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#1

Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 20.12.2014 13:39
von Cortex (gelöscht)
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Hallo,

ich hatte schonmal einen anderen Thread erstellt, in dem ich mich gefragt habe, wie ich in einer Beziehung mit der Psychose meines Freundes umgehen soll.
Nun ist es soweit, dass eine Beziehung nicht mehr möglich ist und wir keinen Kontakt mehr haben.
Ich bin auch leider nicht dazu in der Lage, so zu tun als sei nichts,bzw als wäre also schick.

Ich lebe mit meinem Freund in einer Fernbeziehung, er wohnt wg. seiner 2ten Ausbildung wieder bei seinen Eltern.
Ende August begann sein zweiter Schub schleichend. Er steht im Alltag sehr unter Streß, weil er unbedingt seine Ziele (Ausbildung im Mai 1a abschließen) erreichen möchte und will deshalb keine wirkliche Therapie machen (hatte er dmals beim ersten Schub monatelang hinter ishc gebracht)
Im Moment geht er alle 2- 3 Wochen zu einer Gesprächstherapie (neue Bezugsperson) und macht zwischendurch PMR & Entspannungsübungen.
Ich habe ihm gesagt dass ich denke, dass das nicht ausreichend ist, um eine Psychose ausreichend zu behandeln, er sagt, er kommt klar. Er will bis Mai 2015 durchhalten und das wird er auch, wenn er sich auf eine Therapie konzentriert würde er die Ausbildung gefährden, Medikation kommt nicht in Frage, da er auch befürhctet die Ausbildung zu gefährden.
Meine Bedenken, dass die Krankheit ja so nur noch mehr ausbricht und er dann vielleicht/ wahrscheinlich kurz vor den Prüfungen gar nichts mehr hinkriegt und es dann umso schwerer wird sich zu heilen, bzw wieder klarzukommmen noch schwieriger wird wischt er ständig weg.
Kurzum, ich komme nicht an ihn ran, ich bin auch zu weit weg, um für ihn wirklich da zu sein :/
Nun weiß ich nicht, Sage ich es seinen Eltern, damit sie für ihn da sein können, oder lasse ich ihn einfach machen?

Er ist ein Erwachsener Mensch und kann selbst Entscheidungen treffen. Er will seine Eltern nicht beanspruchen da sie damals schon mit ihm alles durchgestanden haben und er einfach jemand sein will, der alles kann und keine Hilfe braucht.
Aber ist eine Psychose nicht zu intensiv, als dass man solche Sachen überhaupt noch beurteilen kann?
Er fürchtet zudem, dass sie ihn einschränken würden, aber braucht es das nicht auch?
Ich habe zu wenig Erfahrungen und kenne keine anderen Betroffenen, nur immer wieder liest man, ohne medikamentöse Behandlung gehe gar nichts, aber ist das dann nicht die Pharm Industrie, die da spricht?

Ich will ihm helfen, bzw ihn nicht beschränken und seine Meinung respektieren, nur habe ich den Eindruck er macht sich kaputt..
Er wird mich wahrscheinlich dafür hassen, aber ich komme nicht umhin zu denken "so geht es nicht weiter"
und habe ich nicht die Verantwortung seinen Angehörigen etwas zu sagen, bzw ihm Support zu suchen, wenn ich es nicht mehr geben kann?
Oder soll ich einfach nichts tun und es akzeptieren, wie es ist, denn es ist nun einmal seine Sicht der Dinge?

Was würdet ihr als Betroffene denken, bzw. aus eigener Erfahrung, ist es besser fahren zu lassen, oder zu intervenieren?

viele Grüße und Danke für eure Zeit


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#2

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 20.12.2014 20:42
von lutreola | 484 Beiträge | 2017 Punkte
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Hallo Cortex,
da hast du aber wirklich ein verzwicktes Problem.
Er will partout nicht in ärztliche Behandlung....
Ich sehe das schon so, wie du auch. Das Risiko, dass es schlimmer wird, trotz der Psychtherapie, erachte ich als sehr groß. Darüber schwebt natürlich auch die Befürchtung, dass es genau dann, wenn es bei ihm auf die Prüfungen zugeht und stressiger wird, erst einmal richtig ausbricht.
Was genau hat er denn gegen die Medikamentierung? Ich vermute mal, dass es um die Nebenwirkungen geht, aber da könnte er es ja immerhin einmal mit einem anderen Präparat als beim letzten Mal versuchen.
Mein erster Tip wäre natürlich: Sprich noch mal mit ihm! Ich vermute aber mal, zumindestens entnehme ich es so deinen Schilderungen, dass du das schon ausgereizt hast?
Tja, und jetzt kommt das gefährliche Thema: Sagst du es seinen Eltern?
Weißt du, es mag auf den ersten Blick ein Vertrauensbruch sein, aber ich habe immer die Erfahrung gemacht, dass es ohne Medikamente schlimmer wird. In dem Fall wäre auch seine Ausbildung in Gefahr. Ich persönlich hätte so etwas, wenn der Schub vorrüber ist als gut befunden und richtig gefunden, ist natürlich die Frage, ob jeder so denkt. Meines Erachtens sollte man mit Psychosen nicht spielen. Und ob man weiß, wer es wirklich richtig einschätzen kann und sich nicht dabei verliert? Ich weiß es nicht.
Ich persönlich würde es jedem Freund verzeihen, wenn er meinen Vater darüber informieren würde, dass er sich Sorgen um mich macht macht.
Das halte ich für ein Zeichen von Fürsorge und auch Wertschätzung.
Vielleicht kannst du ja auch gemeinsam mit seinen Eltern einmal mit ihm sprechen? Ich weiß wohl, er wohnt weiter weg, da wird das schon schwieriger sein....
Aber gerade, weil er sich ja auch durch die Distanz deiner Hilfe so einfach entziehen kann, finde ich es schon gerechtfertigt.
Soll er doch einmal ehrlich mit einem Arzt sprechen und sich beraten lassen...
Leider kann ich dir auch nicht mehr sagen, als: Ich glaube, ich finde es richtig, dass du die Verantwortung übernimmst und seine Eltern zu weiteren Gesprächen hinzuziehst. NACHHER, wenn er die Prüfungen vergeigt, dann ist der Kummer groß.
Vielleicht müßte er ja gar keine so hohe Dosis nehmen, oder müßte gar nicht in die Klinik, oder was er sonst so fürchtet.
Ich kann es nur nocheinmal sagen: Ich persönlich fände es richtig und wäre im Nachhinein dankbar, dass ich jemandem wichtig genug wäre, dass er etwas unternimmt.
Bin ja mal gespannt, was zu dem Thema sonst so geschrieben wird.

Ganz liebe Grüße und gute Nerven dir

Lutreola


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#3

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 20.12.2014 23:31
von Blossom (gelöscht)
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Hallo.
Ich bin der Meinung, dass Dein Freund ein Pulverfass lebt, das jeden Augenblick ausbrechen kann. Erkundige Dich mal nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell. Es kommen Stress-Faktoren, wie z. B. eine Prüfung dazu, die, die akute Psychose zum Ausbruch bringen können. Dann kommt er um Medikamente eh nicht mehr drumrum. Die Pharmaindustrie hat da keine Hände mit ihm Spiel. Hier gehts auch nicht um Werbund o.ä. ,sondern ausschließlich um die Gesundheit Deines Freundes. Ich finde es gut, dass Du Dich mit diesem Thema und mit ihm so auseinandersetzt. Allein sollte er das nicht durchmachen müssen.

Wenn Du einen guten Draht zu seinen Eltern hast, würde ich das Gespräch in Vertrauen führen. Vielleicht könnt ihr überlegen, wie ihr im beisteht, ohne das er denkt, bevormundet oder kontrolliert zu werden. Lass Dir gesagt sein, das ein Psychose-Patient in einer akuten Psychose erstmal zu gar nichts mehr fähig ist und wenn der Leidensdruck größer wird, eine Behandlung auf der geschützten Station durchaus in Erwägung gezogen werden kann.

Er sollte darauf sensibilisiert werden, die Behandlung an erste Stelle zu setzen, kann er die Ausbildung nicht verschieben. Veilleicht kann er mit den Ausbildern reden? Die Gesundheit geht da wirklich vor. Du wirst sehen, auf wie viel Verständnis ihr stoßen werdet, wenn sich Dein Freund zu erkennen geben sollte. Aber Du kannst ihn nur unterstützen, die Erkrankung ernst zu nehmen.

Viel Erfolg.


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#4

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 07:54
von snuggles (gelöscht)
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Hallo,

ich halte gar nichts davon, sich in die Belange des ehemaligen Partners einzumischen. Solches Verhalten empfinde ich als übergriffig und es schränkt die Freiheit des Betroffenen ein. Mal angenommen, mein Ex würde mich ständig an meine Medikation erinnern, dem würde ich etwas husten! Selbst wenn dein ehemaliger Partner aus gesundheitlichen Gründen seine Prüfung nicht besteht, muss es seine Entscheidung bleiben, wie er mit seiner Erkrankung umgeht. Es geht gar nicht um die Frage, ob Medikation in so einem Fall notwendig ist, sondern es geht um eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Handeln, das ist ein Grundrecht. Die Eltern des Freundes können ohnehin nichts an dieser Entscheidung ändern, zwar können sie ihm ins Gewissen reden, seine Entscheidung zu überdenken, aber es bleibt trotzdem ihm überlassen, ob er Medikamente nehmen möchte oder nicht. Eingriffe von außen sind nur möglich, wenn dein Partner sich selbst oder andere gefährdet, aber das ist hier wohl nicht der Fall. Mach dir bitte klar, dass du als ehemalige Partnerin kein Mitspracherecht hast und deine Meinung zu dieser Sache nicht unbedingt gefragt ist.

MfG


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#5

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 09:10
von Blossom (gelöscht)
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Selbstverständlich darf die Würde des Menschen nicht angetastet werden. Aber einfach so zusehen geht wohl auch nicht. Ich versteh sie da, wenn sie den Grat der Mitmenschlichkeit sucht.

Sie soll ihn ja auch nicht andauernd an seine Medikation erinnern. Aber in der Psychose hat man kaum etwas von Eigenverantwortlichkeit. Man überschreitet ständig seine Grenzen. Das sollte nicht außer Acht gelassen werden. Man braucht ihn ja auch nicht für "unmündig" erklären. Nur finde ich, dass ein akut erkrankter Mensch seine Eigenverantwortlichkeit nur dadurch zurückerlangen kann, wenn man ihn darauf aufmerksam macht, dass er eben "krank" ist. Auf Rückmeldungen sind wir doch auch alle mitunter angewiesen.
Außerdem macht man ihn darauf aufmerksam, dass es notwendig wäre, eine Therapie zu machen. Dort lernt erlangt er seine Selbstständigkeit wieder zurück.

Ich bin für Mithilfe - nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe!

In diesem Sinne: Guten Sonntag


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#6

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 09:51
von snuggles (gelöscht)
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Übertriebene Fürsorge kann auch schädlich sein. Ob der Freund akut psychotisch ist, weiß man doch gar nicht. Solange er nebenher seinen Interessen nachgeht und seine Ausbildung zuende bringt, gibt es überhaupt keinen Grund für so eine Einmischung. Das Problem ist hier meines Erachtens nicht, dass der Freund eine Psychose hat, sondern dass die ehemalige Partnerin nach dem Ende der Beziehung noch nicht realisiert hat, dass sie keine Anteile mehr an der Lebensgestaltung des Freundes hat. In so einem Fall kann man Angehörigen generell nur dazu raten, sich aus den Angelegenheiten von Betroffenen herauszuhalten. Und ja, als Psychosebetroffener hat man durchaus einen freien Willen oder würdet ihr wollen, dass jemand sich immerzu penetrant in eure Belange reinhängt? Da muss ich leider feststellen, dass ihr ein völlig falsches Verständnis von der Krankheit habt. Eine Psychose definiert sich nicht nur über den Akutzustand des Betroffenen, sondern auch über die Phasen, in denen der Betroffene bewusstseinklar und urteilsfähig ist. Selbst ein Arzt kann dem Patienten in diesem Fall keine Medikamente aufzwingen. Wertschätzung bedeutet auch, den Willen des Freundes zu achten und sich nicht darüber hinwegzusetzen. Mich macht es betrübt, so etwas zu lesen.

MfG


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#7

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 10:51
von Lightning (gelöscht)
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Hmm.. also wie jetzt.. Fernbezieung oder kein Kontakt und keine Beziehung mehr möglich?

Ich persönlich lehne Medikamente auch so gut es geht ab.. und mir wird auch ständig gesagt, dass es nicht gut sei.
Allerdings merke ich selbst, wann ich welche nehmen sollte. Ich merke natürlich auch, dass ich mich des Öfteren auf schmalem Grad bewege.

Trotzdem würde ich von guten Freunden, Familie oder einem Lebenspartner erwarten, dass sie mich bei meiner Entscheidung unterstützen. Ich wohne seit der Krankheit wieder bei meiner Mutter und die sagte anfangs auch ständig "nimm deine Medis du bist krank", "Hier schau, willst du nicht mal die Einrichtung anschauen".. usw.. und für mich war das nicht hilfreich. Ich wurde dadurch eher motiviert, die Medis erst recht nicht zu nehmen, weil ich allen Zweiflern etwas beweisen wollte. Ist also eine sehr individuelle Sache und dein Ex?Freund scheint eben auch sehr ehrgeizig zu sein.

Die Tatsache, dass er überhaupt in der Lage ist noch in seiner Ausbildung zu stehen zeigt eigentlich, dass es ihm gar nicht so schlecht gehen kann. Und wenn er alle 2-3 Wochen Gespräche hat, wird er wohl auch bescheid geben, wenn es gar nicht mehr geht. Ein Hinweis an seine Eltern kann natürlich nicht schaden, damit ihr gemeinsam ein Auge darauf haben könnt ob alles im grünen Bereich bleibt. Aber aktiv eingreifen und ihm ständig sagen, dass er krank ist und Medis braucht.. würde ich nicht. Mir als Betroffenen würde so etwas mehr schaden als helfen. Ich habe auch allen zu denen ich Kontakt habe gesagt, sie sollen bitte die Krankheit nicht mehr erwähnen.

Und wenn es jemand ohne Medis schafft, dann ganz sicher nicht, weil er ständig gesagt bekommt er sei krank und würde es ohne Medis niemals schaffen. Es kostet Kraft aber es ist möglich. Und ob dein Ex?Freund stark genug ist um diesen Weg zu gehen, muss er selbst am Besten wissen. Ihm würde es aber sicher mehr helfen, wenn ihr ihn unterstützt statt an ihm zu zweifeln.. und wenn er selbst sagt, er kommt klar und nicht wie einer vom andern Stern wirkt, dann sollte man das auch glauben.

Falls er im Moment gar keine Medis zur Hand hat, würde es natürlich Sinn machen sich für den Notfall welche zu holen. Es hilft auch wenn man keine Medis nehmen möchte, ein paar davon in der Hosentasche zu haben um sich sicherer zu fühlen.. aber wie gesagt.. letztendlich muss er selbst entscheiden. Und falls ihr euch getrennt habt und evtl. sogar genau dieses "Einmischen" der Gund war, hast du eigentlich kein Recht dazu, dich über seine Eltern weiter einzumischen. Zudem scheint es auch gar nicht nötig zu sein.

LG, Lightning


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zuletzt bearbeitet 21.12.2014 10:57 | nach oben springen

#8

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 11:32
von Cortex (gelöscht)
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Hallo und vielen Dank für eure zahlreichen Gedanken dazu.
Genau zwischen diesen Argumenten schwanke ich auch immer hin und her und habe darum bisher keine Entscheidung getroffen :/
Bis vor einer Woche waren wir noch zusammen, naja ich habe ab und zu versucht mit ihm zu reden und ihn zu fragen, was passiert, wie es ihm geht, in welchem Stadium er ist etc.
Am Ende des Sommers fing es an , es hat gedauert bis ich erkannt habe, bzw. wir worauf sein verändertes Verhalten sich begründet..
auch bis er es sich eingestehen konnte. Anfangs hat er gesagt " Eh ich wieder in Therapie gehe hänge ich mich auf.." Naja er hat auch einen leichten Hang zur Dramatik, aber das zeigt schon wie sehr er will, dass er alles kann und alles in Ordnung ist.
Aber ich sehe und spüre einfach wie schlecht es ihm geht, wie er nichts anderes mehr macht als zur Ausbildung zu gehen und zu schlafen, essen noch zwischendurch und ab und an sich volllaufen lassen, um alles zu vergessen.

Ich habe lange nichts gesagt und ihm nur Mut gemacht und ihm beigestanden, weil ich weiß wie wichtig ihm dieses Ziel ist und ich ihn unterstützen will, aber ich sehe wie dieses Ziel, bzw wie er es verfolgt ihm immer mehr raubt und es ihm immer schlechter geht. Dann habe ich mich letzten Endes überwunden und ihm gesagt, dass ich fürchte er geht nicht verantwortungsvoll mit seiner Krankheit um, dass ich nichts lese, oder höre was mir suggeriert, er wird ok sein, nichts was mir sagt es geht schon-bis auf seinen Willen.
Das hat er damals schon einmal gemacht, er hatte ein Ziel so unbedingt verfolgt, so bar jeder Rücksicht auf sich und seinen Körper, bis er dafür zahlen musste und sein größter Lebenstraum zerstört war.
Und ich sehe, wie es wieder passiert, aber er will es eben können. Nur denke ich, wenn ich mir den Verlauf anschaue, es geht ihm immer schlechter, der Streß bleibt, bzw wird noch mehr durch die Jahreszeit und dann die anstehenden Prüfungen wegen denen er sich jetzt schon kirre macht.. die Umstände verbessern sich ja nicht.
Ich will auf keinen Fall, dass er sich so fühlt, wie Gans es beschreibt, daher bin ich ja so unsicher.

Ich habe nur beim letzten Gespräch darauf beharrt, dass meine Sicht der Dinge ist, bzw dass mein Eindruck ist, dass er nicht verantwortungsvoll damit umgeht, ich habe ihm auch gesagt, das ist keine Forderung, nur kann ich es eben nicht anders sehen. Da ist er ausgerastet, wollte es absolut nicht akzeptieren und hat Schluß gemacht. Und es tut mir weh da zusehen zu müssen und nichts tun zu können, nicht zu wisen was ich tun kann.

Das ist macnhmal passiert, wenn er den Eindruck hatte ich verarsche ihn, oder würde Sachen sagen, die ich so nie gesagt habe, wenn er dann wieder klar war, war er einfach nur froh, dass ich noch da bin und das mit ihm durchstehe.
Aber ich kann das auch nicht immer, ich kann nicht so tun, als ob alles ok wäre, es ist ja nunmal keine einfache Krankheit, oder?
Durch die Konfrontation habe ich ihn wahrscheinlich weggetrieben, aber ich muss ehrlich sein.

Medikamente will er nicht wg befürchteten Nebenwirkungen, nur wenn er unter ständiger Kontrolle ist sagt er und das ginge nicht wg Ausbildung. Ich sage ja auch nicht er muss Medikamente nehmen, aber eine Therapie wenigstens 1mal die Woche ist doch mindestens angesagt, oder etwa nicht? Und eben auch sein Umfeld zu informieren, um sich Ressourcen und Unterstützung zu holen, das würde vieles einfacher machen.
Er ist so darauf bedacht gesund zu wirken, dass er alles tut um seine Leistungsfähigkeit zu beweisen, Erledigungen, Besorgungen machen, nur Zeit für sich, die kann er sich nicht nehmen.
Diese Kombination ist es, die es so vertrickst macht denke ich, oder vielleicht ist genau dieses Verhalten einfach auch ein Teil der Episode ?!?
Die Therapie dreht sich um Entspannungsübungen sagt er, er kennt die Person nicht , also hat er auch kein Vertrauen zu ihr sagt er, bis er dem Therapeuten offen alles sagen wird wird einiges an Zeit vergehen meint er.
Die Ausbildung zu pausieren wäre natürlcih möglich, dóch das ist für ihn völlig .. keine Option.
Ich bin über Weihnachten in der Gegend also könnte man da evtl. etwas versuchen, zwecks gemeinsamen Treffen, ich müsste schauen, wie die Eltern reagieren.

Ich will ihm auch nicht "an den Karren fahren" oder ihm irgendetwas aufzwingen, ich habe nur das Gefühl, alleine bekommt er das gerade nicht geschaukelt und da ich nicht da sein kann und zu wenig weiß (trotz stundenlanger Recherechen Gesprächen etc) dachte ich, ich sage den Eltern Bescheid, dass es ihrem Sohn nicht gut geht..

wie sie reagieren werden kann ich nicht genau sagen, vielleicht wissen sie es schon, vielleicht wollen sie es nicht wissen, aber ich denke sie würden auf jeden Fall für ihn da sein. Nur er denkt, sie würden ihn einschränken, bzw andererseits will er keine Hilfe von ihnen annehmen, da er sich schuldig fühlt, weil sie schon so viel für ihn getan haben...


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zuletzt bearbeitet 21.12.2014 11:39 | nach oben springen

#9

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 16:54
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"Nichts was mir sagt es geht schon - bis auf seinen Willen."

Genau dieser ist das Wichtigste, wenn er das ohne Medis durchziehen will.
Ohne den geht gar nichts mehr. Und wie gesagt kostet es unheimlich viel Kraft.

Dann bekämpfst du die Krankheit, versuchst dir zu sagen das geht schon alles.. hast deinen Kopf "eingestellt" und dann kommen wieder Angehörige und fragen "wie geht es dir" oder sagen dir was sie ihrer Ansicht nach für das Beste halten.. dann fängst du selbst wieder an, an dir zu zweifeln oder überlegst "ja wie geht es mir eigentlich" und fühlst dich wieder krank. Irgendwann kommt es dir auch vor wie wenn einfach nur gefragt wird, um zu kontrollieren und nicht weil jemanden wirklich interessiert, wie es dir geht.

Wie gesagt.. von (s)einer Freundin erwartet man sich in der Phase Beistand.. das letzte Gespräch zeigte ja, wie sehr es ihn belastet hat, dass du ihm ständig erklärst, er sei krank, er brauche mehr Hilfe und er sei verantwortungslos.. und das obwohl er alle Kraft aufbringt um wenigstens noch die Ausbildung fertig zu machen. Da braucht man Zuspruch und Halt, keine Dauerbelehrung. Dann lag ich also auch mit der Vermutung richtig, dass das "Einmischen" in die falsche Richtung der Grund war, und er Schluss gemacht hat.

Und jetzt wo ihr praktisch getrennt seid und er sicher deswegen zusätzlich belastet ist, weil er es vielleicht gar nicht so wollte.. willst du die Eltern einschalten? Damit er mit ihnen evtl. nochmal das gleiche durchmacht? Also wenn du das machst, dann sollte er wirklich nichts davon mitbekommen. Und ob die Eltern sich zurück halten können, wenn sie gesagt bekommen "ich denke, bei eurem Sohn gehts wieder los".. ist eben so eine Sache.

Und ja, es ist keine einfache Krankheit. Auch nicht für Angehörige, weil du eben auch als Angehöriger darauf achten musst, wie du was sagst. Du mussts einfühlsam sein. Du musst damit rechnen, dass der Betroffene vor allem ohne Tabletten 0 Stress gebrauchen kann und wenn es doch mal zu Konfrontationen kommt oft Dinge sagt, die er so nicht meint. Also solltest du als Angehöriger über den Dingen stehen und es dir nicht gleich zu Herzen nehmen, wenns mal "kracht". Dein Freund scheint das auch so zu sehen, wenn er schon sagt er möchte seine Eltern nicht damit belasten und auch diese Einstellung wird ihm Kraft geben.

Also für mich klingt das was dein Freund macht alles noch vernünftig. Der scheint fast zu ticken wie ich ^^
Evtl. kannst du ihm gegenüber mal das "persönliche Budget" erwähnen.. für mich noch die individuellste Form der Hilfe, falls er es genehmigt bekommt. Da könnte er selbst entscheiden wieviel Hilfe er in Anspruch nimmt und sich seinen Sozi selbst aussuchen. Kannst ja sagen, das hat dir wer vorgeschlagen, der seit 4-5 Jahren ohne Medis ist.. vielleicht hört er dann eher zu.

Achja.. ich hatte direkt nach meinen Entlassungen immer nur 1 mal pro Quartal ein "Gespräch". Also wieviel Hilfe jemand möchte oder braucht ist sicher individuell sehr verschieden.

LG, Lightning


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zuletzt bearbeitet 21.12.2014 16:56 | nach oben springen

#10

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 21.12.2014 23:46
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Also heißt das, ich soll in seine Aussagen vertrauen? Auch wenn es von außen übel aussieht ihn einfach machen lassen, der kriegt das schon hin?
Ich weiß leider nicht, wie ich mich jetzt noch verhalten soll. Es tut mir ja auch weh, was passiert, ich kann da nicht immer drüber stehen. Nicht als mensch.
Zu sagen können was man denkt, war immer eine Qualität unserer Beziehung. Ich kann nicht nichts sagen, wenn ich sehe wie jemand den ich Liebe leidet.
Ich schreibe ja auch nicht vor, was er tun soll, ich frage nach , ja ich bohre wohl auch. :/
Das Verhalten ist so anders, die ganze Beziehung/ Kommunikation dadurch auch, das wir uns selten sehen macht es noch besser..
ich will ihn verstehen können, nicht dass ich auch so handeln würde, nur eben sehen, dass er irgendwie weiß was los ist, auch wenn er es nciht sagen kann, einfach sicher sein können, dass er tut was wichtig& richtig für Ihn ist.

Und wenn er niemanden hat der für ihn da ist.. wäre das nicht auch sch..lecht?
Die Eltern sind ja momentan sowieso ausgeschlossen, wobei ich auch manchmal denke, müssten sie es nciht selbst bemerkt haben..
Ja, es steht also wohl Erfahrung gegen Erfahrung.

Also sit es möglich eine Episode s durchzustehen, bzw damit so weiter durch zu kommen?

Lightning, wenn du sagst du erkennst dich darin wieder, was würdest du dir denn von deinem Partner in der Situation wünschen?
Es klingt in dem Fall wie Alleine klarkommen?
Eine solche Hilfe würde er sich niemals holen, das mit der Therapiestunde alle 2-3 Wochen ist schon ein wirklich mutiger Schritt gewesen.
Hmm ok und hattest du nach der Klinik dann Episoden und auch da nur ein Quartalsgespräch? War das gut?

Ich will das tun, was gut für ihn ist.


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#11

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 00:29
von lutreola | 484 Beiträge | 2017 Punkte
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Hallo cortex,
Was man will und was gut für einen ist, können zwei verschiedene Dinge sein.
Ich habe die Beiträge hier ja auch verfolgt und festgestellt, dass einige die Vortellung, die Eltern zu informieren rundheraus ablehnen.
Ich kann das so gar nicht nachvollziehen.
Gut für deinen Freund ist, wenn er gesund bleibt und die Ausbildung, die ihm jetzt schon Stress bereitet,auch tatsächlich schafft.
Mit einer Psychose sehe ich nicht unbedingt, dass das auch funktionieren wird. Wie sich die Psychose weiterentwickelt, kann dir keiner von uns sagen. Vielleicht passiert wirklich nichts.
Aber in sehr vielen Fällen wird es ohne Medikamente schlimmer und geht irgendwann nach hinten los, so wie es bei deinem Freund ja auch schon einmal passiert ist.
Vor diesem Gedankengang finde ich es richtig und wichtig etwas zu unternehmen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hilfst du ihm damit und ermöglichst es ihm, seine Ausbildung zu schaffen.
Ich bin ein Sicherheitsmensch. Es einfach laufen zu lassen, mit dem hohen Risiko, dass es ganz schlimm endet, finde ich geradezu fahrlässig.
Ich habe psychotische Phasen immer als tote Zeiten in meinem Leben empfunden. Nimmt er jetzt Medis, dann wird es erstens nicht schlimmer, steigert sich nicht und er hat keinen Ausfall seiner Lebenszeit zu beklagen. Mit Allem, was das sonst noch beinhaltet. Viele, viele psychische Probleme und wahrscheinlich ein Nicht-Beenden seiner Ausbildung. Hat er denn die Kraft, eventuell nach einem fünf-monatigen Ausfall die Prüfungen zu wiederholen oder eventuell ein ganzes Jahr dranzuhängen? Ich finde es leichtsinnig. Viele Erkrankte schaffen es nicht, Ausbildung oder Studium zu beenden. Mit soetwas spielt man nicht. Das kann durchaus sein, dass er das gerade halt nicht sehen kann.
Daher finde ich es richtig, die Eltern zur Hilfe zu holen.
Auch wenn er es als einen Eingriff in seine persönliche Freiheit empfindet, du kannst es ja erklären, dass du einfach Sorge um den Weitergang seiner beruflichen Laufbahn hast.
Als selber schizophrene kann ich dir nur sagen, ICH schaffe es nicht vorherzusagen oder gar zu beeinflussen, ob die Symptome stärker werden oder nicht. Sich nicht zu therapieren, wenn es um so eine wichtige Lebensphase geht, halte ich für ein Spiel mit dem Feuer.
Vielleicht riskierst du damit, dass er wütend auf dich ist, oder dass ihr euch zunächst einmal streitet, es mag sein, dass er es nicht WILL. Aber gut für ihn und eine Hilfe ist es auf jeden Fall. Und wenn man jemanden liebt und ihm helfen will, dann muß man das tun, was gut für ihn ist und nicht dass, was er aus einer Abneigung gegen die Krankheit heraus entscheidet.

Tja, guck mal, das ist meine Meinung. Auch wenn er es zunächst nicht gut findet, kann ich mir aber durchaus vorstellen, dass er dann deine Beweggründe versteht und es verzeiht. Vielleicht ist er dir später, wenn er die Krankheit besser begriffen hat und nicht mehr vor ihr davonläuft, sogar dankbar dafür.

Du tust mir sehr leid, es ist schon eine schwere Entscheidung.
Aber als selbst Erkrankte kann ich dich nur bitten, hilf ihm und lass ihn damit nicht hängen. Und nichts zu tun ist eigentlich, ihn hängen lassen, auch wenn er das selber so möchte. ( Schon ein bisschen unterlassene Hilfeleistung, sehe ich wirklich so. Ich wäre allen Freunden sehr dankbar, auch wenn es nicht angebracht wäre. Ich würde es schon als Zeichen für ihre Sorge um mich verstehen.)

Liebe Grüße

Lutreola


1 Mitglied hat sich bedankt!
zuletzt bearbeitet 22.12.2014 00:36 | nach oben springen

#12

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

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Die Eltern informieren halte ich ja grundsätzlich nicht für schlecht, damit sie eben ein Auge darauf haben können, ob alles ok ist. Aber er sollte dann eben nichts davon mitbekommen. Zudem dachte ich, er lebt eh schon bei den Eltern? Wenn das so wäre, würde ihnen doch sicher selbst auffallen, ob er irgendwie komplett daneben ist. Auch seinem Chef würde es ganz sicher auffallen. Ich glaube kaum, dass er in einer aufkommenden akuten Phase überhaupt arbeiten gehen wird. Also wenn er krank macht, kann man sich Gedanken machen. So lange er nicht in einer kritischen Phase steckt, sollte er auch selbst beurteilen können, was er "will" und in wie weit es gut für ihn ist.

Bei einigen Beiträgen liest es sich, als ob ihr ihn einfach als chronisch krank abgestempelt habt und man ihn dazu zwingen müsse, Hilfe von ausserhalb anzunehmen. Nicht jeder findet diese hilfreich. Mir persönlich bringt eine Gruppentherapie z.B. gar nichts. Was lerne ich dort? Mir wird allgemein erzählt, dass ich krank sei und vielleicht für immer Medis brauchen werde. Mir wird dauernd von Menschen gesagt, wie toll ich doch sei und dass ich nach vorne blicken muss. Mir wird wieder und wieder erklärt, dass ich positiv denken muss. Mir werden Methoden gezeigt, wie ich mich beruhigen kann. Kennen die Menschen mich? Ich habe meine eigenen Methoden dazu entwickelt. Und dass ich nach vorne blicken muss weiss ich selbst. Und ich bin auch nicht der Mensch, der vor einer ganzen Gruppe alles erzählen würde. Dazu kommt noch, dass ich mich wieder krank fühle, wenn ich bei solchen Gruppentherapien teilnehme. Und wenn ich lese was Cortex schreibt, ist der Freund einer, der sehr wahrscheinlich ähnlich denkt.

Und was Tabletten betrifft kämpfe ich auch lieber gegen meine eigenen Gefühle und Ängste als gegen Nebenwirkungen oder Fremdgefühle, die ich durch Tabletten bekomme. Ich bin sogar der Meinung verstanden zu haben wie die Tabletten funktionieren und denke, dass mir deshalb nur noch sehr wenige davon helfen. Diese Meinung teilt auch mein Psychiater zum Teil. Aber darauf gehe ich jetzt nicht ein, weil sie sonst evtl. auch ein paar anderen nicht mehr helfen würden. Hat auch mit Neuprogrammieren von Gefühlen zu tun. Was Termine beim Psychiater selbst angeht, hat man dort gerade mal 30 Minuten Zeit. Ausser man beantragt mehr. Zum einen dauert es dann zig Sitzungen, bis man sich überhaupt öffnet.. zum andern wird man dort nur doof angesehn und dann gefragt "wie geht es ihnen" x).. dann fängt man an zu erzählen und wenn man gerade "warm" wird, ist die Zeit vorüber. Und bei mir respektiert selbst der Psychiater, dass ich keine Tabletten nehme.. er kann mich ja auch nicht zwingen.. von dem her.. wenn dein Freund diesen Weg gehen möchte, wird ihn so oder so keiner davon abhalten.

Also für mich persönlich wäre der beste Psychiater ein guter Freund oder Lebenspartner, der wie gesagt unterstützt, der mir Halt und Kraft gibt bei Dingen die ich mir vor nehme und mit mir ein wenig rumphilosophiert über das Geschehene. Also wenn du fragst was ich erwarten würde.. ich würde erwarten, dass mir meine Freundin glaubt, wenn ich sage "ich schaffe das" und "mir geht es gut". Ich würde erwarten, dass sie mich nicht ständig daran erinnert, dass ich krank bin. Ich würde erwarten, dass sie mich in Tiefphasen in den Arm nimmt und mir Mut gibt und mir das Gefühl gibt, nicht allein zu sein. Ich würde erwarten, dass sie mir zuhört. Und ich würde erwarten, dass sie mir zu erkennen gibt, dass etwas nicht stimmt, wenn mein Verhalten total anders ist. Aber eben nicht vorher. Und ja.. wenn er keine Unterstützung hat, dann wird bzw muss er das ganz alleine durchziehen. Dass er Schluss gemacht hat zeigt aber auch, dass er es lieber ganz alleine durchziehen würde, bevor er jemanden hat der ihm ständig sagt wie es ihm geht und was das Beste für ihn wäre.

Was hier großteils geschrieben wird ist ja praktisch nichts anderes als: "Er ist krank und setzt sich Stress aus! Er ist ohne Tabletten! Das schafft er nie! Er braucht dringend Hilfe von aussen!" Er wird also schon vorher zum scheitern verurteilt. Wir hier wissen ja nicht mal, wie stark psychotisch er war. Wie kann man also gleich davon ausgehen, dass er unbedingt Tabletten braucht und unbedingt Therapiestunden nötig hat? Gibt es denn überhaupt irgendwelche Anzeichen dafür, dass er geradewegs in eine akute Phase steuert? Oder ist es einfach nur eine Befürchtung weil er sich Stress aussetzt? So hört es sich nämlich an. Und das solltest du dir auch überlegen, bevor du irgendwie eingreifen willst. Und nur weil es für die meisten Menschen der einfachere Weg ist, die Krankheit mit Tabletten und gemeinsam mit Anderen zu bekämpfen, heisst das nicht, dass es für alle gilt.

Klar - er ist ein Grenzgänger - wie ich. Aber ohne Tabletten schafft man es eben auch nur, wenn man ständig an seine Grenzen geht und manchmal auch darüber hinaus. Das kostet immens viel Willenskraft und ständige Selbstreflexion. Und der Gefahren dieses Weges ist er sich sicher bewusst.. aber die muss man auf diesem Weg teilweise einfach ausblenden und das geht nicht, wenn man ständig daran erinnert wird. Und wie gesagt, wenn er noch arbeiten geht kann es ihm gar nicht sooo übel gehen.

Lange Rede kurzer Sinn: Wenn dein Freund nicht irgendwelche Anzeichen davon zeigt, in eine akute Phase abzudriften und dir sogar sagt, es ginge ihm ganz gut.. dann lass ihn einfach leben und behandle ihn wie einen normalen Menschen.

Dass er gerade dir vermehrt die negativen Dinge die ihn beschäftigen anvertraut hat, sollte auch klar sein, weil er mit niemanden sonst darüber sprechen kann und du als Freundin eben sein größtes Vertrauen genießt... oder genossen hast.

LG, Lightning


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#13

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 11:40
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Hallo,
nur kurz,

Gruppentherapie oder irgendwa sin der Art war ja gar kein Thema.

Ne, dass es ihm schlecht geht und das es wieder losgeht sagt er ja von sich selbst! Er sagt er akann nicht entshceiden, ob es die Vorphase ist, oder schno die Hauptphase. Er versucht es so hart er kann zu unterdrücken. Als wir nach so einem Ausraster wieder reden konnten konnte er es zum ersten mal sagen, er hat im gleichen Zug gesagt ne Therapie kommt nciht in Frage, 2 Wochen später hatte er sich (ihne dass wir darüber nochmal sprachen) die Therapie selbst gesucht! Nur mehr will er nicht, weil er nicht einmal die WOche für einen Termin Zeit hätte..

Er wirft mir dann oft vor ich mache ihn fertig, obwohl ich das faktisch gar nicht tue.
Bis vor kurzem habe ich auch nciht gesagt er muss mehr machen, das habe ich vor 2 Wochen zum ersten mal angebracht.
Davor habe ich gefragt wie es sich auswirkt, versucht zu verstehen warum er immer wieder so ausrastet etc. und wie ich damit umgehen kann. Einfach nur versucht für ihn dazu sein, ihn zu unterstützen, darüber hinwegzusehen wenn ich verletzt werde. Ihn verstehen, ihm Mut machen.

Wenn er nicht mehr mit mir redet, weil er wegen "Irgend Etwas" wieder denkt ich verarsche ihn kann ich ja schlecht für ihn da sein, das ist die Crux an der Sache, deswegen dachte ich an die Eltern..


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#14

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 12:13
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Naja ok.. oben stand noch er sagte, "er kommt klar" und würde "bis mai durchhalten" und "schafft das auch"

Wenn er selbst sagt es ginge ihm schlecht und dann nicht mal weiss ob es sich um die Vorphase handelt oder ob es akut ist.. dann kann es schon sein, dass er sich ohne Medis überschätzt. Man sollte nach dem ersten Rückfall (den ich auch hatte) schon gelernt haben, wann es kritisch wird. Wobei trotzdem die Tatsache, dass er sich ne Therapie gesucht hat wieder zeigt, dass er es auf seine Art ernst genommen und richtig gehandelt hat. Allerdings ist er anscheinend schon sehr gestresst, wenn du sagst du hast nur 1 mal angebracht, dass du es als zu wenig erachtest und er ist gleich ausgerastet.. wobei es auch drauf ankommt wie du das gesagt hast.. vor allem wie lange.. das hat sich in deinen Beiträgen vorher nämlich noch so angehört als hättest du ihm das schon ziemlich reingedrückt.. dann wäre es auch verständlich wenn er für sich denkt, du "machst ihn fertig".

Naja.. ich denke letztendlich musst du nach den Zeilen und deinen Erfahrungen mit deinem Freund selbst entscheiden. Du kennst ihn besser als wir und du weisst besser wie ihr miteinander umgegangen seid. Ich würde jedenfalls nur einschreiten, wenn es eben wirklich erkennbare Anzeichen dafür gibt, dass es wieder losgehen könnte.

Also.. z.B. fühlt er sich verfolgt? hört er stimmen? sieht er dinge, die nicht da sind? hat er starke ängste? schweißausbrüche? kann er sich nicht mehr konzentrieren? weiss er selbst nicht mehr, wie er sich fühlt? hat er wutanfälle? oder zusammenbrüche, so dass er losheult? kann er oft nicht schlafen? wie schnell rastet er aus.. also ist er sehr schnell gereizt und wird dann laut oder fängt an zu zittern? hat er erweiterte pupillen? spricht er in nicht sinnvollen sätzen? fühlt er sich fremdgesteuert?
und hat er irgendwas davon auch länger oder nur in ganz kurzen phasen?

Wären meiner Meinung nach alles Anzeichen dafür, dass er schleunigst Stress vermeiden sollte.. oder Medis nehmen ^^
Die Eltern wissen ja eh von seiner Krankheit nehme ich an oder? Wenn er schon 2 mal in einer akuten Phase war. Und wenn er bei denen wohnt, werden die sicher schon ein Auge auf ihn haben.


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#15

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 13:15
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Ja,genau daß ist es Ja.Er sagt es geht ihm schlechter,es fängt schleichend wieder an,dann ist plötzlich alles gut..
Er will halt unbedingt daß alles gut ist,er sagte immer nur "ich schaffe daß". Wie ein Mantra.
Es ist echt nicht leicht,wisst ihr,danke Dass ich mich hier mit euch austauschen kann. Danke.
Daß er sich die Thera gesucht hat sehe ich au h positiv.Da denk ich auch wieder,Ja er hat noch die Kontrolle.
Stimmen sagt er hat er nie gehört,verfolgt habe er sich damals auch nur in einer Situation gefühlt..manchmal sagt er sei nicht schizophren,er hat eine Psychose des schizophrenen Formenkreises.. daß ist Ja aber daß gleiche,er leugnet schon. Symptome die ich merke sind Rastlosigkeit,Emotionslosigkeit,er verschließt sich teilweise extrem,wenn wir uns sehen ist er sehr..zuwendungsbedürftig ,er ist sehr leicht reizbar,scannt dauernd alles ab,alles muss eine Ordnung haben,schönen zwanghaft. In der Entfernung kommt es sehr leicht zu Missverständnissen,wie ich etwA betone heist dann ich Liebe ihn nicht mehr etc. Er hat auch so eine ständige innere Unruhe. Schwierig ist halt zu ihm durchzudringen. Wenn er sich öffnet dann aber sehr.
Ich habe auch bestimmt zu sehr. Nachgehakt,daß habe ich an dem einen Tag auch direkt gemerkt. Daß Tat mir dann auch Leid.
Es ist eben ein Drahtseilakt.
Dadurch Dass er am Sa im Affekr Schlus gemacht hat auf fur mich sehr verletzende Weise kann ich da auch. Nicht drüber stehen. Er hat mir noch ne flapsige Nachricht geschickt,die wohl eigentlich heist:rede mit mir..nur wirft es mich doch aus der Bahn,gerade wo es doch mehr& stärker wird.
Und wenn ich nicht sehe,Dass er auch an sich denkt& nur Erwartungen anderer erfüllen will,dafür all daß in Kauf nimmt..
Er verausgabt sich Ja schon seit Chihi kenne dort,jetzt wo ich die Zeichen immer deutlicher sehe muss ich etwas tun.
Ich habe der Mutter heute früh geschrieben mit bitte um Anruf,mal sehen. Ich sage ihr auch Dass er es nicht weiß& wissen soll &welche Ängste er hat.vllt einfach ein Austausch.
Die Idee sich gesamt hinzusetzen fand ich auch gut. Die Eltern sind auch die die den Druck von ihm nehmen können,ihnen vor allem will er was beweisen.,daß er immer noch,oder wieder der Tolle Lieblingssohn ist. Daß nagt,daß treibt ihn immer weiter,er muss leisten,leisten ,leisten..


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