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#1

Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 10:24
von FamS (gelöscht)
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Hallo,

es geht um meinen Schwager, der seit Jahren immer wieder Psychosen hat.
Ich muss wahrscheinlich etwas weiter ausholen, damit alles verständlich wird. Also schonmal sorry, falls es sehr lang wird :)

Mein Schwager musste in seiner Kindheit viel Gewalt ertragen. In meinen Augen hat er diese traumatischen Erfahrungen bis heute nicht verarbeitet, da er versucht, die wiederkehrenden Erinnerungen mit Drogen zu betäuben.

Die Psychosen haben vor ungefähr 4 Jahren angefangen. Damals dachten wir noch, dass es sich um extreme Eifersucht handelt. Heute wissen wir, dass er zu dem Zeitpunkt schon psychotisch war.

Ich will gar nicht so viel über die Vergangenheit erzählen. Die momentane Situation reicht, um sich ein genaues Bild zu machen.

Letztes Jahr, kurz vor Silvester, kam mein Schwager zu meinem Mann und mir. Er berichtete uns ganz aufgeregt, dass er verfolgt werden würde und dass ihn alle Menschen beobachten würden. Er war fix und fertig und ließ sich kaum beruhigen. Wir kannten diese Ängste schon von ihm, doch diesmal war es schlimmer als sonst.

Wir hatten den Eindruck, dass er wieder mehrere Tage nicht geschlafen hat und versuchten, ihn bei uns zu halten, damit er sich nicht wieder irgendwelche Drogen besorgt (die nimmt er übrigens nicht nur, um die traumatischen Erlebnisse aus der Kindheit zu verdrängen, sondern auch, um die Symptome der Psychose zu überdecken. Wenn er runterkommt, sind die Symptome allerdings um so heftiger da.).

Tatsächlich blieb er bei uns und schlief dann vor lauter Erschöpfung relativ schnell ein.

Am nächsten Morgen wirkte er immer noch sehr verängstigt. Er erzählte uns, dass er sich hinter Büschen versteckt hat, damit die Leute ihn nicht sehen. Er vermutete, dass seine Ex Freundin sich prostituiert und wollte so Beweise sammeln. Er erzählte irgendwas von "technischen Geräten". Seine Ex Freundin wäre verkabelt worden, damit ihre Zuhälter Kontrolle über sie und ihn hätten.
Für uns ergab das keinen Sinn, da wir seine Ex Freundin natürlich kennen und genau wissen, dass nichts von dem wahr ist.

Weiter erzählte er, dass irgendjemand in seiner Wohnung Kameras installiert hätte. Er hat versucht, seinen Fernseher und sein Handy auseinander zu bauen, um die Kameras aufzuspüren.

Er vermutete, dass er ständig von irgendwelchen Leuten (speziell von den Zuhältern) beobachtet werden würde. Das war dann auch der Grund dafür, dass er schon seit Monaten nur noch in seiner dunklen Wohnung hockte. Die Jalousien waren immer runtergelassen, damit niemand in seine Wohnung gucken konnte. Zu dem Zeitpunkt wohnte er im 2. Stock. Es wäre also gar nicht möglich gewesen, dass man von der Straße aus irgendwas sehen konnte.

Desweiteren erzählte er irgendwas von Stimmen, die er hört. Diese Stimmen würden ihm sagen, dass überall Kameras wären und dass er der Sache auf den Grund gehen müsse.

Um die Sache abzukürzen: wir machten uns große Sorgen um ihn und mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, damit er in eine Klinik geht, weil er meinte, dass alles, was er uns erzählt, der Wahrheit entspricht. Als wir von unseren Zweifeln erzählten, war er der Meinung, dass wir krank wären.

Letzten Endes haben wir ihn in eine Klinik gebracht, wo er auch mehrere Wochen blieb und Medikamente bekam.
Nach einiger Zeit bemerkten wir einen Rückgang der Symptome, es schien ihm besser zu gehen.

Als er entlassen wurde, setzte er die Medikamente sofort ab, weil er davon zu sehr zugenommen hat.
Kurze Zeit später kamen die Symptome zurück.

Ich kann mittlerweile gar nicht mehr sagen, ob das alles nur durch die Drogen ausgelöst wird, da er einfach immer irgendwelche Wahnvorstellungen hat. Er kommt auf die verrücktesten Dinge, die für ihn aber absolut logisch und begründbar sind.

Wir haben wirklich alles versucht. Wir haben versucht, ihm klar zu begründen, warum das alles nicht stimmen kann. Wir haben versucht, auf seine Wahnvorstellungen einzugehen. Wir haben versucht, ihn zu überreden, wieder in eine Klinik zu gehen. Wir haben versucht, den Kontakt abzubrechen. Wir haben versucht, ihm geduldig zuzuhören. Aber alles, was wir machen, scheint falsch zu sein.
Er sieht mittlerweile in jeder Äußerung unsererseits einen Angriff. Alle Menschen sind potentielle Feinde. Selbst meinem Mann hat er unterstellt, dass er Kameras in seinen Fernseher gebaut hat, um ihn zu beobachten.

Seine Ex Freundin will mittlerweile keinen Kontakt mehr zu ihm. Er hat keine Freunde mehr. Er traut sich kaum noch zur Arbeit zu fahren, weil er morgens immer wieder die gleichen Autos sieht, die an ihm vorbei fahren (dass diese Menschen auch auf dem Weg zur Arbeit sind, versteht er nicht. Er denkt, dass er von den Menschen beobachtet wird.)
Die Jalousien sind immer noch geschlossen.
Manchmal ist es so, dass er aus dem Nichts auf die Straße rennt, weil er denkt, dass dort jemand steht.
Er schließt jedes Zimmer hinter sich ab, weil er Angst hat, dass er verfolgt wird.

Zwischenzeitlich konnte ich ihn überreden, nochmal zum Arzt zu gehen und Medikamente zu nehmen. Die Symptomatik wurde natürlich rasch besser. Allerdings hat er davon wieder ein paar Kilos zugenommen und alles wieder abgesetzt.

Ich weiß nicht mehr, wie es weitergehen soll. Die ganze Familie hat Angst vor ihm, weil er während eines akuten Schubs durchaus auch gewalttätig wird.

Habt Ihr eine Idee, wie wir ihm helfen können? Wie sollen wir mit ihm umgehen? Ich bin einfach nur noch verzweifelt, weil ich große Angst habe, dass er das alles irgendwann nicht mehr ertragen kann (ich stelle mir diese Gedanken und Stimmen zumindest sehr, sehr anstrengend vor) und sich was antut.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr Tipps für mich hättet.

Liebe Grüße,
FamS


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#2

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 11:49
von Gandalf (gelöscht)
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Hi FamS,

Drogen sind schon mal gar nichts bei Psychosen da tut man sich keinen gefallen, selbst bei Zigaretten nicht. Da kann man zum Beispiel E-Zigaretten nehmen um davon los zu kommen.

Was Traumatische Erlebnisse angeht sollte man sich einen Psychologen suchen der mehr davon versteht.

Was so Überwachungsgedanken angeht kenne ich das gerade auch bei Fernseher da tut man gut daran diese Geräte vom Netz zu trennen, da zum Teil diese über Nacht updates machen und andere Dinge die einen leicht verunsichern können, ganz abgesehen vom E-Smog.
Ich neige dazu meine Elektrischen Geräte meinst über Nacht auszuschalten, weil so Strahlungsgeschichten bei ner Psychose vielleicht zusätzlich den Schlaf beeinträchtigen so muss man sich dann normal auch weniger Gedanken wegen Überwachung machen, wenn man solchen Gedanken nachgeht. Wenn man überwacht wird bekommt man das in der Regel nicht mit und das etwa NSA und soweiter Daten filtert ist denken ich soweit bekannt und man muss sich davor normal auch nicht fürchten.
Denke mal in der Psychose ist man einfach sensibeler bei solchen Geschichten und sucht dann irgendwo danach woran es liegen kann. Bei heutigen Elektronischen Geräten ist Überwachung durchaus machbar sind aber meistens paranoide Vorstellungen. Bei mir schaltet sich manchmal Tags über oder in der Nacht der Fernseher zumindest bei der Standbyeleute ein ich muss sagen das nervt mich auch und ich kenne auch Situationen wo sich der Bildschirm von Geräten wie aus Zauberhand von selbst aufwacht vom Standbye nur als ich in die nähe gekommen bin ohne Mausberührung, wo man leicht auf solche überwachungsgedanken kommen kann, das hatte ich aber zum Teil auf der Arbeit und solche Dinge können verunsichern und nachdenklich machen wenn man keinen logischen Grund findet, da liegen so Überwachungsgedanken dann Nahe.

Das mit beobachtungsgedanken anderer Menschen kenne ich auch da man wie aus Geisterhand von anderen auf Dinge aufmerksam gemacht werden kann die man dann irgendwie auf sich beziehen kann, da kann man sich schon fragen inwiefern da ein vorwissen da ist und wie andere nun darauf kommmen. Denke man sollte das aktzeptieren gehört zur Symptomatik und kann auch anhaltend sein also immer mal auftreten wenn man unter Leute geht, wichtig ist vor allem das man nicht akut ist.

Drogen vor allem Illegale lösen Psychosen aus, da muss er sich wirklich davon trennen und tut sich keinen gefallen damit, auch mit Alkohol muss man aufpassen da das Suchtpotential eben mit der Erkrankung auch steigen kann, kein Beruhigungsmittel ist das nicht und es löst keine Probleme.

Wenn der Schlaf wegbricht ist man normal schon sehr akut oder es folgt daraufhin die akute Fase, da muss man spätestens mit Medikamenten entgegensteuern. Die Nls, wirken eher im Gegenteil wie eine normale Droge, von daher werden sich auch seine Symptome dann verschlimmern.

Du kannst ja mit ihm zu einem Psychater gehen und dich verträgliche Medikamente verschreiben lassen, damit er runter kommt, ganz ohne ist es schwierig und wenn man nach einen Aufenthalt sofort ganz absetzt ist man innerhalb von Monaten wieder akut. Es gibt Medikamente die weniger Dick machen als in den Kliniken, da sollte man sich genau beraten lassen und informieren darüber. Oft reichen kleine Dosierungen nach eine akuten Fase völlig aus aber ohne geht es nuneinmal schlecht oder nur unter den von dir genanten Schilderungen, so ein akuter zustand wird eher schlimmer als besser und je länger man akut ist umso Härter geht man in den Kliniken vor und umso mehr Medikamente werden benötigt, es kann sich chronifizieren etc. von daher sollte man rechtzeitig einen Arzt aufsuchen und im klar machen das vieles krankheitssymptome sind die behandelt werden sollten damit er sich da nicht in etwas verrennt. So ein akuter Zustand ist belastend und man nimmt in der Regel gerne begrenzt die Medikamente um da wieder klar zu werden. Drogen sind auf jeden Fall falsch und helfen ihm nicht es sollten Neuroleptika sein und da gibt es welche die nicht dick machen und nicht so schlimme sind wie zum Teil in Kliniken, oft schreckt diese Vorstellung davon ab zu einen Psychater zu gehen und man lässt es bis es nicht mehr geht über sich ergehen.

Ihr könnt da halt nur bedingt was mit Gesprächen machen wenn er akut ist, da helfen Medikamente und schon niedrige Dosierungen also die Wirkung ist nicht davon abhängig wie schlecht es einen mit den Medikament geht, gibt da auch Verträgliches und normale Dosierungen. Also Tabletten sind da noch am besten so das es nicht zuviel wird und er auch in der Dosis varieren kann bei Spritzen kommt man schnell zu den Punkt wo man sagt "Ich mache das nicht mehr mit" und aus frust absetzt ganz was immer dann zu so etwas führt.

Ein Psychater kann ihn in der Regel nicht festhalten, weshalb man da einen Facharzt in der Umgebung aufsuchen sollte, bei Kliniken wird oft Zwangsbehandlung eingesetzt und das führt nur zur Krankheitsuneinsicht.

Gruß


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#3

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 12:16
von snuggles (gelöscht)
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In so einem akuten Fall würde ich dringend zu einer stationären Behandlung raten. Das sind leider die ganz typischen Symptome einer Psychose und die verschwinden nicht über Nacht. Wahnideen werden umso hartnäckiger, je länger sie nicht behandelt werden und dein Schwager befindet sich mittendrin. Bevor noch etwas Schlimmeres passiert, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Ohne Medikamente wird es vermutlich nicht gehen und die können enorm hilfreich sein, damit sich der Schwager wieder etwas beruhigt.

Fazit: Dringender Handlungsbedarf, Arzt einschalten und Schadensbegrenzung betreiben

MfG


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#4

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 13:05
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Letztendlich ist die Ursache für eine Psychose ein Transmitter Ungleichgewicht im Gehirn eines Menschen, was nur durch die Einnahme von Medikamenten ausgeglichen werden kann.

Alle Symptome sind Reaktionen vom menschlichen Organismus auf dieses Transmitter Ungleichgewicht im Gehirn.

Es ist manchmal erschreckend, wie sensibel der menschliche Organismus reagiert.

Alle schizophrnen Äußerungen und Handlungen Deines Schwagers haben daher eine organische Ursache und können nur durch Medikamente behandelt werden. Die Einsicht Deines Schwagers ist der erste Schritt in ein gesundes und angenehmes Leben mit Medikamenten.

Eine mit Medikamenten behandelte Schizophrenie kann zu einem angenehmen erfahrungsreichen Leben führen.


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#5

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 13:38
von Molly | 2.886 Beiträge | 13622 Punkte
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Zitat von NIS im Beitrag #4


Die Einsicht Deines Schwagers ist der erste Schritt in ein gesundes und angenehmes Leben mit Medikamenten.

Eine mit Medikamenten behandelte Schizophrenie kann zu einem angenehmen erfahrungsreichen Leben führen.


Hallo NIS!

Leider ist das nicht in jedem Fall so. "Kann", aber nicht "muss"! Nicht umsonst setzen viele die Medikamente nach einer Weile wieder ab. Die Nebenwirkungen sind oft zu schlimm. Es braucht oft lange Zeit und das Glück an den passenden Arzt zu geraten, bis die richtige Medikation in der richtigen Dosis gefunden ist. Bis es so weit ist, kann das Leben mit den Medikamenten zur Hölle für den Betroffenen werden. Nicht zuletzt wegen den sedierenden Nebenwirkungen, wird man von vielen dann auch noch als faul hingestellt. Es gibt heute zwar auch Medikamente, die gegen die Antriebsschwäche wirken, aber sie wirken dann nicht bei jedem gegen die Symptome der Krankheit oder sie werden gar nicht verordnet.

Klar sind die Medikamente essentiell um aus diesem Mist rauszukommen. Allerdings braucht der Mann zusätzlich ein Training für soziale Kompetenz und Psychotherapie. Ohne dieses wird er nie verstehen, dass er in der Psychose falsche Schlüsse aus Geschehnissen in seiner Umgebung gezogen hat.

LG,


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
zuletzt bearbeitet 27.09.2014 13:43 | nach oben springen

#6

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 13:54
von NIS (gelöscht)
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Hi Molly,
2013 war ich vier Monate in der geschlossenen Psychiatrie, weil ich die Einnahme von Medikamenten verweigerte! Es war die Hölle!

Heute bekomme ich ein neues Medikament, ein echtes "Wundermittel". Die Depot Spritze (Xeplion), die ich jeden Monat bekomme, kostet auch über 600 €, was zum Glück die Krankenkasse zahlt.

Sie gleicht jedes Transmitter Ungleichgewicht im Gehirn automatisch aus. Man muss sich das wie ein Waage vorstellen, die durch das Medikament im Gleichgewicht gehalten wird. Bei jedem Ungleichgewicht wirkt der Wirkstoff Paliperidon dem Ungleichgewicht sofort entgegen. Wenn man gesund ist und die Transmitter natürlich im Gleichgewicht bleiben, merkt man von dem Medikament nichts, also auch keine Nebenwirkungen!

Xeplion ist ein Biochemisches High Tech Produkt! Seit November 1993 habe ich keine Psychosen oder Depressionen mehr gehabt!

Leponex bekomme ich seit über 10 Jahren, hat aber alleine bei mir nie die Wirkung von Xeplion erreicht.

Die Kombination von Xeplion und einem zweiten Produkt ist empfehlenswert.


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#7

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 14:00
von Molly | 2.886 Beiträge | 13622 Punkte
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Nicht bei jedem wirkt jedes Medikament gleich. Schizophrenie kann durch ein Ungleichgewicht in verschiedenen Hirnregionen ausgelöst werden und je nach dem sind dann wohl auch verschiedene Medikamente wirksam. Ich hatte dazu mal einen Link zu einem Vortrag eines Professors, der auf YouTube hochgeladen war.

Hier 1. Teil: https://www.youtube.com/watch?v=ELBbKDu0A6Y

2. Teil: https://www.youtube.com/watch?v=A5LFckyVHgw

Ich weiß leider nicht mehr, in welchem Teil das gesagt wurde.


Mein Wahlspruch: Halte niemals mit einer Hand die Vergangenheit fest, denn du brauchst beide Hände für die Zukunft!
zuletzt bearbeitet 27.09.2014 14:06 | nach oben springen

#8

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 14:15
von Hirnsehprogramm | 1.199 Beiträge | 2288 Punkte
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NIS, freut mich ja dass du so gute Erfahrungen mit diesen Medikamenten machen durftest, wir haben allerdings ein Extra Unterforum, das für Erfahrungsberichte mit den individuellen Medikamenten gedacht ist.

Alles in allem sind die Erfahrungen, die Betroffene mit diesen Medikamenten machen teils sehr unterschiedlich. Und es stimmt auch - das Absetzen ist leider meist ein Garant für einen erneuten Schub. Und grade die unangenehmen Nebenwirkungen lassen Menschen diese Medikamente dann unbedacht absetzen.

Das wichtigste sollte natürlich sein, dass dein Schwager irgendwie wieder zur Medikation kommt, wenn sie hilfreich wirkt. Es ist aber auch so, dass es nicht nur ein Medikament in einer Dosierung gibt, sondern eine ganze Palette verschiedenster, mit unterschiedlichen Nebenwirkungen, aber ähnlichem Konzept. Es kann auch mal längere Zeit in Anspruch nehmen eines zu finden, und die richtige Dosierung, wo die Wirkung gut ist aber die Nebenwirkungen sich im Rahmen halten - das kann dann aber auch einen Zuwachs an Lebensqualität bedeuten. Leider gibt's da wohl keine Faustregeln, was für wen am besten wäre.

Was die Kombinationen von Neuroleptika angeht, sind die Meinungen eher gespalten, manche Ärzte schwören drauf, andere berufen sich auch gerne mal auf Studien, die keinen Zusatznutzen daraus aufgezeigt haben. Auch werden die Dosierungen in der Klinik oft direkt und sehr hoch angesetzt, und dann ist die Nebenwirkung meist nicht nur so etwas wie Gewichtszunahme oder (dann evtl stärker ausgeprägte) extrapyramidale Symptome, sondern kann auch ein sehr unangenehm gedämpftes/verlangsamtes Gefühl sein. Also je nach dem wie sie individuell vertragen werden, sind diese Medikamente schon etwas, das als sehr unangenehm empfunden werden kann, und nicht irgendwelche Zuckerpillen. Psychosen ganz unterdrücken oder wenigstens mehr oder weniger stark lindern können sie aber in den meisten Fällen schon sehr gut. Und es kann durchaus seine Zeit dauern, bis der Effekt voll da ist, und eine Gewöhnung an das Medikament stattgefunden hat - vielleicht informiert ihr euch und redet mit ihm gezielt darüber, warum er abgesetzt hat, um herauszufinden was ihn dabei am meisten gestört hat. Wenn es z.B. die Gewichtsproblematik war, dann gibt es andere Präparate bei denen dieses Problem nicht so ausgeprägt sein muss, wenn ihn die zu starke Dämpfung gestört hat, dann könnte man auch mit Ärzten verhandeln nach einer gewissen Zeit vorsichtig (!) die Dosis etwas zu senken, und das gut zu beobachten. Von einem Tag auf den anderen abzusetzen ist leider, wie ihr ja schon gemerkt habt, sehr riskant und kann unangenehme Folgen haben.


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#9

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 27.09.2014 15:21
von Molly | 2.886 Beiträge | 13622 Punkte
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Sicher kann das Absetzen unangenehme Folgen haben, aber zumindest weiß man gerade beim abrupten Absetzen sofort, wie man sich ohne Medikamente fühlt und da gibt es meist um Welten Unterschiede. Die Ärzte behaupten ja aus Angst, dass man absetzt oft, Nebenwirkungen der Medikamente seien Symptome der Krankheit. Spätestens zwei Tage nachdem man abgesetzt hat, merkt man aber, was wirklich Sache ist. Man fühlt sich nämlich wie vor der Psychose. Leider schützt einen diese Erfahrung nicht davor, dass die wirklichen Symptome der Krankheit innerhalb von wenigen Wochen wiederkommen... Und das oft dermaßen schleichend, dass man außer eventuellem bewusstem Stimmenhören die Symptome gar nicht erkennt.


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zuletzt bearbeitet 27.09.2014 15:26 | nach oben springen

#10

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 28.09.2014 14:29
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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In einigen Beschreibungen aus dem ersten Post kann ich meine eher psychotischen Zustände wiederfinden, wobei ich jetzt keine Traumata habe, die ich zu bewältigen hätte.
Aus diesem Grund würde ich ebenfalls einen Arzt konsultieren, auch wenn man das gerne aufschiebt, mal auch wieder für unnötig ansieht und dergleichen. Heute nehme ich zwar eine recht hohe Dosis an Medikamenten, aber viele Symptome sind abgeklungen. Gelegentlich rutsche ich in alte Muster, bleibe "dort" aber nicht mehr "so lange".

Hier gibt´s im Forum viele Beispiele, wo eine Therapie + Medis den Patienten geholfen hat. Es gibt aber auch viele Beispiele, wo Patienten davon berichten, dass sie sich wie Zombies und so fühlten und gegen Medis sind. Daher muss ein Gang zum Arzt nicht gleich Wunder bewirken.

Es ist neutral gesehen ein erster Schritt mit unbekanntem Ausgang.

Ich glaube das einzige was man sagen kann ist, dass es seine Zeit braucht, bis vielleicht überhaupt was passiert. Geht man den ersten Schritt jedoch nicht, so ist wahrscheinlich gewiss, dass umso mehr Zeit in die Psychose übergeht. Wenn man nicht gerade an einen komplett verpolten Arzt gerät, kann es denke ich aber nicht schlimmer werden, was schon etwas Wert sein sollte.

Was das Absetzen angeht. Ich habe in der Vergangenheit mal "aus versehen" leicht abgesetzt. Mal ein Wochenende meine Medis nicht genommen und einmal drei Dosen hintereinander vergessen, wo ich bereits eine erhöhte Dosis bekam. Man merkt sehr schnell, wie man abrutscht. Es bleibt das hier bereits beschriebene empfindliche Gleichgewicht, dass schnell kippen kann. Es sollte zwar selbstverständlich sein, aber verpasste Dosen sollte man nicht "nachholen". Das nur als Randnotiz.


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#11

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 28.09.2014 15:32
von Hirnsehprogramm | 1.199 Beiträge | 2288 Punkte
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Allerdings. Die Medikation - die allermeisten hier nehmen eine solche ein - ist nach heutigem Stand der Medizin nicht nur die wichtigste Säule der Behandlung, sondern (leider) auch eine ziemlich allein tragende. Ich habe auch die Erfahrung machen müssen, dass dabei absolute Gleichmässigkeit nötig ist, denn der Stoffwechsel wird dadurch dauerhaft zu etwas hin verschoben, das eben psychotisches Erleben reduzieren oder gänzlich beheben kann. Zu starke Schwankungen bedeuten meist wieder Ausschläge in alle möglichen Richtungen, auch wenn die relevanten Systeme teils etwas träge zu reagieren scheinen.

Was hoffentlich schon klar genug ist, was ich aber noch einmal wiederholen möchte: Drogen (um was für welche geht es eigentlich?) können je nach Substanz massiv destabilisierende Wirkung haben. Das kann auch für Alkohol gelten. Manchmal ist die negative Auswirkung direkt erfahrbar, manchmal baut sie sich mit dem Konsum langsam auf. Ein Gehirn das zu Psychosen neigt, ist gewissermassen auf wackligeren Beinen als das eines Gesunden, und um es wieder mit festeren Stand zu bringen sind stabilisierende Massnamen nötig, wozu ich unter anderem auch eine Vermeidung von Stress, und genügend Schlaf zählen würde, sowie die Überwindung möglicherweise vorhandener anderer Psychischer Probleme.


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#12

RE: Mein Schwager braucht Hilfe

in Treffpunkt für Angehörige 28.09.2014 19:20
von Hotte | 1.621 Beiträge | 4650 Punkte
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Hallo FamS,

wie auch Snuggles sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf.

Als Alternative zu Klinik und Neuroleptika würde ich die Unterbringung in einer Soteria vorschlagen. Sollte es in eurer Nähe keine solche Einrichtung geben, könnt ihr selbst eine schaffen.
Gemeint ist einfach eine Wohngemeinschaft, in der sich die Menschen gegenseitig unterstützen und durch die Psychose begleiten. Menschen mit Psychiatrieerfahrung wie auch Gesundheits- und Krankenpfleger sind hierbei hilfreich, aber nicht essentiell.

Dabei nehme ich an, dass es sich um eine weitere akute Episode handelt und Dein Schwager nicht bereits chronifiziert ist. Sollte das Hirnstoffwechselgleichgewicht durch Drogen/Medikamente nachhaltig gestört sein, empfiehlt sich die Gabe von Neuroleptika und das langsame Ausschleichen über Monate hinweg nach Abklingen der psychotischen Symptome.

Die Trennung von der Ex dürfte vorteilhaft sein, da die Zuhältergeschichte auf mich den Eindruck macht, als wenn es ihn überfordert hat, dass seine Partnerin als Prostituierte tätig war.

Einen Drogenentzug möchte ich anraten, sobald Dein Schwager stabilisiert ist.
Sollte er daran dann kein Interesse haben, würde ich (!) ihn eiskalt fallen lassen. Meiner Erfahrung nach ist die Sucht stärker als alle Liebe.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Nerven, FamS, und Deinem Schwager gute Besserung.

/edit:
Verzeihung, die Ex prostituierte sich nicht wirklich. Schlampig gelesen.
Dann ist die Interpretation etwas anders. Ich kenne den Mann ja nicht wirklich.
Wenn man die Gedankengänge, die er hat, Schrittchen für Schrittchen nachvollzieht, erscheint alles logisch und plausibel. Nur hier und da stolpert er etwas und das ist das, was ihm selbst nicht auffällt und daher vor Augen geführt werden sollte, sobald er dafür aufnahmefähig ist.
So war es jedenfalls bei mir und ich vermute, es geht jedem Menschen mit inkohärentem Denken ähnlich.


---
Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Limonade draus! (G. Sielaff)
Mein Blog: ingo-schreibt-anders.blog
zuletzt bearbeitet 28.09.2014 19:39 | nach oben springen


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