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#1

Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 18:34
von Hilflos (gelöscht)
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Hallo an alle

ich habe einen 33 Jährigen Sohn der vor 7 Jahren seine erste Psychose hatte und vor 3 Jahren seine zweite .wohl ausgelöst durch zu schnelle Medikamentenreduzierung . Er musste sein Studium abrechen und lebt seitdem von Hartz 4. Bei ihm ist vor allen die Negativsymptomatik zur Zeit am schlimmsten. Er fühlt sich von allen überfordert und schiebt immer alles vor sich her ,besonders wenn es um behördliche Dinge geht. Er lebt alleine und bekommt das einigermassen hin. Wir helfen ab und zu beim saubermachen der Wohnung.
Er kann sich aber für Dinge die ihn interessieren motivieren z.B. er liest sehr viel oder er programmiert oder er besucht auch über Tage Freunde die weiter entfernt wohnen. Aber mich macht es immer fertig wenn er sich um Dinge wie dem Arbeitsamt mitteilen wenn es Veränderungen gibt , drückt oder er es einfach nicht macht. Wir haben ihn überreden können für 2 mal die Woche ein paar Stunden ein Ehrenamt zu machen, was ihm sogar Spass macht, damit er nicht nur zu Hause sitzt. Aber dann geht er einfach mal nicht hin weil er Kopfschmerzen hat, ist ja kein Problem aber er kommt nicht auf die Idee dann abzusagen. Sehe ich das alles zu eng und erwarte zu viel?
Meine anderen Kinder meinen ich nehme ihm zuviel ab. Aber ich musste schon öfters Dinge ,die nicht geklappt haben ausbaden. Wie soll man sich als Eltern verhalten, es ist so schwer ich will eigentlich nur das es ihm gut geht. Und er ist überhaupt nicht konfliktfähig. bei Konflikten benimmt er sich eher wie ein kleines Kind. Er hat eine kurze Therapie mitgemacht die aber nicht viel gebracht hat und jetzt möchte er keine mehr. Er ist ein sehr intelligenter junger Mann ,meistens vom Leben überfordert sehr traurig. Habt ihr, als auch Betroffene ,eine Idee wie wir ihm helfen können. Und bleibt das jetzt so bis ans Lebensende, ich habe gelesen das sich nache Jahren die Negativsymtomatik nicht mehr ändert. Er bekommt regelmässig Risperdal consta 25 mg. Er möchte die Spritze weil er Tabletten vergisst. Wie seht ihr das Liebe Gruss


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#2

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 19:06
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Hoffnungslos,

erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.
Diese Antriebslosigkeit macht den meinsten Erkrankten (auch mir) sehr zu schaffen. Das Leben ist einfach schwer geworden. Leider ist das so. Wissenschaftler streiten darüber, ob die Erkrankung und die Medikamente dafür verantwortlich sind. In der Regel sagt man, bei Antriebslosigkeit möglichst niedrig dosieren. Allerdings sind die Ärzte bei mehrfacher Psychose eher bestrebt, recht hoch zu dosieren. Das müssen aber die Ärzte entscheiden. Anderseits hilft es vielleicht mit deinen Beschreibungen, deinen Sohn beim Arztbesuch zu begleiten. Das bringt für euch beide vieleicht viele Chancen. Einerseits, dass du die Erkrankung besser kennenlernst, anderseits, ob tatsächlich eine veränderte Medikation gut ist.
Ich kann deinen Sohn gut verstehen. Muss ich mich doch mit diesen Problemen selbst herumschlagen. Man ist einfach taub-geschaltet für wichtige Dinge.
Vielleicht hilft ihm auch eine Verhaltensterapie. Aber das wiederum bedarf eigenes Intreresse auch dafür.

Gruß vom Wolf


1 Mitglied findet das Top!
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#3

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 19:39
von Hilflos (gelöscht)
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Hallo Wolf

danke für diene Antwort, Seine Medikamente sollten vor 3 Jahren umgestellt werden und da hat sein damaliger Arzt wohl den Fehler gemacht das neue Medikament gleich um 50% zu reduzieren und das ist wohl schief gegangen, seitdem weigert sich mein Sohn an den
Medikamenten was zu drehen oder zu ändern er hat zuviel Angst vor einer neuen Psychose. Und ich dachte auch das Risperdal 25 mg nicht soviel ist. Und ich war vor ein paar Monaten mal mit bei seinem jetzigen Arzt der nur meint er hängt in einem Residualzustand. Hat aber sonst wenig gesagt was mir groß weitergeholfen hätte. Ich weiß auch nicht ob der Zustand immer anhalten wird. Das wäre schade.
Informiert über die Krankheit habe ich mich schon sehr viel. Aber vielleicht gibt es noch ein paar Tipps von Betroffenen. Ich weiß nicht was besser ist ihm die Schwirigkeiten aus dem Weg zuräumen oder es draufankommen zu lassen. Wenn dann aber was ist womit er sich auseinandersetzen muss ist er erstmal vollig fertig.


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#4

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 19:44
von Hotte | 1.631 Beiträge | 4742 Punkte
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Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass diese Aufschieberitis alleine auf die Psychose oder Negativsymptomatik zu schieben ist.
Mein Partner hat keine psychische Erkrankung und schiebt genauso alles vor sich her, auf das er keinen Bock hat und auch Dinge, die ihm einfach weniger wichtig sind als andere. Das ist eine reine Disziplinlosigkeit, nichts weiter.
Solche Leute kommen durchs Leben, weil sie immer einen Dummen finden, der ihnen (bildlich gesprochen) die in der Wohnung verteilten Socken wäscht und diese fein säuberlich in der Schublade verstaut, wo sie hingehören. Bei uns bin ich derjenige, der sich um den Papierkram kümmert und bislang habe ich, Psychose und NL mit oder ohne NW hin oder her, noch jede Steuererklärung hingekriegt.

Wenn Dein Sohn lesen und programmieren und einem Ehrenamt nachgehen und Freunde besuchen gehen kann, dann sollte er auch seinen Papierkram hinkriegen können, sofern er das denn will. Sollte er wollen, aber nicht alleine können, kann er sich betreuen lassen und bekommt dann Unterstützung bei Behördengängen.
Mit über 30 Jahren sollte man in der Lage sein, abzusagen, wenn man verhindert ist. Ich habe selbst meine Schwierigkeiten mit dem Absagen von Terminen - aber dergestalt, dass ich mich nicht gerne schwach zeige und einen Termin eher wahrnehme, obwohl es mir beschissen geht, als zu Hause zu bleiben.

Du möchtest, dass es ihm gut geht. In der gegenwärtigen Situation scheint es ihm doch bestens zu gehen, wer sonst hat es sich so bequem eingerichtet mit kostenlosem Putzservice.
Ich muss meinen Haushalt selber machen, ich möchte das allerdings auch. Wenn ich in der Klinik oder aus anderen Gründen nicht zu Hause bin, schafft mein Partner es nicht, sich darum meinen Vorstellungen entsprechend zu kümmern.

Ich glaube nicht, dass dein Sohn sich von nun an bis zu seinem Lebensende nicht mehr weiterentwickeln wird. Wie lange die gegenwärtige Situation anhält, ist abhängig davon, wie stabil die Lebensverhältnisse sind.
Du schreibst, wenn was ist, das seine Auseinandersetzung erfordert, ist er völlig fertig. Das führt dann dazu, dass Du für ihn den Ärger aus der Welt schaffst. So lernt er es natürlich nicht, sich selbst um seine Angelegenheiten zu kümmern.
Er müsste in die Verlegenheit kommen, sich selbst behauptet zu haben. Nur so sammelt er Erfolgserlebnisse, die ihm Selbstsicherheit geben.

Warum hat er denn solche Angst vor einer weiteren Psychose? Findet er sein jetziges Dahinvegitieren - verzeih den Ausdruck, aber so wirkt Deine Beschreibung auf mich - um so viel angenehmer?
Ich würde tatsächlich über ein Präparatwechsel nachdenken, denn das ist das einzige, was man von außen helfen kann - alles andere müsste er selbst wollen und sich eben auch einbringen und mitarbeiten.


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Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
zuletzt bearbeitet 30.04.2015 19:46 | nach oben springen

#5

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 19:57
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Hallo Hotte,

eigentlich denke ich ein bischen wie du, das Problem ist nur das ich mich ständig veräntwortlich fühle .Ich finde die Gratwanderung zwischen, was ist Hilfe zuviel und was braucht er wirklich sehr sehr schwer.Und irgenwie hat er sich leider in seiner Perspektivlosigkeit eingerichtet und es scheint ihm alles irgendwie egal zu sein.


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#6

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 20:44
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Hallo Hilflos,

da kennst du dich ja schon sehr gut mit der Erkrankung aus. Das hatte ich warscheinlich falsch eingeschätzt.
Bei Risperidone soll die wirksame Dosis bei um die 16mg liegen. Allerdings ist die Studie mittlerweise schon alt. Und ist ja auch von Körpergewicht und Zustand des Patienten abhängig. Vielleicht wäre es aus meiner Sicht ein Ansatz, nach 3 Jahren wieder zu reduzieren.
Anderseits kann man auch umstellen, auf Neuroleptika, die die Ängste deines Sohnes abdämpfen.
Natürlich gibt es aus meiner Sicht kein Allheilmittel. Einen Veruch ist es vielleicht dennoch wert, damit sich die Lebenssituation deines Sohnes verbessert.

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#7

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 20:56
von Hilflos (gelöscht)
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hallo Wolf,

ja ich werde nochmal eine Medikamentenumstellung ansprechen,

gruss


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#8

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 22:51
von blue2 (gelöscht)
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Das mit der Negativsymptomatik kann sich ändern, und muss nicht für immer sein. Es ist natürlich schwer zu beurteilen, ob du ihm zuviel abnimmst, aufgrund von deinen Forumsbeiträgen. Grundsätzlich finde ich es schon gut, dass nichts abgenommen wird. Aber das ist nicht immer möglich.


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#9

RE: Sohn

in Treffpunkt für Angehörige 30.04.2015 23:33
von Hotte | 1.631 Beiträge | 4742 Punkte
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Hallo Hilflos,

mir geht es da auf der anderen Seite sehr ähnlich mit der Frage, wieviel Hilfe ich annehmen muss und was ich noch alleine können darf. ^^
Ab wann geht es mir beschissen genug, dass es angemessen ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen? Wann muss ich einfach nur den Finger aus dem Arsch ziehen? Das ist nicht so einfach.
Manchmal macht es mich einfach nur wütend, wenn ich mitbekomme, wenn andere mit ähnlichem Leiden sich einfach nur hinlegen, plärren "Ich kann aber nicht!" und gar nicht mehr aufstehen wollen, während ich mich immer wieder zusammenreisse und gegen Windmühlenflügel kämpfe.
Vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof, mich mit wenig zufrieden zu geben und Menschen wie Dein Sohn sind die wahrhaft Glücklichen.

Dieses "alles irgendwie egal" kann zu einer (postpsychotischen?) Depression gehören, kann zur Negativsymptomatik gehören, kann aber auch Nebenwirkung des Risperdals sein. Es braucht zwar Anregung von außen, um da rauszukommen, aber wenn die auf taube Ohren stößt, dann ist das auf Dauer zermürbend.

Verantwortlich bist Du in erster Linie für Dein eigenes Wohlergehen. Es ist schon etwas dran, dass Dein Sohn auch die Gelegenheit bekommen muss, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Ob er die hat, kann ich von hier aus nicht beurteilen.


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