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#1

Eine unbewohnbare Wohnung hinterlassen

in Treffpunkt für Angehörige 06.03.2015 15:27
von Fiene (gelöscht)
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Hallo, liebe Foris

An anderer Stelle habe ich bereits berichtet, daß meine Tochter in einer von uns finanzierten Wohnung lebt.
Wir wollten ihr trotz Krankheit einen möglichst normalen Lebenswandel ermöglichen.

Nun ist sie zum 5. Male in der Klinik. Hatte schon einmal für 2 Jahre einen Betreuer, danach ließ sie lieber unsere
Hilfe zu und setzte es durch, den Betreuer abzulehnen.

Es ging lange Zeit recht gut. Aber die Ausbildung, die wir ebenfalls für sie an eine Privatschule bezahten, (es ist die 2.), wurde
auch wieder abgebrochen aufgrund des nächsten Psychoseschubes.

Jedes Mal, wenn sie wieder in die Klinik muss, weil sie Medikamente konsequent ablehnt, hinterlässt sie die Wohnung im höchst schlimmen Zustand.
Es wird kein Geschirr gespült, keine Wäsche gewaschen, kein Müll weggebracht, es gibt jede Menge Spinnweben und Fliegen in der
Wohnung. Es stinkt und gammelt vor sich hin.

Jetzt hat sie wieder Betreuung und meine Bemühungen, bei der Sozialpädagogin ein betreutes Wohnen zu erreichen wurde mit der Begründung nicht weiter verfolgt: Es gäbe nicht genügend Einrichtungen dafür.

Nun weiß ich aus Erfahrung, daß ein Betreuer nicht dafür sorgt, eine Wohnung wieder bewohnbar zu machen.
Also muss ich es immer tun und dies ist tagelange Arbeit.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein gerade aus der Klinik entlassener Patient einen guten Neustart hat, wenn er die
Wohnung so wieder vorfindet, wie er sie verlassen hat.
Andererseits weiß ich auch nicht, ob meine Tochter auch ohne Psychose ein Messie ist.

Was denkt ihr? Ist es richtig, bei ihr aufzuräumen oder nehme ich ihr die Chance, Einsicht in die Krankheit zu bekommen.
Sie sieht sich nicht als krank.

Wäre dankbar über Tipps und eigene Erfahrungen.

LG. Fiene


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#2

RE: Eine unbewohnbare Wohnung hinterlassen

in Treffpunkt für Angehörige 06.03.2015 17:09
von Wolf (gelöscht)
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Deinen, diesen letzten Beitrag hatte ich noch nicht gelesen, bevor ich die anderen geschrieben habe.

Nun ist das so, dass die Erkrankung (welche genau ist denn diognostiziert?) oft mit einer Antriebslosigkeit verbunden ist. Wenn man das deine Tochter noch nicht einschätzen kann, wie die Zusammenhänge der Erkrankung sind, ist das erstmal ganz normal.
Ich hoffe, dass sie in der Klinik gute psychologische Betreuung hat. Dann kann sie lernen, dass sie erkrankt ist und wie sie damit umgehen muss. Das bedarf aber auch eine innere Offenheit. Diese innere offenheit ist aber sehr vom Gefühl bestimmt. Wenn sie zu macht, kann man ihr nicht helfen.
Da kommt es jetzt sehr auf sie selbst und auf die Psychologin an, wohin die Reise geht. Ich an deiner Stelle würde veruchen, spätestens bei Beendigung des Klinikaufenthalt die Psychologin zu sprechen. Bie mir selbst fand damals sogar ein planmäßiges Angehörigengespräch statt. Ich weiss nicht, wie das in dieser Klinik ist.

Gruß vom Wolf


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#3

RE: Eine unbewohnbare Wohnung hinterlassen

in Treffpunkt für Angehörige 06.03.2015 17:34
von LuckyLive (gelöscht)
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Hallo Fiene,

ich kann nur von mir persönlich berichten, aber meine Psychose ist nun über ein Jahr her und im ersten Jahr war es für mich ungeheuer schwierig, meinen Haushalt einigermaßen in Ordnung zu halten.

Ich konnte mich tagelang nicht zum duschen, spülen oder Müll weg bringen aufraffen. Ich denke, deine Tochter freut sich sicher, wenn du ihr hilfst, die Wohnung in Ordnung zu bringen. Denn wenn ich so von mir aus gehe, man bekommt sehr wohl mit, wie unordentlich und dreckig alles ist, hat jedoch leider nicht die Kraft, daran ewas zu ändern. Das ist für einen persönlich schon sehr schlimm, man schämt sich dann auch für sich selber, aber hat einfach nicht die energie, etwas zu ändern. Das wird immer mit dem so harmlos klingenden Namen Antriebslosigkeit bezeichnet, war aber für mich persönlich eine echte Qual.

Das ist natürlich nur mein Erlebnis, deine Tochter kenn ich ja nicht.

LG


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#4

RE: Eine unbewohnbare Wohnung hinterlassen

in Treffpunkt für Angehörige 06.03.2015 18:55
von Fiene (gelöscht)
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@Wolf

Ich bdanke mich für dein Interesse.

Eine genaue Diagnose haben wir als Eltern nie erhalten.
Es ist immer eine Sache der Zuständigkeit, bzw. Kompetenzen,
Unterschiedliche Kliniken, Ärzte etc.

Die innere Offenheit für die Krankheit ist bei meiner Tochter leider nicht vorhanden.
Sie ist z.Zt. sogar Weltmeister im "sich zu machen".

Aufgeben werde ich sie niemals, Verschnaufpause ist z.Zt. aber richtig wichtig für mich.
Auch ich muss mal zur Ruhe kommen


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#5

RE: Eine unbewohnbare Wohnung hinterlassen

in Treffpunkt für Angehörige 06.03.2015 19:36
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Fiene,

du brauchst dich nicht bedanken :-)
Es ist ja auch ein Stück weit Verplichtung der User hier, die eigenen Erfahrungen weiter zu reichen :-)

Zitat von Fiene im Beitrag #4

Eine genaue Diagnose haben wir als Eltern nie erhalten.
Es ist immer eine Sache der Zuständigkeit, bzw. Kompetenzen,



Natürlich bekommt man die Diagnose nicht in einem Brief serviert. :-)
Nein, Spaß beiseite!

Ich habe mich deswegen grade mit meiner Frau unterhalten, die da besser als ich im Detail steckt.

Als Betreuer haben euch die Ärzte jede Auskunft über die Erkrankung eurer Tochter zu geben. Das ist sogar gerichtlich durchsetzbar. Das muß aber nicht sein. Ich kann nur empfehlen, immer das Gespräch erstmal weniger mit eurer Tochter zu suchen, sondern mit den Ärzten.

Aber es ist natürlich schwer, sich mit pubertärenden Kindern auseinander zu setzen. Das kenne ich zur genüge. Da bin ich immer froh, wenn sich ein Konsenz entwickelt! Manchmal kommt dann die Wertung der Kinder hervor: "Ihr habt eh alles falsch gemacht!". Da muss Zeit ins Land gehen, damit die Kinder die Chance haben, dass sich der Konflikt löst!

Gruß vom Wolf


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