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#1

Schattenseiten der Schizophrenie...

in Schizophrenie in den Medien 16.05.2015 13:26
von Hirnsehprogramm | 1.199 Beiträge | 2288 Punkte
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Ich glaube bei der Diskussion um unsere Diagnosen sieht man Medienseits schon immer zwei Pole. Vor allem, wenn es um Einzelschicksale geht. Ich habe schon beobachtet, wie die Medien quasi in verschiedenen Kategorien über die Erkrankung oder Dinge im Zusammenhang mit ihr berichten. Neben Artikeln zu medizinischen Erkenntnissen, vereinzelten Berichten zu Menschen, die die Erkrankung und ihr Leben damit meistern konnten, und durchaus auch aufklärenden Beiträgen zu der Erkrankung und ihren Auswirkungen, findet man nur zu oft Berichte über Erkrankte, die durch ihre Erkrankung, bzw. oft auch ihre begleitenden Lebensumstände, grosse Dummheiten begehen. Die meisten von uns hier wissen ja, wie der Kopf in bestimmten Zuständen böse Streiche spielen kann, auch wenn nach meiner Beobachtung von Einzelschicksalen zumeist auf "wundersame" Weise recht selten etwas wirklich tragisches dadurch passiert.

Ich beginne diesen Faden mal mit einem aktuellen Artikel, über den ich grade "gestolpert" bin. Ein Schizophrenieerkrankter, der nach übermässigem Alkoholkonsum im Wahn eine Brandstiftung in seiner Wohnung begangen hat:

http://www.swp.de/ulm/lokales/alb_donau/...art4299,3219365

Ich glaube bei diesem Fall kamen neben der eigentlichen Erkrankung mehrere tragische Faktoren zusammen - ein stark frustrierendes Lebensumfeld bzw Lebenshintergrund, viel Alkohol, Verzicht auf Medikation, Verlust der Arbeit, und scheinbar keine angemessene Betreuung im Umfeld. Was denkt ihr, was hätte geschehen müssen, um diesen oder ähnlich gelagerte Fälle schon im vorraus verhindern zu können? Mir liest sich das schon ein wenig so, als wäre der Mensch in einem Zustand florider Psychose zu "alleine" gewesen, was nicht grade förderlich für ihn war. Wobei das natürlich eine Mutmassung von mir ist.


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#2

RE: Schattenseiten der Schizophrenie...

in Schizophrenie in den Medien 16.05.2015 13:56
von Hurley (gelöscht)
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Ich geb oft die Schlagworte Schizophrenie und Psychose bei Google News ein um mir aktuelle Berichte zu dem Thema durchzulesen und leider sind immer wieder solche Artikel wie o.g. dabei. Dabei entsteht gerade in der Google Suche direkt ein falscher Eindruck find ich und psychisch Erkrankte könnten schnell in die Ecke "Außer Kontrolle" geraten. Dabei sind es soweit ich weiß weniger straffällige Personen als im gesamten Bevölkerungsdurchschnitt.

Ich kann nicht für den Jungen aus dem Artikel reden. Aber ich war in meinen Psychosen immer eher ein weinerliches Kind, überhaupt garnicht aggresiv, ich hab nur dumme Sachen gemacht, wie nachts nackt im Wald wandern. Also die aggresive straffällige Seite kann ich garnicht nachvollziehen.
Ich denke er muss ziemlich verbittert und von der Welt enttäuscht sein. Und er scheint ja nach einem Jahr immer noch in seinem Wahn gefangen zu sein, und das ist wirklich schlimm. Ich denke auch desto länger man da drin steckt, desto schwerer kommt man da wieder raus. Les ich jedenfalls nicht gerne solche Berichte, die schlagen mir auf's Gemüt und ich hab Angst, dass mir sowas auch mal passieren könnte. Man weiss ja nie, was der Kopf mit einem macht.


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#3

RE: Schattenseiten der Schizophrenie...

in Schizophrenie in den Medien 16.05.2015 14:14
von Quietschi | 930 Beiträge | 1901 Punkte
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Hallo Hirnsehprogramm!
Eine frühzeitig durch den Erkrankten selbst erkannte Schizophrenie kann solche Fälle verhindern, da man zumindest nicht noch tiefer in die Psychose hinein driftet, wenn man sich rechtzeitig genug eingesteht, dass mit dem eigenen Oberstübchen was nicht stimmt. Ich bin froh, dass ich noch rechtzeitig in die Klinik gegangen bin. Manche, die in die Klinik eingeliefert wurden, waren vorher nicht krankheitseinsichtig, haben das Pflegepersonal getreten, gebissen, oder angespuckt, haben randaliert und mussten – zu ihrer eigenen Sicherheit – fixiert werden.
Man hätte den Mann viel früher zwangseinweisen müssen, um ihn kontrolliert zu medikamentieren. Ich denke auch, dass er so einfach „alleine gelassen“ worden war mit seiner Krankheit, obwohl er früher schon auffällig war.
Es sind natürlich die spektakuläreren Fälle, die von den Medien aufgegriffen werden, weil sie den Leser eher interessieren könnten, als harmlosere Verläufe. Ich kann von mir sagen, dass ich nie so die Kontrolle in der Psychose verlor, dass ich für Andere eine Gefahr darstellte.
Liebe Grüße,
Quietschi


zuletzt bearbeitet 16.05.2015 14:14 | nach oben springen

#4

RE: Schattenseiten der Schizophrenie...

in Schizophrenie in den Medien 16.05.2015 20:00
von Molly | 2.886 Beiträge | 13608 Punkte
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Wenn man die Nachrichten anschaut, sind da ja auch meist Katastrophenmeldungen aller Art. Ich meine jetzt nicht solche Meldungen über psychisch Kranke. Das ist anscheinend wichtiger als reine Information.

Und ja... meist ist es so, dass man alleingelassen ist, wenn man Hilfe benötigt und keine Krankheitseinsicht hat. Die Alternative wäre aber eine ständige Überwachung von Betroffenen. Wollen wir das? Mir wäre das inzwischen egal und ich suche auch unseren Sozialdienst in der Werkstatt auf, wenn ich keine Lösungen mehr finde aber speziell die, die noch nicht berentet oder in Grundsicherung sind, hätten da mit Sicherheit sehr viel dagegen. Sicher wäre es für sie selbst und andere besser, wenn die Leute mehr Kontrolle zuließen, aber die Natur unserer Erkrankung, wo wir oft Angst vor Repressalien haben und die die Stigmatisierung von Außenstehenden (Arbeitgeber) machen so etwas nahezu unmöglich.


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
zuletzt bearbeitet 16.05.2015 20:07 | nach oben springen


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