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#16

RE: wie soll ich mich verhalten?? verzweifle gerade

in Treffpunkt für Angehörige 29.03.2015 10:47
von DA JAGNA | 375 Beiträge | 666 Punkte
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HI Sammy
Ich hatte eine Beziehung mit einer gesunden Frau- Sie ist Psychiatrieprofi. Nach 10 Jahren Beziehung haben wir auf Freundschaft umgestellt und haben jetzt nach 20 Jahren immer noch engen Kontakt. Meine Freundin hat mir all die Jahre geholfen obwohl auch sie auch viel hat mitmachen müssen wegen meiner Krankheit. Es geht also- damit will ich dir Mut machen. Aber als Partner eines Schizophrenen muss man die Sache in die Hand nehmen und dem Betroffenen klare Orientierung geben denke ich. So war meine Rat an dich gemeint - Du musst die Fäden in die Hand nehmen. Gruß Jürgen


OM
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#17

RE: wie soll ich mich verhalten?? verzweifle gerade

in Treffpunkt für Angehörige 31.03.2015 19:09
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Sammy,

ich glaube nicht, dass es etwas bringt, wenn du dich verbiegst. In fast jeder Situation im Leben ist es das beste, wenn man bleibt, wie man ist. Nur dann kann man Menschen kennenlernen, die einen selbst so annehmen können, wie man eben ist.
Sonst geht durch "Schauspielerei" die Chance auf Beziehung kaputt. Daher ist genau das richtig, was du tust.

Ich drücke dir die Daumen, dass du in seinem Herzen eine Rolle spielst.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#18

RE: wie soll ich mich verhalten?? verzweifle gerade

in Treffpunkt für Angehörige 31.03.2015 21:13
von Hirnsehprogramm | 1.166 Beiträge | 2101 Punkte
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Hi Sammy!

Weisst du was? Versuch die Beziehung zu ihm erstmal genauso zu sehen wie jede andere auch, die psychischen Krankheiten hin oder her...bis auf folgende eventuelle Sondergeschichten:

Ihr seid euch begegnet, als ihr in einer Klinik wart. Das hat sicher seine eigenen Dynamiken. Erstens wart ihr beide, oder zumindest einer von euch, in einer besonderen Lage: seelische Not und Leid hat euch dorthin getrieben. Ich kann natürlich nicht das Maß dessen beurteilen, und wie stark sie bei euch ausgeprägt war. Es wird aber vielfach berichtet, auch von den Betroffenen selbst, dass man in solch einer Lage vielleicht verzweifelter entscheiden kann, als man es im Alltag würde. Besonders oft berichtet bei Willensbeeinträchtigenden Erkrankungen wie Borderline, Psychose, Bipolar...schon allein durch die Krankheitszustände.

Zudem schafft grade dieser besondere Rahmen eine ganz andere Form von Begegnung, als es im "normalen Leben" passieren würde. Allein dadurch, dass man voneinander weiss in einer solchen hilfsbedürftigen Situation gewesen ist, offenbahrt sich voneinander eventuelle intimeres (nicht im körperlichen Sinne) im Austausch, und ein Verbundenheitsgefühl, das ohne diese Situation so vielleicht nicht entstanden wäre. Stell dir einfach als Gegenpol vor, ihr wärt euch ohne Leidensdruck z.B. in einer Disco oder einer Party von Freunden begegnet - ganz andere Situation, es wären keine Erkrankungen mit im Spiel gewesen, allerlei Leute im Umfeld hätten die Dynamik (unwissentlich) mitreguliert, ihr hättet Einblicke über euer Leid z.B. sicher nicht so offen geteilt wie ihr es vielleicht in der Klinik gemacht habt.

Wenn sowas im Spiel gewesen sein sollte, wird einfach die Zeit "danach" zeigen, wie real die Zuneigung ohne diese "Sondersituation" sein wird. Ich glaube beides kann passieren, also dass es wesentlich besser werden wird als noch in der Klinik, aber leider auch, dass nach einkehren der Normalität doch die Unterschiede zu gross sein könnten, oder einfach altes Umfeld und Lebensgewohnheiten bei einem oder beiden von euch wieder greifen, und die Sache doch wieder auseinander driften lassen könnte.

Aber ich will dir nun mal nicht zu viele Bedenken machen dabei. Zu einer guten Beziehung gehört immer beidseitiges möglichst grosses Einverständnis mit der Situation. Wenn du mit einem Psychoseerkrankten zu tun hast, wirst du auch immer damit rechnen müssen, dass dieser Mensch evtl. leichte Einschränkungen durch Restsymptome und Medikation haben können wird, und wie ein Damoklesschwert ein erneuter Schub über seinem Haupt schweben könnte. Sowas kann auch zusammenschweissen! Aber auch Belastung sein. Genauso wie er im Zweifel mit depressiven Stimmungen und Phasen deinerseits umgehen lernen können muss.

Ich drücke dir jetzt jedenfalls mal die Daumen, das was gutes daraus entstehen wird. Aber mit einer Mahnung, nicht allzusehr zu klammern, auch um deiner selbst willen, wenn es doch auseinander driften sollte. Bedenke auch, in einer Psychose kann man teils massiv Kontakt zur Realität verlieren. Darum auch die recht langen Zeiten, die Patienten zur Sicherheit noch in der Klinik bleiben - auch mit erfolgreicher Behandlung bleiben oft noch einige Zeit "Restwehen" und Beeinträchtigungen, bis sich der Patient "geerdet" hat. Dabei schwebt man so ein bisschen zwischen hier und jetzt, und hin und her...nimm's ihm also bitte nicht zu übel, wenn er nüchtern geworden doch lieber Abstand will. Abstand vielleicht auch, weil er Distanz zu seinem Erlebten suchen könnte, und dich evtl. als Erfahrung die er durch die Klinik mit der Erkrankung verbindet mit in die Kategorie der unangenehmen Psychoseerfahrungen einsortieren könnte - das klingt zwar unlogisch, aber Psychosen können mitunter so traumatisierend sein, dass man zu allem dazugehörigen nur noch Abstand will, und das hätte dann mit dir selbst auch wenig zu tun.

Wenn es doch weitergeht, wird die Zeit ohne Klinikumfeld und mit "normalem Alltag" auf jeden Fall eine kleine, oder grosse, Probe sein, die zeigen wird, ob es gut geht oder nicht!

Grüsse!


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#19

RE: wie soll ich mich verhalten?? verzweifle gerade

in Treffpunkt für Angehörige 04.04.2015 21:57
von Sammy (gelöscht)
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Guten abend.
Nochmals vielen dank an alle eure Antworten. Weiss es zu schätzen und sie helfen auch echt weiter.
Nun ist es so das es wieder ein bisschen mehr Kontakt gab. Habe ihn sogar vor ein paar tagen besucht. Nächste Woche mag ich ihn nochmal besuchen gehen. Er hatte einen heftigen Rückfall deswegen auch das zurück rudern. Dennoch ich mache mir sehr sorgen.
Also nicht was jetzt "unsere" Zukunft betrifft. Sondern einfach nur rein menschlich. Er schien so mega voll gedröhnt. Er sah viel besser aus als mit dem alten Medikament.
Ich hoffe nur so sehr das es ihm wirklich besser geht.
Wir haben ein bisschen geplant wie die wochen aussehen werden wenn er entlassen wird. Ich denke ich kann mit der Rolle alles etwas in der Hand zu haben ertragen :)
Ich bin gespannt was noch passiert. Ich hoffe sehr das ich in seinem Leben noch mehr platz finde.
Vielen Dank fuer den Austausch.
Einen guten abend an alle


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