Einloggen
Zurück Vorwärts
Aktualisieren Drucken
Neuer TAB


Zum Seitenanfang Schritt hoch Schritt runter Zum Seitenende


#1

GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 08.12.2014 10:54
von Hotte | 1.639 Beiträge | 4802 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hotte
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Guten Morgen,

da es sich um ein Thema aus der Esoterik-Ecke handelt, habe ich es gleich im Giftschrank eröffnet, da so etwas mE mit Vorsicht zu genießen ist und nicht alle sich gern damit befassen.

Ich möchte euch einen Auszug (S. 319-321) aus dem Buch "Krankheit als Weg" von Rüdiger Dahlke vorstellen und bin gespannt, ob vllt. der ein oder andere etwas damit anfangen kann. Mit "Schatten" sind Persönlichkeitsanteile gemeint, mit denen man selbst nicht so gut befreundet ist, die man am liebsten nicht hätte.

Der psychisch Kranke und der psychisch Gesunde sind theoretische Endpunkte eines Kontinuums, das sich aus dem Wechselspiel von Bewusstheit und Schatten ergibt.
Beim sogenannten Psychotiker erleben wir in der extremsten Form das Ergebnis erfolgreicher Verdrängung. werden alle möglichen Kanäle und Bereiche, den Schatten zu leben, absolut sicher verschlossen, so kommt es irgendwann einmal zum Wechsel der Dominanz, und der Schatten übernimmt total die Herrschaft über die Persönlichkeit. Dabei unterdrückt er meist genauso absolut den bisher beherrschenden Teil des Bewusstseins und holt mit hoher Energie all das nach, was der andere Teil des Menschen sich bisher nicht zu leben traute. so wandeln sich biedere Moralisten in obszöne Exhibitionisten, ängstliche und sanfte Naturen in wilde und tobende Tiere und schüchterne Versager in Größenwahnsinnige.
Auch die Psychose macht ehrlich, denn sie holt all das bisher Versäumte mit einer der Umwelt Angst einflößenden Intensität und Absolutheit nach. Es ist der verzweifelte Versuch, die gelebte Einseitigkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen - ein Versuch allerdings, der in der Gefahr schwebt, aus dem ständigen Wechsel der Extreme nicht mehr herauszufinden. Diese Schwierigkeit, die Mitte und das Gleichgewicht zu finden, zeigt sich besonders klar im manisch-depressiven Syndrom. In der Psychose lebt der Mensch seinen Schatten. Wahnsinn löst in den Zuschauern seit jeher große Angst und Hilflosigkeit aus, denn er erinnert sie an ihren eigenen Schatten. Der Wahnsinnige öffnet uns eine Tür zur Hölle des Bewusstseins, die in uns allen ist. Das aus der Angst entstehende wilde Bekämpfen und Unterdrücken dieser Symptome ist daraus zwar verständlich, doch wenig geeignet, das Problem zu lösen. Das Prinzip der Schattenunterdrückung führt ja gerade zu der gewaltsamen Explosion des Schattens - ihn erneut zu unterdrücken, vertagt das Problem, löst und erlöst es aber nicht.
Der erste notwendige Schritt in eine andere Richtung ist auch hier die Erkenntnis, dass das Symptom durchaus seinen Sinn und seine Berechtigung hat. Auf dieser Einsicht aufbauend, kann man dann Überlegungen anstellen, wie man die heilsame Zielrichtung des Symptoms hilfreich unterstützen kann.
Diese wenigen Bemerkungen sollen zum Thema der psychotischen Symptome genügen. Eingehende Deutungen bringen in diesem Bereich wenig Gewinn, da der Psychotiker keine Offenheit für eine Deutung mitbringt. Seine Angst vor dem Schatten ist so groß, dass er ihn meist voll nach außen projiziert. Der interessierte Beobachter wird mit einer Deutung wenig Schwierigkeiten haben, wenn er die beiden, in diesem Buch wiederholt besprochenen Regeln im Auge behält:
1. Alles, was vom Patienten im Außen erlebt wird, sind Projektionen seines Schattens (Stimmen, Angriffe, Verfolgungen, Hypnotiseure, Mordabsichten usw.)
2. Das psychische Verhalten selbst ist die erzwungene Verwirklichung des nicht gelebten Schattens.


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: https://ingo-schreibt-anders.blog
Ich schreibe auch in der http://www.schreibkommune.de/. Dort findet ihr Geschichten und Artikel mit Themen rund ums Schreiben.
nach oben springen

#2

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 08.12.2014 18:01
von gerhard | 209 Beiträge | 582 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds gerhard
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hi Hotte,

der Text gefällt mir gut, wobei der Begriff "Schatten" locker durch den Begriff "Licht" ersetzt werden könnte, einen ähnlichen Denkansatz verfolge ich selber schon eine ganze Zeit.
Schizophrenie hat etwas gegenpoliges, ist Ausdruck einer Unausgeglichenheit. Ich meine mal, dass dieses immer stärker zunehmende Ungleichgewicht am Anfang der Psychose steht, so wie Dahlke es beschreibt. Für mich erscheint die Zuspitzung dessen bis zur Psychose hin, nicht allein in der eigenen Persönlichkeit begründet, sondern ist zu unterschiedlichen Anteilen in der Familie und in allen anderen Menschen und Themen mit denen Auseinandersetzung stattfindet bereits vorhanden. Größere Kreise lassen sich m.E. nach diesem Verständnis ziehen und sind hilfreich zur Bildung der eigenen/gesunden Realitätswahrnehmung.


nach oben springen

#3

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 08.12.2014 18:03
von Snoopyyy | 135 Beiträge | 212 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Snoopyyy
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Oh das Zitat passt mal gar nicht zu meiner Meinung, die ich mir aus Erlebnissen und Recherchen zusammen gereimt habe. Sry, aber da muss ich jetzt doch auf ein paar Punkte eingehen.

Zitat von Hotte im Beitrag #1
Guten Morgen,
...
Der psychisch Kranke und der psychisch Gesunde sind theoretische Endpunkte eines Kontinuums, das sich aus dem Wechselspiel von Bewusstheit und Schatten ergibt.
Beim sogenannten Psychotiker erleben wir in der extremsten Form das Ergebnis erfolgreicher Verdrängung. werden alle möglichen Kanäle und Bereiche, den Schatten zu leben, absolut sicher verschlossen, so kommt es irgendwann einmal zum Wechsel der Dominanz, und der Schatten übernimmt total die Herrschaft über die Persönlichkeit. Dabei unterdrückt er meist genauso absolut den bisher beherrschenden Teil des Bewusstseins und holt mit hoher Energie all das nach, was der andere Teil des Menschen sich bisher nicht zu leben traute. so wandeln sich biedere Moralisten in obszöne Exhibitionisten, ängstliche und sanfte Naturen in wilde und tobende Tiere und schüchterne Versager in Größenwahnsinnige.



Aaaaalso, dass das Psychotische ein unterdrückter Schatten meiner selbst sein soll...damit kann ich mich 0 anfreunden. Denn dafür hätte der "Schatten"(was er auch immer als Schatten bezeichnet) etwas mit meinen Leben/Tun und Handeln zu tun haben müssen.
Solche wechselnden und extremen Gemütszustände ist eher bekannt unter dem Namen "pipolare Störung" und "manisch Depressiv"...


Zitat
Auch die Psychose macht ehrlich, denn sie holt all das bisher Versäumte mit einer der Umwelt Angst einflößenden Intensität und Absolutheit nach. Es ist der verzweifelte Versuch, die gelebte Einseitigkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen - ein Versuch allerdings, der in der Gefahr schwebt, aus dem ständigen Wechsel der Extreme nicht mehr herauszufinden. Diese Schwierigkeit, die Mitte und das Gleichgewicht zu finden, zeigt sich besonders klar im manisch-depressiven Syndrom. In der Psychose lebt der Mensch seinen Schatten.
Wahnsinn löst in den Zuschauern seit jeher große Angst und Hilflosigkeit aus, denn er erinnert sie an ihren eigenen Schatten. Der Wahnsinnige öffnet uns eine Tür zur Hölle des Bewusstseins, die in uns allen ist. Das aus der Angst entstehende wilde Bekämpfen und Unterdrücken dieser Symptome ist daraus zwar verständlich, doch wenig geeignet, das Problem zu lösen. Das Prinzip der Schattenunterdrückung führt ja gerade zu der gewaltsamen Explosion des Schattens - ihn erneut zu unterdrücken, vertagt das Problem, löst und erlöst es aber nicht.



Also soll eine Psychose quasi der unterdrückte(unterbewusste) Schatten sein, der schlagartig seine Meinung und Gefühle über einen ergießt...
Ich seh eine Psychose eher als letzte Schutzfunktion des Körpers auf verkrampfte Meinungen und Vorstellungen/Verwirrung zu reagieren...und dabei wird man eben oft noch mehr verwirrt, da man viele Dinge überhaupt nicht kennt und somit oft noch mehr Wahnvorstellungen(oder so) entwickelt.
Unterdrückung??? Explosion??? was soll man bei so nehm Absturz unterdrücken....man kann höchstens hinterher die Erklärungsversuche und Aufarbeitung des Erlebten unterdrücken...war meistens zu Rückfällen führt...


Zitat
Der erste notwendige Schritt in eine andere Richtung ist auch hier die Erkenntnis, dass das Symptom durchaus seinen Sinn und seine Berechtigung hat. Auf dieser Einsicht aufbauend, kann man dann Überlegungen anstellen, wie man die heilsame Zielrichtung des Symptoms hilfreich unterstützen kann.



Hier stimme ich tatsächlich einmal zu, die einzelnen Symptome anzuerkennen und zu behandeln. Also nciht alles als eine "Krankheit" zu sehen, wo jetzt zum Beispiel einfach "Tabletten" alles heil machen sollen.

Zitat
Diese wenigen Bemerkungen sollen zum Thema der psychotischen Symptome genügen. Eingehende Deutungen bringen in diesem Bereich wenig Gewinn, da der Psychotiker keine Offenheit für eine Deutung mitbringt.



Oha...ne, viele bringen eine Offenheit mit, mit der sieversuchen ihre Erlebnisse realitätsnah erklären zu können.

Zitat
Seine Angst vor dem Schatten ist so groß, dass er ihn meist voll nach außen projiziert. Der interessierte Beobachter wird mit einer Deutung wenig Schwierigkeiten haben, wenn er die beiden, in diesem Buch wiederholt besprochenen Regeln im Auge behält:
1. Alles, was vom Patienten im Außen erlebt wird, sind Projektionen seines Schattens (Stimmen, Angriffe, Verfolgungen, Hypnotiseure, Mordabsichten usw.)
2. Das psychische Verhalten selbst ist die erzwungene Verwirklichung des nicht gelebten Schattens.



Ach Angst vor Schatten und inneren unterdrückten Konflikten haben tatsächlich leider recht viele.
Dass man mit einer aufmerksamen Beobachtung viel sinnvoll(und auch unsinnvoll) deuten kann, da hat er recht.
Zu seinen Regeln:
1. Bullshit was ich erlebt hab hab ich erlebt...wenn sich dadurch ein altes Trauma von mir aufreist, dann ist es erst was von innen!
2. Das Verhalten kann so dermaßen dämlich sein durch irgendwelche Einbildungen! und nicht weil das ein unterdrückter Drank meines Unterbewusstseins ist!!!

manmanman....hier noch ein vernünftiges Zitat zum Thema Schatten:

Platons Ideenlehre - das Höhlengleichnis

In den göttlichen Ideen sah Platon das wahre Maß für jedes Denken und Handeln. Doch alles, was die Sinne des Menschen wahrnehmen, sei nur ein verzerrtes Abbild der wahren ursprünglichen Idee. An sie gelte es sich zurück zu erinnern. Am besten veranschaulicht wird diese Theorie durch Platons berühmtes Höhlengleichnis:
In einer unterirdischen Höhle siten Menschen seit ihrer Kindheit gefesselt mit dem Blick zur Wand. Den Eingang, der über ihnen liegt, können sie nicht sehen, aber ein Feuer, das draußen brennt, spendet ihnen Licht. zwischen dem eingang und dem Feuer verläuft ein Weg. Die Menschen, die dort vorbei gehen und die Gefäße, die sie tragen, werfen wunderliche Schatten auf die Höhlenwand, die die gefesselten sehen können.
So ähnlich nehmen die Menschen die Wirklichkeit wahr:
Die Sinne erkennen jediglich "Schatten".
Die Idee, die hinter diesen Eindrücken liegt, erfassen nur diejenigen, die sich von den Fesseln lösen und - denkend - den Blick erheben können.


Damit kann ich mich schon sehr viel eher anfreunden.


nach oben springen

#4

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 08.12.2014 18:12
von Hirnsehprogramm | 1.300 Beiträge | 2657 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hirnsehprogramm
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ich sage mal lieber nicht, was ich von einigen Details aus den Vorstellungswelten aus diesem Bereich der Muse unter'm Schnitt so halte.

Ansonsten runzle ich bei angewandter Hermetik im psychologischen Bereich immer wieder die Stirne. Wohl Recht hat der Mann meiner Ansicht nach damit, dass es sich etwa bei dem Erleben in psychotischem Zustand, ob es sich jetzt passiv gegen einen richtet oder die eigenen Handlungen verfremdet, scheinbar unter anderem um eine Art Aufteilung und Desynchronisation psychologischer Prozesse handeln könnte. So wie bei so manch anderen psychischen Problemen eventuell auch, aber auch teilweise in der Art und Weise, wie die Psyche vieler "gesunder" zu funktionieren Scheint.

Aber bei einer schon vorhandenen Trennung noch weiter das Trennmesser anzusetzen (Richtungen wie die Hermetik sind immer wieder gut, etwas komplexes in starre Einzelteile zu legen und dann einzelnen für sich getrennte Namen und Masken zu geben), um zu versuchen durch Entladung der "benachteiligten" Einzelteile einen Ausgleich zu schaffen, scheint mir abwegig und im theoretischen Endergebnis nicht wirklich erstrebenswert. Vielmehr sollte, wenn die ursprüngliche Annahme der Trennung und Desynchronisation stimmen sollte, doch eher erstrebenswert sein durch geeignete Arbeit an diesem Komplex den Ausgleich und die Synchronisation zu einem einigermassen heilen und ausgeglichenen Gesamtkonstrukt zu bewirken zu versuchen. In dem die einzelnen "Teile" sinnvollerweise integrierte Eigenschaften stärken. Als getrennte Persönlichkeit, sind die einzelnen Komponenten doch für sich schwächer und weniger untereinander ausgeglichen, als wenn ein Zustand einer einzelnen komplexen Persönlichkeit, die auch in Richtungen oszilieren kann aber nie abgespalten ist, dafür sorgt, dass keine der Eigenschaften in ein von den anderen unmoderiertes Extrem abdriftet, sondern sich sinnvol entfalten und einbringen kann. Sowas hat mich schon viel Schweiss und Tränen gekostet!

In diesem Sinne lieber "semper idem", aber komplex mit guter Integration vieler Eigenschaften zu einem Gesamtbild im dynamischen Fluss, das vielfach potenziert stärker ist als einzelne ins absurde überspitzte Scherben!


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
nach oben springen

#5

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 08.12.2014 19:04
von Quietschi | 930 Beiträge | 1907 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Quietschi
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Der psychisch Kranke ist das Produkt der gesellschaftlichen Beschleunigung, der Mensch kommt dem Tempo der Maschinen nicht mehr hinterher. Außerdem wird das Subjekt – durch Eingliederung in Schlagworte (siehe Selbstbeschriebungen im Internet) objektiviert, zum Objekt gemacht...

Der „Schatten“ übernimmt nicht total die Herrschaft über die Persönlichkeit, denn wäre dem so, wäre der Psychotiker nicht mehr Herr über sich selbst, was nur in Teilbereichen, oder phasenweise zutrifft.
Der Autor impliziert, dass der Psychotiker Marionette seiner Wahnvorstellung wäre, schon allein hier irrt er. Man kann z.B. Stimmen hören, die man als real gesprochen empfindet, und gleichzeitig wissen, dass diese Stimmungen vom eigenen Unterbewusstsein produziert werden. Diese beiden Erlebniswelten können gleichzeitig neben einander existieren.
Und er irrt weiter: ein sehr reflektierter Mensch kann seine in ihm schwelenden Konflikte ins Auge blicken und trotzdem unbeeinflusst davon Stimmen hören, da er sich mit sich selbst im Kreis drehen wird, weshalb eine Außenschau (durch einen Psychologen) wichtig ist.
Die bloße Reduktion auf die Verdrängung eines innewohnenden Schattens greift hier nicht. Schatten ist schon der falsche Ausdruck, denn hier scheint doch eher ein Konflikt des eigenen Unterbewusstseins ins Bewusstsein verrückt zu sein.
Dass man sich andere Teile des Menschen sich bisher nicht zu leben traute, ist quatsch. Denn wer hätte solche Stimmen schon leben wollen? Es sagt sich der Mensch bestimmt nicht z.B.:
„Geil, ich wollte mich immer schon mal selbst beschimpfen, hab mich bisher nur nicht getraut!“
Insgesamt halte ich nicht viel von dieser Simplifizierung komplexer Vorgänge. Der Mensch lebt nicht seinen Schatten in der Psychose, sondern kaut offenbar einen inneren Konflikt mit dem Unterbewusstsein durch. Schatten ist ein nebulöser Ausdruck, den man in verschiedene Richtungen deuten kann, das ist viel zu unkonkret.


2 Mitglieder finden das Top!
nach oben springen

#6

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 12:14
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
avatar_m
X

Auszeichnungen


des Mitglieds comfortzone
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Mit Aussagen, die eine weitere Instanz erzeugen, kann ich mich im Moment nicht anfreunden.
Damit meine ich überhaupt die Begrifflichkeit von "Schatten". Dieses Wört kann ich als Platzhalter sehen und durch diverse andere Wörter ersetzen, wie z.B. Böse Geister, Eingebung, was auch immer.
In meinen Augen, birgt dieses Zusammenfassen die Gefahr, dass man sich selber mehr entfremdet, weil "da noch was anderes ist". Damit könnte ich die Krankheit gar schon personifizieren.
Ich denke es ist wichtig, dass man über die Zeit ggfs. zur Erkenntnis kommt, dass man selber das Ganze bildet und ggfs. etwas mit einem nicht stimmt und man an sich arbeiten muss.


2 Mitglieder finden das Top!
nach oben springen

#7

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 16:20
von Bvb (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Bvb
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

ich halte gar nichts von solchen Thesen. Aber es gibt immer welche ,die einfache Erklärungen für Dinge finden ,die eigentlich nicht zu verstehen sind.
Lg Jörg


nach oben springen

#8

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 16:21
von Serendipity | 292 Beiträge | 837 Punkte
avatar_w
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Serendipity
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Rüdiger Dahlke scheint sich hier am Begriff des Schattens als Archetyp nach C. G. Jung zu orientieren.

Ich finde die Erklärungen dazu, was damit gemeint ist auf dieser Seite recht gut:
http://standenat.at/artikel/dunkle-seite-der-seele.htm

Teile der Persönlichkeit, die wir als schlecht ablehnen und verdrängen.
Offensichtlich gibt es die Theorie, daß sich diese Teile in der Psychose wieder bemerkbar machen (z.B. beschimpfende Stimmen),
bis wir sie annehmen, also in unsere Persönlichkeit integrieren.

Ich muß sagen, ich bin kein Anhänger dieser Theorie.


2 Mitglieder haben sich bedankt!
nach oben springen

#9

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 18:30
von Snoopyyy | 135 Beiträge | 212 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Snoopyyy
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hier gibt es auch eine Frau, welche die ("Stimmen"="Schatten") integrieren konnte. Teilweise war es bei ihr (soweit ich mich erinnern kann) schon auch eine harte Beschäftigung mit den Umständen nötig.
Eleanor Longden the voices in my head (+ Untertitel in Deutsch)

Nun comfortzone, dann ersetzte "Schatten" einfach mit Eingebung deines Unterbewusstseins, oder komische, fehlaufgebaute böse Fehlgedanken im eigenen Schädel...diese Erklärung war mir lange Zeit von hilfe. (Auch wenn ich das inzwischen eben anders sehe, aber deine Erklärung ist bestimmt in manchen Fällen viel pausibler und auch heilungstechnisch geschickter!


1 Mitglied hat sich bedankt!
nach oben springen

#10

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 20:11
von Isabell (gelöscht)
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Isabell
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Hi ihrs,

Serendipity hat richtigerweise den Link zu C.G Jung gesetzt, daran habe ich auch gedacht, weil ich den psychoanalytischen Ansatz dazu bereits kenne. Ich denke, daran hat Rüdiger Dahlke auch gedacht, wenn er von Schatten spricht.

Es ist in der Psychoanalyse natürlich allgemein ein Problem, wenn man von unbewältigten oder unbewussten psychologischen Prozessen ausgeht, die irgendwo im Hinterstübchen schwelen. Ich halte das für Überinterpretation, bin aber auch eben kein Freund der Psychoanalyse. Bei der Psychose gibt es mehrere verschiedene Erklärungsmodelle: Die Einen halten die Krankheit für eine Hirnstoffwechselstörung (was ich auch für wahrscheinlich halte), die Anderen wollen der Krankheit mit Psychoanalyse beikommen. Therapiert wird die Krankheit bis dato ohnehin nur mit Medikamenten, also nützt mir auch die theoretische Kenntnis nicht viel, dass ich angeblich einen Schatten habe.

Anregung für die Moderation: Ich finde nicht, dass dies ein Thema für den Giftschrank ist. Esoterische Inhalte hatten wir hier auch schon, aber da ging es explizit um Geistererscheinungen und Umsessenheit. Hier geht es weniger esoterisch zu und ich finde, der Faden hat eine Berechtigung, auch öffentlich zugänglich zu sein.

LG,
Isa


zuletzt bearbeitet 09.12.2014 21:11 | nach oben springen

#11

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 21:08
von Hirnsehprogramm | 1.300 Beiträge | 2657 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hirnsehprogramm
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Ja, ich denke auch die Diskussion hat sich schon in einer sehr sachlichen Weise entwickelt, nur ich selbst hatte bestimmte Dinge im Hinterkopf, die aus dem "Esoterischen" Umfeld stammen, aber darum scheint es im Kern bei der Aussage auch gar nicht zu gehen. Manchmal meint man durch Reizworte mehr zu sehen, als einem präsentiert wird.

Naja, man kann seine Schizophrenie rein als Stoffwechselstörung ansehen, und das hilft einem auch durchaus bei ganz weltlichen Dingen dabei bleiben zu können, umso mehr wenn man zu denjenigen gehört, die auf die Medikamente sehr gut ansprechen. Ich habe es durchaus anders erlebt - jetzt aber nicht mit Bezug auf Esoterik, sondern mit Bezug darauf, dass ich trotz Medikation fortlaufend mit meinen Symptomen konfrontiert war. Deswegen finde ich die Person, die Snoopy vorgestellt hat, interessant, weil sie dem Anschein nach auch den Weg gegangen ist, sich damit zu beschäftigen um zu versuchen das ganze inhaltlich erträglicher zu machen.

Klar kann man mit seinen Ängsten, bedrohlichem, völlig abgehobenen und dergleichen konfrontiert werden, aber das bedeutet ja nicht, dass diese von einem kleinen schwarzen Männchen im Hinterkopf ausgehen, das alles was man ablehnt gefressen hat und einem jetzt Retourkutsche gibt. Meine Erfahrungen waren anders, beispielsweise wurden meine Stimmen mit der Zeit eher harmlos und sogar teils konstruktiv, dadurch dass ich erstens die Angst mich ihnen zu stellen verloren habe, zweitens genug Selbstbewusstsein aufbauen konnte um sie als "auf Augenhöhe" zu sehen (leider durch sehr aufreibenden Kampf mit Gedanken...), und drittens generell mein Leben langsam auf eine gesündere Schiene lenken konnte. Sagen wir so, das "Männchen" ist nicht mehr pechsschwarz, sondern eher grau und gütig, und es ist nicht so, dass ich grossartig meinen eigenen Abgründen hätte Tribut zahlen müssen, es waren nichtmal wirklich meiner persönlich eigenen sondern einfach die Sammlung an schrecklicherem was ich im Leben mitbekommen hatte ohne es jetzt selbst zu verkörpern, und ich musste sie einfach sehen, verstehen, und Angst davor verlieren. Das kann natürlich bei jedem anders sein. Bei mir hat's so funktioniert.


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
nach oben springen

#12

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 21:37
von Serendipity | 292 Beiträge | 837 Punkte
avatar_w
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Serendipity
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Im Video von Snoopy werden Marius Romme und Sandra Escher erwähnt, die das Maastricht-Interview für die Arbeit mit Stimmenhörern entwickelt haben. Da geht es darum, genau zu erfassen: Wieviele Stimmen habe ich? Was sagen sie? Wer sind sie? Wann treten sie auf? Ich hatte den Eindruck, um irgendwelche Verbindungen zu inneren und äußeren Konflikten klarer zu machen und diese zu lösen, damit die Stimmen schwächer werden können oder gar verschwinden.

Buchtip: Marius Romme, Sandra Escher "Stimmenhören verstehen - Der Leitfaden zur Arbeit mit Stimmenhörern"

Ein zweites Video auf derselben Seite handelt von Elyn Saks, die mitsamt ihrer Schizophrenie Universitätsprofessorin für Recht ist.
Ich lese gerade ihre Biographie "The Center Cannot Hold - My Journey Through Madness" (nur auf Englisch erhältlich). Falls erwünscht, kann ich die Kernpunkte zusammenfassen, sobald ich es gelesen habe. Sie scheint ihre Störungen mit Medikamenten, jahrzehntelanger Psychoanalyse, einem guten sozialen Netzwerk von Familie und Arbeitskollegen und einer geistig herausfordernden Tätigkeit als Juristin zu meistern.


1 Mitglied hat sich bedankt!
nach oben springen

#13

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 09.12.2014 21:43
von Quietschi | 930 Beiträge | 1907 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Quietschi
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Schatten klingt wie die Mystifizierung einer Krankheit. Ob sich Träume verwirklichen, oder nicht, hängt erst mal davon ab, ob man die Chance überhaupt ergreift, was ein mögliches Scheitern immer beinhalten wird. Scheitern, also dass sich Träume nicht verwirklichen, ist auch nicht so schlimm, als es erst gar nicht versucht zu haben.
„Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“ Klingt nur danach, dass jemand seine dunklen Seiten nicht annehmen will. Das setzt zum einen Vorsatz voraus, dass man das bewusst steuern könnte, zum Anderen, dass jemand seine negativen Seiten verdrängt und diese negativen Seiten dann ein Eigenleben führen würden. Dem ist jedoch nicht so.
„Wenn Sie zu den Eigenschaften im Schattenbereich sagen können: „Ja, das bin ich auch“, dann haben Sie endlich die Freiheit das Leben zu führen, dass Sie sich immer gewünscht haben.“
Man muss erst mal trennen zwischen Inhalt des „Gesagten“ und der Existenz der Stimmen. Dass diese Stimmen existieren, weil man sie selbst erzeugt, okay. Da diese Stimmen aber bei den meisten Leuten keine Nettigkeiten mit einem austauschen, sollte man den Teufel tun und auf den Inhalt hören, bzw. sich diese Schuhe auch noch anziehen.
Wenn muss man darauf achten, was gesagt wird und in welchem Kontext das Gesagte zu einem selbst steht – und das ist so individuell wie die Lebensgeschichten der Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind. Ich hüte mich immer vor Leuten, die sich als „Vordenker“ zu Wort melden.
Für mich ist der Text Küchenpsychologie pur. Das kommt nicht davon, dass wir negative Gefühle in unserer Kindheit lernen mussten abzulegen und somit eine Verdrängung negativer Gefühle entstehen und nach diesem Text dann eine Psychose erschaffen hat. Das kann ich getrost als groben Unfug abtun.
Ich hab viele kluge Leute schon kennenlernen dürfen, die nicht dahinter kamen, obwohl sie ihre negativen Geistgeflechte beleuchtet haben.


1 Mitglied findet das Top!
zuletzt bearbeitet 09.12.2014 21:45 | nach oben springen

#14

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 11.12.2014 19:21
von gerhard | 209 Beiträge | 582 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds gerhard
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Der Text scheint ziemlich triggernd für einige von euch zu sein, viele den Text stark ablehnende Kommentare mit aus meiner Sicht teils unsachlicher Formulierung, ist jedenfalls mein Eindruck.


nach oben springen

#15

RE: GS: Rüdiger Dahlke über Psychotiker

in Schizophrenie in den Medien 11.12.2014 20:24
von Hirnsehprogramm | 1.300 Beiträge | 2657 Punkte
avatar
X

Auszeichnungen


des Mitglieds Hirnsehprogramm
Gold
Gold
Silber
Silber
Bronze
Bronze
Medaille
Medaille
Pokal
Pokal

Bester User-Support
Bester User-Support
Ehrenmitglied
Ehrenmitglied
Goldene Feder
Goldene Feder
Simple Award Plugin • © 2013 Miranus GmbH

Also eine Triggerwarnung hat (ausser der Platzierung des T.E.'s, die durch die Moderation revidiert wurde da nichts über gewisse Grenzen empfundenes hier passiert ist) jedenfalls noch keiner hier rausgegeben.

Ich glaube es handelt sich eher um thematische Kritik. Ich meine, wir haben fast alle Psychosen aus erster Hand erleben dürfen, um im Nachhienein gefühlt oder logisch urteilen zu können, ob diese aussagen zutreffen könnten oder nicht.

Ich denke auch, solche Argumentationen haben ansatzweise durchaus ihre Relevanz, wenn es z.B. um Triebtäter geht, aber nicht unbedingt bei der Schizophrenie. Aber dann sollte mehr von "unterdrückten Impulsen" als von einem abgespaltenen und plötzlich das Regiment übernehmenden "Schatten" die Rede sein. Möglich vielleicht auch, das zwangsmässig unterdrückte Auslebung von Grundbedürfnissen zu psychischen Problemen (welcher Art auch immer) führen kann. Aber dann, wie ich denke, nicht unbedingt in der Form einer Explosion des Durchbruchs oder der zwanghaften Auslebung eben dieser Bedürfnisse. Ich selbst sehe den Inhalt der Symptome und ähnlichem eher als "weird random shit" bedingt durch Grenzfilterstörung, wo oftmals auch innere Konflikte zum Hauptthema werden können, aber jetzt nicht in der Form, wie es in dem Text beschrieben wurde. Ich glaube, der Mann hat vielleicht in einer geschlossenen ganz harte Fälle mit hochgradigem Realitätsverlust beobachtet, ohne direkten Bezug zur Vorgeschichte dieser Menschen zu haben, hat sich aber nicht wirklich ernsthaft mit Schilderungen der Innenwelt von Betroffenen beschäftigt, oder er hat Lebenswege mit Vorgeschichten und dann Vorkommnisse in der Psychose zu einseitig betrachtet. Meine eigenen Erfahrungen und die meisten Schilderungen von Psychotikern, die mir über den Weg gefahren sind, lassen mich jedenfalls mehr als stark an seinen Thesen zweifeln, wenn nicht sowieso schon an seiner Benennung der beteiligten Mechanismen.


Das Leben ist schon echt hart. Es gönnt einem scheinbar von Konzept aus nie die Sahneschnittchen, sondern scheint einen nur erziehen zu wollen, sich stets mit dem, was man nun mal hat, zufrieden zu geben - oder drunter zu leiden, wenn man unzufrieden damit ist.
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
was meint ihr welche Berufe für Psychotiker geeignet sind
Erstellt im Forum Arbeit und Beruf von Steffie
27 12.04.2018 15:55goto
von Steffie • Zugriffe: 1754
Und wieder ein Psychotiker :(
Erstellt im Forum Schizophrenie in den Medien von Asina
1 16.01.2017 20:53goto
von future_former • Zugriffe: 488
Der Psychotiker als Alarmanlage des Systems
Erstellt im Forum Allgemeines von Hotte
29 12.02.2016 23:14goto
von Hotte • Zugriffe: 1422
Ist Psychose wirklich eine Erkrankung in diesem Sinne?
Erstellt im Forum Allgemeines von Gandalf
13 25.09.2014 09:27goto
von Gandalf • Zugriffe: 856
Warum werden Psychotiker introvertiert?
Erstellt im Forum Allgemeines von pixela
15 10.08.2014 10:49goto
von Chikita • Zugriffe: 1074
Google Translator

Besucher
7 Mitglieder und 34 Gäste sind Online:
lathyrus_odoratus, Schlendrian, PapaRa113, Mi Ri, Schnitzelchen, Auster, Melisse

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Katharina
Besucherzähler
Heute waren 367 Gäste und 35 Mitglieder, gestern 1575 Gäste und 69 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 3604 Themen und 68198 Beiträge.

Heute waren 35 Mitglieder Online:
2009er, Agi007, Cellardoor, DaSchizoo, dillidalli, dre@mwalker, Eleonore, escargot, Feuerlilie, Freia, frog91, Hirnsehprogramm, Hotspot, Jela, Kindkind, lathyrus_odoratus, lucky, Maja, marie luise c, Mason, Melisse, Melly71, Mi Ri, Molly, PapaRa113, Schlendrian, Schnitzelchen, Serendipity, Sirod, Sonnenschein, Ste und Humpel, suffered, Summer, Voicestream, WHOAMI
Besucherrekord: 150 Benutzer (17.05.2014 08:28).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen