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#1

Reha-Maßnahme bzw. berufliche Aussichten

in Treffpunkt für Angehörige 02.01.2015 12:19
von Vollkornreis (gelöscht)
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Hallo nochmal,

ich denke mein Anliegen passt hier am besten hinein, vorab habe ich schon ein wenig hier im Forum gelesen um evtl. passende Infos zu finden, möchte aber dennoch mein Anliegen erläutern:

Ich habe vor ca. +/- einem Jahr eine wundervolle junge Frau kennengelernt die die Diagnose "Schizophrenie" erhalten hat, allerdings, wie sie mir sagte, eine "leichte Form". Wir leben leider sehr weit auseinander, daher konnten wir uns bisher erst ein Mal treffen, das aber immerhin gleich für mehrere Tage.

Mein Anliegen bzw. worüber ich mir den Kopf zerbreche ist; sie wird bald einen posychologischen Test machen (dürfen) anhand dessen sie dann sozusagen bewertet und ihr eine Ausbildung / Rehamaßnahme gestellt und bezahlt wird (so habe ich als Laie das zumindest von ihr und bei meinen Recherchen im Internet verstanden).

Ihre und auch meine Sorge ist nun dass sie den Test nicht oder sehr schlecht besteht und sie dann eine Ausbildung machen "muss", die ihr überhaupt nicht gefällt bzw. in der sie schlichtweg nicht zurechtkommt. Ich muss dazu sagen, meine Freundin hat ihre Defizite, was soziale Dinge angeht, ist sehr verunsichert, gehemmt, etc.

Was kann sie / können wir tun, sollte der Test misslingen, welche Wege bzw. Möglichkeiten stehen ihr überhaupt offen?

Ich würde mich sehr freuen wenn ihr eure Erfahrungen - als Betroffene oder als Angehörige - mit mir teilen und mir einige Tipps und Ratschläge geben würdet und bedanke mich im Voraus!

Ach ja; ein frohes neues Jahr dem ganzen Forum!


zuletzt bearbeitet 02.01.2015 12:20 | nach oben springen

#2

RE: Reha-Maßnahme bzw. berufliche Aussichten

in Treffpunkt für Angehörige 02.01.2015 14:56
von Hotte | 1.616 Beiträge | 4550 Punkte
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Du meinst vermutlich die berufspsychologische Untersuchung bei der Arbeitsagentur im Zusammenhang mit der Beantragung einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme?
Einen solchen "Test" nebst Gespräch habe ich hinter mir und habe hier auch irgendwo darüber berichtet.
Bei mir war es so, dass ich "durchgefallen" bin, dh. die Maßnahme wurde abgelehnt mit der Begründung, dass ich seinerzeit unter einer "behandlungsbedürftigen psychischen Minderbelastbarkeit" litt und mir wurde nahegelegt, zunächst weiter "medizinische Reha" zu machen, an einem sozialen Kompetenztraining teilzunehmen und nochmal Ergotherapie.
Das war aus heutiger Sicht ein sehr guter Rat, da es damals einfach noch zu früh war, wieder mit dem Arbeiten zu beginnen.
Ich musste nicht "irgendwas arbeiten", das mir nicht gut tat. In meinem "Gutachten" stand zwar drin, ich dürfe Vollzeit tätig sein, aber keine hohe Verantwortung tragen, kein Zeitdruck, keine wechselnden Arbeitszeiten - aber in der Praxis sah das so aus, dass mein Arbeitsvermittler einen Haken in meine elektronische Akte gemacht hat, dass ich nicht vermittelbar sei und falls ich doch irrtümlich irgendwelche Stellenangebote zugesandt bekommen sollte, dann dürfe ich diese vernichten...
Dh ich durfte also "gar nichts arbeiten" und das, obwohl mein Arzt mich auf mein Bitten hin (wegen betrieblicher Wiedereingliederung und weil ich Resturlaub nehmen wollte) nicht weiter krank geschrieben hatte. Ich erhielt also ALG1, was unnötig früh auslief. Finanziell gesehen wäre es geschickter gewesen, die Wiedereingliederung abzubrechen und die Krankschreibung bis zum Vertragsende zu verlängern. Meinem Ego hat es aber sehr gut getan wie es war.

Deine Freundin sollte sich nicht scheuen, sich von diesem Psychologen über ihre Möglichkeiten beraten zu lassen, denn dafür wird er bezahlt.
Das Ergebnis des Tests sollte sie möglichst positiv betrachten, denn es werden ihre Stärken und Schwächen aufgezeigt - es geht nur um eine Momentaufnahme und nicht um ein endgültiges Urteil über ihre Leistungsfähigkeit.


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#3

RE: Reha-Maßnahme bzw. berufliche Aussichten

in Treffpunkt für Angehörige 03.01.2015 13:18
von Vollkornreis (gelöscht)
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Hallo Hotte,

danke dass du dir Zeit genommen hast, mir zu antworten!

Zitat von Hotte im Beitrag #2
Du meinst vermutlich die berufspsychologische Untersuchung bei der Arbeitsagentur im Zusammenhang mit der Beantragung einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme?


Ja, genau das meinte ich, du hast Recht.

Zitat von Hotte im Beitrag #2
Einen solchen "Test" nebst Gespräch habe ich hinter mir und habe hier auch irgendwo darüber berichtet.
Bei mir war es so, dass ich "durchgefallen" bin, dh. die Maßnahme wurde abgelehnt mit der Begründung, dass ich seinerzeit unter einer "behandlungsbedürftigen psychischen Minderbelastbarkeit" litt und mir wurde nahegelegt, zunächst weiter "medizinische Reha" zu machen, an einem sozialen Kompetenztraining teilzunehmen und nochmal Ergotherapie.


Ich hatte mir schon gedacht dass es so einen Thread bzw. eine persönliche Schilderung hier in diesem Forum bereits gibt, habe es aber gestern nicht gefunden.

Wie hast du die Nachricht denn verkraftet, dass dir die Maßnahme sozusagen verweigert wurde? Du schreibst, dass es im Nachhinein für dich in Ordnung war, weil es eben noch zu früh war...ich denke es gehört einiges dazu, das dann auch so zu akzeptieren und nicht den Mut zu verlieren; für meine Freundin wiederum wäre das ein weiterer schwerer Schlag weil sie endlich unbedingt auf eigenen Beinen stehen will...sie macht ihren Selbstwert auch irgendwo davon abhängig, endlich eine Ausbildung beginnen und dann auch abschließen zu können, sie will von Zuhause ausziehen...alles Dinge, die ich sehr gut nachempfinden kann.

Kannst du mir u. U. etwas über soziales Kompetenztraining berichten? Wo wird diese Form der Hilfe angeboten und wie läuft das ab? Ich hab schon das gesamte Internet abgeklappert nach jeglichen Hilfsmöglichkeiten, aber nichts gefunden, was eine Hilfe für meine Freundin sein könnte.

Soziales Kompetenztraining...sie hat derzeit leider nicht einmal einen Therapeuten, in ihrer Umgebung (recht ländlich) sind die Angebote sehr karg, ihren Psychiater sieht sie auch nicht besonders oft...dann hat sie noch einen Sozialarbeiter und eine Selbsthilfegruppe, die trifft sich jedoch auch nur alle 14 Tage...soziale Kontakte sind wichtig, aber wo sie wohnt, ist gelinde gesagt tote Hose...sie ist sozial isoliert, was ein gewaltiges Problem ist...

Zitat von Hotte im Beitrag #2
Das war aus heutiger Sicht ein sehr guter Rat, da es damals einfach noch zu früh war, wieder mit dem Arbeiten zu beginnen. Ich musste nicht "irgendwas arbeiten", das mir nicht gut tat. In meinem "Gutachten" stand zwar drin, ich dürfe Vollzeit tätig sein, aber keine hohe Verantwortung tragen, kein Zeitdruck, keine wechselnden Arbeitszeiten - aber in der Praxis sah das so aus, dass mein Arbeitsvermittler einen Haken in meine elektronische Akte gemacht hat, dass ich nicht vermittelbar sei und falls ich doch irrtümlich irgendwelche Stellenangebote zugesandt bekommen sollte, dann dürfe ich diese vernichten...


Kannst du mir das bitte kurz erklären? Du schriebst, du bist bei dem Test durchgefallen, aber im Gutachten stand drin, du dürftest Vollzeit tätig sein? Wie kann das im Gutachten stehen, wenn man dir "behandlungsbedürftige psychische Minderbelastbarkeit" attestiert hat? Oder stehe ich auf dem Schlauch?

Zitat von Hotte im Beitrag #2
Dh ich durfte also "gar nichts arbeiten" und das, obwohl mein Arzt mich auf mein Bitten hin (wegen betrieblicher Wiedereingliederung und weil ich Resturlaub nehmen wollte) nicht weiter krank geschrieben hatte. Ich erhielt also ALG1, was unnötig früh auslief. Finanziell gesehen wäre es geschickter gewesen, die Wiedereingliederung abzubrechen und die Krankschreibung bis zum Vertragsende zu verlängern. Meinem Ego hat es aber sehr gut getan wie es war.


Betriebliche Wiedereingliederung und Resturlaub...also warst du "vorher", wenn ich das so formulieren kann, schon berufstätig?

Zitat von Hotte im Beitrag #2
Deine Freundin sollte sich nicht scheuen, sich von diesem Psychologen über ihre Möglichkeiten beraten zu lassen, denn dafür wird er bezahlt.


Diesem Psychologen...du meinst jetzt entweder die Leute die den Test mit ihr durchführen werden oder ihren "eigenen" Psychologen? Ich bin da selbst etwas unbedarft und weiß kaum, wer quasi wofür zuständig bzw. der passende Ansprechpartner ist (weshalb die eine oder andere Frage von mir vielleicht durchaus etwas doof rüberkommen mag).

Das Problem meiner Freundin ist auch dass ihre "Form" der Schizophrenie in Richtung "soziale Phobie" geht, sie traut sich kaum, zu sagen was sie denkt bzw. überhaupt etwas zu sagen, fühlt sich immer unterlegen...obwohl sie definitiv intelligenter ist als ich, was man merkt, wenn sie denn mal was sagt.

Zitat von Hotte im Beitrag #2
Das Ergebnis des Tests sollte sie möglichst positiv betrachten, denn es werden ihre Stärken und Schwächen aufgezeigt - es geht nur um eine Momentaufnahme und nicht um ein endgültiges Urteil über ihre Leistungsfähigkeit.


Das hast du schön formuliert, danke dir! Ich wünsche mir, meine Freundin könnte das dann auch so annehmen bzw. sehen...für sie hängt alles von diesem Test ab, ich weiß nicht ob sie nicht vielleicht sogar "kollabiert" wenn sie ihn nicht besteht bzw. nicht gut genug...aber wie du sagst, sie kann sich an diese Leute wenden und sich über ihre weiteren Möglichkeiten beraten lassen...das sage ich ihr!

Hotte, vielen Dank für deine Worte!


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#4

RE: Reha-Maßnahme bzw. berufliche Aussichten

in Treffpunkt für Angehörige 03.01.2015 20:34
von snuggles (gelöscht)
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@Vollkornreis: Dieser psychologische Test ist ja nur eine Empfehlung der Arbeitsagentur. Es ist ein Angebot, das man nicht beanspruchen muss. Wenn also im Beratungsgespräch festgestellt wird, dass deine Freundin für eine bestimmte Tätigkeit weniger gut geeignet ist, dann bedeutet das nicht, dass sie daran gebunden ist. Zwar wird dann die Arbeitsagentur wohl nur bestimmte Arbeiten an deine Freundin vermitteln (oder eine Reha-Maßnahme vorschlagen), aber sie kann sich auch abseits der ARGE eine Ausbildungsstelle suchen. Deine Freundin kann ohne Einschränkungen Bewerbungen schreiben und ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen.

Wenn also das Ergebnis für deine Freundin nicht zufriedenstellend ist, dann kann sie auch einen anderen Weg einschlagen. Es gibt daher keinen Grund, sich vor diesem Gespräch zu fürchten. Wenn sie allerdings auf Zuschüsse von der Arbeitsagentur angewiesen ist, dann sind die Empfehlungen von Seiten der ARGE verbindlich. Ich sehe es ähnlich wie Hotte: Betrachte diesen Termin als Angebot zur besseren Orientierung.

MfG


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