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#1

Ich habe meine Bruder sehr lieb

in Treffpunkt für Angehörige 22.10.2014 11:18
von Hasenzähnchen86 (gelöscht)
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Liebe Alle,

ich muss mal was loswerden. In meinem anderen Post habe ich geschrieben, dass mein Bruder an Psychose erkrankt und er momentan nicht auffindbar ist.
Mal was ganz anderes: Ich habe ihn so lieb. Es tut mir weh ihn leiden zu sehen. Meine Familie und ich haben in den vergangenen 10 Jahren sehr viel mitgemacht. Erst vor 2 Jahren habe ich verstanden: Er kann nichts dafür. Ich möchte allen Betroffenen, sowohl Angehörigen als auch Selbstbetroffenen, hiermit den Mut geben niemals aufzugeben. Es ist schwer. Unsere Umgebung hat keinerlei Verständnis für das was wir durchmachen. Doch wen interessiert das, wenn wir uns haben und alle zusammenhalten? Situationen, in denen wir fallen, müssen wir zum Anlass nehmen wieder aufzustehen. Ich selbst habe gleich meine letzte Examensprüfung und werde sie für meinen Bruder bestehen. Er ist immer bei mir in meinem Herzen, ganz egal was passiert.
Liebe Angehörige, auch wenn es manchmal schwer fällt, haltet zu euren Familienmitgliedern. Nur so besteht Hoffnung, die sich irgendwann als fruchtbar herausstellen wird. Schätzt das Leben des anderen und informiert euch gut. Ich mache mich nach meiner Prüfung auf die Suche nach dem Glück, was noch aussteht. Ich werde meinen Bruder finden und er wird sich helfen lassen. Man kann niemanden zwingen sich helfen zu lassen, auf die Idee muss er selbst kommen. Aber wenn ich ihm beistehe, dann wird er es mit Sicherheit schaffen. Daher mein Appell: Seht nach vorne und nehmt Hilfen wahr, die euch aufgezeigt werden. Jeder, der an Psychose erkrankt ist, ist ein besonderer Mensch, welcher besondere Bedürfnisse hat. Das macht ihn nicht zu einem merkwürdigen, sondern zu einem ganz besonders liebenswerten Wesen, was Liebe braucht.

Ich wünsche euch allen Kraft, Halt und ein erfolgreiches Leben.


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#2

RE: Ich habe meine Bruder sehr lieb

in Treffpunkt für Angehörige 22.10.2014 12:28
von Hirnsehprogramm | 1.227 Beiträge | 2493 Punkte
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Hallo, und schönes Statement! Ich habe es mal in den Angehörigenbereich verschoben, ich glaube da passt es besser hin.

Meine Angehörigen (Eltern, Geschwister) habe auch selbst gesagt, dass sie erst ihre Mühe hatten das ganze zu verstehen, aber mit der Zeit gelernt haben, den Menschen für sich zu sehen und zu respektieren, und die Erkrankung und ihre Folgen anders einzusortieren. Vielleicht ist es eines der grösseren Probleme, dass Angehörige von Erkrankten erwarten, dass sie noch in jeder Hinsicht funktionieren sollen wie ein gesunder und auch so bewertet werden, und dass gleichzeitig krankheitsbedingtes sehr persönlich und nicht für sich genommen wird. Du scheinst das jetzt anders (besser) begriffen zu haben!


1 Mitglied hat sich bedankt!
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#3

RE: Ich habe meine Bruder sehr lieb

in Treffpunkt für Angehörige 22.10.2014 16:16
von Hasenzähnchen86 (gelöscht)
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Dankeschön :)

Ich weiß jetzt einfach, dass man nicht aufgeben darf. Ich hatte riesige Angst vor meiner Prüfung heute. Diese war echt nicht einfach. Aber: Ich habe mich durchgebissen und gekämpft um sie zu bestehen und habe es geschafft. Auch ich war einmal am Tiefpunkt angelangt, mit Klinikaufenthalt, etc. Aber ich habe gelernt, wenn alle zusammenhalten, ist es zu schaffen. Die Psychose ist komplex, undurchsichtig, nicht einfach. Aber wenn man sie als Gegebenes akzeptiert und versucht damit umzugehen, dann haut es schon hin. Das kann Wochen, Monate, in unserem Fall Jahre dauern. Wie lange braucht man denn, um einen Beruf zu erlernen? Mindestens 2,5-3,5 Jahre. Das gilt mal mindestens für die Psychose. Nehmt euch die Zeit dafür, sie wird belohnt. Ich werde über das Schicksal meines Bruders berichten. Er ist nicht verloren, sondern noch nicht auf dem richtigen Weg.

Alles Liebe,

Schnuffel


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#4

RE: Ich habe meine Bruder sehr lieb

in Treffpunkt für Angehörige 22.10.2014 16:26
von Schneepferdchen (gelöscht)
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Hallo Schnuffel88 und alle anderen Mutmachenden,

diese Ausführungen nehme ich mal zum Anlaß ein wenig zu schreiben. Ich empfinde das alles nämlich genauso. Ich bin Angehörige meines betroffenen Bruders, besten Freundin und eines entfernteren Bekannten. Außerdem kenne ich eine super engagierte Mutter sehr gut, die ihren Sohn vor einigen Jahren durch 2 Psychosen begleitet hat, ohne daß dieser währenddessen Medikamente nahm und seitdem symptomfrei lebt.

Ich finde auch, an erster Stelle sollte der Zusammenhalt stehen. Egal, was passiert, man sollte nie hoffnungslos sein. Dahin gelangt man m. E. durch ausgiebige "Eigen-Information", denn durch Ärzte wird man meiner Erfahrung nach nicht ausreichend und/oder falsch informiert. Das erfordert natürlich viel viel viel Zeit und auch wirkliches Interesse. Und man muß sich insgesamt auf heftige Empfindungen, negative wie positive, gefasst machen, aber im Laufe der Zeit wird alles leichter und der Zusammenhalt noch gestärkter.

Ich habe, und dafür bin ich sehr dankbar, sehr viel über das Leben, andere Menschen (was ist Freundschaft, was ist Liebe ?) und vor allem über mich selbst gelernt.
Und ein vorläufiges Fazit, denn ein Ende gibt es hoffentlich nicht (Leben ist Lernen), ist: ich bereue keine Sekunde.

Ach ja, noch was habe ich gelernt: man darf auch lachen. So schwer das alles auch sein kann und oft auch ist, mit "meinen Leuten" kann ich auch sehr viel Spaß haben und darüber freue ich mich sehr.

Vielen Dank für´s Mutmachen und ich wünsche auch allen Kraft, Hoffnung, Halt, Humor, ein erfolgreiches Leben und gönnt Euch auch mal Ruhepausen zur Entspannung, das ist wichtig zum Weitermachen.

Liebe Grüße
Schneepferdchen


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