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#1

Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 30.05.2015 21:21
von juliek (gelöscht)
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Vor 2 Jahren bin ich mit meinem, nun leider EX-Freund, zusammen gekommen.
Ich dachte in ihm meinen Seelenverwandten gefunden zu haben.
Ein gutes halbes Jahr lief auch alles mehr als perfekt, besser als ich es mir je vorstellen konnte. Zu einem beliebigen Zeitpunkt, nahmen wir zusammen auf einer Party MDMA, um es mal auszuprobieren. (Ein wichtige Information dazu ist dass er schon seit vielen Jahren regelmäßig Cannabis in großen Mengen konsumiert)
Uns ging es mächtig gut dabei, und haben es zusammen genossen.
Ein paar Tage später fing er an wirres Zeug von sich zu geben, zusammenhangslose Sachen mit denen ich nichts anzufangen wusste. Ich dachte da schon dass wohl etwas komisch wäre, aber dachte in keinster Weise an eine Psychose o.Ä. sondern einfach an einen Flashback von den Drogen. Nunja über Wochen hinweg wurde es dann doch immer schlimmer, er litt tierisch unter Verfolgungswahn, Angstzuständen und Realitätsverlust.
Er unterstellte mir immer wieder ich würde ihn betrügen, die ganze Welt wäre gegen ihn, alle würden ihn hassen. Beleidigte meine Familie, aus dem Grund sie würden ihn alle vergiften und töten wollen.
Ich wusste nicht mehr weiter, wandte mich an seine Familie, worauf er einen Tag später zwangseingewiesen wurde weil er komplett durchdrehte. Dort war er dann ca 1 Monat, bis er auf die Medikamente eingestellt war und wieder einigermaßen "normal" denken konnte. Innerhalb dieser Zeit gab er mir die ganze Schuld an allem, es wäre mein Plan gewesen ihn dort reinzustecken und töten zu wollen. Das war wirklich eine unglaublich schwere und unverständliche Zeit für mich. Irgendwann ist er dann einfach von dort abgehauen und kam zu mir. Wusste nichts mehr von all dem was er zu mir gesagt hat. Der Arzt hat bei ihm eine Angst-Psychose ausgelöst von Cannabis diagnostiziert. Dies sah er aber in keinster Weise ein, hielt es für kompletten Schwachsinn und fing nicht wenig später wieder an zu kiffen. Es vergangen keine 3 Wochen, dann ließ er sich selbst wieder in die Psychiatrie einweisen, in der er dann für 3 Monate war. Wir alle hatten große Hoffnung auf Besserung, da er sich diesmal darauf einließ und eine Therapie anfing. Als er entlassen wurde war alles auch wieder schön und auf einem guten Weg. Bis er letztendlich wieder mit dem kiffen anfing. Egal was ich zu ihm sagte, wie sehr ich ihn davon abbringen wollte, es war alles sinnlos und ich erntete nur Aggressivität von ihm.
So ging es dann eine ganze Weile weiter. Seine Stimmung schwang immer zwischen total gut gelaunt oder depressiv.
Was das bedeutete, wusste ich dann auch.. Aber egal wie sehr ich ihm Hilfe anbot und ihm eine Therapie verschlug, ihm war alles egal und es ging bzw geht ihm nur gut wenn er kifft.
Ich hab mich damit abgefunden, weil es nur zu Streit gab wenn ich ihn damit konfrontierte. Er nimmt seit er entlassen wurde jeden Tag Tabletten (Abilify), und sobald er diese mal vergass, gelang er wieder in seinen Psycho-Wahn. Die ganze Zeit zerrte absolut an meinen Nerven, aber ich gab ihn nie auf und wäre jeden Weg mit ihm zusammen gegangen, da ich ihn wirklich über alles liebe, und den Menschen in ihn sehe, den ich kennengelernt hab. Dieser ist nun leider seit langer Zeit verborgen..
Vor einem Monat hatten wir einen schlimmen Streit wegen dem kiffen, weil er es wirklich übertreibt und immer weiter in sein Loch sinkt. Er hat mich dann einfach aus der kalten verlassen, mitten im Streit, ohne einen Grund. Er hat seine Sachen gepackt und ist gegangen. Ich leide tierisch unter Verlustängsten und Selbstzweifeln und leide seitdem an Depressionen mit denen ich nur schwer zu kämpfen habe. Eine Therapie ist bereits in Planung. Ich fühle mich ohne ihn einfach komplett verloren, leer. Ich schlafe nicht, esse nicht, kann an nichts anderes als an ihn denken. Manchmal denke ich, ich drehe selber durch.
Wir haben uns in der zwischenzeit 4 Mal getroffen, es war jedes mal wunderschön, so wie damals. Dennoch sagt er mir immer: Ich will aber keine Beziehung mehr mit dir, es geht einfach nicht.
Nach jedem treffen, ist auch erstmal mindestens 4 Tage Funkstille, er ist nicht für mich erreichbar, ignoriert mich, gibt mir das Gefühl nichts zu sein. Und sobald wir uns sehen, ist alles schön.
Ich würde gerne wissen ob von euch jemand Erfahrung mit so etwas gemacht hat?
Ich weiß und merke dass er mich liebt. Aber seine "Kunst" Sachen so zu verdrängen, dass sie ihn nicht mehr interessieren, war schon immer sehr ausgeprägt. Er kifft seinen Kummer einfach immer weg, und für einen bestimmten Zeitraum klappt es auch.
Ich möchte nicht aufhören um ihn zu kämpfen, und ihm beweisen zu wollen dass wir es noch einmal schaffen können. Er bedeutet die Welt für mich. Nur langsam weiß ich nicht mehr weiter. Ich weiß nicht woran ich bei ihm bin.. Es ist ein ständiges Gefühlschaos. Das schlimmste an der Sache ist, dass sein momentanes Verhalten an seiner Krankheit liegt, die er selber nicht einsieht, die er nicht akzeptiert. Je mehr ich auf ihn zugehe desto mehr stößt er mich weg. Ich weiß nicht inwiefern ich überhaupt noch etwas tun kann.. Ich würde alles tun um ihn zu helfen, um wieder ein Leben mit ihm zu führen.
Ich bin selber an einem Punkt, an dem ich denke, kein weiteres glück im leben ohne ihn zu haben, da ich meine gesamte kraft und Fürsorge die letzten Monate in ihn gesteckt habe.
Ich bitte um einen Rat und entschuldigt den langen Text :(


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#2

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 30.05.2015 21:47
von Hotte | 1.621 Beiträge | 4650 Punkte
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Hallo juliek,

mal abgesehen von der Psychose fehlt Dir eine gesunde Distanz zu diesem Mann. Das mit der Therapie ist eine gute Idee!

Dennoch herzlich willkommen an Board!


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: ingo-schreibt-anders.blog
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#3

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 09:35
von blue2 (gelöscht)
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Das ist eine verzwickte Situation. Deinem Freund geht es im Moment nicht gut, und wenn er keine Beziehung mehr will, musst du das wohl akzeptieren. Ich würde sagen, du leidest im Moment unter Liebeskummer, was relativ normal ist - unabhängig von Psychose oder nicht Psychose,


zuletzt bearbeitet 31.05.2015 09:37 | nach oben springen

#4

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 10:22
von Mona | 89 Beiträge | 159 Punkte
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Ich kann dir auch nur raten auf Distanz zu gehen. Du solltest unbedingt aufpassen dass du bei dem ganzen nicht vor die Hunde gehst - mit Depressionen ist auch nicht zu spaßen. Mach auf jeden Fall die Psychotherapie und versuche nicht an ihn sondern an DICH zu denken.


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#5

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 12:31
von Fiene (gelöscht)
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Hallo juliek,

ich kann mich den 3 vorigen Beiträgen nur anschliessen.

Die Situation ist sicherlich hart, doch du wirst sie so annehmen müssen, wie sie ist.
Mache möglichst viele Dinge, die dir gut tun.
Der Heilungsprozess der Psychose muß einfach vorrangig sein und ich weiss, wie schwer es ist, loszzulassen.

toi, toi , toi

Fiene


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#6

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 12:53
von Jasper | 332 Beiträge | 680 Punkte
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Hallo,

Also Ich kann soweit meinen Teil dazu beitragen das Ich Dir raten kann:

Entweder kein Kiffen ohne Kompromisse er hatte bereits 2? Rückfälle dadurch und die Diagnose drogeninduziert.

Ich selber konsumiere etwa 30 Jahre, hatte selber 1 Rückfall durch nicht zu hören und Unverständniss war 4 Jahre abstinent nach der Psychose, es ist ganz einfach Fakt wer instabil/Labil ist für den ist der Konsum bei der Diagnose mehr wie kontraproduktiv er wird es so nicht packen wenn er nicht für Jahre die Finger davon lässt.

Grüße Jasper


No Risk , No Fun
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#7

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 13:00
von juliek (gelöscht)
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Ich bin in meiner Position einfach machtlos dem gegenüber.. Er redet sich täglich selber ein dass es ihm nur gut gehen kann wenn er kifft, dass nichts passiert und er nicht krank ist. Wir waren zusammen schon oft an dem Punkt, an dem er alles beseitigt hat was mit dem Gras zu tun hat, er hat es dann auch über Wochen ausgehalten mit meiner Unterstützung. Doch dann kam er immer wieder heim, total high und wollte mir gar nicht zu hören, bei meinen "Moral Predigten". Er lässt sich von niemandem etwas sagen.. Weil er nicht einsehen will dass er krank ist. Die Zeiten in der Psychiatrie hat er komplett verdrängt. Sobald man ihn darauf anspricht, ist der Zugang zu ihm erstmal komplett vorbei. Ich würde ihm so gerne helfen, so vieles für ihn machen aber er lässt es nicht zu.. Er kommt von diesem Zeug nicht aus eigener Hand weg, ist aber in keinster Weise offen für eine Therapie.


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#8

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 13:50
von Jasper | 332 Beiträge | 680 Punkte
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Krankheitsuneinsichtigkeit geht gar nicht....


Kein Kiffen ohne Kompromisse , keine Unterstützung geben, mehr kann Ich nicht sagen sorry.


No Risk , No Fun
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#9

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 14:50
von Quietschi | 930 Beiträge | 1901 Punkte
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Wenn er so kankheitsuneinsichtig ist, liebe juliek, wirst du ihm nicht helfen können. Ihm scheint kiffen wichtiger zu sein als alles andere.
Ich würde dir auch raten auf Abstand zu gehen, sonst zieht er dich nur noch mit runter, eben weil er nicht krankheitseinsichtig ist. Eine Beziehung kann man nicht erzwingen. Wenn er momentan keine Beziehung zu dir will, will er keine. Auch, wenn er sich dafür vielleicht irgendwann in den Hintern beißen wird. Ich wünsche dir, dass du schnell über ihn hinweg kommst.
Liebe Grüße,
Quietschi


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#10

RE: Freund leidet unter Psychose-was tun?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2015 15:35
von MDark (gelöscht)
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Hallo,
also ganz ehrlich - Du brauchst Abstand von ihm. So blöd es auch klingt, was ihr da macht tut euch beiden nicht so gut.
Er hat echt Schwierigkeiten, dich sich nicht wegwünschen lassen oder mit ein wenig Pusten auf die Wunde wieder heilbar wären. Er braucht wirklich Zeit für sich, um mit dem klarzukommen, was in seinem Kopf vorgeht.
Bin selbst Betroffener, wie die meisten hier im Forum.

Du bist noch jung und solltest dich auf dein Leben konzentrieren. Ich weiß wie schwer das ist, ich war selber mal verliebt und so jung

Grüße,
MD


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