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#1

Geschwister

in Treffpunkt für Angehörige 10.08.2015 20:25
von balidi (gelöscht)
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Hallo an alle da draussen!

Eigentlich nutze ich Internetforen so gut wie nicht - dennoch interessiert mich:

Gibt es hier vielleicht jemanden, der ebenfalls einen kranken Bruder bzw. Schwester hat, die an einer psychischen Erkrankung leidet, für die er/sie sorge trägt? (Eltern gibt es bei uns leider keine mehr, sonst auch nur weiter entfernte Verwandte.) Leider gibt es in der Literatur hierzu nicht all zu viel, in Selbsthilfegruppen gibt es auch niemanden in einer ähnlichen Situation. Ich habe Eltern (vor allem Mütter) mit psychisch kranken Kindern und Kinder psychisch kranker Eltern kennengelernt.

Ich finde, dass es unendlich schwierig ist als Geschwisterteil in akuten Phasen (diagnostizierte Schizophrenie) zu agieren...

... man will nicht die große Schwester/ großen Bruder raushängen lassen, war familiär gesehen immer in einer ähnlichen Position... es ist immer eine schmale Gratwanderung zwischen Grenzüberschreitung und Hilfestellung, die angenommen wird - man hat wenige Möglichkeiten einzugreifen ohne das Vertrauen der anderen Person auf's Spiel zu setzen. Nachdem ich immer zum Handkuss komme und für Einlieferungen im akuten Phasen der Krankheit herhalten muss (auch wenn es Freunde, etc. gäbe, die sich im akuten Fall aber an mich wenden) ist der aktuelle Stand so, dass mein Angehöriger seit heute nichts mehr mit mir zu tun haben will (was sich hoffentlich bei Besserung der akuten Phase ändern kann..., ich musste ihn "austrixen" damit ich ihn in Behandlung bringe, und er nicht psychotisch durch die Gegend rennt).

Ich liebe in sehr - er ist Teil meiner Kindheit und meines Lebens.
Und es ist schwierig.

Gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen oder hat jemand Tipps für mich? (auch Literatur, o.ä)?

DANKE!


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#2

RE: Geschwister

in Treffpunkt für Angehörige 10.08.2015 20:59
von Delphine | 335 Beiträge | 512 Punkte
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Hallo Balidi,

nur kurz, weil ich Betroffene bin: Hut ab, dass du ihn/sie ausgetrixt hast und nicht einfach alles seinen lauf hast nehmen lassen.

Ich wünsche dir sehr, dass ihr wieder zueinanderfindet.

Liebe Grüsse
Delphine


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#3

RE: Geschwister

in Treffpunkt für Angehörige 11.08.2015 16:05
von ichkannnichtmehr (gelöscht)
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Bin kein Bruder oder keine Schwester eines Erkrankten oder einer Erkrankten. Aber mich würde interessieren wie du ihn ausgetrixt hast?


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#4

RE: Geschwister

in Treffpunkt für Angehörige 12.08.2015 16:31
von balidi (gelöscht)
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Ehrlich gesagt ist das nicht gerade löblich - auch wenn die Ärtzin meinte super und so, genau richtig! - fühle mich aber nicht gerade gut dabei... leider wusste ich mir nicht anders zu helfen...

Diese akute Psychose war bislang die 4. Anscheinend kommt dieser Zustand punktlich jedes Jahr ein Mal. Die Anzeichen waren schon etwas länger zu erkennen - Getriebenheit, trotz schwerem Unfall keine Schonung, Euphorie, schnelles Wechseln von Themen im Gespräch... Tragisch ist, dass dies das erster Jahr war, in dem er Medikamente eingenommen hat (obwohl die Krankheitseinsicht zumindest teilweise noch immer fehlt). Dann... besorgte Anrufe von seinen Freunden, sie bekämen ganz seltsame SMS, Anrufe seinerseits bei Behörden mit nicht nachzuvollziehenden Fragen, Orientierungslosigkeit, wirres Reden, seltsame Angebote von ihm, etc. - also... die Sicherheit meinerseits, er hat eine akute Psychose.

Ich habe ihn mit Müh und Not überredet, dass wir kurz im Krankenhaus vorbeischauen, da ich mir Sorgen mache, ob die Medikamente richtig dosiert sind,... wie durch ein Wunder haben wir es dann auch da hin geschafft... Meine Zusage, dass wir nur ganz kurz hinschauen, er sich einen langen Aufenthalt sparrt und wir nachher etwas Essen gehen. Aber ehrlich gesagt - daran habe ich nicht wirklich geglaubt. Er Vertraut mir also, wir gehen hin - er weigert sich auch nur eine Nacht dortzubleiben um von den Medikamenten neu eingestellt zu werden. Wieder einmal geschützter Bereich... Diesmal ohne Zwangseinweisung.

Auch wenn es meiner Meinung nach für ihn momentan das beste ist - ich finde, das ist ein starker Vertrauensbruch. Leider muss ich immer wieder diese Rolle einnehmen, weil es sonst niemand tut. Natürlich sollte er selbst entscheiden was er will, aber in dem Moment versteht er leider nichts. Er ist zu recht böse auf mich - wäre ich ziemlich sich auch und das ist denke ich eine gesunde Reaktion - trotzdem denke ich das Richtige zu machen.

Ohne med. Behandlung wird der Zustand zur schlimmer, die Folgen seiner manischen Handlungen schwerer umkehrbar. Wieso muss man diese Rolle als Angehörige einnehmen? Das empfinde ich - neben vielen anderen Sachen auch - am meisten als Belastung. Ich denke, dass das auch die Beziehung zueinander beeinflusst auch wenn die Einsicht kommen sollte, dass es anders nicht ging. Mich damit in Verbindung zu bringen, dass man eingesperrt wird - das prägt. Ich denke, dass das schon schwerwiegender ist, als wenn man ein kleines Kind bei extremer Müdigkeit gegen großen Aufstand ins Bett schickt (auch wenn man ja weiß, das ist das Richtige)... (blöder Vergleich!!!, sorry... ich will nur veranschaulichen wie das in etwa für mich ist). Ich bin ja keine Erziehungsberechtigte und will das auch auf keinen Fall sein. Aber sonst tut ja niemand etwas.

Falls jemand Angehöriger ist und ähnlich Sorgen hat bin ich froh, von anderen Möglichkeiten zu erfahren, wie man noch mit so einer Situation umgehen kann. Falls jemand selbst betroffen ist, freue ich mich noch mehr über Ratschläge, wie ich das besser gestalten kann - oder soll ich mich ganz raushalten? Oder ist es mein Recht, mich ein kleines bisschen einzumischen, wenn alles außer Rand und Band läuft? wenn ich sonst auch immer da bin?


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#5

RE: Geschwister

in Treffpunkt für Angehörige 12.08.2015 17:32
von gerhard | 209 Beiträge | 582 Punkte
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Hi balidi,

als Betroffener denke ich, dass du das Richtige tust. Du bist viel für deinen Bruder da und machst dir viele Gedanken wie du seine Situation verbessern könntest, das zeigt dass du ihn sehr liebst was ihm ganz bestimmt sehr wichtig ist, auch wenn er das vielleicht nicht immer zeigen kann.

Ehrlich gesagt würde ich auch ziemlich sauer werden und verletzt sein wenn ein Angehöriger von mir einen Vertrauensbruch begehen würde, meine Mutter hat beispielsweise mal in einer meiner psychotischen Phasen einen persönlichen Brief, der an meine damalige Freundin gerichtet war, einfach gelesen. Heute weiß ich, dass das ihre Unsicherheit mit der Situation und ihre Sorge für mich war.

Am besten wäre es aus meiner Sicht wenn du dich deinem Bruder gegenüber öffnen könntest und ihm ganz unverblümt davon berichtest, dass es für dich selber enorm schwer war, weil du dich so sehr verantwortlich für ihn gefühlt hast. Das könnte ihm evtl. helfen mehr Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, was dich wiederum entlasten könnte.

lg


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