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#1

Neu und viele Fragen....

in Treffpunkt für Angehörige 01.01.2015 19:27
von boah_ey (gelöscht)
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Hallo an alle und erstmal ein gesundes neues Jahr!!!

Ich (36) habe mich nach langem hin und hier hier angemeldet, weil ich mir hier Rat und Tipps erhoffe, im Umgang mit meine schizophrenen
Mutter (59). Wir wohnen in einem Doppelhaus zusammen - allerdings ohne gemeinsame Schnittpunkte, jeder separat. Ganz kurz möchte ich einige Punkte aufschreiben, damit ihr kurz Bescheid wisst (und ich schreibe der Schnelligkeit wegen alles klein...). Also:

-1988 bekam meine mutte nach jahrelangem mobbing auf arbeit und einer fehlbehandlung mit medikamenten mit fatalen folgen, einen nervenzusammenbruch. sie wurde damals, gegen ihren willen, weil die einsicht absolut nicht da war, hilfe zu benötigen, in eine psychologische klinik eingewiesen. dort war sie glaub ich 4 wochen, geschlossen - dann offen. sie wurde auf haloperidol-tropfen eingestellt.

-ab da 4x im jahr besuche bei ihrer neurologin. es schien soweit alles okay zu sein.

-im verlauf des jahres 2008 verschlechterte sich schleichend ihr zustand. es kam eine hüftoperation meines vaters, meine schwangerschaft mit gleichzetiger diagnose einer schweren - aber gut überstandenen krankheit auf sie zu. sie führte ganz extrem selbstgespräche, redete viel von personen, die es auf sie abgesehen haben, ihr etwas missgönnen usw. im januar 2009 wurde dann ihr enkel geboren. ich dachte, damals jedenfalls, dass ihr dies gut tun würde. aber bei ihr konnte man den kleinen nicht lassen. er schrie und schrie - aber sie beruhigte ihn nicht. las zeitung und sagte beim abholen (ich befand mich damals in einer medizinischen behandlung - mein mann fuhr mich immer dorthin) warum er denn nicht aufhöre zu schreien, ob das immer so sei. also völliges desinteresse. dann fing sie immer an zu tanzen, laut musik zu hören, stark zu schimpfen usw. also wie ich heute weiß, symptome für positiv, oder? mitte des jahres rief ich bei der neurologin an um mich zu erkundigen, was sie davon hält. dort wurde mir gesagt, dass meine mutter schon lange nicht mehr da war. hallo???? und da reagiert kein arzt?? alles zureden brachte nichts, mutter gab es zu aber braucht dort auch nicht mehr hin. es gehe ihr gut. Ende 2009 dann der totale absturz mit schreihen, toben, vorwürfen gegen alles und jeden (besonders gegen meinen vater) mit dem ende, am 02.01.2010 lief sie des nächtens raus in den schnee, ohne bekleidung, sie wolle sich umbringen.... - notarzt, zwangseinweisung in die gleiche psychatrische fachklinik. dort wurde sie ruhiggestellt und sah dann ein, das ihr geholfen werden muss. gsd!! es stellte sich heraus, dass die die haoperidol-tropfen immer mit wasser ausgetauscht hat - mein vater hat ihr diese immer verabreicht.

-sie wurde auf risperidon und orfiril eingestellt. bis anfang 2014 war alles, sagen wir, im normalen bereich. sie nahm am normalen leben teil und zeigte für vieles interesse. seit längerer zeit fallen mir aber wieder starke veränderungen auf. sie hat wieder extrem euphorische zeiten (rennt springen und laut lachen durchs dorf mit starken selbstgesprächen) - wirkt auf andere verwirrt, sie hat ständig die jalousien unten, weil sie angst vor einbrechern hat, es dreht sich bei ihr alles panisch ums geld - rechnen, rechnen, rechnen - sie hat sich jetzt ganz arg um die rente meines vaters gekümmert - er ist jetzt seit oktober rentner, sie ist manchmal agressiv in ihrem worten usw. als ich bei der neurologin wiedermal anrief, schrieb sich die schwester alle meine bemerkungen uaf und die ärtzin wolle dies mit meiner mutter beim nächtsen termin besprechen - pustekuchen. rein, rezept, raus. im gegenteil, meine mutter meinte zu mir, die ärztin möchte nicht, das ich nochmal anrufe. der patient soll es von sich aus erzählen - ja klar, weil es ja jeder auch zugibt.... . meine mutter meinte auch zur ärztin, dass sie jetzt viel rollenspiele spielt - was bei mir schon die alarmglocken klingeln läßt - und deren reaktion, wenn es ihnen gut tut, ist es okay!... was soll ich davon halten??

die tabletten nimmt sie, lt. meinem vater auch regelmäßig in der dosis, wie es die ärztin verodnet aber ich und vorallem mein mann (der damit übrigens absolut schlecht umgehen kann - was mir nicht unbedingt hilft, wenn er meint, sie spiele nur und weiß genau was sie macht und tut....) sehen diese veränderungen. ich habe angst, vor einem nächsten schub mit zwangseinweisung.... können medis auch nicht mehr richtig wirken?? meine vater, ist die ruhe in person, lebt nach dem motto, fernsehen und gut - er hat dadurch seine ruhe und es ist vllt. seine art, damit umzugehen. aber es scheint so ganz gut zu funktionieren. was soll ich tun. oder reagiere ich da zu empfindlich??? ich habe auch keine geschwister, bleibt also im e-fall an mir hängen. aber ich will das nicht nochmal....

sorry für den langen text aber es sind nur die gröbsten eckpunkte. und verzeiht rechtschreibfehler, seht sie las dekoration im text....

viele Grüße

boah_ey


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#2

RE: Neu und viele Fragen....

in Treffpunkt für Angehörige 01.01.2015 20:05
von snuggles (gelöscht)
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Hallo,

bestimmt wird deine Mutter auch mal ruhigere Phasen haben, in denen sie nicht lachend durch den Schnee tanzt? In so einem Moment könntest du versuchen, mit ihr zu reden und herauszufinden, ob sie tatsächlich ein ernsthaftes Problem hat. Solange keine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt, wirst du bei ihr nichts erreichen, weder kann sie dazu gezwungen werden, zum Arzt zu gehen, noch kann man ihr Medikamente aufzwingen. Insofern hilft da vorerst nur ein klärendes Gespräch.

Kann man denn gewöhnlichen Altersstarrsinn bei ihr ausschließen? Nervig ist das bestimmt für dich als Angehörige, aber es schadet doch eigentlich niemandem? Eventuell kann sie auch davon überzeugt werden, eine andere Medikation auszuprobieren? Ich kenne das Ausmaß nicht, möglicherweise sind es einfach die normalen Schrullen des Alters? Du schreibst ja auch, deine Mutter habe durch Mobbing damals einen Nervenzusammenbruch bekommen. Vielleicht reagiert sie ganz besonders empfindlich auf Stress und hat jetzt auch wieder welchen? In diesem Fall könnte man versuchen, ihr bei der Stressbewältigung zu helfen, damit sie wieder etwas zur Ruhe kommen kann. Versuche doch mal herauszufinden, ob sie zum Beispiel nachts richtig schläft. Falls das nicht der Fall ist, könnte das eine Ursache für ihr Verhalten sein und man könnte gezielt etwas dagegen tun.

MfG


zuletzt bearbeitet 01.01.2015 20:13 | nach oben springen

#3

RE: Neu und viele Fragen....

in Treffpunkt für Angehörige 01.01.2015 20:51
von Wolf (gelöscht)
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Hallo Boah,

als allererstes würde ich versuchen, dass sich dein Mann sich über die Erkrankung informiert. Es geht halt meistens nicht, dass ein Familienmitglied Sorge für die Mutter tragt, der Lebenspartner aber das als Schauspiel abtut. Denn damit ist dir kaum geholfen. Sicher hat dein Mann selbst den Kopf voll. Da reagiert MANN schon mal so.

zweites bewundere ich deinen Vater. Er hat vielleicht innerlich eine Lebensstrategie entwickelt, das alles auszuhalten. Daher ist es sicher nicht an der Zeit, dass er sein inneres nach außen kehrt. Denn er wird innen sehr zerbrechlich sein, wenn sich seine Schutzfunktion auflöst.

Es ist aber durchaus möglich, dass deine Mutter die Medikamente nicht nimmt. Ich weiß nicht, in wie weit du mit der Erkrankung vertraut bist. Krankheitsuneinsicht ist eine sehr häufige Erscheinung. Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dich die Erkrankung "sehr gesund" anfühlt. Zudem kommt es bei Einnahme der Neuroleptika oft zu Reaktionen, die depressive Zustände auslösen. Da wird verständlicher weise die Medikation heimlich entsorgt.

Ich kann gut verstehen, dass du deine Mutter nicht wieder in der Klinik wissen willst. Besonders, wenn man so wie du sich für die eigene Mutter Sorge trägt. Da ist man so hilflos, nur weil die Erkrankung solche schlimmen Folgen hat.
Zumindest, wenn deine Mutter tatsächlich wieder in die Psychiatrie eingewiesen wird, braucht sie danach intensive psychologische Betreuung. Ich hoffe, man kann ihr noch vermitteln, wie diese hinterlistige Erkrankung funktioniert und welche Möglichkeiten man hat, sich davor zu schützen. Denn das war mein Weg, mit dem ich heute mit der Erkrankung und meiner Familie zurecht komme.

Alles Gute für dich und deine Familie!

Gruß vom Wolf


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#4

RE: Neu und viele Fragen....

in Treffpunkt für Angehörige 01.01.2015 23:36
von gerhard | 188 Beiträge | 523 Punkte
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Hi,

ein erneuerter Schub kann trotz regelmäßiger Einnahme der Medikamente eintreten. Leider sehen Betroffene beim Anbahnen eines Schubes, ob mit oder ohne Medikamente, schwer die Notwendigkeit einer Erhöhung der Dosis oder überhaupt der Einnahme. Mir ging es als Betroffener bereits zweimal so. Es ist für Angehörige schwer die Erkrankten in dieser Hinsicht zu überzeugen, da die Medikamente enorme Nebenwirkungen haben können, wie Wolf es schon schrieb.

Für mich war es im Laufe der Jahre sehr wichtig Informationen, wie bspw. Frühwarnzeichen, Symptome, Wahninhalte etc. über die Erkrankung durchzuarbeiten, wie auch der Austausch mit Betroffenen mir geholfen hat mich sehr viel reflektierter wahrzunehmen. Vielleicht kannst du deine Mutter in diesen Sachen etwas unterstützen.
Ruhige, gemeinsame Aktivitäten und eine reizarme Umgebung können einer Besserung dienlich sein.
Du hilfst deiner Mutter und dir selbst wenn du im Umgang mit ihr, und von der Erwartung her, sehr geduldig bist.

Deine Wut auf die Ärztin deiner Mutter kann ich in jedem Falle nachvollziehen. Allerdings gilt ein möglichst hohes Vertrauen an die Behandler seitens der Patienten als maßgeblich für eine gute und menschliche Behandlung, weswegen die Handlungen ihrer Ärztin zu verstehen sind.
Prinzipiell sind Angehörigengespräche mit Anwesenheit der Betroffenen in der Klinik möglich, wozu deine Mutter vorher mit ihrer Ärztin sprechen muss insofern sie dadurch einen Vorteil für sich ersieht.

Gruß


zuletzt bearbeitet 01.01.2015 23:43 | nach oben springen

#5

RE: Neu und viele Fragen....

in Treffpunkt für Angehörige 02.01.2015 09:53
von boah_ey (gelöscht)
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@snuggels
....Hast du den Text richtig gelesen? Sie tanzt nicht lachend durch den Schnee! Sie spring und rennt laut erzählend und gestikulierend durchs Dorf. Auf Fußweg und Strasse.... Und im Schnee damals hatte sie andere Absichten....


zuletzt bearbeitet 02.01.2015 09:56 | nach oben springen

#6

RE: Neu und viele Fragen....

in Treffpunkt für Angehörige 02.01.2015 18:09
von Hotte | 1.616 Beiträge | 4510 Punkte
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hallo boah_ey, herzlich willkommen hier!

hast du eine konkrete frage an uns?

die neue ärztin scheint mir sehr kompetent zu sein.
mir ist nicht ganz klar, warum du dich in diesem maße für deine mutter verantwortlich fühlst, die ja nur in der anderen doppelhaushälfte wohnt...
warum klingeln bei dir alarmglocken, wenn deine mutter rollenspiele spielt?


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: ingo-schreibt-anders.blog
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