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#16

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 14:56
von Hotte | 1.639 Beiträge | 4802 Punkte
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Cortex, nochmal: Du bist die Ex-Freundin. Ob dieser Mann Tabletten nimmt oder nicht geht Dich nichts an.

Abgesehen davon scheinst Du grundsätzlich davon auszugehen, Du wüsstest besser was gut für ihn ist als er selbst. Du scheinst seinen klar geäußerten Willen gar nicht für voll zu nehmen und ihn in keiner anderen Rolle als der des (geistig) Kranken zu akzeptieren.

Es kann durchaus sein, dass sich erste Frühwarnzeichen bilden, man auf diese adäquat reagiert und deshalb nicht weiter in Richtung Psychose marschiert sondern zurück zur Mitte gelangt. Dann ist "alles gut", weil man wieder ausgeglichen ist. Deshalb werden ja Frühwarnzeichenlisten erstellt und nicht, damit die Ex-Freundin dann die Eltern über das Befinden des Kindes informiert.


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
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#17

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 18:23
von Cortex (gelöscht)
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Ok daß klingt hart.
Dennoch sehe ich es etwas anders als fu. Daß sind nicht nur Frühwarnzeichen. Und er hat es selbst auch als Ausbruch & nicht las frühwarnzeichen bezeichnet. Daß ist Ja wohl ein Unterschied..
Daß ich davon grundsätzlich ausgehe habe ich Ja nie gesagt. Bei so nen ernsten Thema fände ich es fair auch zu lesen was ich schreibe& nicht irgendwas los uu feiern. Ich lese Ja auch nach..
Und nochmal: die letzten 3 Monate habe ich ihm geglaubt,Dass er es hinkriegt.bzw klar kommt damit irgendwie..
JETZZ sehe ich Dass es so nicht zu sein scheint & Frage hier um Rat. Also Danke fur deine Ansicht


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#18

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 18:43
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Das ist jetzt aber wirklich sehr hart, finde ich. Nun mal unabghängig welche Meinung ich insgesamt vertrete, finde ich, egal ob Cortex Freundin, Ex-Freundin oder sonstwie Angehörige ist: sie macht sich Sorgen und fragt um Rat.
Sie ist in einer schwierigen Situation und ich finde es unangebracht unfreundlich zu sein.

Soll sie sich nun wirklich wie eine Maschine abwenden und sagen: es geht mich nichts (mehr) an? Das wäre dann sicherlich auch nicht richtig.
Mein Respekt gilt allen Angehörigen, die sich eben nicht abwenden.
Wir alle lernen jeden Tag hinzu.

Schneepferdchen


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#19

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 18:54
von snuggles (gelöscht)
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Zitat von Schneepferdchen im Beitrag #18


Soll sie sich nun wirklich wie eine Maschine abwenden und sagen: es geht mich nichts (mehr) an? Das wäre dann sicherlich auch nicht richtig.




Ja das soll sie - das hat nämlich auch etwas mit Respekt zu tun. Außerdem sollte sie sich mit der Trennungssituation abfinden, anscheinend ist sie ja auch der Meinung, ihr Freund habe "im Affekt" mit ihr Schluss gemacht. Das ist übrigens auch so ein Thema, wo sie den Willen des Freundes untergräbt. Dass sie es nur gut meine, ist überhaupt kein Argument, ich finde es einfach gruselig, was hier teilweise geschrieben wird. Es betrifft übrigens auch alle anderen Betroffenen, von denen hier ja indirekt gesagt wird, sie seien ohne Medikamente nicht lebensfähig. Furchtbar.

MfG


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#20

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 19:10
von Hirnsehprogramm | 1.304 Beiträge | 2662 Punkte
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Es ist auch schwer, immer den richtigen Rat bei sowas zu geben, man steckt ja selbst nicht in der Situation drin. Ich lese hier auch viel direktes Pro oder Contra, wobei die Argumente für sich schon abgewogen sein sollten. Als selbst Betroffener hat man schnell mal nur eine Sicht zu der geschilderten Situation im Auge, entweder die Angst vor Bevormundung, oder peinsame Erfahrungen, wie es war als man selbst immer mehr Kontakt zur Realität verloren hat, und keiner einen dabei "aufgehalten" hat.

Interessant finde ich dabei die Aussage die durchscheint, dass der Mann die Beziehung quasi erst frisch, und schon im Rahmen eines "auffälligen" Verhaltens abgebrochen hat. Daher stammt ja sicher auch die grosse Sorge, und der Wunsch noch mal etwas grade biegen oder helfen zu wollen? Ich weiss nur zu gut, wie ich im zeitlichen Umkreis des Ausbruchs meiner Erkrankung teils abgefahrene, und nicht für alle nachvollziehbare Entscheidungen getroffen habe, die ich später selbst auch bereuen musste.

Es scheint ja auch der Wunsch danach oben zu stehen, zu verhindern dass der Mann sich selbst überlastet und dadurch erst recht Probleme bekommt. Ich finde daher die Idee, wo man schon unlängst so nah verbunden gewesen ist, das Umfeld aufmerksam zu machen gar nicht so verkehrt. Aber man muss auch sehen, wie dieses Umfeld dann auf solche Hinweise überhaupt reagieren würde! Und das völlige Abdriften scheint ja auch noch nicht so klar? Da wäre doch alles drin, von positivem "Rücken bewusst etwas Freihalten und erstmal schauen wie's weitergeht" bis hin zu "Ignorieren der Lage" oder "unnötigem Aufzwingen von Maßnahmen, die der Betroffene selbst ablehnen würde und ihm in der Situation nicht wirklich nützen" oder auch "durchhalten um jeden Preis, die Chance darf nicht vertan werden"....

Ich meine, wenn ich etwas versuchen würde, was über meine Grenzen geht, und das nicht mehr merke, würde ich mich schon freuen wenn jemand mich behutsam auf den Boden der Tatsachen zurückholen kann. Wenn es dafür sorgt, dass ich trotzdem noch vernünftig meinen Weg weitergehen kann. Andererseits würde ich es ganzschön anmassend finden, wenn ich eigentlich klarkomme und noch nicht wirklich Kontakt zur Realität verloren hätte, und dann jemand kommt und mir einen Klinikaufenthalt vorschlägt, starke Psychopharmaka ohne Not, oder weiss der Geier was noch alles. Und wir hier können so die Situation aus dem gesagten nicht wirklich beurteilen, und auch nicht die Konsequenzen, was z.B. die Reaktion der Eltern angeht! Das kann auch nach hinten losgehen, und ein unnötiges Ärgerniss werden, wenn's schief läuft.

Und ja, eine psychotische Episode, egal mit welcher Symptomatik, muss nicht zwangsläufig chronische Schizophrenie sein. Das ist auch vielleicht eine denkbare Option, an der er sich gerne festhält, aber möglicherweise eben nicht ganz zu unrecht. Sowas zeigt leider erst die Zeit. Vielleicht ist er einfach nur generell überlastet und nervlich etwas angeschlagen, aber noch lange nicht wirklich psychotisch in diesem Sinne. Ich glaube auch, Menschen die generell zu psychosen neigen, haben oft ein kleineres Pensum an Stress, der verkraftet werden kann - wäre sicher besser, er würde in der Situation wie es geschildert wurde etwas langsamer und weniger verbissen rangehen können. Solange er noch einigermassen mit den Anforderungen mitkommt, ist er aber wohl kaum schon ernsthaft psychotisch, das wäre glaube ich recht schnell auffällig. Vielleicht ist das ganze extreme Verhalten auch nur eine Kompensierung - ich weiss auch, unsere Gesellschaft fordert von uns in vielen Situationen mehr als man locker tragen könnte, das machen auch "gesunde" nicht immer ohne Beeinträchtigungen mit.


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
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#21

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 22.12.2014 22:33
von lutreola | 566 Beiträge | 2769 Punkte
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Hallo nocheinmal,
ich melde mich noch einmal, weil ich richtig erschrocken über die aggressive Haltung einiger Mitschreiber hier bin.
Was ist denn das bitte für eine Einstellung? Mit dem bin ich nicht zusammen, also geht mich sein Schicksal nichts an.
Selbst ich, die ich nun Cortex Exfreund überhaupt noch nie gesehen habe, bin jetzt emotional von der Situation betroffen und wünsche mir sehr, dass ihm geholfen wird. Hoffentlich geht es nicht schief und er fällt durch seine Prüfung!
Wir sprechen hier von normalem menschlichen Mitleid oder Mitgefühl.
Dabei ist es gleichgültig, ob ich mit jemandem zusammen bin, oder nicht.
Und logischerweise empfinde ich besonders viel für jemanden, wenn ich einmal mit ihm zusammen war und man sich geliebt hat.
Es geht hier nicht darum, dass sie ihre Meinung durchsetzt, oder ihn irgendwie kontrollieren will, nicht von ihm lassen kann und ihn stalked, sondern alleine darum, ob sie sich um ihn sorgt.
Wir haben ja noch nicht über die Eltern gesprochen, natürlich, hat er zu diesen Eltern ein sehr schlechtes Verhältnis, dann soll sie diese natürlich nicht einschalten.
Der Betroffene scheint noch eine sehr ungesunde Einstellung zu seiner Erkrankung zu haben, wenn er sich schämt und für einen Versager hält, er ist nicht schuld daran. Ich fände es auch schön, wenn er dieses Problem mit seinen Eltern löst. er scheint noch ganz am Anfang mit seinem Umgang mit dieser doch sehr tückischen Krankheit zu stehen.
Ich habe mich früher auch für die Krankheit geschämt und hatte auch vor meinem Vater Minderwertigkeitsgefühle.
Inzwischen haben wir es aber ausgesprochen. Für meinen Vater bin ich kein Versager, sondern ein Mensch, der mit einem schweren Schicksal toll umgeht. Er ist stolz auf mich.
Fände ich auch schön, wenn er zusätzlich zu der Krankheit nicht auch noch solche Gefühle mit sich rumschleppen müßte.
Tja, wie gesagt, bekomme ich das mit, das ich jemanden für psychotisch halte, der kurz davor ist, deshalb seine Ausbildung nicht zu beenden und ich weiß, dass er sehr nette , verantwortungsbewußte Eltern hat, dann würde ich es ihnen erzählen!!!
Alles andere empfinde ich als asoziales Abwenden von einem menschlichen Schicksal.
Vor Allem, worum geht es denn? Er soll doch nicht gegen seinen Willen in die Psychiatrie. Alles was er machen soll, ist seine Symptome ehrlich zu schildern und eventuell eine kleine Medikamentendosis zu nehmen.
Er scheint ja noch sehr naiv zu sein, wenn er der Schizophrenie mit: ich schaffe das schon ! begegnen will.
Seid mal ehrlich. Ein Erkrankter, keine Medikamente trotz Symptomen, aus eurer Erfahrung , wie oft habe ihr schon gehört, dass das gut geht?
Ich noch nie! Gerade nicht, wenn Prüfungsstreß im Spiel ist.
Und gerade, weil sie jetzt nicht mehr zusammen sind und sie nicht mehr beratend zur Seite stehen kann, finde ich es sehr lieb, wenn sie diese Position an einen anderen Menschen abgibt. Und dazu muß sie eben einen Menschen, der ihm nahe steht informieren. Dann hat sie alles in die Wege geleitet und kann sich aus seinem Leben zurückziehen, solange, bis er den Kontakt vielleicht wieder aufnehmen möchte.
Finde ich sehr nett, verantwortungsbewußt und fair gegenüber einem Menschen, der einem wichtig ist.
Grüße

Lutreola


zuletzt bearbeitet 22.12.2014 22:36 | nach oben springen

#22

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 00:20
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Also ich würde mich jetzt da auch nicht unbedingt einmischen aber mir sind auch die Mitleidlosen Beiträge (ist vielleicht auch krankheitsbedingt) aufgefallen.

Aber ich bin nun mal ein Rationalist und die Fakten sprechen für eine Erfolglosigkeit bei einer Einmischung.

Auch wenn Cortex es den Eltern des Ex-Freundes erzählen würde. Was ist dann? Ich glaube nicht, dass die Eltern ihren Krankheitsuneinsichtigen Sohn überzeugen oder zwingen können Medikamente zu nehmen oder eine Therapie zu machen.

Und ich setze mich öfters bei öffentlichen Gerichtsverhandlungen als Zuschauer mit rein (kleines Hobby von mir). Und da ging es auch einmal um einen Schizophrenen, den man einen Betreuer aufzwingen wollte, weil die angehörigen der Meinung waren, dass er seinen Alltag ohne Hilfe nicht mehr bewältigen könne. Das wurde aber vom Richter abgewiesen.

In der Urteilsbegründung sagte er ausdrücklich auch für Laien verständlich, dass nach den neuen psych KG-Gesetzen ein Mensch so Schizophren sein kann wie er will. Solange die öffentliche Sicherheit, Ordnung nicht gefährdet ist und keine akute Eigengefährdung besteht, dürfen grundsätzlich keine Zwangsbehandlungen oder sonstige Zwangsmaßnahmen durchgeführt werden.

Damit wäre für mich die Problematik erledigt.


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#23

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 06:22
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Mein Argument es den Eltern zu sagen ist ein einfaches: Umso mehr Leute in seinem Umfeld darüber Bescheid wissen und ihn "kontrollieren", umso mehr gerät er in Zugzwang selber etwas zu unternehmen. Es geht doch in erster Linie um die Rückmeldungen, die man ihm geben könnte. Sowas wie: " Hey, mir ist aufgefallen, dass Du nicht ausgeschlafen bist." oder " ... Du scheinst gestresst zu sein."... da fallen mir einige Kleinigkeiten ein..

Natürlich wäre in diesem Falle ein Grundwissen über die Erkrankung bei den Eltern Voraussetzung.

Mir hat es damals nicht gefallen, dass man mich immer wieder darauf aufmerksam gemacht hat. Aber ich war mir der Konsequenzen bewusst, was passieren könnte, wenn ich nicht in die Klinik gehe.

Erkrankte ohne Einsicht kann man natürlich nicht zwingen, doch find ich es ungemein wichtig, dass sein Umfeld darüber informiert ist, damit man ihm auch indirekt zur Seite stehen kann.

Ihr verbindet Rückfragen gleich als Kontrolle. Habt ihr mal über Geborgenheit nachgedacht?


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#24

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 06:34
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@Blossom: Geborgenheit ist es nur, wenn die Hilfestellung ausdrücklich erwünscht ist. Wenn die Hilfestellung ungefragt und gegen den Willen des Betroffenen erfolgt, ist es keine Geborgenheit, sondern Belästigung. Immerhin hat sich der psychosekranke Freund wegen der penetranten Einmischung bereits getrennt, das spricht doch eher gegen die Partnerin und nicht gegen den Freund.

Ich habe heute übrigens auch nicht ausgeschlafen. Soll ich dir vielleicht die Telefonnummer von meinen Eltern geben, damit du mal anrufen und nach dem Rechten sehen kannst?

MfG


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#25

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 15:21
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Hey Snuggles,

du bist nicht ausgeschlafen? Sofort denke ich mir: Oh, der arme Snuggles, hoffentlich gehört er nicht zu den Menschen, die daraufhin schnell mal mit Symptomen reagieren!
Aber nein, jetzt mal ganz ernst, ich denke das schon, aber Sorge mache ich mir natürlich nur dann, wenn ich weiß, dass du gerade psychotisch bist.
Aber mal ganz ehrlich, so nebenbei. Ich habe das hier im Forum schon öfter erlebt, dass ich wirklich angefangen habe, mir Sorgen um bestimmte Menschen zu machen.
Und es gab hier auch schon den Fall, dass jemand eindeutig psychotisch war, es aber nicht wahrhaben wollte und partout keine Medis nehmen wollte. Da habe ich mit wirklich Gedanken gemacht, vor Allem, da ich überhaupt keine Möglichkeit gesehen habe, über den Austausch per Internet ein effizientes Gespräch mit ihm zu führen. Tatsächlich habe ich mir da gedacht, ach, könnte man doch die Eltern informieren! Denn auch vor denen hat er es geheim gehalten.
Inzwischen höre ich von diesem Menschen nichts mehr, aber denke immer noch, ich wüßte gerne, wie es ausgegangen ist und habe ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Möglichkeit gefunden oder genutzt habe, etwas zu unternehmen.
Vielleicht liegt es an völlig unterschiedlichen Erfahrungen damit, wie wir die Psychose erlebt haben.
Ich bin nach einem Schub, als ich medikamentös noch nicht richtig eingestellt war, über mehrere Jahre hinweg immer tiefer ins Elend abgerutscht. Es ging soweit, dass ich ein Jahr lang öfter an einen Punkt gelangt bin, an dem ich so verzweifelt war, dass ich die Möglichkeit eines Selbstmordes als schön empfunden habe.
Heute bin ich froh, dass ich es überlebt habe. Aber mir "fehlen" wirklich ca. 5 Jahre in meinem Leben, an die ich kaum Erinnerung habe, da ich so verpeilt und voller Symptome und Nebenwirkungen war, dass die Zeit wie im Traum an mir vorrüber gerauscht ist. Ich weiß nur noch, dass ich in einem Albtraum saß, permanent erschöpft und müde, ewig Kopfschmerzen, immer mega nervös und reizoffen, mich von Allem zurückgezogen habe und einfach, permanent mit Bronchitis und Grippe kämpfend, irgendwie überdauert habe.
Und das ohne finanzielle Sicherheit durch Partner oder Familie mit Grundsicherung. Ich sah auch noch total abgerissen aus, weil ich mich kaum finanzieren konnte.
Gerade da die Krankheit ein solches finanzielles und psychisches Elend nach sich ziehen KANN ( ich sage extra :kann), würde ich auch mit dem Abschluß einer Lehre nie leichtfertig spielen.
Muß ja nicht so verlaufen, wie in meinem Fall, kann aber!

( eventuell könnte Cortex ihrem Ex ja auch einfach diesen Thread schicken und ihm vorschlagen, sich im Forum selber Unterstützung zu holen? Er scheint ja noch ein "Neuling", was die Krankheit angeht zu sein! Hauptsache er verdrängt es nicht und riskiert, ins Elend zu rutschen.
Ich kenne auch keinen Diabetiker, der sagt, ich nehme mal einfach keine Medis, wird schon! Klingt jetzt vielleicht nur so dahingesagt, aber die Idee finde ich auch nicht schlecht.)

Aber ich ziehe mich jetzt aus dem Thema raus, da ich schon wieder feststelle, dass ich so vehement weiter auf meinem Punkt beharre, dass hasse ich an mir. Ich bin jetzt wirklich ins Nachdenken gekommen, diese unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Empathie und Nothilfe....
Mich würde jetzt ehrlich mal interessieren, wieviel Empathie entspricht eigentlich der normalen Varianz des Homo Sapiens? Was ist gesund und was ist krank?
Das gäbe eigentlich einen spannenden neuen Thread. Ließe sich ausdehnen. Was ist das normale Maß, indem unsere Art den Wunsch nach Nähe verspüren könnte, Empathie, Rücksichtnahme, Sozialität im Allgemeinen. Beeinflußt wird es ja z. B. auch durch Sozialisierung. Befinden wir uns derzeit eigentlich in einer besonders "kalten" Ära? Vielleicht findet das aber auch nur die Ethologin in mir spannend, weiß man`s....

( Dahinter steckt auch eigenes Wundern über mich selber, im Vergleich mir einigen anderen hier. Bin ich in der "normalen" Varianz? Davon war ich eigentlich immer ausgegangen. Oder ist der Mensch ganz anders?Bin ich eine überfürsorgliche , softe Nudel? So ein nerviges Puttchen? Durch meine Erkrankung übersensibilisiert??? Öh? Jetzt bin ich verblüfft.)

Na dann, ich merke schon, dass ich einfach schwafele

Gruß
Lutreola ( sinniert tief)


zuletzt bearbeitet 23.12.2014 15:24 | nach oben springen

#26

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 15:36
von galizier | 164 Beiträge | 332 Punkte
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@ Blossom

Also wirklich! Kontrolle, Druck ausüben, andere müssen Bescheid wissen, Zugzwang.

Das hört sich so nach Totalitären Herrschaftssystem an. Einen Schizophrenen sollte man keinen Druck aussetzen oder dem Stress aussetzen. Das verschlimmert nur noch das Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen. Wenn er selber nicht so sehr darunter leiden tut und auch niemanden was tut, warum soll er denn nicht seinen eigenen Weg gehen dürfen. Nur weil er er nicht in die Vorstellung der Gesellschaft passen tut? Es gibt auch Psychotiker, die leben ihr Leben auch ohne Behandlung und Medikamente und leiden selber nicht darunter und tuen auch niemanden was. Nur weil sie anders sind als andere und nicht in das Bild der Gesellschaft passen, müssen sie doch nicht umgeformt werden.

Wenn alle so denken würden, dann hätten wir ja bald wieder eine Diktatur. Wir haben aber eine Demokratie und einen Rechtsstaat! Ich bin noch teilweise unter totalitären Verhältnissen in der DDR aufgewachsen. Schon als kleine 'Kinder mussten wir bei bestimmten Veranstaltungen die gleichen Uniformen tragen, uns wurden Ideologien eingetrichtert, es gab Fahnen-Appelle und sogar mussten wir mit einem bestimmten Gruß 'Meldung machen.

Und wer das alles nicht mitmachen wollte oder aus der Reihe getanzt ist, wurde ausgeschlossen und vor dem Fahnen-Appell vor der ganzen Schule erniedrigt. Erwachsene wurden auch nicht selten aus politischen Gründen in die Psychiatrie gesperrt und für Verrückt erklärt. Damals wurde man richtig unter Druck gesetzt, wenn man nicht in das Bild der anderen passte.

Ich glaube, einige aus dem Westen wissen gar nicht, was sie für ein Glück haben in einem Rechtsstaat zu leben. Ein soziales Denken und Handeln ist wirklich gut und gehört auch zu einer gut funktionierenden Gesellschaft.

Aber irgendwann ist auch die Grenze erreicht. Und genau bein deinem Denken, lieber Blossom ist der punkt erreicht, wo zu viel soziales Arrangement zu einem Überwachungsstaat und totalitäres Handeln führt.


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#27

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 15:59
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@Lutreola: Fehlende Empathie ist hier glaube ich nicht das Thema. Ich habe durchaus sehr viel Mitgefühl für den psychosekranken Freund, der ja eigentlich nur versucht, sein Leben zu meistern, sich aber im Kreise seiner Angehörigen immerzu behaupten und erklären muss.

Diese Diskussion verletzt meine Gefühle. Warum fällt es euch so schwer, den Betroffenen als vernunftbegabtes Wesen anzusehen? Das ist doch das, was wir alle wollen: Als mündig gelten und in unserem Denken und Fühlen nicht auf diese Krankheit reduziert werden. Ja und dann sollten wir andere Menschen so behandeln, wie wir selbst behandelt zu werden wünschen. Mein ganzes Lebensglück hängt übrigens auch nicht von irgendwelchen Medikamenten ab, also ich kann verstehen, wenn man dazu eine andere Haltung hat.

Ich werde mich jetzt auch lieber aus dieser Diskussion zurückziehen. Nichts für ungut und frohe Weihnachten..


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zuletzt bearbeitet 23.12.2014 16:01 | nach oben springen

#28

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 19:58
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@Galizier...

Ich bin mehr als sprachlos, dass man solche Interpretation in meinen Text legen kann. Wer bitteschön hat etwas von Druck ausüben und Herrschaftssystem gesagt? Das ist m.E. absoluter Nonsens!

Ich bin auch sicherlich nicht der Meinung, dass ein Mensch, der psychotisch ist, nicht in unser Gesellschaftssystem passt - ich möchte dazu sagen, dass ich die Diagnose paranoide Schiziphrenie bekommen habe und mehr als zwei Jahre mit Warnzeichen bzw. Symptomen durch die Welt gezogen bin. Meine Freundin hat mir in der Akutphase mehrere Male gesagt, dass ich mit meinen Gedanken und Wahrnehmungen anscheinend "drüber stehe" und ich in die Klinik gehen solle. Es war nullkommanull etwas von Druck zu spüren. Und Freunde / Familie sind eben auch dazu da, dass sie einem nicht nur ausschließlich Honig ums Maul schmieren und so tun, als wäre alles Fried-Freude-Eierkuchen. Das gehört zum Leben dazu, wie die guten Zeiten!

Geborgenheit ist ein Gefühl, dass ich nur schwer beschreiben kann. Zur Zeit erfahre ich Geborgenheit. In der Klinik, im Freundeskreis - in meinem Umfeld eben. Ich weiß wovon ich spreche und möchte Dich bitten, bevor Du solche Sachen schreibst, einmal zu reflektieren.

Niemand schreibt mir vor, was ich und wann ich meine Medikamente nehmen "muss". Ich habe wieder gelernt ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass meine Gedanken (ich hatte Verfolgungswahn) nicht der Realität entsprechen und das mit der Unterstützung der Medikamente UND Therapie.

Nunendlich bin ich wieder ein freier und selbstständiger Mensch geworden - mit regelmäßiger Einnahme der Medikamente!


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#29

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 20:42
von galizier | 164 Beiträge | 332 Punkte
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@ Blossom

Es gibt da aber einen Fakt, den du da übersehen hast. Und zwar bist du selber bereit gewesen dich behandeln zu lassen. Der Freund von Cortex scheint aber eine Behandlung abzulehnen.

Und in einem Rechtsstaat gilt nun mal Zwangsmaßnahmen nur bei Gefahr im Verzug. Deshalb auch das Beispiel mit dem totalitären Herrschaftssystem.

Ich kann aber gut verstehen, dass du da trotzdem Helfen möchtest. Aber wenn ein körperlich Kranker eine Behandlung für seine Krankheit ablehnen tut (aus welchen Gründen auch immer), dann darf er auch nicht Zwangsbehandelt werden wenn keine akute Lebensgefahr besteht. Genauso ist es bei Seelischen Erkrankungen.


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#30

RE: Sag ich´s der Familie ? SOS

in Treffpunkt für Angehörige 23.12.2014 20:46
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D'accord!

Ich möchte nur aus eigener Erfahrung berichten. Vor zwei Jahren hätt' ich meine Klinik fast noch verklagt, wenn ich die Kohle gehabt hätte, nur weil sie mir Haldol gegeben haben... Heute seh ich die Sache mit Rückblick erfahrener und möchte andere dazu ermutigen auch einfach mal indirekte Zivilcourage zu zeigen. Die sieht nämlich auch so aus.. andere aufmerksam machen ohne zu unterdrücken oder gleich herrisch zu sein... Aufklärung bringt da viel.

Grüße.


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