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#16

RE: wie kann ich mich abgrenzen?

in Treffpunkt für Angehörige 26.02.2015 00:43
von Winterschlaf (gelöscht)
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Hallo Wolf,

Zitat
erstmal entschuldige. Ich habe deine Text wohl falsch gedeutet. Schon, dass du das gerklärt hast. Es ist für mich halt schwer, immer alles aus einem Text herauszulesen. Ich bewerte auch unbewusst auch immer Klang, offene Fragen und Gefühle.



Danke für die lieben Worte. Ja, der Dialog ist virtuell und da macht man sich natürlich nur einen Eindruck von dem wenigen, was man gelesen hat.

Zitat
Ja, so geht es mir heute. Ich weiß, dass ich damals erstmal die Diagnose nicht annehmen konnte. Aber mir war es egal, Hauptsache, mir ging es besser. (Bin kurz am Suizid vorbeigeschrammt) Erst viel später habe ich für mich annehmen können, dass ich Wahnvorstellungen gehabt habe.



Hast Du denn die Wahnvorstellungen/Dein Leiden schon lange gehabt, bevor Du Dich in Behandlung begeben hast? Bei Meiner Mutter geht es ja schon seit Jahrzehnten so (mal besser, mal schlechter). Sie geht mit der Haltung "Ich ertrage es" durch das Leben und bricht dann immer wieder zusammen.

Zitat
Schau, und genau das macht vielen Erkrankten zu schaffen. Denn die Psychose fühlt sich so real an. Die psychotischen Gedanken sind einigen Betroffenen sogar lieb. Andere sagen, ich lasse mich doch von dem Gift nicht zudröhnen. Oder, die wollen mich vernichten, wie du sagst. Da nimmt man Medikamente nicht an, denn die sind Teil des Plans, einen vernichten zu wollen. Genau das ist aus meiner Sicht das heimtückische an der Erkrankung. Der Wahn gibt einem selbst vor, dass man richtig denkt.



Ja, ganz genau so ist es auch bei meiner Mutter. Es ist ihre Realität und auch sie glaubt, dass Medikamente Teil des Plans sind. Es gibt hier bei uns einen Schizophrenie-Experten. Einen unglaublich tiefsinnigen, empathischen Arzt, der sich sehr philosophisch mit diesem Thema befasst (ich habe ein Buch von ihm gelesen). Nunja...gerade er zieht nun alle Stänge im Komplott gegen sie. Das ist so unsagbar traurig weil es ein so riesen Glück ist, dass dieser Mann hier arbeitet.
Mir fällt auf, dass sie oftmals insbesondere ihre potentiellen Helfer als Feinde empfindet. Das ist natürlich besonders tricky und macht mich hilflos.

Zitat
Ich weiß jetzt nicht die richtige Kommunikation mit deiner Mutter, um sie zur Medikamenteneinnahme zu gewinnen. Es ist halt ein langer, psychologisch schwieriger Prozess, den jeder selbst durchmachen muss. Und gerade bei älteren Menschen ist das Stigma Schizophrenie für sie selbst oft nicht annehmbar.



Ich glaube schon, dass sie mit diesem "Stigma" recht gut zurecht käme. Ich glaube nicht, dass sie Furcht davor hat, mit einer Diagnose zu leben. Das ist es nicht. Sie nennt sich ja hin und wieder selbst schizophren. Nur bringt sie das paradoxerweise in keinerlei Verbindung zu ihren Wahnvorstellungen. Schwer zu erklären.
Mann oh Mann, ich hätte meiner Mutter wenigstens im Alter ein wenig Seelenfrieden gewünscht. Gerade ältere Menschen tun mir sehr Leid wenn sie leiden.

Zitat
Ich drücke dir die Daumen, dass du für deine Mutter den richtigen Weg findest. Es ist halt anstrengend, so wie damals für meine Frau.



Wie schön, dass ihr das zusammen durchgestanden habt.
Ich habe heute übrigens ein Gespräch mit einem Psychologen geführt der zufälligerweise Menschen die schizophren sind behandelt. Aber er sagte mir das gleiche wie ihr auch: ohne medikamentöse Einstellung macht Therapie keinen Sinn. Ich werde es demnächst noch mal wagen, ihr einen Arztbesuch vorzuschlagen. Wär doch schön, wenn auch sie irgendwann so darüber schreiben könnte wie Du und Insane. Vielleicht geschieht das Wunder ja noch.

Liebe Grüße und herzlichen Dank,

Winterschlaf


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#17

RE: wie kann ich mich abgrenzen?

in Treffpunkt für Angehörige 26.02.2015 08:57
von Insane (gelöscht)
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Zitat von Winterschlaf im Beitrag #14
Haben diese Medikamente irgendwelche unangenehmen Nebenwirkungen? Fühlst Du Dich in irgend einer Weise beeinträchtigt durch sie?




Die Liste der möglichen Nebenwirkung bei den Neuroleptika ist lang, bei mir sind die schlimmsten Gewichtszunahme, Gedämpftheit, Antriebslosigkeit und emotionale Abgestumpftheit. Nicht umsonst werden die Neuroleptika als "chemische Zwangsjacken" verschrien.

Aber jeder Mensch reagiert anders auf die Medis, ich hatte auch schon mal welche wo ich so gut wie keine Nebenwirkungen hatte, nur haben die dann auf Dauer nicht so geholfen wie mein "Stammmedikament".

Hier im Forum wird viel über die Medis geredet, es gibt sogar ein Unterform wo über alle möglichen Neuroleptika debattiert wird. Am besten Du schaust dir da mal einige Threads an


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#18

RE: wie kann ich mich abgrenzen?

in Treffpunkt für Angehörige 26.02.2015 19:37
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Winterschlaf,

Zitat von Winterschlaf im Beitrag #16


Hast Du denn die Wahnvorstellungen/Dein Leiden schon lange gehabt, bevor Du Dich in Behandlung begeben hast? Bei Meiner Mutter geht es ja schon seit Jahrzehnten so (mal besser, mal schlechter). Sie geht mit der Haltung "Ich ertrage es" durch das Leben und bricht dann immer wieder zusammen.



Die Frage kann ich leider nur schlecht beantworten. Einige Anzeichen hatte ich, wenn ich jetzt zurückschaue, vielleicht schon gehabt. Nur wurde es vor 12 Jahren so extrem. Stress, ungenügene Sicherheit für die Zukunft meiner Familie und noch einige andere Anspekte, haben dann dazu geführt, dass die Erkrankung dann nicht mehr auszuhalten war. Damals wusste ich aber gar nichts über die Erkrankung. Ich war einfach nur hilflos ausgeliefert.

Es hat, wie ich schon sagte, lange gebraucht, bis ich die Erkrankung überhaupt akzeptiern konnte.

Sag ma, hat deiner Mutter eigentlich jemand die Erkrankung (anhnand ihrer eigenen Wahnvorstellungen) erklärt?
Genau das hat mir immer gefehlt.
Meistens läuft das je so ab: Der Arzt fragt, man antwortet, und dann wird gesagt, nehmen sie mal das. Es fehlt einem selbst oft an eigenen Beispielen, an denen man das selbst nachvollziehen kann.
Und genau da sehe ich Psychologen, die einem das selbst vermitteln können.

Daher verstehe ich den Psychologen nicht, dass er medikamentöse Behandlung voraussetzt. Genau da liegt ja seine Aufgabe, das zu ermöglichen.
Man sagt, natürlich Psychater und Psychologen müssen "Hand-in-Hand" arbeiten. Und Psychologen dürfen nicht die eigene Persönlichkeit in Frage stellen... Aber hier, an dem konktreten Beispiel versagen sie vermutlich.

Ich selbst hatte in derTagesklinik beides. Klar, meine Erkenntnis war damals noch nicht so fortgeschritten. Aber sie haben damals den Grundstein für mich gelegt, für das, wie ich heute mit der Erkrankung umgehe.

Vielleicht könnte das ein Gedankenansatz für dich sein, um deiner Mutter besser helfen zu können. Das wünsche ich dir auf jeden Fall.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#19

RE: wie kann ich mich abgrenzen?

in Treffpunkt für Angehörige 26.02.2015 22:04
von Hotte | 1.638 Beiträge | 4790 Punkte
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Hallo Winterschlaf,

bei therapie.de habe ich eine Therapeutin gefunden, die bei Schizophrenie Rückfallprophylaxe anbietet.
In Kliniken wird gern das Metakognitive Training angeboten, was ja auch derzeit erforscht wird.
Bewegungstherapie und Ergotherapie habe ich ebenfalls als sehr hilfreich erlebt.
Aber alles das, was mir aufgezwungen wurde (einschl. Medikamente) habe ich abgelehnt.

Jetzt, da ich eine zweite Krise hatte, habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass man mir in einer Krisenpension der integrierten Versorgung wirklich die Tür offen lässt und freistellt, zu gehen, wann ich das selbst für richtig halte und dass es tatsächlich meine Entscheidung ist, was ich wann schlucke und dass mir nicht übel genommen wird, wenn ich mein Bedürfnisse vertrete und auch Angebote ablehne.
Das Haldol (ohne Depot) in der Notaufnahme fand ich auch ganz nett, weil es mich gut runtergeholt hat und ich nur ein oder zwei Tage im Hirn etwas durcheinander war - diese weitreichenden Folgen wie unter den ersten beiden NL hatte ich so nicht noch einmal.

Langer Rede kurzer Sinn: Was hilft es ihr, wenn Du hier schreibst und nicht Deine Mutter selbst?
Kein Therapeut wird Deine Mutter als Klientin haben wollen, wenn Du sie hinschickst und sie ihn nicht selbst aufsucht.
Am einfachsten ist es wohl, das ausserhalb einer akuten Phase zu besprechen, wenn sie entsprechend einsichtiger sein dürfte.


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
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