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#31

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 19.06.2015 17:44
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Wolf, ganz lieben Dank, auch für deine Offenheit. Ja, unsere Kinder sind eben so wie sie sind, sie treffen ihre Entscheidungen und man kann wohl nicht viel mehr machen als ihnen zu vergewissern, dass man für sie da ist.

Wir verstehen uns gut, der Sohn und ich. Er ist sehr freundlich und lieb, versucht mir im Haushalt zu helfen, schaut mit mir fern, redet oft mit mir. Er sagt mir dass er mich liebt, aber er sagt auch gleichzeitig dass seine Gefühle total abgeflacht sind. Das hatte er schon vor dem Klinikaufenthalt oft gesagt... 'Ich glaube ich bin gar nicht fähig zu lieben.' Jetzt weiß ich, warum das so ist.

Ich versuche Rücksicht zu nehmen, ohne ihn wie ein rohes Ei zu behandeln. Was mich bekümmert ist dass er so passiv ist. Wir haben nächste Woche einen Termin bei einer Stiftung, die seelisch kranken Menschen hier im Kreis hilft: bei Arztbesuchen oder Behördengängen, in der Tagesstätte, und ein Wohnheim gibt es auch. Es gibt echt viele Angebote, der einzige Nachteil ist dass es im Nachbarort ist und Sohn den Bus nehmen müsste. Vielleicht schafft er es, sich das wieder anzutrainieren, ich denke die Tagesstätte würde ihm sehr gut tun denn es fehlt ihm die Tagesstruktur. Wenn er nur daheim rumsitzt hat er viel zu viel Zeit für seine Ängste und Zwangsgedanken.


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#32

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 19.06.2015 18:53
von Wolf (gelöscht)
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Ja Mona, ich danke dir!
Wir unterhalten uns ja nur und das gibt mir ja auch Gelegenheit, mal bei mir zu schauen. Und das ist ja auch wichtig für mich ;-)
Ideale Beziehungen zwischen Kinder und Eltern gibt es ja nicht. Ja, wir können nur versuchen, das Beste daraus zu machen.

Es gibt ja Eltern, denen macht das wenig aus, was die eigenen Kinder machen. Wir sind warscheinlich immer so, dass wir sehen, helfen möchten, und das erstmal trotzdem nicht angenommen wird.
Ja, junge Menschen haben eben ihr Alter. Da ist es normal, dass sie sich ausprobieren und so gar nicht mehr auf gute Ratschläge hören wollen. Sie müssen zu eigenen Erkenntnissen kommen. Wenn sie das nicht tun würden, wäre ihre eigene Entwicklung in Gefahr und sie würden unselbstständig. Ich kenne Familien, wo die Mutter wie eine Glucke über die Kinder gewacht hat. Sie sind fast nicht überlebensfähig geworden. Daher ist eseben wichtig, seine eigenen Mutterinstinkte im Interesse der Kinder zurück zu stellen. Ich weiß, das ist schwer.
Ich freue mich, dass ihr so viele Angebote habt! Das ist hier in der Gegend erst noch in der Entwicklungsphase.
Wenn dein Sohn passiv wirkt muss das nicht heißen, dass er das nicht aufnimmt.
Auf meine Frage, ob diese Passivität von den Mendikamenten oder von der Erkrankung kommt, habe ich von den Ärzten bisher noch keine eindeutige Antwort bekommen.
Aber wenn ich so bei mir schaue, bin ich bei Themen, bei denen ich mich als ungenügend empfinde, sehr schweigsam. Ich mag nicht ungenügend sein und sobald ich nur vermute, dass jemand darauf anspielt, komme ich damit nur schwer klar. Ich denke, das liegt an der Erkrankung, denn vorher hatte ich das nicht.
Ich schreibe das so, damit du vielleicht deinen Sohn besser verstehen kannst. Trotzdem heißt es, immer die "Flucht nach vorn" zu üben. Denn das ist die bessere Richtung. :-)
Ich würde mich sehr freuen, wenn dein Sohn den Bus nimmt. Und ich hoffe, dass er die Angebote annimmt. Manchmal erlebt man auch, dass seine Kinder in anderer Umgebung plötzlich aufblühen. Ich selbst habe das bei mir, aber auch bei meinem Sohn erlebt. Nur, man kann das nicht planen, denn dazu ist die menschliche Psyche viel zu komplex.

So, ich habe mal wieder meine Gedanken schweifen lassen. :-)

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#33

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 19.06.2015 19:20
von Fiene (gelöscht)
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Hallo, liebe Mona,

ich möchte mal das Stichwort "Passivität" aufgreifen. Natürlich kann es auch an den Medikamenten liegen, dennoch - wenn
ich mir vorstelle, was Patienten in einer geschlossenen oder sogar Aktut-Station so alles ertragen, so denke ich doch, dass es
enorme Zeit braucht, ein Gefühl von "selbst aktiv werden dürfen" zu entwickeln.
Diese einschneidenden Erfahrungen kann dein Sohn sicherlich nicht sofort - ich drücke es mal übersteigert aus - in Luftsprünge
und strotzende Tatkraft umsetzen.

Zumindest empfinde ich es ähnlich, wenn ich auf meine Tochter schaue.
OK - sie hatte vor der Erkrankung viele Fähigkeiten, die heute nicht mehr so zu erkennen sind.
Dennoch - jetzt hat sie wesentlich mehr, als in ihren akuten Phasen.

Kennst du den Spruch: "Das Glas ist halb leer oder das Glas ist halb voll?

Betrachte das Glas bzgl. deines Sohnes als halb voll.
Es ist immer noch die Hälfte drin!!!

Alles Liebe

Fiene


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zuletzt bearbeitet 19.06.2015 19:25 | nach oben springen

#34

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 19.06.2015 20:38
von Jela | 1.336 Beiträge | 4389 Punkte
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Hallo Fiene und andere Angehoerige,
Ich moechte mal kurz Deinen Beitrag aufgreifen. Denn ehrlicherweise geht der mir viel zu schnell in die Betrachtungsweise von Gesunden rein. Wie wir alle wissen, ist eine Psychose noch lang nicht ausgestanden, nur weil man aus der akuten Phase ist. Nicht das Problem selbst aktiv werden zu duerfen ist meines Erachtens das Problem, sondern selbst aktiv werden zu koennen. Also mir waere das nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus unmoeglich gewesen. Ich habe erst mal ganz, ganz viel Zeit fuer mich gebraucht um mal wieder halbwegs was auf die Reihe zu bekommen. Die Nachzeit zu der akuten Zeit war mindestens genauso anstrengend wie die akute Zeit. Wenn nicht sogar noch anstrengender, weil man zusaetzlich noch wieder in der Realitaet angekommen ist. Was bei mir mit einer unheimlichen Leere und sehr vielfaeltigen Gedankenspielen, die ich teilweise nicht steuern konnte, verbunden war. Dazu kam eine unendliche Abgeschlagenheit und eine koerperliche Muedigkeit, wie ich sie nicht fuer moeglich gehalten habe. Das Wort Tagesstruktur war in dieser Phase eine echte Lachnummer. Der Gang zum Arzt, zur Therapie, das Einkaufen war eine tagesfuellende Beschaeftigung. Mehr haette ich gar nicht auf die Reihe bekommen. Und dies war mit Sicherheit nicht dem Medi gezollt, sondern dieser knallharten Zeit fuer das Gehirn und fuer mich als Person. Obwohl ich die akute Zeit persoenlich, mit ein paar Ausnahmen, gefuehlsmaessig gar nicht so empfunden habe. Wie auch, wenn man permanent der Meinung war, dass diese Psychosewelt die Realwelt ist. Und zumindest bei mir damit monatelang keinerlei Krankeneinsicht aufgekommen ist. Also Passivitaet ist fuer mich das falsche Wort im Anschluss an eine akute Zeit. Mein Arzt hat es mal mit einem Marathon verglichen, den man ohne Erholungsphasen immer und immer wieder laeuft. Scheint mir normal zu sein, dass man da erst mal fertig und nicht sehr aktiv ist. Zumal sich das Gehirn auch erst mal wieder an ein "normales" Denken gewoehnen muss. Also ich hatte noch wochenlang Nebel und Watte im Kopf. Aktivitaeten ( wenn man das mal so nennen kann ) konnte ich nur Scheibchenweise wieder einbauen. Und dann hatte das auch ehrlicherweise nichts mit Spass zu tun ( obwohl es anderen Menschen offensichtlich gut getan hat ), sondern nur mit der Erkenntnis, dass ich was tun muss. Nicht mehr und nicht weniger war mit der Zeit der Hintergrund. Auch sich emotional wieder einzuordnen dauert. Und das ist nur einige von von vielen Aspekten innerhalb der Gesundungsphase.Das Innehalten, das nicht aktiv sein muessen ist in den ersten Wochen, Monaten fuer mich eine unabdingbare Notwendigkeit gewesen. Und ich denke, dass das auch anderen Menschen so gehen koennte. Diese Zeilen nur, um mal was an der Oberflaeche anzukratzen, fuer Euch vielleicht zum besseren Verstaendnis.
LG Jela


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#35

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 19.06.2015 21:12
von Fiene (gelöscht)
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Liebe Jela,

ich finde es völlig in Ordnung, was du schreibst - und ich denke, dass es hier erkrankte Menschen und Angehörige gibt.,
Hinzu kommt manchmal noch, dass Angehörige selbst dabei sind, eine eigene Erkrankung im Griff zu halten, um die vielleicht
drastischere Erkrankung eines Sohnes/Tochter oder wie in meinem Fall einer Tochter/Mutter auffangen , bzw. tragen zu können.

Stopp: Bei mir gab es nie eine psychische "Erkrankung", aber arge Krisen bzgl. der Aufarbeitung der Erkrankung meiner Mutter.
Da war ich mit viel harter Aufarbeitungstätigkeit ziemlich erfolgreich. Kaum hatte ich dieses harte Brot gegessen, erkrankte meine Tochter.
Ich bin das Innenleben von einem Sandwich.

Was ich z.Zt. mit meiner Tochter erlebe, sehe ich durchaus nicht durch eine rosarote Brille und schon gar nicht als vorschnelle Hoffnung.
Als Angehörige steckt man ebenfalls in der Krise, wenn auch in einer leicht besseren Lage, da es nicht den Einfluss der Medikamente
gibt.

Nee Jela,

seit Kindheit an ist mein Leben ein Leben, welches sich mit psychischer Krankheit befasst und befassen muss.
Bei mir geht überhaupt nichts schnell, (das Gegenenteil ist eher der Fall), aber ohne Hoffnung können wir alle einpacken!

LG. Fiene


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#36

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 19.06.2015 21:52
von Jela | 1.336 Beiträge | 4389 Punkte
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Hallo Fiene,
Ich glaube da hast Du etwas falsch verstanden. Ich bin der letzte Mensch, der jemanden die Hoffnung nehmen will, ganz im Gegenteil. Ich glaube fest an den Weg Deiner Tochter, sonst wuerde ich mich dazu auch nicht entsprechend auessern. Und vor einem Jahr hat fast keiner einen Cent auf mich gewettet. Jetzt arbeite ich immerhin schon ein bischen. Und das ist bei jedem anderen auch moeglich. Mir war es einfach wichtig, auch mal die sogenannte Nachphase und nicht immer nur die Akutphase zu beleuchten, aus meiner Sichtweise darzustellen. Die ist naemlich fuer sich selbst nach meiner Erfahrung auch nicht einfach zu verstehen und zu haendeln. Wollte Dir nicht auf die Fuesse treten. Habe aber auch durch die eigene Erfahrung ( auf die ich gerne verzichtet haette ) gelernt, dass zumindest ich, vieles an der Krankheit meines Vaters damals nicht verstanden hatte. Ist aber auch euch eine laengere Geschichte und ein anderes Thema. Nicht hier und heute.
Wuensche Dir alles erdenklich Gute Jela


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#37

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 20.06.2015 00:53
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Irgendwie erwarte ich wohl von mir selbst, meinen Sohn anzutreiben, damit er nicht seinen Gedanken nachhängt. Ich kenne das ja nur aus Sicht der Depressiven (die Depression ist ja zu meinem Wegbegleiter geworden), wenn man aus der Klinik entlassen wird ist es ganz wichtig, eine gewissen Struktur in sein Leben einzubauen. Aber ich erwarte wohl zu viel von meinem Kind. Ja, er schläft viel, auch tagsüber. Er sagt er hat keine Kraft und keine Lust. Ich versuche ihn positiv zu motivieren, und sei es, eben mal in den Supermarkt mit mir zu laufen. Ich verstehe dass er jetzt nicht so kann wie ich es mir vielleicht wünschen würde, und ich setze ihn nicht unter Druck. Trotzdem hoffe ich dass es relativ zeitnah mit einem Tagesstättenplatz hinhaut, er kann da auch nur an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Zeiten hin. Er liebt Fußball, die haben dort ein Team. Es würde ihm gut tun. Immer hier daheim zu hocken mit mir, seiner Mutter, ist auf Dauer nicht gut, diese Erfahrung haben wir ja beide gemacht. Auch wenn ich aktuell nicht richtig depri bin (ich war ja erst bis Mitte April in der Klinik), ich bin halt auch nie richtig glücklich und zufrieden, und diese Negativschwingungen spürt mein hochsensibles Kind natürlich sofort. Von daher wäre es besser, wir würden nicht so viel Zeit miteinander verbringen.

Ich arbeite ja nicht und weiß auch nicht ob ich mir das zutraue... durch meinen letzten Arbeitsplatz rutsche ich in eine ganz schlimme Depression, die mir ewig nach hing. Trotzdem wäre es vermutlich gut für mich, und auch für meinen Sohn, wenn ich wieder einen Job habe. Ich hatte jetzt ein Vorstellungsgespräch, ich weiß nicht was draus wird... ich werde abwarten und dann eine Entscheidung treffen, sofern man sich für mich entscheiden sollte.

So, ich hoffe es ergibt noch Sinn was ich hier schreibe, mir fallen nämlich schon beim Tippen die Augen zu. Eine Gute Nacht, Ihr lieben Menschen.

LG
Mona


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#38

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 22.06.2015 18:19
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Heute hatten wir ein sehr ernüchterndes Gespräch mit dem Jugendamt... es gibt keine betreute Wohnstätte/WG, in der mein Sohn mit seiner Erkrankung unterkommen könnte, zumindest nichts in der Nähe. Man hätte ihm eine Wohnung anbieten können wo eine Betreuerin täglich vorbei schauen würde, aber das kommt aktuell noch nicht in Frage. Ich hab dann irgendwann angefangen zu heulen weil ich gemerkt habe dass die Sache mit dem Jugendamt in eine Sackgasse gelaufen ist. Jetzt muss ich bei der Krankenkasse nachfragen nach betreutem Wohnen für psychisch Kranke.

Morgen besuchen wir eine Tagesstätte, da könnte er ja vielleicht wenigstens tageweise hin um sich zu beschäftigen.

Es ist so frustrierend... für Jugendliche gibt es jede Menge betreute Wohngruppen, aber dafür ist er jetzt schon zu alt.


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#39

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 22.06.2015 18:57
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Hallo Mona,

es gibt immer wieder Rückschläge im Leben. Nur mit Depression ist das noch schwerer zu ertragen. Ich selbst nehme Antidepressiva, gegen Depression aber auch zur Antriebssteigerung. Damit geht es recht gut, wenn man überhaupt von gut sprechen kann. Aber ich kann damit meiner Arbeit nachgehen. Vielleicht kann so ein AD deinem Sohn auch helfen. Aber das kann nur ein Psychiater entscheiden.
Bleibt mir zu hoffen, dass sich für deinen Sohn eine Lösung ergibt. Ja, vielleicht hat die Krankenkasse eine Lösung für euch. Gib bitte blos die Hoffnung nicht auf und versuche weiter zu kämpfen.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#40

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 22.06.2015 19:13
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Hallo Mona,

das finde ich sehr schade, wenn in der Nähe nichts zu finden ist.
Soweit ich informiert bin, wird eh nur in die Gegend des Bundeslandes, in dem man lebt, vermittelt - aus
rechtlichen u. kostentechnischen (Krankenkasse etc.) Gründen.

Eine Tagesstätte wurde meiner Tochter auch mal nach der ersten Einweisung in die Klinik angeboten.
Sie fühlte sich damals dort unterfordert. Doch heute wäre ich, möglicherweise auch sie damit zufrieden, da jede erneute Erkrankung
weiter weg führt von den ursprünglichen Fähigkeiten.

Ich habe manchmal allerdings auch den Verdacht, dass diese Unterbringungsmöglichkeiten uns nur in Aussicht gestellt
werden, damit wir erstmal beruhigt werden, ganz nach dem Prinzip: "denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt".

Ob es bei meiner Tochter wirklich klappt??? Zumindest hatte sie schon ein Gespräch mit der Leiterin des Wohndorfes.

Tagesstätte halte ich allerdings für besser, als den 1xigen Besuch am Tag von einer Betreuung.
Zu mehr kann ich dir z.Zt. nicht raten.

Viel Erfolg!!

wünscht Fiene


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#41

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 23.06.2015 15:44
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Antidepressiva nimmt mein Sohn schon seit Längerem, erst Fluoxetin und seit etwa 1 1/2 Jahren Elontril. Ich glaube auch schon dass ihm das ein bisschen hilft, man darf halt keine Wunder erwarten. Er kämpft immer noch mit seiner Diagnose, und es macht ihn fertig dass er momentan seiner eigenen Wahrnehmung nicht vertrauen kann. Und er hat große Angst... Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Schritt in die Selbständigkeit, Angst vor dem, was ihn noch erwartet hinsichtlich seiner Erkrankung.

Heute waren wir bei einer weiteren Beratungsstelle. Die Dame dort war sehr nett und hat uns einige Tipps gegeben. Sie meinte dass die Krankenkassen nicht zuständig wären und kein betreutes Wohnen für psychisch Kranke bezahlen würden. Aktuell wäre noch das Jugendamt zuständig (die ja gestern gemeint hatten dass wir uns an die Kassen wenden sollten), und wenn er 21 ist dann die Landeswohlfahrt. Die Institution die wir heute besucht haben kümmert sich um psychisch Kranke, hat sowohl ein Wohnheim als auch eine Tagesstätte, aber es sind wohl vermehrt Ältere dort, von 30 an aufwärts, und die meisten so schwer chronifiziert krank dass sie nicht mehr arbeiten können. Sie meinte mein Sohn passe da nicht rein, er sei ja klar und offen, und außerdem bräuchte er ja auch erstmal eine Berufsausbildung.

Ich hab zwar jetzt noch eine weitere Telefonnummer von einmr weiteren Psychosozialdienst, aber so wie es ausschaut wird mein Sohn so schnell erstmal nicht ausziehen können.

Die Möglichkeiten die es für ihn gäbe, mit berufsausbildenden Maßnahmen und Wohngruppen, sind ihm zu weit entfernt. Er fühlt sich dafür noch nicht fit genug ('ich bin noch nicht so weit').

Fiene, geht es dir auch so dass du dich allein gelassen fühlst? Das Jugendamt hat mehrere Angaben gemacht die einfach falsch sind, und versuchen sich als Kostenträger rauszuwinden, die Sozialdienste der Kliniken zucken mit den Schultern und die Institutionen im Umkreis sind nicht das Richtige... Und in der Zeit hockt mein Sohn daheim, spielt am PC oder schläft und kommt keinen Schritt weiter.

Oder bin ich einfach zu ungeduldig? Ich möchte doch einfach nur dass es für ihn weitergeht, er braucht doch einen strukturierten Tagesablauf, ich kann ihm das nicht geben.

Bin gerade ein bisschen verzweifelt... wenn nicht deprimiert. Vielleicht sehe ich das morgen schon nicht mehr so eng, aber seit gestern hab ich ein ziemliches Tief.


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#42

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 23.06.2015 16:35
von Quietschi | 930 Beiträge | 1901 Punkte
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Hallo Mona.
Nein, du hast ganz recht. Nach dem Klinikaufenthalt fühlte ich mich auch ziemlich alleine gelassen mit der Krankheit, abgesehen von der Anlaufstelle hier, natürlich. Selbsthilfegruppen gibt es hier z.B. für Schizophrenie keine und die sonstigen Angebote gelten auch nur für Menschen mit genereller psychischer Erkrankung. ... Und du hast ja schon viele Stellen angelaufen, da ist es normal und völlig verständlich, wenn du dich allein gelassen fühlst.
Deinem Sohn bleibt vielleicht vorerst nichts anderes übrig, als PC spielen und abwarten, dass die Krankheit besser wird. Gibt es in eurer Nähe denn wenigstens eine Selbsthilfegruppe zu der er erst mal gehen könnte? Das wäre ja wenigstens schon mal ein Anfang. Vielleicht hätten dort Betroffene bessere Tipps für dich?
Liebe Grüße,
Quietschi


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#43

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 23.06.2015 17:07
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Hallo Mona,

ja, ich denke auch, dass du alles zu schnell willst. Ich erzähle vielleicht mal von mir:
Ich war damals 8 Monate in der Tagesklinik. Und auch danach war ich noch nicht wieder fit. Gerade die Ängste spielten bei mir eine "wahnsinnig" große Rolle. Das habe ich aber fast überwunden. Heute ist das lange her und ich gehe uneingeschränkt arbeiten. Ich hab wieder gute Konzentration und gute kognitive Fähigkeiten und bin fast so leistungsfähig wie früher. Manchmal schimpfe ich über die Arbeit, aber eigentlich fühle ich mich da wohl.
Sicher wird sich dein Sohn auch wieder erholen. Aber es braucht seine Zeit.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#44

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 23.06.2015 17:20
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Quietschie, danke für deinen Beitrag, es tut gut zu wissen, dass es anderen da ähnlich ging. Nein, ich wüsste jetzt nichts von einer Selbsthilfegruppe in der Nähe... aber vielleicht haben die bei der neuen Anlaufstelle ja eine Idee, oder es klappt dort mit der Tagesstätte, da müsste das Jugendamt ja auch nur die Fahrtkosten bezahlen, könnte denen ja nur recht sein. Schade dass mein Sohn es nicht so mit dem Schreiben hat, das Forum hier wäre sicher super für ihn.

Wolf, vielen Dank, dass du mir immer wieder Hoffnung machst, Erfolgsgeschichten zu lesen macht Mut. Ich freue mich sehr dass du es gepackt hast, und ich glaube auch an meinen Sohn, der intelligent und kontaktfreudig ist und bestimmt irgendwann seinen Weg gehen wird.

Ich versuche, mich in Geduld zu üben... Ommmmmm


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#45

RE: Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

in Treffpunkt für Angehörige 23.06.2015 19:45
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Hallo Mona,

ja, man fühlt sich häufig sehr allein gelassen.
Das liegt auch daran, dass verschiedene Institutionen und Sachbearbeiter eigentlich mehr Dienst nach Vorschrift machen.
Sie haben nicht das Feeling für optimale und sinnvolle Unterbringung, sondern sind mehr oder weniger Verwalter ihrer
"Fälle", wie es so hübsch-hässlich im Behördendeutsch heisst.

Du tust gut damit, dich in Geduld zu üben. Das gleiche mache ich auch, auch wenn ich mich wohl nie so richtig dran gewöhnen
kann u. werde, dass da häufig positive positive Vorschläge kommen, die dann aus unterschiedlichsten Gründen im Sande verlaufen.
Das allerbeste, was man als Mutter tun kann, ist sein Kind zu stärken, stärken, stärken.

Bitte lasse den Kopf nicht hängen. Du leistest so viel für deinen Sohn - das ist bewundernswert. Auch du hast nur 2 Arme, zwei Beine
und der Tag besteht für dich auch nicht aus mehr als 24 Stunden.

Vielleicht magst du ja mal schreiben, wie weit die Wohngruppen mit berufsbildenden Maßnahmen entfernt sind.
Bist du Autofahrerin, um ihn dann besuchen oder mal nach Hause holen zu können?

LG. Fiene


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