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#1

Partner- Kommunikation in der Psychose

in Treffpunkt für Angehörige 16.09.2014 13:08
von Cortex (gelöscht)
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Hallo Zusammen

ich bin seit anderthalb Jahren mit meinem Freund zusammen, Er hat paranoide Schizophrenie. Bisher hatte er eine Episode, ie erste, als wi uns kennenlernten war err symptomfrei. Da war er seit einem Jahr symtom und medikamentefrei. Wir haben anfangs viel darüber gesprochen, wie es ist und war. Ich wollte verstehen, was "es" überhaupt ist und wie er denkt und fühlt.
So lebten wir glücklich vor uns hin, bis es ihm vor ein paar Monaten immer schlechter ging.
Er macht gerade seine zweite Ausbildung, die ist sein Lebensinhalt und er will sie unbedingt schaffen, für ihn ist es sein Beweis "normal sein zu können". Jedoch raubt ihm die Ausbildung und die Umstände dort viel Kraft und Nerven, er überarbeitet sich und gibt immer 100 %, da er es unbedingt schaffen will. Nächstes Jahr ist er fertig. Eigentlich sind wir super glücklich zusammen, verstehen uns großartig und auf vielen Ebenen und habe eine starke innere geistige und emotionale Verbidung und viel Spaß.
Nun kam es dazu, dass wenn wir uns gesehen haben immer kleinere Anlässe dazu führten, dass er sich missverstanden, oder angegriffen fühlt. Ích selbst bin emotional eher instabil, bzw fühlte ich mich besonders angegriffen und unverstanden. Dadurch kam es wieder zu Streits, ich wollte ihm verdeutlichen, wie sinnlos seine Aufreger sind, er fühlte sich unverstanden.
Es reichte immer kleiner Auslöser um ihn auf die Palme zu bringen, Sachen bei denen ich absolut nicht vorhersehen konnte, dass es ihn verletzen würde.
Irgendwie keimte in mir der Gedanke, dass er abrutscht, bzw es ihm schlechter geht,doch ich wollte ihn damit nicht wirkich konfrontieren, damit er sich nicht angegriffen fühlt... In solche Streitsituationen zieht er sich dann plötzlich zurück, fährt vorzeitig wieder zu sich nach Hause, beendet die Beziehung und will nicht mehr mit mir reden, blockt alle Emotionen ab.
Dann sitze ich da und weine und weiß nicht was ich tun soll.
Nach ein paar Tagen können wir dann langsam wieder reden. Vorher blockt er alles ab. Er sagt, er sei dann innerlich so aufgewühlt, dass er weder ein noch aus wisse und das was er eigentlich am meisten mag von sich weg stößt. Ganz weit weg, um nicht nachdenken zu müssen, um nicht fühlen zu müssen. Er sagt es sei ein Mechanismus, inem er irgendwie alles zerstört, was ihm wichtig ist und er weiß nciht wieso, bzw. was er dagegen tun kann. Im Laufe unserer Gespräche konnte er sich eingestehen, dass die Psychose wieder hervorbricht und geht nun seit ein paar Wochen wieder zu einer Therapie. Er hat Angst davor nie normal leben zu können, nie frei zu sein davon.
Nun ist es so, dass es Streß fü ihn bedeutet, wenn wir uns streiten. Und Streß führt bekanntlich Richtung Psychose, den Steß von Afbeit kann er nicht auschalten, den Streßfaktor Beziehung schon.
Das war hart für mich zu hören, aber ich sehe seine starke Angst vor einem Rückfall, und seinen immensen Wunsch "normal" zu sein.
Jetzt, wo wir das Thema Krankheit mehr auf dem Tisch haben kann ich anders damit umgehen und weiß konkret, er greift nicht mich an, er will mcih nicht verletzen, sondern die Sachen die er sagt empfindet er aufgrund der Psychose in dem Moment wirklich so.
Nur ist die Frage für mcih: wie gehe ich damit um, damals habe ich es verneint und versucht darauf zu beharren, es sei Blödsinn und Quatsch, was er redet. (genau das Falsche Verhalten in so einer Situation, wie ich jetzzt weiß) aber soll ich ihm dann immer zustimmen?
Das Problem ist ja, er fühlt sich durch mein Verhalten angegriffen, oft wirklich Kleinigkeiten, es gibt Situationen, da kann ich ihm erklären, wie ich es eigentlich meinte, bzw. erörtern, dass es kein Angriff war, aber das klappt nicht immer. Soll ich dann einfach zustimmen, dass ich mich falsch verhalten habe? Solche Situationen werden immer wieder auftauchen, das weiß ich. Er will immer verhindern, dass er wieder so falsch versteht, aber wie man sich in solchen SItuationen verhät, wenn es passiert, dass ist das was wir heraufinden müssen, wenn es einen solchen Weg gibt.
Soll ich ihm sagen"Hey ich denke du siehst das gerade aus Psychosesicht"?
Wie reagiere und rede ich, wenn einer da in seinen Gedanken ferststeckt? Vielleicht kennt jemand solche Situationen und weiß wie man sich verhält?
Wir lieben uns und er ist wirklich ein toller Mensch, ich will ihm nicht im Stich lassen, "nur" weil die Pschose gerade wieder kommt. Ich will bei ihm sien und ihn unterstützen. Nur weiß ich nicht so recht wie ich mich verhalten soll.
Ich habe im Netz ganz viel gelesen und einige (eher frustrierende ) Dokus angeschaut, aber der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen haben ist besser hoffe ich.
Jetzt habe ich doch einen halben Roman geschireben, obwohl ich mcih kurzfassen wollte. Entschuldigung falls der Verlauf etwas wirr, oder unklar ist.

viele Grüße


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#2

RE: Partner- Kommunikation in der Psychose

in Treffpunkt für Angehörige 16.09.2014 13:42
von Serenity (gelöscht)
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Hallo Cortex,

ich bin ganz neu hier und mit der Materie vor kurzem konfrontiert worden, als mein Mann nach langer Krankheitsphase nun endlich eine Diagnose bekam: Schizophrenie. Er hat allerdings negativ Symtomatik. Wenn ich das richtig verstanden habe hat dein Freund positiv Symtome. Vieleicht kannst du mal darauf eingehen wie sich das genau zeigt.
Bei meinem Mann ist es so, dass er wenn er eine psychotische Phase hat (kann Stunden oder Tage andauern) ist er kaum in der Lage seine Gefühle und Bedürfnisse zu verstehen oder zu kontrollieren. Er ist absolut unfähig auf einen anderen Menschen einzugehen. Er ist wie versteinert, hat kaum noch Gesichtsmimik, spricht so gut wie nicht, ist völlig Antriebslos, freudlos, kann sich auf nichts konzentrieren und gänzlich hilflos in seinem Verhalten.
Ich lerne jeden Tag noch dazu wie ich mich am besten verhalten muss, bis er aus der Phase draussen ist, und wieder "normal" ist. Ich muss mich nahezu gänzlich zurücknehmen, mir immer wieder auf die Zunge beißen um in solchen Momenten ihn nicht durch Informationen oder meinen Gefühlen zu belaßten. Das ist oft sehr hart. Aber wenn er danach wieder "normaler" ist und mich wieder anlächeln kann gibt mir das die Kraft weiter geduldig zu sein. Was für mich auch sehr schwer ist, da ich schon mein halbes Leben unter Depressionen leide.
Würde mich über etwas Austausch sehr freuen
lg


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#3

RE: Partner- Kommunikation in der Psychose

in Treffpunkt für Angehörige 22.10.2014 15:58
von Alein_zu_haus (gelöscht)
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Hallo, Cortex

ich erkenne mich gerade in denen Worten wieder.
100%

diese Minikleinen Auslöser, und man bekommt KEINE Chance, das wieder gut
zu machen

ich hatte immer das Gefühl:
"Du gibst mir jetzt einen Grund, abzudrehen und auszuflippen."

einmal war es,
das war das 1. Mal.....
dass ich dachte, ICH spinne. weil ich Feuer brauchte ( für uns beide)
er fand sein Feuer nicht, ich hatte keines
also fragte ich jemanden neben mir...als wir abends aus waren....

irgend eine X beliebige Person


das war DER Angriff schlechthin....
das ging noch STUNDEN.....


allerdings ist das jetzt lange nichtmehr so heftig gewesen.
das letzte Mal vor genau 5 Tagen...
aber ich kam an ihn ran.



bevor ich wusste, dass es eine Krankhafte Ursache ist
dachte ich echt: das ist der schrägste Wesenszug, den ich je erlebt habe.
Ich habe gelitten...... dieses: nicht an sich heran lassen. wegen Nix und scheisse.

ich bin froh, dass ich jetzt damit umgehen kann.
man KANN es lernen.

man darf nicht sauer werden und wütend, obwohl man platzen könnte, vor unverständnis...

ruhig bleiben. ich bügel dann...oder mach was Putzen..... ich bin hier, aber beschäftigt
hör mir alles an, aber gehe nicht drauf ein. ganz viel Liebe.


das schlimmste ist, wenn ich dann arbeiten gehen muss.
ich kann mich dann auf NICHTS konzentrieren.
adrenalinstunden.....
diplomatisch bleiben.....
immer wieder versuchen, diese ganzen Nachrichten so zu beantworten, dass man nicht NOCH einen Knopf drückt

im besten Fall....lass ich mich an solchen Tagen krank schreiben....
derzeit auch.




liebe Grüße
Ela


zuletzt bearbeitet 22.10.2014 16:05 | nach oben springen

#4

RE: Partner- Kommunikation in der Psychose

in Treffpunkt für Angehörige 22.10.2014 17:09
von Alein_zu_haus (gelöscht)
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Darf man hier was verlinken?

http://de.wikihow.com/Mit-jemandem-mit-Schizophrenie-leben

ich habe dazu einen wirklich schönen Link gefunden.

klingt zwar sprachlich so, als ob der Autor mit einem Kind redet
aber letztendlich ist es ein sehr liebevoller Leitfaden....für Angehörige
den ich mir beherzige.


zuletzt bearbeitet 22.10.2014 17:17 | nach oben springen

#5

RE: Partner- Kommunikation in der Psychose

in Treffpunkt für Angehörige 29.10.2014 00:06
von Cortex (gelöscht)
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Hallo
und vielen Dank für eure Gedanken und erfahrungen bis hierher. :)
Ich habe festgestellt, dass ich eine große innere Stärke brauche, um damit umzugehen. Man muss sich selbst der Realität so stark bewusst sein, dass auch anderslautende Aussagen während eines "Ausbruchs"einen nicht aus der Ruhe bringen. Nach einer Weile gelang es mir wider Kontakt aufzubauen und uns einander anzunähern, sich zu öffnen und zu vertrauen. Und ja, es war so, wie ich es vermutet hatte, doch ist es immer schwer sich dessen bewusst zu sein, auch in jeder Situation. Ich finde es braucht irgendwie shcon eine übermenschliche Stärke, fast Stoik um solche Momente ohne Schmerz an einem vorbei ziehen zu lassen.

Serenity: Bei ihm äußert es sich in allgemeiner Angespanntheit, alles im Blick, alles unter Kontrolle, wenn irgendetwas negativ interpretiert werden kann, dann wird es das. Und teilweise sehr extrem. Dann regt er sich tierisch auf, verletzt von irgendeinem Verhalten, fühlt sich betrogen, meine Aussagen sind "nur Kritik an ihm und ständig" , komplettes schwarz weiß Denken, Rumschreien, Toben, im Extremfall fliegt auch mal was gegen dei Wand.
Ich bin mir da aber unsicher, ob das nun auch die Psychose ist, oder einfach ein "doofer Umgang" mit einer Streßsituation. Ich bin mir auch unsicher, wo die Psychose anfängt und aufhört, bzw. wo man sie als "Freifahrtticket" verwendet.
Ich bin in emotionalen Dingen manchmal leicht aus der Fassung zu bringen, für mich stürzt in diesen Momenten die ganze Beziehung zusammen und er fährt mit mir mit, meine Zweifel udn Ängste bestärken ihn scheinbar noch, also ist das eine extrem doofe Kombination in der Hinsicht.
Wir konnten uns vor kurzem eine ganze Woche sehen, am ersten Tag gab es gleich einen Riesenstreit, er wollte mich mitten in der Nacht aus dem Haus werfen. Was der Auslöser war, weiß ich nicht einmal mehr. Am Ende stellte sich heraus, dass er verunsichert war und es doof fand, dass ich nicht angefangen habe unsere Probleme zu besprechen (wir hatten uns nach dem letzten Streit ja erst dann wieder gesehen) Doch dazu war ich zu unsicher, bzw wollte mich langsam herantasten.
Danach waren die Tage wirklich wundervoll, wir waren uns sehr nah, konnten über wirklich alles reden, bei uns sein, die Zeit zu zweit genießen. Ich merkte schon seine innere Anspannung, es sei nicht so schlimm, wie bei der ersten Episode damals, doch man merkte ihm an, wie er die Kontrolle brauchte, kleine Dinge mussten stimmen und konnten ihn leicht aus der Fassung bringen, doch ich konnte das gut umschiffen, bzw. damit umgehen.

Zum ersten mal konnten wir offen über die Psychose und den momentanen Stand reden, jetzt wo er es sich auch eingesteht. Er besucht alle 2-3 Wochen einen Therapeuten, Hauptthema ist der Umgang mit Streß von der Arbeit, wie er ihn abschütteln kann. Denn die bereitet ihm soviel unnötigen Streß(Überstunden/ Unterbesetzt/weite Anfahrt), den er aber auf sich nimmmt,denn er will die Ausbildung unbedingt bestehen, sie ist ihm wichtiger als alles Andere. Sein Beweis der Normalität, das er etwas schaffen kann, über den Erfolg definiert er sich als wert- oder nicht wertvoller Mensch.

Medikamente möchte er nciht nehmen, da er in täglicher Kontrolle sein möchte aufgrund der Nebenwirkungen, das wäre nur stationär oder in einer TK möglich, das geht nicht, wegen der Ausbildung. Also hofft er, dass er die nächsten 6 Monate so weiter durchhält.
Alles was ich über Schizophrenie gelesen habe sagt, eine aktive intensive Therapie ist notwendig, bestenfalls Medikamente - denen gegenüber ich im Allgemeinen bey psychischen Problememn eher negativ eingestellt bin- und eben eine gute Selbstsorge.
Ich fürchte, dass er sich selbst so kaputt machen wird, bzw. dass er sich nur noch tiefer hineinreiten wird und mache mir große Sorgen, ob man das so schaffen kann, wie er sich das vorstellt.
Vielleicht ist hier jemand selbst betroffen und kann sagen, wie sie den Plan finden? Ich kann so schwer einschätzen, ob es realistisch, oder "Selbstmord" ist.
Dazu kommt noch, dass er von extern tausende Aufgaben und Aufträge annimmt. Immer macgt er Erledigungen für andere und sagt zu allem ja, weil er sich darüber definiert, er will funktinieren, liestungsfähig sein und braucht die Bestätigung, wo er sich eigentlich Zeit für sich nehmen sollte. Es git dann auch tausend Gründe, warum gerade er diese Aufgabe machen muss und niemand anders das ihm abnehmen könnte. Ich weiß nicht, ob das ein extra Problem ist, oder ob das auch ein Symptom der Psychose ist.

Im Streit sagt er immer wieder: Ich muss Streß reduzieren, deshalb weg mit unserer Beziehung, sie bedeutet Streß, denn die Arbeit kann ich nicht weniger stressig machen. Sowas zu hören ist wirklich hart. Wenn er sich wieder öffnen konnte sagte er mir stets. Danke, dass du noch da bist, und sagte es sei irgendwie ein Hilferuf, ales was ihm wichitg ist von sich zu stoßen. Doch wenn es in aller Inbrunst so vorgetragen wird, wie soll man sich daran festhalten?
Am letzten Abend lagen wir gemütlich auf dem sofa und besprachen das Leben und die Zukunft, ich sagte, dass er sich doch nach dr Ausbildung eine Auszeit nehmen solle, zur Regeneration, um wieder Kraft zu schöpfen, doch er sagte maximal 6 Wochen, dann arbeie ic wieder weiter, und ich sagte noch, dass er nicht so viel trinken dürfe -manchmaöl geht er ausund trinkt Unmengen, um sich zu vergessen, um von den Gedanken loszukommen. Ich habe das gesagt weil ich dachte, wenn er sich schon nicht richtig behandeln lässt, dann velleicht wenigstens das runterfahren, damit es nicht noch schlimmer wird.

Er zeigte mir sogar seine gesamten Unterlagen aus der Therapie, was ich extram toll und bewundernswert fand, ein großer Vertrauensbeweis.
Doch vielleicht war das zuviel, denn dann ging der Streit wieder los, ich wollte ihm verbieten zu trinken. Ihm Vorschirften machen, Befehle erteilen, alles was ich sagte um zu relativieren verpuffte. Schreien, Brüllen,alles negativ drehen, ich weinte nur noch. Er rief es sei ihm egal was ich mache, ich solle sein Haus verlassen. Er will mich nie wieder sehen etc. Ich war verzweifelt. Einen Tag später. als ich wieder zu Hause war wurde mir klar, dass es wieder ein "Anfall" war, doch in dem Moment habe ich seine Worte fürwahr genommen. Bzw, muss ich sie nicht auch wahrnehmen? Denn als dieses ist es ja auch für ihn.
Nun ist unsere Beziehung wider einmal beendet. Kein Kontakt, Kein Nichts.
Es tut mir so weh, aber ich weiß nicht was ich tun soll. Wenn er sich nicht behandeln lässt denke ich wird es immer schlimmer werden und auch diese Auseinandersetzungen. Doch er muss es vonselbst wollen und sehen denke ich. Aber ob er das schaffen kann?
Ich mache mir Sorgen um ihn und sein Leben, denn es kann ja auch irrversible Schäden hervorrufen. Oder sehe ich das zu schwarz und sollte ihn einfach machen lassen? Ich habe auch gesagt, was bringt dir die Ausbildung, wenn du danach kaputt bist? Darauf wusste er nichts zu sagen. Er will es unbedingt. Soll ich nun einfach abwarten und hoffen, dass er klarkommt? Wie werde ich das Feststellen? Ich habe auch darüber nachgedacht, seine Eltern mit einzubeziehen, sie haben es alles mit ihm durchgestanden beim letzten mal, sie wohnen dort und könnten ihm aktiv helfen. Doch er würde mich dafür hassen, er will nicht, dass sie ihn kontrollieren. Aber auch wenn er mich hasst wäre es mir egal, wenn es ihm dadurch nur wieder besser gehen kann.
Am Ende des Tages ist er ja ein erwachsener Mann und muss seine eigene Entscheidung treffen...

@Alein_zu_haus
Das klingt ja gar nicht gut. Wie lernst du das? Sagst du dir dann mantrartig, es geht vorbei, es bedeutet nichts?
Wie kommst du in diesen Situationen an ihn heran?
Der Link ist super und richtig ausführlich, Danke :)
(der wiki Eintrag über Schizophrenie wurde dieser Tage auch extrem erweitert habe ich gestern festgestellt)
Nur was mir Sorgen macht is die Selbstaufgabe, ein Mensch kann doch gar nicht diese ganzen Ratschläge zu jeder Zeit beherzigen, oder?
Also ich zumindest nicht, mir geht es dann irgendwann auch an die Substanz, aber vielleicht liegt das auch an mir.
Aber wenn ich lese, dass du dich so schlecht fühlst, dass du dich ganz krank fühlst klingt das ja nicht gut. Vergiss nicht auch auf dich und deine Gefühle zu achten. Die Gefahr sich selbs daran kaputt zu machen ist ziemlich gro wie ich finde.
Je mehr man spricht, über die Krankheit liest und letzen Endes je mehr Situationen man gemeistert hat, desto besser kann man damit umgehen denke ich.

Wie lange seid ihr denn jeweils in eurer Beziehung und seit wann ist jeweils die Psychose ausgebrochen Oder ar sie die ganze Zeit da?

viele Grüße


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#6

RE: Partner- Kommunikation in der Psychose

in Treffpunkt für Angehörige 29.10.2014 11:17
von Alein_zu_haus (gelöscht)
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Hallo, liebe Cortex

Wir sind seit 2 Jahren zusammen
er hat das schon seit über 15 Jahren.
war damals gut medikamentös eingestellt
er hat dann auch einfach die Medikamente abgesetzt und Ausbildung gemacht

wobei ich - so frei war ich, und das weiß er auch- mich bei seiner langjährigen ehemaligen Partnerin gemeldet habe
in einem Moment wo ich NICHTMEHR an ihn ran kam. ich brauchte Rat und Hilfe.
und ihr *Episoden* durchaus bekannt sind.
ich habe das gemacht: bei jemandem Rat geholt, der das in der Vergangenheit mit ihm durchgestanden hat.
Er war nicht böse. weil ich ehrlich war.
aber das ist Typsache. ich kann deine Gedanken dahingehend, die Eltern miteinzubeziehen gut verstehen.

Dieses zwanghafte *etwas tun wollen*, sei es Arbeiten, Hobbys oder sonst eine dringende Mission, die ohne nach rechts und links zu gucken erfüllt wird.
Das ist für mich ein klares Anzeichen für Verhalten in der Episode.

leider werden diese Episoden durch Stress ausgelöst .... er ist in der Zwickmühle und kommt da gar nicht raus.
er setzt sich selbst unter Druck. und verrennt sich dann noch, dadurch dass es ... pathologische Verstärker gibt. (?)

Bei uns war es anders, aber ähnlich.
ich habe auch den Medikamenten gegenüber große Bedenken gehabt
aber als genau diese Verhalten auftraten und ich mit meinem Latein am Ende war,
NACHDEM ich erkannt habe, mit was ich es hier zu tun habe..... ich habe das ja anfangs gar nicht registriert.
Bin ich jetzt DANKBAR, dass die Medikamente ... genau diesen Jähzorn ? und dieses *ich habe eine Mission und keiner bringt mich davon ab* - Verhalten unterbinden.

Vieleicht ist die Angst unbegründet, dass dein Partner die Ausbildung dann nicht zu Ende machen kann....
evtl... um 1/2 Schuljahr verlängern.
leider müsste er tatsächlich, bis er gut eingestellt ist stationär oder in der Tagesklinik bleiben.
die Ergotherapie ist ja genau dafür da, dass die Konzentration und Aufmerksamkeit geschult wird, trotz Medikation.
Mit der Medikation lebt es sich Innerlich ruhiger...

Das dumme ist, ER muss es wollen, erkennen und mitmachen.
Und da sehe ich gerade, deine Hände gebunden.
Und jetzt auch noch Trennung. das ist richtig mistig.


Mein Partner hat auch einmal mit mir Schluss gemacht, in so einer Hochphase.
aus dem Nichts heraus ein Streit... ich weiß den Grund nichtmehr, es war wirklich Nichts.
ich sollte auch gehen, aber es war inzwischen nachts um 3. ich bin Nachtblind und es waren für mich fast 100 km zu fahren.
ich war so verzweifelt und vor den Kopf gestoßen.
ES GAB KEINEN GRUND, keinen logischen für mich.
ich legte mich in sein Arbeitszimmer und zitterte,
ich konnte nicht schlafen und keinen klaren Gedanken fassen.
Auf dem Schreibtisch lag ein Edding.
die Wand war weiß gestrichen.

ich wusste gar nicht wohin mit mir und meinen Gedanken....
aber auf der Wand war Platz.

.........

Man fängt selber an, komische Sachen zu machen.....


ich weiß gar nicht, wann es passiert ist, aber irgendwann ist es *gekippt*
ich war nichtmehr *Außen* sondern ich bin jetzt Teil seines Lebens.
Er wehrte sich jetzt nichtmehr gegen mich. Und kämpfte in solchen Momenten nichtmehr gegen mich.
Das war dann auch der Punkt, an dem wir Beide beschlossen, dass er medikamentös eingestellt wird.
Und das Problem angeht.
d.h. wieder Therapie macht

Als ich ihn vor einigen Tagen in die Klinik brachte, redete er mit anderen.... die hab ich aber nicht gesehen.
er nahm schon Medikament.... viel zu hoch dosiert...
und war mit seinem Kumpel ein paar Bierchen zwitschern.
Ganz blöde Idee.
Und egal, was ich ihm an den Kopf warf.... er reagierte seltsam, aber es ging auch diesmal Nicht gegen mich.

ich konnte auch nicht immer ruhig bleiben.
ich hab schon viel an die Wand geworfen.....

aber ich sehe, wir kommen voran.
und warscheinlich stell ich mich grad wirklich zurück.
heute Mittag darf er aus der Klinik, und wir machen heute Mittag nur, was ich will.
...

ich melde mich dann beruflich krank, da ich mich im Job um todkranke, meißt sterbende Menschen kümmer.
Und gerade die lernen einen: man lebt nur ein Mal. und am Ende bereut man die Dinge, die man NICHT getan hat.
und ich mich in diesen Momenten wirklich nicht den ganzen Tag um diese Leute kümmern *kann*, will, möchte...
, wärend ich weiß, dass der Mensch, den ich liebe mich bräuchte,
selbst in den Zeiten, wo er mich weg gestoßen hat...wenn ich Dienst hatte, war ich jede Freie Minute am Handy für ihn da.
Das ist meine Persönliche Prioritätensetzung.
wenn meine Kollegen es wüssten, würden sie es warscheinlich sogar gut verstehen.


Ich wünsche Dir, dass er Dich in sein Boot lässt, wenn er es denn kann.
Und ich wünsche Dir, dass er erkennt, dass er für Euch und nicht gegen Dich kämpfen sollte.
Und dass es notwendig ist, dass er etwas dafür tut. ich vermute, Medikation würde sehr helfen.
Und ich wünsche Dir die Kraft, dass Du so stark bleibst und er wieder zu Dir findet, denn
wenn die Krankheit Euch in Ruhe lässt, seid ihr ja, wie Du schreibst: sehr verbunden und glücklich.

ich spreche ab und zu mit meinem Psychologen, das tut immer sehr gut.
den brauche ich eigentlich für die Verarbeitung meiner beruflichen Erfahrungen.....
Ich bin gerade jetzt sehr dankbar, dass ich diese Institution habe.


Besteht denn die Möglichkeit, dass Du mal mit zum Therapeuten kommst, dass er Eure gemeinsamen Themen mal kennenlernt...?
wie lange ist denn jetzt schon Funkstille?

Ganz liebe Grüße


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