wirken EKT in Betracht gezogen werden könnte, von der auch nur einige Frauen profitieren. Was ich weiß ist, dass die EKT heutzutage nur sehr selten angewandt wird. Ich denke eher, dass der derzeitige Erfolg, den deine Tochter mit der EKT erlebt, dich für das Thema positiv aufgeschlossen hat. Dies muss aber nicht für jede/n gelten.

Dass Kinder auf einer geschlossenen Station wo sich Patienten aufhalten, die im Ausnahmezustand sind nichts zu suchen haben, dürfte klar sein.

Wieso sollte es für ein Baby nicht gut sein, auch nach einem Kaiserschnitt möglichst schnell nach der Geburt Muttermilch zu bekommen? Man weiß doch, dass die Erstmilch wichtige Enzyme für das Kind enthält. Oder meintest Du die Mutter? Man sagt, dass sich die Gebärmutter durch die darauf entstehende Hormonausschüttung schneller zusammenzieht, wenn man stillt. Das dürfte auch nach einem Kaiserschnitt der Fall sein.

LG,

PS: Ich hab noch einen Link mit einfach gehaltenen Informationen zum Thema Wochenbettpsychose gefunden:
http://de.wikihow.com/Wochenbettpsychose...n-und-behandeln

Ich möchte Dich mit diesem Posting nicht ärgern. Es ist nur so, dass ich eben andere Informationen habe.


LG,
Molly

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zuletzt bearbeitet 23.08.2015 12:06 | nach oben springen

#7

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 13:44
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@Molly: meiner Erfahrung nach durften auf die offene Station auch Kinder. Kinder kamen auch ihre Elternteile besuchen und meine Nichte war auch mit.


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#8

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 14:51
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Hallo Quietschi!

Das meinte ich auch.


LG,
Molly

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#9

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 15:36
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Hi Molly

Mir ist nicht klar geworden, womit ich den Eindruck bei dir erwecken konnte, mich von dir geärgert zu fühlen.

Vermutlich ist Kugelfch nicht mehr dran interessiert, hier mehr zu schreiben. Allenfalls das finde ich schade,
denn man versucht ja auf einen fremden Menschen einzugehen und stellt dann fest, dass man ihm seine Zeit
und Aufmerksamkeit umsonst gewidmet hat.

Nur noch nebenbei: Auch in dem von dir angegebenen Link wird EKT empfohlen.
Wo ich es noch gelesen habe, weiß ich nicht mehr genau.
Ich hatte lediglich Überlegungen angestelllt, weshalb dies empfohlen wir und bin nach einigem Googeln
darauf gekommen, dass die Narkosemittel einer EKT nicht so schädlich sind, wie die Psychose-Medis.


LG. Fiene


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#10

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 16:39
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Stimmt! In erster Linie wird aber auf Medikamente hingewiesen. Aber was sage ich... Wenn die EKT wirklich hilft, ist man gut raus! Dann kommt man schon mal um die Medikamente rum, die absolut nicht angenehm sind. Man ist dann auch nicht ständig müde und schlapp und kann sich dann sicher besser um das Kind kümmern als unter Neuroleptikaeinfluss.


LG,
Molly

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zuletzt bearbeitet 23.08.2015 18:04 | nach oben springen

#11

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 23.08.2015 20:19
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Ja Molly,

es entfällt die Müdigkeit und Schlappheit. die dem Baby sicher nicht zu Gute kommen.
Aber auch die Wirkstoffe der Medis gelangen nicht in die so wichtige Muttermilch.

Dagegen sollen die Wirkstoffe des Narkosemittels bereits mit dem Aufwachen der Patientin fast
verarbeitet sein. Allerdings sehe ich das mit Skepsis an.

Wenn man unsicher ist oder skeptisch, kann man "nicht verseuchte" Muttermilch bei Zimmertemperatur bis zu 4 Std. aufbewahren,
im Kühlschrank bis zu 8 Std. und eingefroren bis zu 1/2 Jahr.
Dementsprechend wird die Milch rechtzeitig abgepumpt.

Nun ja, wäre eine Erklärung für die angesprochene Thematik.

Dass die EKT nicht so häufig angewandt wird, ist denke ich eher eine Kostenfrage.
Stell dir mal vor, alle psychisch erkrankten Menschen würden auf diese Weise behandelt werden.
Allein schon das Team, welches bei der EKT anwesend ist, muss teuer bezahlt werden, dann die ganze Vor- und Nachsorge.

Ich denke, man ist da bei einem Neugeborenen eher bereit, die teureren Maßnahmen zu finanzieren.

Aber bei allem bedenke: Ich bin kein Arzt, auch nur Laie und versuche, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Einen schönen Abend noch

Fiene


zuletzt bearbeitet 23.08.2015 20:27 | nach oben springen

#12

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 24.08.2015 09:53
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Vielen Dank Euch allen für Eure Antworten und Gedanken.

Ja, wahrscheinlich muss ich mich einfach in Geduld üben. Ich habe auch den Eindruck, dass es von Woche zu Woche schrittchenweise besser wird.

Aber es ist halt nicht einfach, wenn man einen Menschen, den man bisher sehr gut kannte nicht wiedererkennt, wenn es so ist, als wäre das ein ganz anderer Mensch.

Was im Moment geschieht ist ein vorsichtiges Herantasten aneinander. Ich hoffe sehr, dass wir irgendwann wieder ein ähnlich gutes Verhältnis haben werden, wie vor Ausbruch der Erkrankung.

Liebe Grüsse,

kugelfich


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#13

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 24.08.2015 09:57
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Liebe Molly,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich werde mir gerne Deinen Erfahrungsbericht durchlesen. Im Moment ist alles noch so frisch, dass ich nicht immer die Kraft dafür habe, mich auseinanderzusetzen, deswegen verzeiht mir hier bitte, dass ich nicht sofort antworte.

Liebe Grüsse,

Kugelfich


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#14

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 24.08.2015 10:50
von Still | 234 Beiträge | 2917 Punkte
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Hallo Kugelfich,

ich war schon lange vor meiner Schwangerschaft psychotisch. Während der Schwangerschaft spitzte sich mein Wahn so zu dass ich in einer Tagesklinik bzw überhaupt erst psychiatrisch behandelt wurde. Bei mir standen die Medikamente auch im Vordergrund natürlich erst nach der Geburt von EKT war niemals die Rede dabei. Nur schlugen die Medikamente lange Zeit nicht an und ich hatte alle in meinen Wahn mit einbezogen. Vom Stillen wurde mir sowieso abgeraten wegen dem zusätzlichen Stress.

@Fiene Ich möchte dich auch nicht angreifen, aber so einfach ist das mit der Schwangerschaft und dem aufziehen des Kindes wirklich nicht, wenn man psychotisch ist und behandelt werden muss (egal ob EKT oder Medikamente), man steht unter einem enormen Druck. Außerdem findet heute beim Kaiserschnitt keine Vollnarkose mehr statt, sodass man ohne weiteres wenn alles nach Plan verläuft Stillen kann. die verwenden dabei wenn ich mich nicht irre nur Medikamente die nicht in die Muttermilch übergehen. Ist aber wirklich nicht böse gemeint.

LG Still


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#15

RE: Wochenbettpsychose und ihre Folgen

in Treffpunkt für Angehörige 24.08.2015 15:52
von Fiene (gelöscht)
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Liebe Leute,
bitte hört auf, mir irgendwie zu sagen, ich solle mich nicht angegriffen fühlen.
Wenn ich mich angegriffen fühle, finde ich schon einen Weg, mich bemerkbar zu machen.

Außerdem bin ich noch lange nicht doof oder dumm.
Ihr werdet oder seid die Experten für E U R E Krankheit.
Wie weit man sich als nicht erkrankter Mensch drauf einlassen kann, ist eben ein Sache, die I H R genauso wenig
einschätzen könnt, wie ich die verschiedenen Krankheiten.


Puh, sind doch so viele Verständnisschwierigkeiten da?

Ich habe gerade viele ??????? im Kopf.

Gruß Fiene


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