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#1

Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 10:11
von LaSirena13 (gelöscht)
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Hallo Liebe Mitglieder,

Ich bin neu hier und ziemlich verzweifelt,
deshalb wende ich mich nun hilfesuchend an dieses Forum und hoffe das ihr mir vlt ein paar tipps zu meiner aktuellen Situation geben könnt..
Bin wirklich um jede Antwort dankbar..

Kurz zur Geschichte,war bis 3.Mai diesen Jahres mit einem Schizophrenen Mann zusammen,haben uns zufällig im weitläufigen Freundeskreis kennen gelernt,kontakt gehalten und sind schließlich zusammen gekommen..
Es ist wohl wichtig zu erwähnen das er nicht krankheitseinsichtig ist und auch noch nie in Behandlung war..

Habe mich monatelang sehr intensiv mit dem Thema Schizophrenie beschäftigt und bin mir ziemlich sicher,das er eine Paranoide Schizophrenie hat..

Unsere Beziehung hat 8 Monate gehalten,er wohnt eine Autostunde von mir entfernt,hat aber fast die ganze zeit über die mehrere Tage der Woche bei mir verbracht oder je nach dem ich auch mal ich bei ihm..

Er hat mir relativ von Anfang an seine Wahntheorien unterbreitet,die im laufe der zeit immer bizarrer wurden aber nichts mit mir bzw uns zu tun hatten,bis zu dem Zeitpunkt als er plötzlich meine Mutter mit eingearbeitet hatte(wir leben in einem Haus zusammen)..
Sie würde ihm schaden wollen,ihn vergiften wollen "gehöre zu den anderen" ect.

Letzten Endes wurde er auch mir gegenüber immer misstrauischer,was teilweise wohl auch darauf zurückzuführen ist das ich hinter seinem Rücken Kontakt mit seiner Familie aufgenommen habe und das Thema Schizophrenie(zwecks Behandlung ) auf den Tisch geholt habe..

Was einen Riesen Krach ausgelöst hat,da er ja wohl kaum "verrückt" sei und er mir die Dinge anvertraut habe und seine Familie sowieso schon denken würde er hätte sie nicht alle..

Waren danach trotzdem noch ein paar Monate zusammen..
Er hat mir emotional sehr viel gegeben und mir auch von Anfang an gesagt,das er aufgrund von Menschlichen Enttäuschungen sehr sensibel sei,was bei mir auch zutrifft..

Ich habe gespürt das ihm unsere Beziehung auch viel bedeutet,er hat mich vom ersten Tag an,Nacht für Nacht immer ganz fest im arm gehalten und mir oft geschrieben das er mich vermisst,nicht gerne ohne mich einschläft,hat mir fast jedesmal ein Geschenk mitgebracht,oder was gebastelt ect.

Wir hatten 2 mal sex in der ganzen zeit und das wahrscheinlich (trotz dessen das es von ihm ausging) auch nur weil ich es immer wieder angesprochen habe und es meist in einer Diskussion endete..

Zu guter letzt war es vor fast 9 Wochen so das dieses Thema und andere Kleinigkeiten zu einem Riesen Streit eskalierte ,er machte Schluss und sagte er komme nie wieder..
Ich hatte das Gefühl am letzten Abend und den Tagen davor schon,das er mir plötzlich einfach nicht mehr traute,er wurde auch immer psychotischer in den Wochen zuvor..

Hat ein paar Tage vorher schon erzählt er könne sich im Moment über nichts mehr wirklich freuen er würde nichts mehr fühlen,weder Glück noch leid..

Er hat sich seit er damals gegangen ist nie wieder gemeldet oder mir geantwortet..
Hab wirklich alle Register gezogen,Briefe,videos,eine gebastelte Box ect..
Habe wirklich alles versucht..nichts,einfach den Kontakt abgebrochen..

Von seiner Schwester weiß ich das sein Zustand nicht gut ist und es so krass auch noch nie war..
Von extrem abwesend,mit sich selbst redend über aggressiv bis zwischenzeitlich "relativ" normale Phasen..

Mit seiner Familie möchte er auch nicht über mich sprechen 😔
Meine Frage was kann ich tun?Kennt ihr ein solches Verhalten?

Seit 2 Wochen lasse ich ihn komplett in ruhe also schreibe ihm auch nicht mehr und habe in einer letzten mail angekündigt das ich jetzt versuchen werde abzuschließen..

Ich bin verzweifelt,ich liebe ihn und er fehlt mir so.. ich verstehe nichtmal den genauen Grund für seinen radikalen Kontaktabbruch..
Ich möchte ihn nicht aufgeben und wäre bereit mit ihm alle Hürden die diese Krankheit zu bieten hat durch zu stehen..

Was meint ihr?soll ich ihn einfach in ruhe lassen und hoffen das er wieder runter kommt,bzw ist das die einzige Möglichkeit um etwas zu retten?
Oder sollte ich ihn vlt doch mal direkt konfrontieren und einfach hinfahren?
Was ich bisher nicht getan habe,weil ich Angst vor seiner Reaktion hatte und ihn nicht weiter weg treiben wollte..

Vielen Dank im voraus..

Lg laSirena


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#2

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 11:02
von LuckyLive (gelöscht)
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Hallo LaSirena,


meine persönliche Meinung ist, das es, solange er keine Krankheitseinsicht zeigt, keine Medis nimmt oder ähnliches, unmöglich seien wird, ihm seine Wahninhalte auszureden.

Das einziges, was du meiner Meinung nach versuchen könntest, wäre, mit ihm über Erlebnisse aus der Psychose freien Zeit zu sprechen und ihn zu versuchen zu überreden, einen Arzt aufzusuchen. Seine Wahninhalte wird er sonst vermutlich eher nicht los.

Ob du dir das selber antuen möchtest und ob das überhaup etwas bringt, das weiß ich natürlich nicht.

LG


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#3

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 12:47
von Quietschi | 930 Beiträge | 1901 Punkte
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Hallo LaSirena.
Ich fürchte, ich muss LuckyLive da leider beipflichten. Solange er noch so in seinem Wahn drin steckt und keine Krankheitseinsicht zeigt, wird er sich dir vermutlich nicht wieder annähern. Er sollte dringend in Behandlung. Das muss er aber erst mal einsehen. Zum Krankheitsbild kann leider auch gehören, dass "man ihn als verrückt darstellen" will. Da du mit seiner Familie über eine mögliche Schizophrenie bei ihm geredet hast, fühlt er sich möglicherweise nicht nur hintergangen, sondern könnte dich auch zu "denen" zählen.
Du solltest dich vielleicht an den Gedanken gewöhnen, dass du Abstand von ihm nehmen musst. Schon alleine damit du nicht auch noch unter die Räder kommst. Ich würde dir auch gerne etwas anderes schreiben, aber leider ist dem wohl so.
Liebe Grüße,
Quietschi


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#4

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 12:59
von Jela | 1.067 Beiträge | 3684 Punkte
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Hallo La Sirena,

Zuerst einmal ein herzliches Willkommen im Forum. Auch ich bin an paranoider Schizophrenie erkrankt, allerdings seit gut einem Jahr nicht mehr akut, symptomfrei. Es ist schade, und tut mir fuer Dich sehr leid, dass Du diese Krankheit so hautnah erleben musst. Diese Situation ist sehr schwierig, da sie nicht mit normalen Masstaeben zu messen ist. Bei fehlender Krankeneinsicht und ohne Medikamente sehe auch ich schwarz, das der Verlauf sich von alleine wieder gibt. Bei mir war aehnlich und ist dann bis zur Zwangseinweisung gegangen. Medikamentoese Hilfe hat es dann zwar gegeben, es war aber trotzdem ein langer Weg aus der akuten Phase raus.Nach meiner Meinung gehoert er bei den geschilderten Symptomen dringend in aerztliche Behandlung. Die Welt de Psychose scheint ihn gefangen zu haben. Ob und wie sehr Du Dich da einbringen willst, musst Du selbst entscheiden. Wichtig ist zu wissen, dass diese Krankheit ihre eigenen Spielregeln hat. Abwehr, Rueckzug, Kontakt abbrechen sind in der Regel Teil des Krankenbildes als Reaktion der Warnehmung des eigenen Erlebens, dass nichts mit der Realitaet zu tun hat. Suche die Gruende deshalb nicht bei Dir und mache Dir klar, dass "normale" Kommunikation in einer akuten Phase nur bedingt, bis gar nicht moeglich ist. Mir hat man alles erzaehlen koennen, geglaubt habe ich nur meinen eigenen Warnehmungen, Stimmen. Nicht schoen und es macht zum Teil auch ratlos und emotional hilflos, aber leider ist es so. Ich wuensche Dir viel Kraft. Egal fuer welchen Weg Du Dich entscheiden wirst.

Liebe Gruesse Jela


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#5

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 14:54
von LaSirena13 (gelöscht)
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Erstmal vielen Dank für die Antworten,

Also ist es mehr wie unwarscheinlich,
das er sich wieder bei mir melden wird?😔
Habe unabhängig von der sache,
Vor ein paar Wochen eine Gesprächstherapie
begonnen,um einfach ein paar Dinge aufzuarbeiten..
Meine Therapeutin is der meinung,wenn man ihn in Ruhe
lässt wäre er durchaus in der lage wieder runterzu fahren und
ihm dann auch wieder bewusst wäre,dass ich nicht "böse" bin..

Haltet ihr das für möglich?
Es gäbe in jeder Psychose auch immer wieder "Inseln der Klarheit".

Denkt ihr es ist völlig unmöglich ohne Medis wieder rauszufinden?
Was hat den entscheidenden zweifel an der eigenen Wahrnehmung,
bei euch bewirkt?

Was haltet ihr von Zwangseinweisung?
Seine Schwester sagt mir immer wieder sie hätte
Schon überall angerufen und alkes mögliche versucht
Um ihn zwangseinweisen zu lassen,aber es würde nicht
Funktionieren solange er nicht sich oder eben anderen
Etwas tut..
Das weiss ich auch,aber gibts es denn sondt keine Möglichkeit?
Ich denke die Mutter ist wohl auch dagegen ihn einweisen zu lassen..
Ich habe keine Möglichkeit ihn einweisen zu lassen oder?

Ich bin so traurig darüber,das er sich mir so verweigert und entzieht...
Das ich ihm nicht helfen kann,macht mich fast Wahnsinnig..
Er hatte 2010 scheinbar schon mal eine Psychose aus der er wieder rausgefunden
Hat..
Stimmen hört er aber erst seit sep letzten Jahres,
Ist es denn nicht möglich das die Psychose von alleine wieder abklingt?
Irgendwann??
Macht die Pdychose seine Gefühle zu mir kaputt oder bleiben sie nur verborgen?

Tut mir leid,das ich so endlos viele Fragen stelle,
bekomme so langsam nur wirklich Panik ihn echt nie wieder
Zu sehen 😓😓

Liebe Grüße LaSirena


zuletzt bearbeitet 04.07.2015 15:05 | nach oben springen

#6

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 16:10
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Hallo und willkommen im Forum!

Es gibt eigentlich immer die Möglichkeit, dass Betroffene ihre Erkrankung, oder auch Fehlschlüsse irgendwann einsehen. Schau mal, in diesem Forum sind einige selbst betroffene (sogar die Mehrzahl der Nutzer), die ohne Einsicht was mit ihnen ist bzw. war wohl kaum hier wären. Wann und wodurch das passieren kann, ist sicher ganz unterschiedlich. Manche merken es (evtl. halb, aber das reicht) irgendwann selbst, vor allem wenn Leidensdruck vorhanden ist. Wider andere lassen sich durchaus überzeugen sich in Behandlung zu begeben, wobei starre Wahngebilde im Rahmen einer Schizophrenie wirklich keine einfache Grundlage für irgendwelche Gesprächen sind. Bei manch einem stand tatsächlich eine Zwangseinweisung am Anfang, und die Einsicht kam mit Beginn bzw. während der Behandlung. Verallgemeinern kann man auch nicht. Manchmal kommt solch eine Einsicht spät, oder nie, oder schwindet auch mal vorrübergehend in einem Schub.

Es ist allerding richtig, dass ein Mensch hier in Deutschland erst ziemlich auffällig werden muss, ehe er zwangsweise zur Behandlung in eine Psychiatrie gebracht werden kann. Man "darf" also durchaus verrückt sein, solange man sich selbst oder anderen dabei nicht schadet - das hat aber sicher eher den Hintergrund, eventuellem Missbrauch des psychiatrischen Systems vorzubeugen. Eine geschlossene Psychiatrie ist geschlossen, und da sind die Türen erstmal zu - auch wenn Patienten ohne schwere Straftaten und mit entsprechendem Behandlungserfolg meist recht flott in eine offene Station bzw dann in die Freiheit entlassen werden.

Was die Inseln der Klarheit angeht - du kennst ihn ja sicher gut, und sagst auch er hätte die Vorstellungen von Anfang an so gehabt. Ansonsten ist er doch scheinbar recht gut zurechtgekommen? Die Erkrankung macht nicht alles kaputt im Denken und Fühlen, bestimmte Beeinträchtigungen und eben oft wie von dir geschilderte Wahnvorstellungen können durchaus neben einem ansonsten unauffälligen Leben existieren. Ich habe aber schon oft genug von Betroffenen gehört, die selbst mehr als Froh waren, nachdem sie aus solchem Wahn durch Behandlung rausgekommen sind. Ja, man erinnert sich noch dran, aber wenn die Behandlung gut genug anschlägt, kann man im Zweifel sich auch selbst kaum erklären, wie man auf solche Ideen gekommen ist.

Was ihn und seinen Trennungsgrund angeht, kann man natürlich nur spekulieren. Ich denke aber, so wie du es erzählst, dass es durchaus möglich ist, dass in seinen Wahngeschichten auf einmal du komisch vorkamst, und er sich deswegen zurückzieht. Hat er ja sicher auch schon bei anderen Menschen ähnlich getan. Das ist natürlich bitter, und nicht nur für dich, sondern sicher auch für ihn selbst. Nach aussen sieht man bei psychosen nur merkwürdiges Verhalten, aber im Kopf kann regelrecht die Hölle los sein, auch emotional.

Was den Verlauf angeht, kann man leider auch nicht verallgemeinern. Ich habe jetzt leider keine Daten dazu, vor allem was unbehandelte Psychosen angeht. Es kann schubartig auftreten, oder als Dauerzustand, und beide Formen können gewissermassen an- und abschwellen. Psychiater schätzen sowas denke ich auch nur aus Erfahrungswerten und Beobachtungen am Patienten ab. Es gibt wohl durchaus Menschen mit Psychosen, die ohne Behandlung irgendwie durchkommen, und sich auch wieder erholen können. Wenn das schon so lange bei ihm konstant läuft, dann sind die Chancen vielleicht aber nicht so gross das einfach so "abzuwarten", zumindest auf kurze Sicht. Eine Behandlung via Psychatrie/Psychiater bedeutet hierzulande eigentlich immer Einsatz von Neuroleptika - ein bisschen den Teufel mit dem Beelzebub austreiben nach Meinung einiger, wegen Nebenwirkungen. Viele vertragen die Medikamente aber eingermassen gut, und haben eine anständige Linderung bzw. einen Abbruch von psychotischen Symptomen dadurch.


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#7

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 18:45
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vielen Dank für den ausführlichen Beitrag :-)

Ok,es kann also im Grunde alles passieren,alles ist möglich..
Seine Wahntheorien waten zwar von Anfang an da,haben
Sich jedoch zwischenzeitlich verändert,oder zumindest teilweise..
Er hat mir des öfteren von seiner Ex Freundin erzählt,die angeblich
Von "denen" bezahlt worden wäre um mit ihm zusammen zu sein
Und ihn quasi in den wahnsinn treiben wollte😏

Zwischenzeitlich gab es aber auch phasen wo er zumindest in
Betracht gezogen hat,das er sich in manchen dingen vlt auch irren
Könnte..
Bedeutet das eig das er zum Beginn unserer Beziehung schon akut war?
Obwohl er da doch weitestgehend normal auf mich gewirkt hat..
Kann man sich denn in einer akut phase überhaupt normal verlieben?
Oder waren seine Gefühle zu mir am Ende doch nur teil seines Wahngebildes?😓

Meine eig frage ist aber die,wie soll ich mich jetzt weiterhin verhalten?
Ihn jetzt direkt aufzugeben kommt für mich "noch" nicht in Frage.
Ist es besser mich weiterhin nicht zu melden?um dadurch vlt die Situation zu entschärfen?
Ruhe einkehren zu lassen?
Oder soll ich ihm weiterhin schreiben und ihm das Gefühl geben da zu sein?
Oder verschlimmert das seinen zustand bzw seinen Wahn?
Meine Angst ist einfach die,dass er mich vlt einfach über die zeit hin vergisst oder sich
Sogar bestätigt fühlt wenn ich einfach aufgebe und mich nicht mehr melde?

Liebe Grüße


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#8

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 04.07.2015 23:36
von Fiene (gelöscht)
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Hallo LaSirena,

Was andere Foris hier geschrieben haben, habe ich absichtlich nicht gelesen, nicht weil es mich nicht interessiert, sondern es kam für mich
so der eigene Gedanke als Angehörige auf.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ganz schlimm sein kann, einen geliebten Menschen in der Krankheitsphase zu erleben,
und man holt sich auch Ratschläge ein.

Aus Sicht eines Psychologen fühlte ich mich eher in die Richtung gesteuert, loszulassen und an mich zu denken.

Doch erkrankte Menschen brauchen die Unterstützung von Angehörigen. In der direkten akuten Situation kann man das nicht leisten,
doch wenn ein Gesundung in Aussicht steht, ist man doch froh, obwohl es einen selbst sehr belastet, noch durchgehalten zu haben.

Bitte nicht zu schnell aufgeben. Du wirst es merken, wenn es auf der Kippe steht.
Achte auf DEIN Gefühl, aber Liebe kann auch Grenzen überwinden.

Wünsche dir alles Gute

Fiene


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#9

RE: Kontaktabbruch

in Treffpunkt für Angehörige 05.07.2015 00:05
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Ach ja...der Betrieb hier hat womöglich im Moment ein bisschen "hitzefrei"......ich schreib einfach noch mal ein paar Gedanken von mir zu deinen Fragen...

Also erstmal: wenn er nicht zwischendurch komplett "abgeht", dann hat er denke ich eher noch einen milderen Verlauf. Psychosen können auch viel härter auf jemanden wirken als das was du schilderst...oder er ist eben jemand, den immer noch gesund rationales oder emotionales davon abhält sich zu sehr reinzusteigern. Das ist im Grunde schonmal gut. Die Theorien bzgl. seiner Ex zum Beispiel sind vielleicht auch nur übertriebene Deutungen von etwas viel banalerem als er sich das vorstellt - in Psychosen können ganz einfache kleine Dinge, die man eben nicht ganz versteht bzw. verstehen kann, fast traumhaft Bedeutung bekommen. Ist natürlich meistens nicht so passend.

Du fragst dich wie das mit dem Verlieben ist? Naja, in dem Zustand macht und denkt man manchmal ganz schönen Unsinn...aber: ich finde, bei mir und auch was ich bei anderen beobachtet habe, kann emotional was aufplatzen, was gar nicht so schlecht und schon gar nicht ungewollt ist. Eben manchmal etwas heftiger, unmittelbarer...so erlebt man das als Psychotiker selbst, weiss es aber erst wenn man wieder zurückgekommen ist. Du schilderst eine Beziehung mit grosser Vorsicht, Respekt usw. was da aus der Beschreibung durchklingt - das wird wohl kaum eine falsche Maske oder Wahn gewesen sein, wenn dann höchstens etwas, was leichter und heftiger aus ihm hochgekommen ist, als es vielleicht bei einem gesunden passiert wäre. Aber nicht "falsch" dadurch. Aber das ist je nach Zustand, und sicher bei jedem Betroffenen irgendwie anders. Es ist bei Psychosen so, dass sie meist zusätzliche Empfindungen bedeuten, und Defizite dabei, aber in der Regel nicht einen Menschen dauerhaft verändern würden in dem Sinne, dass etwas unabdingbar zerstört wäre. Im Gegenteil, viele Betroffenen kommen, auch dank Behandlung, zurück zu dem Zustand wo die Halluzinationen und Wahnvorstellungen nur noch eine Phase zwischendurch sind, die sie auch so einordnen können.

Naja, und akut und nicht akut ist fliessend. Er hatte vielleicht schon seine Theorien im Hinterkopf, aber was man rational und emotional abseits von Wahnstörungen macht, ist nicht unbedingt "der komplett andere, der komische Sachen macht". In Psychosen bleibt den Betroffenen ihre Persönlichkeit meist ziemlich erhalten, nur Hallutinationen und Wahnvorstellungen aus einem fast traumhaften, aber selbst nicht erkannten Zustand spielen leider in den Kopf mit hinein. Leider auch oft bis dahin, dass sie irregeleitete Entscheidungen und Handlungen bedingen oder verursachen können. Ich sehe das ein bisschen wie träumen und wach sein gleichzeitig, und das eine raubt dem anderen abwechselnd die Kraft.

Wie du dich verhalten solltest, kann ich dir leider auch nicht raten. Das kommt sicher auch drauf an, wie seine sonstigen Umstände sind, wie er selbst dich in dem Moment sieht, möglicherweise mit seinen Wahngeschichten dabei. Du solltest aber vielleicht lieber vorsichtig sein, je nachdem wie er grade drauf ist. Wahn ist Wahn, und kann eine Richtung lenken, aber darunter ist immer noch das gleiche Herz, das auch unter dem Wahn leidet. Aber im Wahn kann eine falsche Idee schon eine ziemlich abgefahrene Richtung weisen.

Es ist eine schwierige Situation, und ich finde du solltest dabei auch auf dich selbst acht geben! Wenn du weiter mit ihm kommunizierst, und das würde ihm vielleicht sogar helfen, dann musst du sicher aufpassen, dass du dich selbst nicht zu sehr damit belastest, wenn es mal richtig schief läuft. Ich sage nochmal, Wahnvorstellungen können sich akut ähnlich entwickeln, wie man im Traum glaubt in einer bestimmten Situation zu sein, ohne das etwas davor kam. Das solltest du wissen, und vielleicht günstige Momente mit ihm abwarten, und vor allem nicht zu sehr an dir zweifeln wenn's daneben gehen sollte. Es ist ein Unterschied wenn er dir nüchtern, ehrlich und klar sagt, er würde sich keine Zukunft vorstellen können, oder wenn er glaubt du würdest mit "denen" unter einer Decke stecken und dich deswegen meidet. Nur wenn er dir vertraut, hast du vielleicht eine chance ihm auch mit seinem Problem zu helfen, sonst solltest du eher darauf achten, dass es für dich nicht zu belastend wird.

Dir liegt ja auch was an ihm...naja, mit "vergessen"...in einer Psychose, selbst einer relativ kontrollierten wie du es bei ihm schilderst, kann es zu Reizüberflutung kommen, wilder Action im Kopf, das schiebt schon mal andere Sachen beiseite. Aber nichts geht verloren an sich. Du musst dir einfach klar werden, dass er bestimmte Einschränkungen momentan hat, und nicht erwarten, dass er 100% normal augestellt ist, wie man es von einem gesunden erwarten würde. Vielleicht ist es sogar eine wirklich gute Sache, wenn du noch Kontakt zu ihm hälst, und kann ihm auch helfen.

Mehr fällt mir erstmal nicht dazu ein, ich nehme mir jetzt auch "hitzefrei". Ich hoffe trotzdem, das trägt dazu bei das besser zu verstehen und dich zu sortieren.


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