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#1

Hundeseele

in Betroffenen-Literatur 19.05.2015 15:46
von Hirnsehprogramm | 1.300 Beiträge | 2657 Punkte
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Neue ungereimte Geschichten aus dem Land des Fieberwahns...


Wie es mir so ergeht, wenn die Knochen mir müde und lahm
vor lauter Arbeit gegen den X-Beliebigen Feind in Milliardenschaar
mit einem Mantel aus Schwere Gemeinsam mit der dumpfen Haube über meinem Kopf
die eine merkwürdige Traurigkeit erzeugen, aber keine finstere
sondern einfach eine Art tiefe Müdigkeit, und Verlangen danach
es zu leeren, den Kopf zu entspannen und die Glieder auch...

Ich lege mich in mein Bett, und mein Hund springt sogleich zu meiner Seite
und streckt sich an meinem Bein längs - naja, von wegen Dreck aber
der Hund wirkt besser als eine Katze und eine Wärmflasche zugleich, so
will ich nicht rechten, und lasse lieber seine Entspannung auf mich wirken

In der Bewegungslosigkeit noch einmal die schmerzenden Glieder fallen lassen
und sie beobachtend die merkwürdige britzelnde Anspannung in meinem Kopf
einfach eine unschöne Haube sein lassen, und ich unter ihr
lasse diese Kapuze einfach einen Regenmantel sein, auf dem das
Prasseln mich langsam beruhigt anstatt mich wie sonst eine Peitsche
mit ihren schwachen aber zahlreichen Hieben wie am Kragen aufgehängt
immerzu stehen, gehen und tanzen zu lassen...

Ich fühle wie der Hund sich weiter anschmiegt, und denke in meiner kleinen Höhle,
wie er sich wohl fühlt in seinem Körper, ob ich mich hineinversetzen könnte
und es mir vorstellen, wie sein Leben im Vergleich zu meinem
gelebt werden kann?

Meine Nase juckt kurz, und ich denke - naja, nein, mit dem Finger kann er sich
wohl schlecht kratzen. Seine Vorderbeine nicht wie meine Hände, sondern
ein bisschen wie meine Beine, nur immer gerade am Körper anliegend. wie
will er bloss die Dinge so bewegen, wo es mir auf meine Art viel leichter fallen sollte

Die Nase, ja, ...seine Schnauze ist doch wie seine Hand! Merkwürdig nach vorne
ausgestreckt, direkt unter den Augen, nach vorne, mit grosser Geschicklichkeit versehen...
ich fühle, wie es wohl sein mag, eine Hand statt einem Mund zu haben,
mit einem flachen aber langen Kinn, und nur zwei Fingern die sich öffnen und schliessen lassen

So wie man seinen Kopf dreht, um damit etwas zu greifen...und nicht nur der Tastsinn
das Gegriffene oder zu greifende erklären kann, sondern eine Welt aus Gerüchen...
Gerüche! Wie eine ausgedehnte Landkarte, die Dingen eine zusätzliche Dimension
an Farben gibt, die sich immerzu verändern und die alle mit irgendwas verbunden sind?

Der Hund seufzt und verdreht die Augen.
Wie das Bewegen in solch einem Körper wohl sein mag?
Immer waagerecht zum Boden, die Beine nur mit Scharniergelenken, aber dafür
gleich vier, und einen festen Stand, ein schneller Lauf, springend und sich dabei windend...

Um zu sehen, wie die Welt gedacht ist...sie besteht ja garnicht aus Worten!
Sie besteht nur aus Bildern und Gefühlen, Erinnerungen, die auch wieder nur
aus Bildern und Gefühlen bestehen. Vielleicht auch aus Gerüchen und Geräuschen
So wie das Wort des Menschen einfach ein komisches Geräusch ist, das mit einem Bild verbunden ist...

Und die Gefühle, die mich leiten, sie erklären dann die Welt, wie sie ist, wie
ich bin? Wie kindliche Freude und Überschwänglichkeit aber dennoch zugleich
eine abgeklärte Welt...in der alles seinen PLatz hat, wo sind...
...meine Freunde, meine Familie, wir müssen uns umtanzen auf der Jagd...

...müssen uns mit Gesten und Blicken zeigen, was wir voneinander denken und wollen,
wo die Notwendigkeiten liegen, wo die Reise hingehen soll...mit der Hand eine
Explosion, ein Ruf in die Welt für die Ohren, die ihn verstehen, dass diese Hand
sogleich mit Zähnen bewehrt zugreifen könnte, es ist ein Bellen...

...Eine Explosion aus der Brust, aus dem Herzen, aus der Mut und
Tatendrang sprechen, oder auch mal Angst, Wut und Verlegenheit...

Der Hund gähnt, streckt sich, und steht auf, ich muss ihn aus dem Zimmer lassen,
und habe das Gefühl ihn jetzt wenigstens ein kleinwenig besser zu verstehen.
Er blick mich an, und ich sehe nicht mehr den unterwürfig wirkenden Blick
mit den Kinderaugen, den die allermeisten in ihm sehen würden,...

...Ich sehe ein glühendes Herz aus Wachs, das wabernd und mal drückend,
mal leuchtend, durch die Augen, der Kern seines ganzen Selbstverständnisses ist,
aber sehe auch eine gewisse Langeweile, er hat ja auch jetzt lange
fast bewegungslos an meinem Bein gelegen und möchte die Beine tanzen lassen...

Aufgestanden gehe ich in den Garten, und sehe die Eiche mit klarem Blick an,
wie auch der Hund mit der Nase im Wind die Umgebung mustert,

Mich juckt es hinter dem Ohr, und ich muss die Versuchung überwinden,
mit dem rechten Bein...denn so gelenkig bin ich nicht...
Die Hand lässt sich glücklicherweise viel besser benutzen, und ich,
schüttle mit Schmunzeln den Gedanken ab und atme tief ein,

und wieder aus, nein in diesem Gedankenspiel habe ich euch Hunde
immer noch nicht wirklich verstanden, ich fühle mich jetzt

ein klein wenig weiter weg von euch...aber dabei auch ein bisschen albern irgendwie...


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
2 Mitglieder haben sich bedankt!
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#2

RE: Hundeseele

in Betroffenen-Literatur 19.05.2015 16:41
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Toll! Erstklassig! Mehr davon bitte :-)


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#3

RE: Hundeseele

in Betroffenen-Literatur 20.05.2015 17:42
von MDark (gelöscht)
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Hallo @Hirnsehprogramm
man, was freue ich ich, wenn ich meine Medikamente wieder absetzen kann. Ich hoffe, dann wieder ähnlich denken kann und mich derart in etwas, oder jemanden, hineinzuversetzen! Diese Geschichte ist echt super, hat mich zwischendurch sogar tiefer berührt.

Danke,
MD


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#4

RE: Hundeseele

in Betroffenen-Literatur 20.05.2015 17:57
von Hirnsehprogramm | 1.300 Beiträge | 2657 Punkte
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Bedenke, ich bin nach wie vor auf 10mg Olanzapin, bei mir klappt das schon ganz gut. Absetzen kann mehr Saft geben - auf längere Zeit, wenn es nicht anders geht, kann man sich auch an das Medikament "gewöhnen" und ist dann langsam nicht mehr ganz so platt wie anfangs.

Bei dem Gedankenspiel kam auch eine gute Portion Fieberwahn hinzu, 38°C im Mund und kalter schweiss...man, war ich froh, dass der Hund mir die Seite gewärmt hat...


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
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#5

RE: Hundeseele

in Betroffenen-Literatur 20.05.2015 18:03
von MDark (gelöscht)
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Hallo,
ja, das bedenke ich. Im Laufe der Zeit habe ich mich schon an Olanzapin gewöhnt, aber durch die Umstellung auf Aripiprazol ist erstmal ein wenig wieder durcheinander... aber habe wenigstens das Gefühl durch den wechsel jetzt auch mehr Energie zu haben. Problem nur, das Kreative in mir wartet noch darauf und ist weiterhin gedämpft...

Was ich sonst so von Dir lese ist ja auch nicht ohne!
Auch wenn es echt heftig ist mit Fieberwahn, kann ich mir selber gar nicht vorstellen..

Grüße,
MD


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#6

RE: Hundeseele

in Betroffenen-Literatur 20.05.2015 20:15
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Hirnasehprogramm,

danke für deine Worte.

Unser Hund ist alt. Kann kaum noch alleine aufstehen. Wenn er vom Leben abtreten muss, wird das eine schlimme Zeit für mich. Ich würde ihm gern ein paar schöne Tage von meinem Leben abgeben. Denn er ist mein Freund. Er versteht mich sofort, wie es mir geht, ohne das ich großartig darüber sprechen muss. Daher tut es mir so unendlich leid, wenn ich ihn demnächst gehen lassen muss. Weiß garnicht, wie ich damit klarkommen kann.


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