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#76

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 10.09.2015 20:27
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Er hat mich vorhin angerufen und klang zuckersüß und sehr handzahm. Offenbar hat er tatsächlich eine Pflegekraft gefunden, bei der er seine Sorgen kund tun konnte, und nun erscheint es ihm auch wieder möglich, seinen Klinikaufenthalt durchzuziehen. Ich bin mehr als erleichtert...

Er ist so durcheinander und traut seinen eigenen Wahrnehmungen überhaupt nicht mehr. Ich kann sehr gut verstehen wie ihn das verunsichert. Allerdings ist es ja tatsächlich so dass ich ihm nur eine Stütze sein kann wenn ich selbst stabil bin. Vielleicht fängt er ja jetzt so langsam an, dies zu begreifen. Ich war selbst natürlich auch mal jung und ich erinnere mich sehr gut dass ich damals nur eins wollte - unabhängig sein vom Elternhaus! Ich habe früh geheiratet und war früh selbständig. Interessanterweise kippte all dies mit zunehmendem Alter ins genaue Gegenteil... ich bin schon lange nicht mehr die starke und unabhängige Frau, die ich mal war. Und ich bin meinem Sohn auch nicht mehr die gleiche Mutter, die ich ihm war. Er wird lernen müssen, dass seine Mom auch nur ein Mensch ist, mit Schwächen und mit Grenzen, und mit einer angeborenen bzw vererbten Neigung zur Depression.

Ich habe heute gelernt dass er dies eben manchmal auch auf die sprichwörtliche 'harte Tour' lernen muss. Er ist es so gewohnt dass da Jemand ist der ihm die Eisen aus dem Feuer holt... klar dass er sich immer wieder darauf beruft, er hat es ja so gelernt. Aber ich bin zuversichtlich, er wurde mit Liebe erzogen, und er wird am Ende immer die Liebe spüren können, ganz gleich was auch passiert. Der Grundstein zu allem, das ist die Liebe.


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#77

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 11.09.2015 11:53
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Sohn hat mir eine Nachricht geschickt, die behandelnde Ärztin teilt nicht die Auffassung der vorherigen Klinik, dass es sich um Paranoide Schizophrenie handelt. Sie meint es sei eine Somatisierungsstörung. Jetzt bin ich aber mal gespannt... das hieße dann ja weg von Risperdal und Olanzapin und eine völlig andere Behandlungsmethode.


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#78

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 24.09.2015 12:46
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Mal eine Zwischenmeldung. Meinem Sohn geht es in der Klinik recht gut, er war ja schon mal da und es ist vor allem auch nicht so weit weg von daheim so dass er an den Wochenenden hierher kommen kann.

Die Ärzte sind bei ihm ratlos und können keine eindeutige Diagnose stellen. Daher werden jetzt alle Medikamente abgesetzt um dann zu schauen, was passiert. Danach gibt es eine hoffentlich gezieltere Behandlung.

Ich bin ein wenig besorgt, es geht ihm ja in der Klinik bislang besser, möglicherweise erfolgt jetzt ein Rückfall.


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#79

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 24.09.2015 13:02
von Sidney (gelöscht)
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Ich verstehe dein Besorgnis.
Alle Medikamente abzusetzen wirkt sehr, sehr kritisch, aber es birgt auch die Chance zu erkennen, weshalb es bisher nicht geklappt hat,
ihm die richtige Behandlung zukommen zu lassen.

Ich denke, bei dir ist es besser, sich auf Veränderungen einzulassen, als alles so zu lassen, wie es ist.

Viel Glück für dich und deinen Sohn!

Gruß Sidney


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#80

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 24.09.2015 19:04
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Du hast vollkommen recht, aber so ein kleines Bisschen Unbehagen bleibt halt. Ich möchte ihn nicht wieder in dem Zustand sehen in dem er vorher war. Der arme Kerl hat doch überhaupt kein Leben, der ist seit er 17 ist jedes Jahr in der Klinik.

Ich hoffe so sehr, dass man ihm endlich helfen kann und er dann auch die Möglichkeit hat, eine Ausbildung anzufangen. Das Berufsbildungswerk Südhessen wäre zB eine Möglichkeit. Da wird aber auch der Psychosoziale Dienst mit nach schauen, immerhin ist das ja eine Eingliederungshilfe und schließt berufliche Orientierung und Möglichkeiten mit ein.


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#81

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 24.09.2015 20:01
von Sidney (gelöscht)
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Hi Mona,

ja Unbehagen bleibt und ist völlig normal. Auch ihn nicht mehr in dem Zustand sehen wollen, in dem er war, ist völlig verständlich.
Ich habe selbst lernen müssen, meine Tochter nicht in der Berufs-, bzw Arbeitswelt sehen zu wollen, sondern abzuwarten, wann
von ihr selbst Wunschäußerungen kommen und diese erst dann aufzugreifen.

Ich schätze mal, du wirst noch etwas Geduld aufbringen müssen, bis ein solcher Wunsch in ihm selbst heranreift - auch wenn ich gut
verstehen kann, dass du dir selbst schon Gedanken machst, welche Möglichkeiten man wahrnehmen könnte.

Außerdem glaube ich, dass vor der Berufswelt erstmal wieder ein Ansatz von Lebensfreude sichtbar werden sollte.
Was nützt Arbeit, wenn sie nicht irgendwie Freude bereitet oder einen Sinn ergibt? Es wäre der reine Geldverdienst, auf den man evtl.
auch pfeiffen würde, wenn die Arbeit als sinnlos oder lustlos empfunden wird.

Gib deinem Sohn einfach die Zeit, die er braucht - wie gesagt: lass ihn selber erstmal Wünsche artikulieren-
Erstmal sind die richtigen Medikamente wichtig und ein entspannteres Verhältnis zwischen euch, bei dem auch du
genesen kannst.Und selbst, wenn er nicht ins Berufsleben gehen würde: was ist denn wichtiger? : Ein Sohn , der arbeitet oder ein Sohn,
der zwar mit den lebensnotwendigsten Dingen versorgt wird, aber auf andere Weise Lebensqualität erlernen oder finden kann?
Vielleicht findest du einen Weg, Vertrauen in die Zukunft zu entwickeln. Ich wünsche es Dir/Euch.

Liebe Grüße

Sidney


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#82

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 24.09.2015 20:46
von Jela | 1.672 Beiträge | 5088 Punkte
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Liebe Mona,

Schoen von dir etwas zu hoeren. Wie geht es Dir denn, hast Du Dich wieder etwas stabilisieren koennen ? Den Alltagssress und die Sorgen etwas hinter Dir gelassen ? Ist ja mit Sicherheit in der jetzigen Situation nicht ganz einfach. Die Ereignisse der letzten Zeit ueberschlagen sich ja ein bischen.

Schliesslich wirst Du mit Schritten konfrontiert, die man unter dem Gesichtspunkten der Sorgen und Befuerchtungen nicht einfach unter den Tisch kehren kann. Denn einen so langen und beschwerlichen Weg, und jetzt wieder von vorne, gehen zu muessen ist kein einfaches Brot. Aber immerhin zeigt es, dass die Aerzte um Deinen Sohn kaempfen. Ihn nicht zum Buettel einer Diagnose machen. Sondern an der Hilfe und Aufklaerung interessiert sind. Wenn es dann hilft fuer Deinen Sohn den richtigen Weg zu finden muss man da wohl durchgehen. Auch wenn es erst mal wieder beschwerlich und muehevoll wird.

Aber letztendlich muss das Ziel der Gesundung und des Wohlergehens Deines Kindes im Vordergrund stehen. Auch mit dem Hintergedanken der Perspektive fuer Deinen Sohn. Ich wuensche mir fuer Euch von Herzen, dass ueber diese Vorgehensweise mittelfristig der Weg in die Normalitaet aufgeht. Er dann ein Leben angehen und fuehren kann, wie er es sich wuenscht und vorstellt. Ich wuerde es mir fuer Dich und Euch so sehr wuenschen. Und druecke Euch beide Daumen auf diesem Weg! Hoffentlich bedeutet diese Entscheidung einen weitere Schritt nach vorne in dieser Odyssee.

Ganz liebe Gruesse an Dich
Jela


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#83

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 25.09.2015 12:00
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Danke Jela und Sidney, Eure Antworten sind hilfreich und stärken mich.

Tja, wie geht es mir... leider nicht gut. Ich habe massiv Probleme, die mich leider auch nachts einschränken, so dass ich mich an manchen Tagen zu jedem Handgriff zwingen muss und mich wie ein Zombie fühle. Am meisten belastet mich dabei die Angst, dass es nie mehr wieder besser werden könnte. Und dass das Leben weitestgehend ohne mich statt findet, weil ich so in meine Befindlichkeiten verstrickt bin.

Meine körperlichen Beschwerden hängen sicher eng mit der Psyche zusammen, aber nicht ausschließlich, und ich wage zu behaupten, dass es mir psychisch deutlich besser ginge wenn ich weniger körperliche Probleme hätte. Meine Hausärztin vertritt die Meinung, dass es mir körperlich nur so schlecht geht, weil meine psychischen Belastungen einfach zu groß wären. Sie glaubt dass es mir erst wieder besser geht wenn mein Sohn ausgezogen ist.

Ich habe jetzt kommende Woche wieder einen Termin bei einem neuen Internisten und hoffe inständig auf einen neuen Therapieansatz.

Aus Angst vor den Nebenwirkungen habe ich die meisten meiner Medikamente reduziert oder abgesetzt.

Dieses Wochenende kommt mein Sohn nachhause. Er darf das nur wenn er nicht allein gelassen ist, da man nicht abschätzen kann, wie es ihm ohne die Medikamente gehen wird. Ich werde also wieder viel Kraft für ihn brauchen, denn er hat ja weiterhin paranoide Ängste.


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#84

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 25.09.2015 14:53
von Sidney (gelöscht)
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Ich wünsche dir aus vollem Herzen die Kraft, die du brauchst - und so, wie du deinen Sohn liebst, wirst du es auch schaffen!.

Ich drück dich mal ganz dolle!

Sidney


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#85

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 25.09.2015 20:11
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Die Kraft der Liebe macht Dinge möglich, die man vielleicht jetzt noch nicht sehen oder denken oder ahnen kann. Ich wünsche Dir auch ganz viel Kraft und das schöne Bewußtsein, daß Du nicht alleine bist.

LG
Schnee


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#86

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 29.09.2015 14:30
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Es läuft erstaunlich gut, auch ohne Medikamente. Die Klinik gibt ihm so viel Sicherheit dass seine Ängste auch ein wenig in den Hintergrund treten. Er ist immer noch paranoid, hat Angst davor, abgehört zu werden (über sein Smartphone), und auch hypochondrische Ängste hat er noch, aber es ist nicht schlimmer geworden, seit die Medis abgesetzt wurden.

Gute Neuigkeiten gab es heute auch vom Versorgungsamt, er hat einen GdB von 50 bekommen und kann nun seinen Schwerbehindertenausweis beantragen. Bin froh dass das so reibungslos geklappt hat.

Gestern hatte er auch ein Gespräch mit dem Sozialdienst, seine beiden Betreuerinnen vom PSD waren auch dabei. Es ging halt darum wie es dann weitergeht, Wohnen, Ausbildung etc. Leider erzählt er mir nicht so viel, aber es ist positiv, dass er sich damit auseinander setzt.


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#87

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 05.10.2015 11:00
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Nach 4 Wochen in der Klinik bekam mein Sohn heute folgende, vorläufige Diagnosen: Angststörung, Persönlichkeitsstörung, schizophrene Psychose.

Also doch


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#88

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 08.10.2015 14:41
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Sohn wollte sich diese Woche selbst entlassen da er Probleme mit seinem Zimmergenossen hat. Der sei 'komisch', würde die ganze Zeit die Wand anstarren, plötzlich loslachen etc. Nun ja, da kann er mal sehen dass andere Menschen noch schlechter dran sind als er selbst.

Ich habe ihm empfohlen, doch dringend erst einmal Rücksprache mit den Ärzten zu halten hinsichtlich seiner Entlassung. Der Vorschlag der Ärzte: wenn der nächste Belastungsurlaub dieses Wochenende gut klappt dann kann er kommende Woche probeweise entlassen werden. D.h. wenn er merkt es klappt doch nicht wird er unverzüglich wieder aufgenommen. Finde ich eine gute Sache. Dass er raus will aus der Klinik kann ich verstehen, es ist ja auch keine 'Verwahrungsanstalt', sondern eine Akutklinik.

Er bekommt jetzt wohl Venlafaxin und keine Antipsychotika mehr. Seine paranoiden Ängste sind immer noch sehr stark, aber er will sich einen Psychotherapeuten suchen. Seine Betreuerinnen vom Psychosozialen Dienst wollen ihn bei seiner Suche unterstützen.

Ich frage mich sowieso, wie das mit seinen paranoiden Ängsten ist... die Angst, vergiftet zu werden, hatte er beispielsweise schon im Alter von 7 Jahren. Diese Angst wird ihn wohl ein Leben lang nicht ganz loslassen, aber ich bin guter Hoffnung, dass er lernt, damit umzugehen.

Liebe Grüße an alle,
Mona


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#89

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 24.10.2015 10:28
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Zunächst mal ganz lieben Dank für die Einträge im Gästebuch zu meinem Geburtstag, da hab ich mich gefreut

Sohn ist seit vergangener Woche Freitag wieder daheim. Diagnose lautet nun 'Schizoaffektive Psychose' sowie 'Angststörung' und 'Persönlichkeitsstörung'.

Ich hab zwar nachgelesen, wie die Schizoaffektive Psychose definiert wird, aber so ganz erschlossen hat sich mir das dann doch nicht. Ist es nun Schizophrenie? Depression? Bipolare Störung?

Wie dem auch sei, hier daheim geht es ihm wieder schlechter. Er grübelt viel und wirkt manchmal sehr verzweifelt. Es quälen ihn Dinge aus seiner Vergangenheit, die er wohl getan hat und die ihm heute hochpeinlich sind und die er zutiefst bereut. Er sagt er könne mit Niemandem darüber reden. Außerdem hat er nach wie vor paranoide Ängste, dass er ausspioniert wird.

Er nimmt aktuell überhaupt keine Psychopharmaka - auf der einen Seite natürlich super, weil die ja nicht so wirklich gesund sind, auf der anderen Seite geht es ihm eben genauso wie vor der Klinik. Ich glaube es müssen sich einfach seine Lebensumstände ändern, damit es ihm besser geht. Längerfristig könnte es da eine Maßnahme geben, die er sich vorstellen könnte... eine berufliche Orientierung bei der es auch Wohnmöglichkeit gibt. Naja, mal schauen... er sagt er sei noch nicht so weit. Ich glaube wenn er erst einmal den Absprung von daheim gewagt hat wird für ihn vieles besser und leichter.

Ich frage mich die ganze Zeit ob ich ihn unbewusst hier festhalte... ich möchte ja dass er auszieht und ein eigenständiges Leben führt, soweit eben möglich, aber sende ich wohlmöglich unbewusst Signale aus, die das Gegenteil ausdrücken?

Nächste Woche will er sich um einen ambulanten Psychotherapieplatz kümmern. Er hat Schwierigkeiten, diese Telefonate zu führen, will aber seine Betreuerin nicht involvieren, frei nach dem Motto 'Mama hilft ja schon'. Ich glaube ich muss ihm klipp und klar sagen dass er sich durchaus auch Hilfe von anderer Stelle erbitten kann, es muss nicht immer die Familie sein. Es wäre sicherlich der bessere Weg für ihn, gerade weil er sich so an sein Elternhaus klammert.

Mir selbst geht es aktuell deutlich besser, eine Ernährungsumstellung scheint ein Schlüssel zu sein. Außerdem wurden meine Medikamente umgestellt, ich bekomme abends Mirtazapin und schlafe damit super, was so viel wert ist.

Euch allen ein schönes Wochenende.
Herzlichst,
Eure Mona


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#90

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 30.10.2015 18:40
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Mona,

schizoaffektive Psychose gehört zum schizophrenen Formenkreis.

Ich finde, das klingt leider im Moment nicht gut. Wenn er wieder zu Hause wieder in die alten Muster zurückfällt, ist es dringend notwendig, dass du die Klinik informierst. Denn so darf er nicht entlassen werden. Offensichtlich hat die Klinik da ausprobiert, was durchaus legitim ist, aber sie brauchen auch die nötigen Informationen, um richtig reagieren zu können. Bisher haben sie deinen Sohn wohl noch nicht in die richtige Richtung lenken können.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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