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#1

Sicherung der Medikamenteneinnahme durch einen Pflegedienst...

in Treffpunkt für Angehörige 09.03.2015 09:51
von schauhin (gelöscht)
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...nach dem letzten Klinikaufenthalt hat mein Sohn (34) zugestimmt, dass ein Pfegedienst ihm morgens und abends die Medikamente gibt. Möglicherweise hat er zugestimmt, damit er schneller entlassen wird. Nach vier Wochen wurden jetzt die Mengen reduziert, da sie auch viele Nebenwirkungen machen. Gewichtszunahme, Speichelfluss (Reden fällt ihm schwer), bewegungsreduziert liegt er überwiegend im Bett und schaut Fernsehen. Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, keine befriedigenden sozialen Kontakte, keine Tagesstruktur.
Ich bin der einzige soziale Kontakt und bin überfordert.
Er hat außerdem einen Einzelfallhelfer EFH, der wohl nur sporadisch bei ihm erscheint. Ich weiß nicht, warum dieser auf meine Anrufe nicht reagiert; denn ich möchte nur wissen, wie er meinem Sohn helfen kann, seinen Alltag zu bewältigen und wie ich mich verhalten soll.
Vielleicht habe ich ihn zu sehr genervt, war nicht meine Absicht. Ich weiß, sie können nur soviel machen wie der Klient zulässt und der ist froh, wenn er seine Ruhe hat.
Wenn ich ihm helfe, helfe ich ihm nicht? Trotzdem, ich helfe ihm, damit er nicht total verwahrlost. Soweit möglich, beziehe ich ihn ein und wir kochen oder putzen zusammen. Für ihn alles überflüssig, er sieht den Dreck nicht.
Und - das Schlimme - er kifft weiter. Habe ein leeres Tütchen entdeckt und Alufolie. Wollte ihn darauf ansprechen, habe es aber dann gelassen, weil ich nicht wußte, ob es der richtige Zeitpunkt ist.
Ich habe Angst und mache mir immer Sorgen - ich weiß, dass ich Geduld haben muss. Wie soll ich ihm Zuversicht geben, wenn ich selber fast verzweifel? Etwas Hilfe bekomme ich bei den Gesprächen mit betroffenen Angehörigen alle 14 Tage.
Gruß schauhin


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#2

RE: Sicherung der Medikamenteneinnahme durch einen Pflegedienst...

in Treffpunkt für Angehörige 09.03.2015 11:03
von frog91 | 307 Beiträge | 689 Punkte
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Hallo Schauhin,

ich hatte eine ähnliche Phase mit meiner Mutter erlebt, in der ich ebenfalls sehr antriebslos war und dankbar um jede Beschäftigung die man mir gegeben hat. Mittlerweile wohne ich in einer eigenen Wohnung und bin relativ unabhängig, das heißt es gibt auf jeden Fall immer Hoffnung auch für deinen Sohn und dich.

Wenn dein Sohn von selbst noch nicht in die Pötte gekommen ist, würde ich nicht zuviel Schuld bei mir selbst suchen, wenn es mal nicht klappt. Im Endeffekt ist er alt genug, um wissen zu sollen, dass ihm das Kiffen nicht gut tut, klar dass du da hilflos bist, wenn du ihm eigentlich nur das Beste wünschst.

Ich kenne die Frage nach dem "Wie soll ich mich verhalten" sehr gut, weil sie mir meine Mutter sehr oft gestellt hat, und ich es nie ganz verstanden hab, wieso sie sich nicht einfach "normalt" verhalten hat, aber die Sicht des Betroffenen ist da wohl ein bisschen anders.

Gut, dass du dir Hilfe bei einer Angehörigengruppe gesucht hast, da war ich mit meiner Mutter auch, anfänglich in Begleitung, ,irgendwann konnte ich die Kontakte selbst pflegen. Man könnte sagen, es ist teilweise eine Willenssache, inwieweit es die Symptome eben zu lassen. Ich hatte eine Zeit lang auch überhaupt keine Lust, weil ich so müde war, dass ich keine Ziele und Hoffnungen mehr hatte, also eher unglücklich und überfordert. Mit der Familie habe ich immer was unternommen was mir geholfen hat und kleinere Hobbys gepflegt, außerdem sehr viel Schokolade konsumiert, viel mehr war nich drin, jedenfalls bis irgendwann endlich die Müdigkeit vorbei ging und ich wieder Hoffnung hatte. Schon bekloppt wie fertig einen einen so starke Antriebslosigkeit machen kann, ich bin froh dass ich diesen Berg etwas überwunden habe.

Wie du deinem Sohn Zuversicht geben kannst?
Irgendwann kommt der Punkt an dem man sich fragen muss, will ich so weiter machen, in mir selbst versinken und mich weiter gehen lassen, oder nehme ich meine letzten Kraftreserven zusammen und suche mir Dinge im Leben in denen ich noch Zufriedenheit und Glück erfahren kann. Und sind es erst mal nur Träume wie, ich würde jetzt gerne ein Buch schreiben und den Leuten etwas von mir erzählen. Das habe ich auch versucht, es liegt zur Hälfte fertig in einem meiner Schränke.

Die Phase die ihr durchlebt, bleibt vielleicht nicht ewig so, und es wird mit der Zeit leichter,
ich wünsche euch bis dahin alle Kraft und Mut auf eurem Weg, der sicherlich eine besondere Härte hat,
aber mehr als nur Hoffnung bringt, manchmal kann man sogar wieder glücklich werden,

alles Gute und viel Glück,

frog


zuletzt bearbeitet 09.03.2015 11:17 | nach oben springen

#3

RE: Sicherung der Medikamenteneinnahme durch einen Pflegedienst...

in Treffpunkt für Angehörige 09.03.2015 20:46
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Schauhin,

es ist doch gut, dass dein Sohn ein EFH hat. Ich denke, er nimmt dir vieles ab. Nun ist das ja so, dass viele Mütter nicht damit leben können, anderen das Feld über die Kinder zu überlassen. Das ist verständlich, denn Mütter leben haupsächlich für ihre Kinder.
Bedenklich halte ich, dass er wieder kifft. Oder anders gesagt, ich hatte das Glück, dass ich keinen Zugang zu Drogen hatte.

Anderseits hilft du ihm sicherlich, dass er nicht verwarlost. Aber das ist aus meine bescheidenen Sicht nicht alles, sondern nur ein Bruchteil, von dem, was er nötig hat. Er hat aus meiner Sicht massive psychische Probeme. Und er ist vielleicht soweit, dass er meint, dass ihm dabei keiner helfen kann. Daher gehört er (natürlich aus meiner kurzdenkenden Sicht) sehr in professionelle Hände.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#4

RE: Sicherung der Medikamenteneinnahme durch einen Pflegedienst...

in Treffpunkt für Angehörige 11.03.2015 19:37
von schauhin (gelöscht)
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Hallo frog,
schön, dass du es geschafft hast, aus der Krise herauszukommen. Und ich freue mich sehr über deine liebe und aufmunternde Antwort.
Es ist schwierig, sich abzugrenzen - wenn ich nach seinem Befinden frage, dann sagt er, dass es ihm gut geht.
Ich weiß natürlich, dass es ihm nicht gut geht, akzeptiere es aber und ziehe mich zurück. Vermutlich bin ich auch zu fordernd und dass bringt ihn unter Druck.
Trotzdem braucht er Unterstützung, um aus der Lethargie herauszukommen. Es wäre für mich eine Befreiung, wenn es jemand gäbe, der diesen Part übernimmt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass der EFH ihm dabei hilft.
Kann ich ihn fragen, ob er weiter kifft und das Thema Drogen ansprechen - habe aber auch Angst vor seiner Reaktion bei fehlender Einsicht.
Er weiß wohl, dass er psychisch krank ist, aber die Ursache negiert er. Vielleicht kifft er auch nur manchmal weil es ihm "gut tut"!!
Es ist sicher auch nötig, dass ich mich auf mich konzentriere, meinen Interessen nachgehe und es mir mal gut gehen lasse, auch damit er nicht noch meinetwegen sich noch schlechter fühlt - aber es fällt mir sehr schwer, nicht an ihn zu denken.
Es hilft, dass man hier seine Sorgen mitteilen kann.
Danke und einen schönen Restabend noch, schauhin


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#5

RE: Sicherung der Medikamenteneinnahme durch einen Pflegedienst...

in Treffpunkt für Angehörige 11.03.2015 20:12
von schauhin (gelöscht)
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Hallo Wolf,
leider ist es so nicht, wie du annimmst.
Ich hätte es sehr gerne, wenn der EFH sich intensiver um ihn kümmern würde. Aber auch in dieser Berufsgruppe hängt es auch von der Motivation und der Einsatzbereitschaft vom Einzelnen ab. Vermutlich werden sie auch nicht so gut bezahlt - ich weiß es aber nicht.
Da es sicher auch auf die Freiwilligkeit des Klienten ankommt (mein Sohn sagt dann, er brauche nichts, er schafft alles alleine, will seine Ruhe), ist es sicher auch nicht einfach, zu helfen.
Du hast Recht, er braucht professionelle Hilfe. Er nimmt die Termine im Krankenhaus wahr - da bin ich schon sehr froh, aber er sollte eigentlich bei einem Psychiater eine Therapie machen. Aber einen Termin zu bekommen, ist Glücksache und ich weiß auch nicht, ob mein Sohn dann dahin geht.
Wir kämpfen also weiter.
Lieben Gruß, schauhin


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#6

RE: Sicherung der Medikamenteneinnahme durch einen Pflegedienst...

in Treffpunkt für Angehörige 11.03.2015 20:55
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Schauhin,

das kann ich verstehen. Und ich kann dir nur recht geben, dass es immer auf das Engagement des Einzelnen ankommt. Da sind wir da bei bei der Philosopie, was den Menschen bei der EFH antreibt. :-(
Ich selbst kenne das von mir, wie dein Sohn reagiert. Er ist sicher selbst, besonders in seinem Alter, sehr überlastet. Bei dieser Erkrankung wird einem immer selbst vieles zuviel. Da ist man nur noch ausgelaugt und versucht, die Probleme auf später zu verschieben.

Eine Therapie bei einem Psychiater machen, kenne ich so nicht. Meinst du Psychologe? Das würde ich gut finden. Aber da sind nicht nur Termine schwer zu bekommen, sondern es muß auch die Chemie stimmen. Ich kenne das. Ich hatte auch schon einen Psychologen, der nicht zu mir gepasst hat. Da kann man nur ausprobieren und auf deinen Sohn hören, ob er mit ihm/ihr klarkommt.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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