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#1

Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 26.10.2014 22:40
von *HOPE84* (gelöscht)
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Ich bin auf der Suche nach einer Anlaufstelle, die nicht nur für Betroffene, sondern auch deren Angehörige da ist, auf dieses Forum aufmerksam geworden.
Hallo Zusammen!

Ich bin die einzige Tochter (30) einer an einer schizophrenen Psychose erkrankten Mutter (57). Jedenfalls stand es so damals auf der Überweisung für die Klinik.
Seit dem ist einige Zeit vergangen und sie hat enorme Veränderungen durchlebt. Sehr viel positives hat sich ereignet. Ich bin auch ungemein Stolz auf sie, dass sie wieder alles soweit in den Griff bekommen hat. Familie, Arbeit, Wohnung.

Dennoch bleibt die Angst. Und es beunruhigt mich, dass kein Psychologe/Psychiater bereit war eine Therapie mit ihr zu beginnen. Kaum fiel das Wort Psychose, war das Telefonat beendet.
Kein Arzt hat sich überhaupt einmal die Zeit genommen, ihr das Krankheitsbild und den Verlauf bzw. die Gefahr des Rückfalls näher zu bringen. Was ich weiß, habe ich mir zusammen gelesen und versucht an sie weiter zu geben. Doch das hat nie wirklich gefruchtet. Für sie ist es wie, wenn man eine Grippe hat: man nimmt Tabletten ein und wenn man wieder gesund ist, setzt man diese wieder ab.

Ihr wurden zu Beginn der Behandlung Olanzapin verschrieben. Eigentlich in geringer Dosis. Zusätzlich bekam sie dann noch Antidepressiva. Diese nimmt sie derzeit auch noch ein.

Die Olanzapin nimmt sie nun schon seit ein paar Monaten nicht mehr. Das Absetzen erfolgte angeblich in Absprache mit dem behandelnden Neurologen, da sie ihm lange genug von Haarausfall und Ermüdungserscheinungen berichtet hat. Von dem Absetzen habe ich erst durch Zufall erfahren. Sie hat es vor mir geheim gehalten. Auf meine Frage, wann sie denn nun noch einmal zum Neurologen muss, sagte sie nur, sie nehme ja keine Tabletten mehr, damit müsste sie da ja jetzt auch so schnell nicht mehr hin. Die Antidepressiva verschreibt wohl der Hausarzt weiter.

Soweit der Stand der Dinge.

Nun zu mir. Ich durchlebe nun seit fast 15 Jahren ständig diese Phasen mit meiner Mutter. Ich frage mich schon lange, wer das Kind, wer die Tochter ist. In mir sind arge Ängste im Bezug auf meine Mutter verwurzelt, die auch immer wieder hochkommen. Streiten wir uns und sie antwortet daraufhin nicht auf meine Nachrichten oder Anrufe, verzweifele ich regelmäßig und möchte am liebsten sofort hinfahren. Zu oft hat sie sich tagelang in der Wohnung verbarrikadiert und war nicht erreichbar. Die Angst es könnte ihr was “zugestoßen” sein, ist sofort wieder auf dem Schirm. Ich beobachte ihr Verhalten/Gefühle/Einstellungen/Gesichtsausdrücke und nehme jede kleinste Veränderung daran wahr. Ich empfinde es derzeit bspw. so, dass sie gerade wieder in einer zunehmenden Phase ist. Daher habe ich sehr große Angst, dass alles wieder von Vorne beginnt, sie wieder Psychospielchen mit mir spielt. Gleichzeitig habe ich aber auch Angst, dass ich voreilig Schlüsse ziehe. Mit ihr darüber reden bringt einfach nichts. Sie spielt alles runter. Auch die letzten 15 Jahre. Von meiner Tante habe ich nun auch noch unverhofft einen Anruf erhalten, in dem sie gezielt danach fragte, ob mir an Mama auch diese Veränderungen aufgefallen sind. Somit scheine ich mit meiner Vermutung ja nicht ganz allein zu sein.

Irgendwo schreibe ich mir einen etwaigen erneuten Ausbruch sogar selber zu, da sie mir im August und September sehr viel beim Umzug und renovieren geholfen hat, wodurch sie doch viel Stress ausgesetzt war. Auch ist ihre eigene Mutter im August an Demenz verstorben und der Vater wegen einem Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert worden. Es war vielleicht alles zu viel für sie, auch wenn sie beiden nicht besonders nahe steht.

Ich schreibe euch, weil ich auf der Suche nach Rat bin. Nach Menschen, die mich verstehen, mit denen ich mich austauschen kann. Ich habe keine Kraft mehr, den Kampf schon wieder zu kämpfen. Wer weiß, vielleicht bin ich mittlerweile sogar selbst reif für eine Therapie. Oder schlimmer noch, selbst Träger dieser Krankheit. Kein Arzt kann mir sagen, ob das vererbbar ist. Wenn ich mich in der Familie meiner Mutter umsehe, gibt es keine Tante bzw. keinen Onkel (sie hat insgesamt 10 Geschwister) von der/dem ich nicht sicher weiß, dass bereits Antidepressiva verordnet wurden. Psychisch scheinen wirklich alle nicht ganz auf der Höhe zu sein. Was auch an der schlimmen Kindheit aller liegen wird.

Ich bin für jeden Ratschlag dankbar.

Grüße, *HOPE84*


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#2

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 00:04
von Hotte | 1.619 Beiträge | 4631 Punkte
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Hallo HOPE84, herzlich willkommen hier!

Erstmal möchte ich sagen, dass es mir wirklich unbegreiflich ist, wie man euch Informationen über diese Erkrankung so lange Zeit vorenthalten konnte. Hat man Deiner Mutter keine Psychoedukation angeboten? Gibt es in eurer Stadt keine Peer-Berater? Selbsthilfegruppen? Bücher?
Wie sieht es aus mit integrierter Versorgung / Netzwerk psychische Gesundheit?
Habt ihr es weiter mit Therapeuten versucht, evtl. im weiteren Umkreis?

Ich bin sehr froh, dass Du nun um Rat ersuchst und wünsche Dir, hier Antworten zu finden.
Schizophrenie ist keine Erbkrankheit. Die genauen Ursachen sind unklar, aber es ist ausgeschlossen, dass man zwangsläufig schizophren wird, weil ein Elternteil schizophren war.

Hast Du noch konkrete Fragen?


Übrigens finde ich es total heftig, dass Deine Mutter eine einzige Psychose hatte (so wie ich es verstanden habe) und 15 Jahre lang NL geschluckt hat. Warum hat sie nicht früher abgesetzt?
Was meinst Du mit "Phasen" Deiner Mutter? Meinst Du damit wiederkehrende akute Psychosen?

Es wundert mich nicht, dass die Angst vor einer weiteren Episode Deiner Mutter bei Dir so tief sitzt. Du warst erst 15, als sie erstmals erkrankte! Das muss nicht nur ihre, sondern auch Deine Welt auf den Kopf gestellt haben.
Ich hoffe, Du findest hier Kontakt zu anderen Angehörigen, die Dich etwas unterstützen können.

In einem anderen Vorstellungsthread habe ich auch schonmal ein paar Links zu Angehörigenvereinigungen gepostet. Vielleicht sollten wir sowas mal in einer Art "Erste Hilfe" zusammenfassen und oben anpinnen. Aber nicht mehr jetzt, ich muss ins Bett.


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#3

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 10:38
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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So wie sich das liest, denke ich, dass deine Mutter viel versucht zu umgehen und das auch schafft....bis heute.
Dem Gedanken von Hotte schließe ich mich dabei auch an. Wie kann man 15 Jahre ein Medikament nehmen, wenn man "nur" eine Episode hatte? Und kein Arzt will deine Mutter behandeln? Wenn das seit 15 Jahren so ist, denke ich, dass deine Mutter solche Themen umgehen kann. Das ist nicht böswillig gemeint. Ich habe selber etliche Jahre gebraucht, bis ich auf die Idee gekommen bin einfach mal zu einem Psychologen zu gehen. Ok, dabei hatte ich noch keine Medikamente, aber schönreden kann man sich so einiges.

Psychose mag ein heikles Thema sein, aber das sind denke ich alle psychischen Krankheiten. Wenn es immerzu müßiger wird, würde ich deiner Mutter stetig aber mit Ruhe einen Psychologen anraten. Für sowas gibt´s ja Therapeuten, Psychiater und dergleichen und wenn man unzufrieden ist, kann man solche Ärzte auch wechseln.
Eine Psyche ändert sich in 15 Jahren sicherlich und deswegen wäre da ein aktueller Stand sehr informativ. Wer weiß, wo deine Mutter jetzt genau steht. Ohne Arzt ist das schwierig zu ergründen, da psychische Krankheiten sehr facettenreich sind und viele Krankheiten Überlagerungen haben. Aktuell kann ich deine Befürchtung nur vertreten. Vielleicht steht sie vor der nächsten Episode...vielleicht hat sie aber auch was anderes. Wenn du die Krankheitsfälle innerhalb der Familie schilderst, können auch andere organische Ursachen mitspielen.

Alles in allem würde ich kurzfristig einen Psychologen versuchen hinzuziehen. Es wird sicherlich mindestens einen geben, der deine Mutter untersucht und betreut.


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#4

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 13:36
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Hallo Hope und alle anderen,

trotzdem ich mich nun schon einige Zeit und auch ziemlich intensiv mit diesen Thematiken (als Angehörige) auseinandergesetzt habe, frage ich mich gerade, was es denn genau ist, was es so unmöglich macht, eine Therapie mit einer psychotischen Person zu machen. Wie wird das begründet?
Es gibt doch Psychologen, die das machen. Warum können die das? Kann mir das vielleicht jemand erklären? Irgendwie hänge ich gerade an dieser Frage fest und es regt mich mal wieder ziemlich auf, daß Menschen, Betroffene wie Angehörige, so derart alleine gelassen werden.

Hope, ich hoffe, Du findest hier einen guten und hilfreichen Austausch.

LG

Schneepferdchen


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#5

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 14:47
von *HOPE84* (gelöscht)
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Hallo Zusammen!

Ich freue mich sehr über eure schnellen Antworten! Vielen vielen lieben Dank!

Ich glaube ich habe mich da falsch ausgedrückt, die Neuroleptika, hat sie vor etwa drei Jahren in der psychiatrischen Klinik verschrieben bekommen. Und dann wohl vor etwa einem halben Jahr abgesetzt.

Entschuldigt bitte jetzt schon den nachfolgenden langen Text.


Meine Mutter hat mich nach der Scheidung von meinem Vater alleine großgezogen (damals war ich 3), daher haben wir auch eine sehr enge Verbindung zueinander.
Bereits mit 10 Jahren erkannte ich, dass meine Mama irgendwie anders war als die anderen Müttern der Schüler meiner Klasse. Die Schüler haben das auch gemerkt. "Anders", wie soll ich das erklären....irgendwie extrem in ihren Ansichten, Vorstellungen usw.
Hysterisches Geschrei war bei uns an der Tagesordnung. Trotz ihrer vielen gleichzeitigen Jobs und dem penibel geführten Haushalt (wenn es sein musste, dann putzte sie das Treppenhaus auch noch nachts nach der langen Schicht in der Gaststätte), war sie immer für mich da und hat eine unabhängige, selbstbewusste Frau aus mir gemacht. Sie gab mir einfach dieses Urvertrauen, dass einem nur eine Mutter geben kann. Grenzenlose Liebe, wie eine Löwin.

Auf der anderen Seite gab es da aber noch diese andere Frau, die von Selbstzweifeln geplagt wurde, die nie mit sich und ihrer Leistung zufrieden war, die soviel gab um ein wenig Anerkennung von Ihrer Umwelt zu bekommen. Egal ob das die Ehemänner, die Eltern oder Bekannte waren (Freunde, gab es nie, das hielt nie lange). Je mehr sie gab, umso mehr wollte sie zurück. Hat sie das nicht bekommen, fand sie Gründe um zu streiten. Keiner war vor ihr sicher. Jedem hat sie die tollkühnsten Dinge unterstellt.

Ich denke, dass liegt an ihrer harten Kindheit. Ihren Eltern hätte man besser verboten Kinder in die Welt zu setzen. Liebe, Zuneigung, Anerkennung? Nicht von denen. Bei mir hat sie alles anders gemacht, als ihre Eltern es bei ihr taten. Sie durfte nicht regelmäßig zur Schule, keine Ausbildung machen.....immer nur Hausarbeit und helfen die anderen Kinder großzuziehen.....

Sie hatte auch mit den Männern leider kein Glück. Da hat sie viele Demütigungen (auch in meinem Beisein) über sich ergehen lassen müssen. Als sie dann endlich den Traummann gefunden hat, kam er mit ihrer impulsiven, launischen Art nicht zurecht und hat bereits kurz nach der Verlobung mit Mama, mit einer Jüngeren das Weite gesucht. Damals war ich 16.

Da sind die Räder wohl ins Rollen gekommen. Allles kam hoch. Nervenzusammenbruch. Morgens fand ich sie völlig abwesend am Tisch sitzend und ins Leere starrend vor. Den Rest der Familie hab ich an diesem Tag noch einmal gesehen, doch auf "Arbeit" mit meiner Mutter hatte damals wohl niemand große Lust. Aus den Augen aus dem Sinn. Nach langem gutem Zureden, ging sie mit mir zum Arzt und auch zum Psychiater. Daraufhin bekam sie Antidepressiva, die sie auch lange eingenommen hat.

Irgendwann kam der nächste Ehemann, die nächste Scheidung, die nächste Lebenskrise....doch ausgelöst wurde diese nicht durch die Trennung, sondern sie war mehr oder weniger der Grund für die Trennung. Vor allem, weil sie sich nicht dazu bewegen ließ, zum Arzt zu gehen. Nach der Trennung hat sie sich völlig von Gott und der Welt abgekapselt. Ihr Leben lief aus den Bahnen, sie hatte einfach keinen Bezug mehr zu irgendwem. Auch ich war ihr verhasst. Obwohl ich trotzdem immer da war. Ich hatte regelrecht Angst vor ihren Gedanken. Erst als ich damit gedroht habe, endgültig den Kontakt abzubrechen, hat sie Einsicht gezeigt und sich in einer Klinik behandeln lassen. Etwa 4 Wochen war sie dort. In die Tagesklinik ging sie nie, da sie sich selbst nicht so empfindet dorthin zu passen.

Der Neurologe meinte so: Gesprächstherapie.....hmmmm....ja.....hmmm....kann man machen....macht kaum einer.....ob`s was bringt.....hmmm....vielleicht.

Na da kommt doch Freude auf. Ein einziger Therapeut hat mir die Chance gegeben, gemeinsam mit Mama bei ihm vorzusprechen. Ergebnis: ich werde ihre Mutter keinesfalls behandeln. Seien sie froh, dass sie wieder einigermaßen auf den Beinen ist, eine Psychoanalyse würde vermutlich alle Fortschritte zunichte machen und könnte ihr schlimmstenfalls den nächsten Schub versetzen.
Sein Tipp: lassen sie los. Leben sie ihr Leben. Sie sind nicht die Mutter ihrer Mutter. Sie würde ich dagege behandeln, doch wenn ich mit Ihnen fertig bin, werden keinen Finger mehr für ihre Mutter rühren.

Was soll man dazu sagen? Ich würde mir mein Herz rausreißen für sie.
Aber langsam komme ich echt an meine Grenzen. Mein eigenes Leben dreht sich auf der Stelle. Immer wenn ich denke, jetzt hab ich mal Ruhe und kann mich auf den Abschluss meines Studiums konzentrieren, dann kommt wieder was Neues. Ich hab noch 16 Wochen, dann steht mein Examen an. Seit gestern bin ich kurz davor alles hinzuschmeißen. Ich pack das nicht, wenn es jetzt wieder losgeht.

Als man ihr die Antidepressiva zum ersten Mal verschrieben hat, ging man noch von Depressionen aus. Sie ist eine wahre Meisterin im verschweigen und verbiegen der Tatsachen. Vielleicht hat dadurch niemand an einen psychotischen Schub gedacht. Ich weiß es nicht, ich war einfach zu jung.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Was würdet ihr tun? Wie gehe ich auf sie zu? Wie kriege ich sie dazu freiwillig zum Arzt zu gehen, bevor es schlimm wird und alles wieder zusammenbricht?

Ich habe auch einer Selbsthilfegruppe hier in meiner Gegend geschrieben und warte noch auf Antwort.

Herzliche Grüße

*HOPE84*


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#6

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 19:57
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ich verstehe nicht, warum Ärzte in deiner Gegen einen Bogen um deine Mutter machen. Man muss nicht direkt mit einer tiefenpsychologischen Therapie anfangen. Was ich so darüber gelesen habe birgt in der Tat Risiken. Auf dem Papier habe ich sowas wie eine tiefenpsychologische Behandlung hinter mir. War aber denke ich eher ein Mix. Kann das jetzt aber auch schwer beurteilen, da ich "erst" seit einem Jahr in Behandlung bin. Unabhängig davon, was man für eine Therapie macht, sollte man erstmal anfangen. Was aus der Therapie dann wird, sieht man anschließend.
Das Stammeln von deinem geschilderten Arzt disqualifiziert ihn, aber das kann doch jetzt auch nicht der einzige in der Gegend sein.
Wie du aber beschrieben ist, muss man erst deine Mutter dazu bekommen überhaupt eine Therapie anzufangen oder wiederanzufangen. Zwingen kannst du sie nicht und du solltest ausloten wo deine Grenzen liegen. Mit deinen Gedankengängen vor einem persönlich wichtigen Schritt, dürfte dies eine Grenze sein. Nachdem im Verhalten deiner Mutter sicherlich auch viel Routine, bekommst du gerade diese nicht in ein paar Wochen wieder geradegebogen und selbst wenn sie jetzt sofort eine Therapie anfangen könnte, bedeutet das nicht, dass der Spuk damit ein Ende hat. Danach kann das ganze noch aufwühlender werden, für mindestens euch zwei.


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#7

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 21:51
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Schneepferdchen,

mit Psychotikern soll man nicht aufdeckend arbeiten, weil die aufgewühlten Emotionen eine Psychose auslösen können. Grundsätzlich geht man bei einer Psychotherapie von einer "Erstverschlimmerung" aus und diese möchte man dem Psychotiker wohl nicht zumuten.
Ich glaube, viele haben einfach keine Lust, verklagt zu werden. Wenn eine akute Episode nach Therapiebeginn auftritt, gerät der Therapeut eben leicht in Verdacht, etwas falsch gemacht zu haben.
Dazu kommen dann jene, die davon überzeugt sind, da stimme etwas im Gehirn nicht (Hirnstoffwechselstörung) und mit Gesprächen ließe sich ohnehin nichts ausrichten.
Diejenigen, die NL-Einnahme voraussetzen, um überhaupt ein Gespräch zu beginnen, sind da noch nicht dabei.


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#8

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 21:54
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Hope, ich finde den Rat gar nicht so verkehrt: Du bist nicht die Mutter Deiner Mutter.
Und von einer Psychoanalyse (dh täglich auf die Couch und seziert werden) würde ich als Psychoseerfahrener auch abraten. Das dreht das Gedankenkarussell unnötig an.


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#9

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 27.10.2014 23:20
von Cellardoor | 486 Beiträge | 784 Punkte
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Der Mensch ist auch immer eine Summe seiner Begegnungen.
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#10

RE: Was tun, wenn die Mama in die nächste Psychose fällt.....

in Treffpunkt für Angehörige 28.10.2014 12:29
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Hallo Hotte,

aber soetwas wie eine Psychosebegleitung wäre doch für einige denkbar, oder? Muß ja nicht aufdeckend sein, sondern nur begleitend. Ich meine, das mal irgendwo gelesen zu haben.

Gruß

Schneepferdchen


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