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#16

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 15:16
von Sommerkind (gelöscht)
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Hallo Gerhard,

auf Deinen Betrag antworte ich anschließend, vorab:

Ja, ein amtlich Bestellter vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Mit ihm haben wir gute Erfahrungen gemacht, und er boxt wirklich die Dinge durch, welche in unserem, d. h. auch im Interesse unserer Tochter ist. Mit dem Familiengericht/der zuständigen Richterin hatten
wir auch damals - vor 6 Jahren - ein persönliches Gespräch in ihren Räumen; sie hat unsere Tochter auch persönlich kennengelernt, um sich selbst ein Bild machen zu können.

Leider scheiterte der Versuch, dass der Arzt nach Hause kommt, so wie es schon einmal durchgeführt wurde. Auch eine "interne Abmachung" schlug fehl. Der Betreuer weiß ja, wie unsere Tochter reagiert...

*winke*
Sommerkind

Deshalb also diesmal die erforderliche persönliche Vorstellung.


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#17

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 15:44
von Sommerkind (gelöscht)
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Hallo Gerhard,

nun zum Eigentlichen:

"Bloß" weil eine - 'mal bewußt 'rausgepickt - "hebephrene Schizophrenie" diagnostiziert wurde, heißt das doch nicht, dass man
dumm ist! Bitte nicht falsch verstehen. Die Diagnose "allgemein-jetzt-Schizophrenie", um jetzt 'mal alles und jeden hier einzu-
schließen, ist m. E. heftig genug.

Nein, dumm, dämlich, unwissend ist meine Tochter absolut nicht. WENN sie will, kann sie sich prima mit einbringen, probiert gerne
Neues aus (z. B. japanische Gerichte, soweit möglich).

Zitat
Ich glaube deine Tochter braucht ihre ganz eigene Umgebung, ohne Eltern und Großeltern, um sich überhaupt noch eigenständig entwickeln zu können. Ich hätte überhaupt keine Lust noch zu Hause zu wohnen, unvorstellbar. Betreutes Wohnen und irgendwann vielleicht eine eigene kleine Wohnung bieten mehr Perspektive.



Eben, es geht eben nicht nur um das KG als lebenslange Zahlung; dies ist nur ein Aspekt. Es geht um das Ausloten ist seiner ganzen Bandbreite.

Möglich, dass sie die zwei separaten Zimmer als ihre kleine Wohnung betrachtet. Im Moment sieht sie für sich keine Perspektive. Meine Mutter als "aktive Bezugsperson" hatte ihr kürzlich klar gemacht, dass sie in einer kleinen Wohnung selbst schalten und walten kann, wie sie möchte. Leider fehlt hierzu - Gedankenzitat - "...die nötige Ausbildung, um alle Kosten begleichen zu können...". Wobei wir wieder beim betreuten Wohnen usw. usf. wären.

Im Moment gefällt es ihr, so wie es ist.

Zitat
Natürlich hat deine Tochter das gute Recht in ein betreutes Wohnen zu kommen, alleine schon wegen der Aussicht auf erhebliche Verbesserung ihrer Gesundheit.



Sicherlich hat sie einen Rechtsanspruch darauf, aber den Anspruch zu haben und diesen auch einzufordern, weil man es selber will, sind leider in diesem Falle zwei verschiedene Paar Schuh.


zuletzt bearbeitet 20.02.2015 08:43 | nach oben springen

#18

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 15:51
von gerhard | 210 Beiträge | 584 Punkte
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Hi Sommerwind,

hatte wegen dem Betreuuer nachgehakt, weil seine Aussage eine Unterbringung sei bei genügend Wohnraum nicht möglich, schlichtweg falsch ist.

lg


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#19

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 16:14
von Sommerkind (gelöscht)
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Hallo Galizier,

erst einmal vielen Dank für Deine kurze und knackige Erklärung. Die Erläuterung in der Wikipedia nebst den Querverweisen ist schon ein regelrechter Lesehammer!

So, wie ich's verstanden/herausgehört habe, will sie aus Angst ("die wollen mich wieder abschieben") und aus Trotz ("und DAS will ich nicht und darum gehe ich nicht") nicht zum Amtsarzt gehen. Die "..." habe ich aus ihrem (verbalen) Verhalten herausgelesen; gesagt hat sie das so nicht.

Jaaa, sie führt ein regelrechtes Eremitenleben und fühlt sich wohl dabei. Wenn Kontakte ihrerseits erwünscht/gewollt sind, hat sie auch keine Probleme damit/dabei. Wir finden's zwar nicht toll, akzeptieren es aber. Warum auch nicht? Es ist immer noch ihr Leben. Trietzen werden wir sie in irgendeiner Form diesbezüglich nicht.

Nein, Vergünstigungen gibt es keine mehr; es bleibt bei der Basis. Ihre aktuellen Wünsche werden wir bis auf Weiteres negieren, auch wenn's nicht schön ist. Klamotten gibt's bei Kik & Co, einen NDS hat sie. Anfang Dezember '14 hatte sich ihr Bruder (fast 18) ein TV gewünscht. Kein Problem. Da das ganze Haus an einer Schüssel hängt, mußte die komplette Anlage umgestellt werden. Meine Frage an die Tochter, ob sie denn auch ein TV haben möchte (bislang bestand kein Interesse, wäre aber alles machbar gewesen), wurde mit wüsten Beschimpfungen beantwortet. Für die ganze Familie wurde ein Zahnzusatzversicherung abgeschlossen; sie wurde davon ausgeschlossen. Nicht schön und von uns nicht wirklich so gewollt, aber bei diesem Gegenwind?

Jaaa, die Zettelvariante haben wir wieder. Im Moment bin ich dabei, die Zettel zu sammeln, abzuheften, Fotos zu schießen, wenn etwas an der Tafel steht, um den momentanen Ablauf zu dokumentieren. Ich frage mich jetzt bloß ernsthaft, was ich mache/machen soll, falls es in irgendeiner Form zur Sachbeschädigung in unserer Wohnung ihrerseits kommt. Eine Anzeige starten oder doch alles auf sich beruhen lassen und als Ausrede die Krankheit vorzuschieben? Ach, ich weiß es nicht!


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#20

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 16:21
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Hallo Gerhard,

ist schon ok.

Genau aus diesem Grunde soll der Amtsarzttermin ebenfalls stattfinden. Inwieweit ist sie in der Lage bzw. besteht die Mögllichkeit,
sie in eine Form des betreuten Wohnens unterzubringen. Die Kindergeldgeschichte läuft parallel.

Meine/unsere Friseuse hat eine Bekannte, deren Tochter ist Mo - Fr einschl. arbeiten im betreuten Wohnen untergebracht und kommt
am Wochenende nach Hause. Die Tochter findet's klasse.

Davon sind wir aber noch seeeehr weit entfernt; im Moment ist nicht einmal ein Ansatz zu finden.

*winke*
Sommerkind


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#21

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 22:05
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Sommerkind,

danke für deine näheren Beschreibungen. Oft ist die eigentliche Situation nicht so schnell nachvollziehbar.

Mein Sohn spricht auch kaum mit mir. Ich denke manchmal, das ist wirklich das Alter. Möge es irgendwann besser werden. Junge Menschen stellen natürlich alles in Frage.
Das ist auch ihr gutes Recht. Wir als Ossis waren damals anders. :-) Das gilt aber heute nicht mehr, denn die Ansprüche der Kinder an ihre Umwelt sind gestiegen.

In diesem Zusammenhang einen Gruß in deine/meine momentane Landeshauptstadt. :-)

So recht habe ich kein Allheilmittel für deine Tochter.
Mir fällt blos ein, dass vielleicht ein Psychologe helfen könnte. Eventuell Verhaltenspsychologie. Wichtig wäre aber dabei, dass die Psychologin einfühlsam sein kann. Ob euch das möglich ist, weiß ich nicht. Und es wäre ja auch die Frage, ob eure Tochter das als Angebot annehmen will.
Ich kann da nur noch von meiner Frau berichten. Sie war eine Zeit sehr unzufrieden. Meinen Rat, mal zu einer Psychologin zu gehen, hat sie dann angenommen. Aus meiner heutigen bescheidenen Sicht hat sie damals eine neue Sichtweise gefunden.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#22

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 19.02.2015 23:18
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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Hallo,

meine Reaktionszeiten sind leider etwas langsamer.

Wie ich hier lese, dreht ihr euch anscheinend ziemlich im Kreis. Eine Lösung zu finden, ist da nicht einfach, weswegen ich mehrfach angedeutet hatte, dass der ganze Prozess mit viel Zeit verbunden ist und das unabhängig davon, ob ihr noch "könnt" oder nicht.
Ein wenig finde ich mich in den Beschreibungen wieder. Evtl. ist es mein "Glück" gewesen, dass ich in meiner Jugend nicht so viel Kontakt mit meinen Eltern hatte. Bei mir soll die Krankheit in der 8. Klasse ausgebrochen sein, was zu Leistungseinbrüchen etc. führte (Klasse wiederholen, Kontaktabbrüche und so).

Mein Vorteil im Job ist, dass ich gleiten kann und eine sehr große Spanne zur Verfügung habe. Mit festen Zeiten hätte ich sicherlich Probleme mit dem Arbeitgeber. Mit solchen Stellen, kann man denke ich relativ gut leben. Kontakte mit Menschen auf der Arbeit kann ich reduzieren.

Das alles dürfte kein brauchbarer Tipp sein. In meinem Umfeld weiß niemand von meiner Erkrankung und da ich wenig soz. Kontakte habe, gibt es hier wenig bis keine Angriffsfläche.

Im Endeffekt kann man denke ich nur dort Anknüpfen, wo deine Mutter angeknüpft hatte. Die eigenen 4 Wände. Man wird nicht kontrolliert, muss keine Rechenschaft ablegen und kann seine eigene Welt pflegen.

Dass deine Tochter dumm ist, würde ich auch nicht behaupten. Es ist einfach eine etwas andere Sicht auf die Dinge, was für Außenstehende unverständlich sein könnte. Ich glaube, wenn meine Eltern - die ich nur alle paar Monate kurz sehe, weil es meiner Therapeutin wichtig ist - von meiner Erkrankung wüssten, hätte ich Stress, der für keinen gut wäre.

Jetzt bekommt deine Tochter das volle Programm ab. Wird von externen betreut, beäugt, beobachtet, bevormundet...auch wenn das gutgemeint ist und unter Druck gesetzt. Natürlich wollen Eltern für einen nur das beste. Aber so wie ich das lese, wird deine Tochter dadurch nur aggressiver und ich glaube in der Situation wäre ich auch "irritiert". Reibungspunkte hatte ich mit meinen Eltern weniger, aber wenn es welche gab, waren die "problematisch".

Persönlich interessiere ich mich auch für andere Kulturen, kann was mit Animes anfangen etc. Ich kenne in meinem Umfeld keine Leute mit Psychosen. Deine Schilderungen deiner Tochter zeigen mir ein wenig, dass manche Dinge aus Büchern wohl doch auf Hebephrene zutreffen, wenngleich die Schnittmengen natürlich variabel sind.

Nun...ich würde weiterhin versuchen, deiner Tochter aufzuzeigen wie wichtig Geld ist und das sie ihre Ruhe bekommen kann, wenn sie was tut um Geld zu verdienen. Man muss ja keine Ausbildung machen. Man kann Zeitarbeiter-Tätigkeiten machen. Was auch immer. Mir hat das geholfen. Ich kann mich dadurch "austoben" und habe eben meine Ruhe. Und wenn es dann zu Krisen kommt, könnte die Bereitschaft für Ärzte steigen.

Eine Garantie ist das natürlich nicht...


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#23

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 20.02.2015 12:41
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Hallo Wolf,

danke für die Grüße an die zukünftige (?) Landesshauptstadt! Oder plädierst/plädiertes Du für Halle? Mir ist das sowas von schnuppe...

Ohne Dir jetzt zu nahe treten zu wollen...Kann es sein, dass sich Dein Sohn für seinen Vater schämt? Nicht böse sein, ja? Ich ziehe jetzt nur 'mal den Vergleich zwischen meinem Sohn und Deinem Sohn. Mein Sohn schämt oder - naja - oder irgendetwas in dieser Richtung - für seine Schwester und bringt aus diesem Grunde keine Freunde/-innen mit nach Hause; lediglich diese, welche wissen, dass er noch eine ältere Schwester hat.

Nun ist ja Dein Sohn noch nicht soooo alt ;-) und das "vor-die-Tür-setzen" im Zusammenhang mit Deiner Erkrankung macht mir das Verhalten Deines Sohnes durchaus plausibel. Das Akzeptieren der Gegebenheit kommt noch und JA, das ist durchaus eine Frage des Alters und ein Lernprozeß, welcher seine Zeit braucht. Ich brauch(t)e auch eine Ewigkeit, bevor ich mit den Dingen so halbwegs zurecht kam.

*hust*

Wir als Ossis waren damals anders. :-)


Wieso? Weil alles geregelt wurde? Die Welt hat sich - insbesondere auch technisch - weitergedreht. Was wir uns mühsam in Lexika erarbeitet haben, erledigen heute Google und WA, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch wir haben, im Rahmen der beengten Möglichkeiten, vieles in Frage gestellt. Vll. aber alles viel gestraffter...Schule - Lehre/Studium - Hochzeit/Berufstätigkeit von normalerweise 6.30 - 16.00 Uhr. Das war noch größenteils Standard. Heute verschiebt sich vieles um 4 - 5 Jahre nach hinten. Ein Beispiel? Mein Sohn ist 19, wenn er sein Abi hat; mit 19 hatte ich meinen Lehrabschluß. Gut, ich habe keine Abi, aber selbst das Abi wurde mit 18 absolviert. Bis mein Sohn mit Berufsausbildung oder Studium durch ist, wird der 22/24 Jahre alt sein. So betrachtet, schon heftig, ehe die Kinder heute selbständig sind.

Zurück zum Thema: Nein, Angebote unsererseits lehnt sie momentan komplett ab; lediglich das allwöchentliche Shoppen am Donnerstag mit meinen Eltern nimmt sie wahr. Mitte März steht ein Zahnarzttermin in SBK an. Ich werde sie schriftlich über den Termin informieren, aber ob sie auch mitkommt...Mein "Bauchgefühl" sagt "nein".

Natürlich bräuchte sie psychologische Unterstützung, aber wie im letzten Abschnitt erwähnt, lehnt sie Angebote jeglicher Form ab und macht dicht. Wir können sie nach ja nicht fesseln - knebeln - hinschleppen.

Ein hoffentlich sonniges WE!

Sommerkind
*winke*


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#24

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 20.02.2015 13:37
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Hallo Comfortzone,

schön, wieder von Dir zu lesen. :-)

Jaaaaa, die Zeit.....Vor 10 Jahren hat sie sich noch nicht für Kosmetika (Schminktopf) interessiert, heute hat sie ein fundiertes Wissen hinsichtlich Gebrauchskosmetik/Ökolinie von Rossmann. Mit Abstand betrachtet, läuft diese Entwicklung mit einer Zeitzugabe von ca. + 5 Jahren ab.

Natürlich habe ich nichts gegen Animes und die Cosplayer-Szene finde ich - hmmm - ganz "niedlich", obwohl ich's nicht nachvollziehen kann, dass man als Erwachsener von Anfang/Mitte 20 sich noch mit dieses Thema beschäftigt. Vll. bin ich dafür auch zu realitätsbezogen und abgeklärt.

Ich/wir haben ja mit beiden Kindern die ganze Bandbreite der Mangas/Animes mitgemacht: erst auf dem Gameboy die ganzen Pokemonspiele über die Sammelkarten/Kuscheltiere und die ganzen Serien...Bloß dass mein Sohn mit Übergang in die 6./7. Klasse diese ganze Thematik hinter sich gelassen hat, während meine Tochter immer noch darin feststeckt (Gameboy). Das ist schon hart und für Außenstehende nicht/kaum nachvollziehbar.

 Evtl. ist es mein "Glück" gewesen, dass ich in meiner Jugend nicht so viel Kontakt mit meinen Eltern hatte.


Laß' ich jetzt 'mal so unkommentiert stehen, wobei ich folgendes kaum glauben kann:

Ich glaube, wenn meine Eltern ... von meiner Erkrankung wüssten, hätte ich Stress, der für keinen gut wäre.


Aber ok. D. h. also, Du hast Dich hinsichtlich der Berufsausbildung u. a. mehr oder weniger allein durchgeboxt und stehst aufgrund dieses Hardcore-Programms - trotz der Diagnose - auf eigenen Füßen, wie's so schön heißt.

Tja, dass mit den eigenen 4 Wänden...Eigentlich hat sie diese ja...2 Zimmer bzw. 1 Zimmer, wo ihr keiner 'reinredet und 1 Zimmer, wo PC sowie Crosstrainer und so einiges von meinen Eltern mit drinstehen; aber das konkret auszuführen, wäre hier evtl. zu weit ausgeführt.

Nun...ich würde weiterhin versuchen, deiner Tochter aufzuzeigen wie wichtig Geld ist und das sie ihre Ruhe bekommen kann, wenn sie was tut um Geld zu verdienen.


Ja, z. Zt. können wir ihr nur dadurch Grenzen aufzeigen, in dem wir ihre Extrawünsche nicht erfüllen und sie dadurch merkt, wie wichtig Geld doch ist. Im Moment "tobt" sie sich nachmittags auf dem Crosstrainer aus.

Von irgendeiner Tätigkeitsaufnahme ist sie noch weeeeiiiit entfernt, wobei ich wieder am Ausgangspunkt, nämlich die erforderliche Amtsarztuntersuchung zwecks Auslotung des Ganzen, wäre....

*winke*
Sommerkind


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#25

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 20.02.2015 18:15
von Wolf (gelöscht)
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Nein Sommerkind,

mir ist SachsAnh eigentlich egal. Ich bin hier nur beruflich auf der Durchreise. Das aber schon 10 Jahre.

Danke, das du dir Gedanken machst, warum mein Sohn so ist. Aber ich kann dich beruhigen, an meiner Erkrankung liegt das nicht. Ich bin seit 12 Jahren erkrankt und wir hatten zwischen durch wieder lange, gute gemeinsame Erlebnisse. Mir selbst fehlen aber aus meiner eigenen Kindheit die eigenen Erfahrungen mit meinem lieben Vater, weil sich meine Mutter damals hat scheiden lassen.
Es ist eben im Moment mit meinem Sohn so. Ich bin mir aber ganz sicher, dass ich zu ihm in Zukunft wieder bessere Kontakte haben werde. Er ist sicher genau in dieser Phase, wie deine Tochter. Übrigens hat auch meine Frau mitgewirkt, bei dem auf die Treppe setzen. Denn es war dringend notwendig, dass wir zeigen, dass wir das so nicht mit uns machen lassen. Nein, er ist jetzt im dem Alter, wo er selbst ausprobieren will, wie er im Leben zurecht kommt. Und das macht er aus meiner Sicht sehr gut. :-)

Wir als Ossis waren damals anders. :-)

Nein, nicht weil alles geregelt wurde, sondern weil wir von Kindheit an nicht darauf geschult wurden, alles zu hinterfragen. Das ist aber heute so. Heute hinterfragt jeder Alles, aber niemand sich selbst. Denn das genau passt nicht in diese Gesellschaft. Wenn man das tut, wird man automatisch als Verlierer abgetan. Genau diese nützlichen Eigenschaften zu ignorieren zu müssen, finde ich zum ko...

Na ähnlich wie dein Sohn studiert mein Sohn auch. Ich bin gespannt, wie lange noch. Aber da bin ich sehr optimistisch. Denn er ist jetzt schon hervorragend in seinem Fach. Er arbeitet nebenbei und hat schon eine Stelle sicher. Da bin ich stolz auf ihn.

Gib bitte die Hoffnung auf deine Tochter nicht auf. Wie alt ist sie eigentlich jetzt? Und nimmt sie Medikamente?
Manchmal dauert es lange, bis der Mensch zur eigenen Einsicht kommt. Und ich glaube auch, dass das bei eurer Tochter irgendwann genauso ist. Ich habe schon so viele Menschen gesehen und gehört, die eines Tages festgestellt haben, was sie so für einen Mist gebaut haben.
Ja, sie lehnt alles ab. Aber stetiger Tropfen höhlt gewöhnlich den Stein. Daher ist es vielleicht gut, wenn ihr sie in Abständen immer wieder darauf hinweist. Auch wenn das Wutausbrüche auslöst. Das machen wir übrigens mit unserem Sohn genauso.
Eltern zu sein, ist halt ein hartes Brot, da mann immer zwischen nötiger Fürsorge und nötigen Regeln entscheiden muß.

Herzlichen Gruß voom Wolf


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#26

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 22.02.2015 13:39
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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Hallo Sommerkind,

zu allererst gebe ich mal an, dass ich asiatische Wurzeln habe. Vielleicht hilft dir das beim Verständnis zu dem was ich schreiben werde.

Im asiatischen Raum sind Mangas und Animes was ganz normales. Dabei gibt es so viele Genres wie in der hiesigen Film-/Serienwelt. Die "Fanwelt" ist ebenfalls genauso ausgeprägt.

Hierzulande verbindet man Animes und Mangas samt Spielen dazu in der Summe (ich greife jetzt nur mal die Extremen auf) entweder als Kinder- oder Schweinkram. Ich habe jetzt nicht vor, das Thema aufzubauschen. Beschäftigen muss man sich damit bei Interesse selber. Lediglich wollte ich ein wenig "aufklären".

Hebephrene Personen haben eine sehr ausgeprägte Fantasie bzw. ein reges Innenleben. Das kann man nachlesen und ich kann es zumindest in meiner Person bestätigen.

Bei deiner Tochter habe ich den Eindruck, dass sie einen Teil dieses Innenlebens auf ihre Art auslebt. Dabei taucht sie vielleicht in eine andere Welt, weil sie sich dadurch mit der "physischen Welt" verbindet. Das kann ich hier und da nachvollziehen.
Da du keine Einsicht in diese Welt hast, nenne ich dich auch als Außenstehende.

Diese Welt solltest du deiner Tochter nicht in Abrede stellen. Versuche in diese Richtung dürften auf großem bis unendlichen Widerstand treffen. In der Summe würde dies dazu führen, dass du den "Draht" zu deiner Tochter komplett verlieren würdest. Damit will ich den neuen Gameboy nicht rechtfertigen. Ich lebe ebenfalls hier und da in meiner Welt. Die Arbeit ermöglicht es mir dieser Welt nachzukommen. Daher sehe ich es als Möglichkeit deine Tochter zu fördern und vielleicht zu fordern, wenn man den Aspekt der eigenen vier Wände in diese Richtung lenkt.

Nächster Punkt.

Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass sich meine Eltern nicht um mich gekümmert hätten. Das haben sie sicherlich. Wahrscheinlich war es der asiatische Anteil in der Familie die mich in ihrer Mentalität in Ruhe gelassen hatte (es gab schon Konflikte, wie ich bereits geschrieben hatte). Nachdem die Krankheit bei mir ausgebrochen war, eine Ehrenrunde in der Schule gedreht werden musste, ist meinen Eltern schon aufgefallen, dass was nicht richtig lief. Irgendwann hatte ich angefangen nach der Schule zu schlafen und es machten sich noch andere Symptome breit.
Der Punkt ist: Ich glaube nicht, dass mir zu diesem Zeitpunkt Stress gutgetan hätte, denn den hatte ich so schon.

Für dich liest sich das vielleicht als wäre es ein einfacher Weg gewesen. Das war es nicht und heute würde ich behaupten, dass es wohl Zufall gewesen ist. Ich hatte schon mit Selbstmordversuchen zu tun, die durchaus hätten klappen können und zur Zeit habe ich den Eindruck, dass das mit dem "durchboxen" nicht aufhören wird.

Und damit mache ich eine Überleitung.

Wenn ihr nicht gerade nur von Brot und Wasser lebt, dann setzt nicht zu sehr auf den Arzt samt Geld und Auslotung. Gerade, wenn deine Tochter auf Krawall gebürstet ist. Da deine Tochter Interessen hat, die mit der "realen" Welt vermischen, glaube ich schon, dass es bei ihr in manchen Punkten "klick" machen wird. Vielleicht könnt ihr auch mal was unternehmen, um die Bindung zu fördern. Da deine Tochter an Mangakram und Cosplaying interessiert ist, solltet ihr - oder sie alleine - mal im Sommer nach Düsseldorf fahren. Dort feiert die japanische Gemeinde jedes Jahr ein großes Sommerfest. Vor Ort gibt es Mangaka - da sind die Zeichner -, Musiker aus der JRock-/-Popszene, Leute aus der Spielewelt und viel Kultur. Auch gibts da genügend Cosplayer. Du wirst deine Tochter vielleicht sehr selten sehen, weil du in Teilen die beschriebene Außenstehende bist, in machen belangen vielleicht sogar ein Feind.

Meine Quitessenz: Fördere ihre Welt, versuche ihr die Möglichkeit zu geben einen Transfer in diese Welt zu machen und zeige auf was mit Geld da alles möglich wäre...aber bitte nicht direkt danach, sonst macht man viel kaputt.

Du beschreibst deine Tochter als jemanden der in der Jugend festgefahren ist. Das mag in Teilen stimmen. Umso mehr sollte man sich vielleicht vom Faktor Zeit trennen.

Was du jetzt daraus machst ist deine Sache als Elternteil.

PS: Ich hatte jetzt auch nicht vor auf die Bindung zwischen euch zu appellieren. Das wird nicht unbedingt funktionieren. Bei mir hat es das nicht. Ich lebe einige Kilometer von Eltern und Geschwister entfernt und sehe diese teilweise nur alle paar Monate oder einige wenige Male im Jahr. Aber in meinen Augen ist das gut so - zum Ärger meines Psychiaters und der Therapeutin....who cares.


1 Mitglied findet das Top!
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#27

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 23.02.2015 17:04
von Sommerkind (gelöscht)
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Hallo Wolf,

sry für die späte Rückmeldung; am WE komme ich selten zum Tippen, da muß 'ne Menge erledigt werden, was in der Woche liegenblieb (Stichwort: Pendlerehe) :-(

Dein Sohn ist doch jetzt - wenn ich's richtig in Erinnerung habe - 24 Jahre alt? Meine Tochter ist (ebenfalls?) 24 Jahre alt. Medikamente nimmt sie keine. In einer Akutphase, so vor ca. 8 - 10 Jahren, wurde sie medikamentös eingestellt, bis es hieß, sie benötige bis auf Weiteres keine mehr.

In einem Vorgeherposting schrieb ich, dass sie sich zwar nicht für den Schminktopf, jedoch für - hmmm - pflegende Kosmetika interssiert.
So Pi x Daumen entspricht dies in etwa dem Verhalten einer 18 - 19jährigen. Das wäre also ihr jetziges Alter - 5 bzw. 6 Jahren. So in etwa schätze ich ihr Verhalten ein (im groben Vergleich, womit sich die Schulfreundinnen meines Sohnes beschäftigen und analog dem, womit ich mich in dem Alter beschäftigt habe; wobei ich mit 19 allerdings schon fest liiert war).

Da wir - wieder einmal - beim Zettelchenschreiben sind, teile ich ihr schriftlich mit, wann der nächste Zahnarzttermin stattfindet (Mitte März). Ich wette aber zu 99,99 %, dass wir (Bruder & ich) allein hinfahren. Kurz bevor wir losfahren, frage ich dann nochmals mündlich nach. Und sollten wir alleine fahren - und wenn schon...Es sind nicht meine Zähne...

Jaaa, steter Tropfen, dazu noch 2 Ohren auf Durchzug (und trotzdem HINhören) gewürzt mit einer Prise Geduld. Bloß gut, dass ich mitunter gedanklich "um den Block renne", mitunter wird's ein Dauerlauf. ;-(

Ähm nein, mein Sohn studiert noch nicht. Er geht zur IGS und absolviert dort das Abi nach Abschluß von 13 Schuljahren. Ob und was er 'mal studieren möchte - öhm ja - gute Frage - nächste Frage bitte. Auf jeden Fall nichts in Richtung Naturwissenschaften; Physik + Chemie wurden abgewählt. Wie's aussieht, geht's evtl. in Richtung Sprachen oder *hüstel* Psychologie oder - Zitat - "...etwas in dieser Richtung...".

Welche Fachrichtung studiert denn Dein Sohn und in welcher Stadt/Uni?

Zitat
Wir als Ossis waren damals anders. :-)

Nein, nicht weil alles geregelt wurde, sondern weil wir von Kindheit an nicht darauf geschult wurden, alles zu hinterfragen. Das ist aber heute so. Heute hinterfragt jeder Alles, aber niemand sich selbst.



Ja gut, diesbezüglich gebe ich Dir Recht, allerdings haben wir "das zwischen-den-Zeilen-lesen" bereits mit der Muttemilch bekommen; also bei mir war's zumindest so. Keiner hat freitags den Hitchcock im ARD gesehen, aber alle wußten am Montag wie dieser ausgegangen war.


*winke*
Sommerkind


zuletzt bearbeitet 23.02.2015 20:11 | nach oben springen

#28

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 23.02.2015 18:07
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Hallo Comfortzone,

Ja, im asiatischen Raum haben Mangas und Animes eine vollkommen andere Stellung und werden anders wahrgenommen. Ich sitze immer 'mal wieder staunend vor dem TV (falls Berichte über diese Thematik gebracht werden), um zu sehen, womit sich junge Frauen (und Männer) beschäftigen. Eine vollkommen andere Welt...

Und NEIN, ich habe prinzipiell nichts gegen Mangas und Animes, ich finde es lediglich - hm - niedlich/nett/übertrieben zuckrig - und deshalb überzogen. Kleinmädchenwelt eben. Die andere Seite lasse ich jetzt ebenfalls außen vor.

Und da meine Tochter so in der Manga-/Anime/-Gameboywelt festsitzt, hat die Szene für mich einen herben Beigeschmack.
Wobei sie sich schon einmal selbst am Zeichnen von Mangas versucht hat; aber das ist schon sehr lange her...

Weshalb sollen wir unserer Tochter ihre eigene Phantasiewelt verwehren? Zum einen geht das nicht und zum anderen wollen wir das auch garnicht, aaaaber: 24 Stunden am Tag so leben, dass der Rest der Familie/des Hauses möglichst nach "ihrer Pfeife" tanzt, DAS geht überhaupt nicht.

Ein Beispiel?

Da wir ihrer Forderung nach dem Gameboy bislang nicht nachgekommen sind (und auch nicht nachkommen werden), klebt sie überall mit Tesa Zettelchen hin, worauf sie ihre Forderung notiert: in der Küche/im Flur/im Schlafzimmer/2x im Wohnzimmer. Parallel hierzu durfte wieder einmal unsere Katze als schwächstes "Familien-)Mitglied leiden: treten, scheuchen, jagen; welches dummes Ar... - Sry! Ach ja, und so nebenbei schmeist sie derart mit den Türen, dass es durch's ganze Haus scheppert.

Verständis und Rücksichtnahme für sie und ihre Situation? Beides verspielt sie z.Zt. haushoch! Ja, sie ist auf Krawall gebürstet, und wenn sie der Meinung ist, alles und jeder sollte gefälligst (nur) nach ihrer Pfeife tanzen, dann hat sie sich haushoch geirrt.

Zitat
Meine Quitessenz: Fördere ihre Welt, versuche ihr die Möglichkeit zu geben einen Transfer in diese Welt zu machen und zeige auf was mit Geld da alles möglich wäre...aber bitte nicht direkt danach, sonst macht man viel kaputt.



WENN sie gefördert werden möchte, bitte gerne, aber der erste Ansatz muß von ihr kommen: wobei und in was? Aber davon ist sie momentan weit entfernt; im Moment ist sie nur am fordern.

Zitat
Vielleicht könnt ihr auch mal was unternehmen, um die Bindung zu fördern.



Welche Bindung denn? Es gibt keine Bindung mehr; diese wurde bereits vor 10/11 Jahren so nach und nach gekappt. Mein mühevoller Wiederaufbau wurde durch das Vorlegen des Schreibens der Familienkasse, in dem ihre Diagnose stand, durch sie gekappt. Seit ca. 6 Monaten herrscht Funkstille mit Ausnahme der Verbalattacken. Eine neue Bindung aufbauen? Bitte gern, ich wäre die Letzte, die hierzu NEIN sagt, aber ihr hinterherrennen? Als ich die Katze, nachdem meine Tochter diese heute gescheucht und getreten hatte, auf dem Arm nahm und beruhigend auf sie einsprach, hat sich meine Tochter angesprochen gefühlt und mich - wieder einmal - auf's Übelste beschimpft.

Und das soll ich mir bieten lassen? Kopf in den Sand stecken und Vogel-Strauß-Politik? Den Mund halten und DANKE sagen?

Ich habe den Eindruck, durch dieses Jetzt-Wissen hinsichtlich ihrer Erkrankung und der Einstufung auf eine 50 %ige psychische
Behinderung, hat sie einen Schub ins Negative bekommen. Sry, der Satz ist ein bißchen komisch und verschachtelt formuliert,
aber Du weißt schon, was ich meine. :-)

*winke*
Sommerkind


zuletzt bearbeitet 23.02.2015 20:11 | nach oben springen

#29

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 23.02.2015 21:34
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Sommerkind,

kein Problem! Antworte, wenn du Zeit, Lust oder Notwendigkeit dazu hast. :-)
Ich habe mich gerade über Hebephrenie und Hebephrene Schizophrenie nachgelesen. Denn ich bin ja paranoid Schizophren. Daher mußte ich jetzt mal wissen, (bevor ich das falsch einschätze) wie sich Hebephrenie verhält.
Ja, was ich da gelesen habe, ist das Verhalten deiner Tochter nach deinen Beschreibungen von dir, ziemlich deckungsgleich mit den Beschreibungen der Erkrankung.
Nicht fähig zu sein, soziale Bindungen aufzubauen und keine positiven Gefühle für seine Mitmenschen aufzubauen zu können, muss schlimm sein. Für die Mitmenschen und auch für einen selbst.
Vielleicht wird deine Tochter das irgendwann verstehen. Da ist natürlich nicht daran zu denken, wenn die Intressen sich auf Gameboy ist. Da kann ich verstehen, dass es dir dabei schlecht geht.

Ja, mein Sohn ist jetzt auch 24 Jahre. Er studiert Informatik in Köthen. Ja, er war schon mmer ein typischer Informatiker. Logik war immer sehr ausgeprägt. Dabei hat er Defizite (wer nicht), anderen (oder nur uns) seine Gefühlwelt mitzuteilen. Ist ja auch heute "uncool" :-)
Manchmal kommt deshalb bei mir Angst auf. Aber da muss ich halt duch. :-)
Verglichen mit dein Schwierigkeiten, die du mit deiner Tochter hast, sind das einfach nur Kleinigkeiten.

Schon, dass du deinen Humor nicht verloren hast. Da bin ich froh drüber. ;-) Ich selbst wäre warscheinlich schon an deinen Problemen kaputt gegangen, oder wieder paranoid geworden.

Herzlichen Gruß vom Wolf


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#30

RE: Hebephrene Schizophrenie - Frage an Comfortzone, Jenni

in Treffpunkt für Angehörige 24.02.2015 01:53
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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Hallo Sommerkind,
hallo Wolf,

um mich nicht selber im Kreis zu drehen, versuche ich mal aus meiner Sicht zu einem Abschluss bei dieser Diskussion zu kommen, da ich die Gefahr sehe, dass sich der Verlauf der Unterhaltung zu einem Karussell entwickeln kann. Für mich jedenfalls und davon muss ich Abstand halten.

Das Aufzeigen der Symptome von Wolf birgt einige Kernproblematiken. Die Interpretation bei den Affektproblemen, sehe ich jedoch als falsch. Es mag für Außenstehende schlimm wirken, dass muss es aber für den Betroffenen keineswegs.

Das nehme ich mal als Überleitung für eine zusammenfassende Aussage zu Sommerkind:

Deine Äußerungen kann ich irgendwo verstehen. Die Einstellung, die sich mir dadurch ergibt, lässt mir dir jedoch lediglich den Rat geben, professionelle Hilfe zu suchen.

Deine Tochter mag wie eine jugendliche wirken. Das ist sie aber bestimmt nicht wirklich. Das ist die Wirkung auf andere. Deine Meinung, dass etwas von ihr kommen soll - was vielleicht im Normalfall normal wäre - wird euch lediglich in der aktuellen Situation belassen. Ein Pat, Status Quo bleibt. Deine Tochter ist nicht - wenn keine Zufälle mitspielen - einfach in der Lage sich zu ändern. Sie lebt in ihrer Welt. Wenn sich das ändern soll, muss nicht einfach was von ihr kommen, sondern von euch.
Das mag provokativ klingen, aber ich glaube besser kann man es nicht beschreiben.

Deine Tochter ist in diesem Zustand nicht erst seit gestern. Sie ist in diesem Zustand seit ihrem halben Leben. Ein paar Gespräche werden das nicht ändern. Ihrem Trotz zu trotzen ändert das auch nicht. Auf irgendwelche finanzielle Verpflichtungen zu drängen, sollte es einfach so auch nicht ändern.

Professionelle Hilfe empfehle ich, damit du besser damit umgehen kannst. Ob sich was ändern wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Und jetzt kommt der Punkt, mit dem ich dir als Betroffener etwas die Illusion nehmen werde. Im Vorfeld sei gesagt, dass ich es in meinem vorherigen Post versucht habe, diplomatisch zu erläutern - was nicht meine Stärke ist.

Also:

1. Sei froh, dass es bei deiner Tochter nicht noch schlimmer ist.
2. Es wird - sehr wahrscheinlich - noch schlimmer werden.

Du verwendest gerne Beispiele, daher will ich mal bildlicher wirken.

Aktuell beschäftigt sich deine Tochter mit dem Crosstrainer oder guckt Animes. Sei froh, das sie was aktiv macht. Die Hebephrenie ist u.a. mit Gedankenfluten, Gedankenabreißen und dergleich verbunden. Gehe daher nicht davon aus, dass sie einfach auf dem Crosstrainer steht oder spielt. In ihrem Kopf sind permanent Gedanken, die sie nicht kontrollieren kann. Für dich sind normale Dinge selbstverständlich. Für sie sind viele normale Dinge sonderbar. Das führt zum Konflikt und bei euch zum Krawall.

Wie das noch schlimmer werden kann? Irgendwann steht sie vielleicht nur noch auf dem Crosstrainer, schaut Animes und bekommt davon nichts mit. Hat was vor oder zu tun und es vergehen Stunden bevor irgendwas passiert. Sie wird verstärkt desorganisiert und verwahrlost nebenher. Sie will überhaupt nicht mehr am "normalen" Leben teilnehmen und bleibt in ihrer Welt. Mit diesem Verlauf lasse ich ein paar meiner Verläufe hineinfließen.

Hebephrenie ist da degenerativ - was man auch nachlesen kann. Mit den Medikamenten und der Therapie verbessern sich manche Sachen. Manche nicht unbedingt. Ich mache das erst seit 2 Jahren und hatte vor noch nicht allzu langer Zeit einen Schub. Mal schauen was wird.

Daher hatte ich dich eingangs gefragt, wie weit ihr gehen könnt und habe versucht zu verdeutlichen, dass man deiner Tochter eher helfen muss, den Link in die "normale" Welt zu fördern

Du hast jetzt mehrfach dein Unverständnis geäußert. Daher meine abschließende Empfehlung.

Wenn du deiner Tochter tatsächlich helfen willst: Suche professionelle Hilfe. Sowas wie einen Therapeuten o.ä.
Nachdem was du alles geschildert hast, gehe ich derzeit davon aus, dass es insg. noch weitaus schlimmer wird. Post-Its und Katzen treten ist nicht das Ende der Fahnenstange, wenn der Status Quo nicht aktiv geändert wird.

Wenn ihr das nicht stemmen könnt, dann kümmert euch um eine Ablöse.


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