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#1

bitte,hat jemand einen guten Ratschlag für mich?

in Treffpunkt für Angehörige 29.05.2014 00:31
von Lesik (gelöscht)
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Hallo,
mein Bruder ist 26 und vor 5 Jahren wurde bei ihm Schizophrenie diagnostiziert. Jedenfalls hat man ihm Medikamente verschrieben, die er auch paar Jahre nahm. Er wollte studieren aber nach einem Semester hat er abgebrochen und mit dem Medikamenten auch und jetzt ist es noch schlimmer als vor fünf Jahren. Nach einer Woche Wartezeit wurde in der Klinik ein Platz frei, meine Mutter konnte ihn mit not überreden hin zugehen, er hat eine Nacht dort ausgehalten und ist heute Nachmittag alleine nach Hause gekommen. Haben versucht mit ihm zu reden, er kichert vor sich hin und versteht nicht warum er wieder hin muss und er weiß auch nicht warum er gegangen ist...hatt jemand einen Rat, wie ich ihn erreichen kann, wie ich ihn überreden kann?


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#2

RE: bitte,hat jemand einen guten Ratschlag für mich?

in Treffpunkt für Angehörige 29.05.2014 21:58
von frog91 | 320 Beiträge | 920 Punkte
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Hey,
erstmal schön, dass du deinen Bruder nicht hängen lassen möchtest. Familiärer Halt kann sehr wichtig für den Erkrankten sein, so war es jedenfalls für mich. Was ich sagen muss, dass wenn dein Bruder nicht von alleine in die Klinik will, kann ich es auch verstehen, wenn er wieder gegangen ist. Jemandem zur Therapie zu überreden, funktioniert in den seltensten Fällen. Jedenfalls ist es auch in der Psychotherapie so, dass es lieber gesehen ist, wenn der Patient von selbst den Willen zur Veränderung hat. Therapieabbrüche sind sonst vorprogrammiert. Gerade weil Therapie auch nicht immer angenehm ist.
Dein Bruder scheint, ich lese es mal so heraus, nicht Herr seiner Sinne zu sein. Wenn er eine Psychose hat, steckt er gerade in seiner eigenen Welt fest.
Was ambulante Pflegehelfer raten ist, diesen Zustand erstmal zu akeptieren. In den schwersten Fällen, ist es erst wieder langsam möglich, einen Kontakt zum Betroffenen aufzubauen. Um ihn dann allmählich zur Einsicht zu bewegen, von sich aus eine Therapie zu machen.

Ansonsten ist es immer gut sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst eurer Stadt zu wenden, der die richtigen Telefonnummern hat und auch beratend tätig ist.

vielleicht konnte ich etwas helfen
Lg,
frog


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#3

RE: bitte,hat jemand einen guten Ratschlag für mich?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2014 01:38
von Moni (gelöscht)
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Solange ihm sein Schub keine Leidensdruck bereitet sehe ich kaum Chancen ihn in die Klinik zu bewegen. Ich hatte mich in meinen Psychosen zeitweilig recht wohl gefühlt und hätte mir das auf keinen Fall von jemandem wegnehmen lassen wollen.
In familiärere Gemeinschaft sind die Konflikte aber vorprogrammiert, weil Ansprüche und Pflichten nicht mehr erfüllt werden können. Vielleicht merkt er in Gesprächen, dass er nicht mehr ganz folgen kann. Deswegen kann ich mir ein ehrliches feedback am wirkungsvollsten vorstellen. Ich wünsche Dir gute Nerven und Durchhaltevermögen. LG


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#4

RE: bitte,hat jemand einen guten Ratschlag für mich?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2014 18:44
von lutreola | 566 Beiträge | 2769 Punkte
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Hallo Lesik, da glaube ich gerne, dass du dir Sorgen um deinen Bruder machst. Leider gibt es zu der Situation meines Erachtens nur sehr wenig zu sagen. Es ist immer ein riesiges Problem, wenn jemand keine Krankheitseinsicht hat oder aus psychotischen Gründen aus der Klinik weg möchte.
Ich weiß leider auch nicht mehr zu sagen, als dass du weiterhin als Ansprechpartner für deinen Bruder erreichbar bleibst und es eventuell noch einmal versuchst, mit ihm zu sprechen. Eventuell bekommt er ja noch Einsicht, wenn er feststellt, dass es ihm so schlecht geht und es auch in der Zukunft ohne medizinische hilfe nicht vorangehen wird.
sonst kann ich dir auch nur den sozialpsychatrischen Dienst vorschlagen und vielleicht Gespräche mit dem Rest der Familie, wobei ich natürlich nicht weiß, wieviele Mitglieder es da noch gibt. Eventuell kann ein anderes Mitglid zu ihm durchdringen oder die Summe der Gespräche bringt die entscheidende Wendung.
Es tut mir sehr leid, dass ich dir so gar nicht weiterhelfen konnte und hoffe jetzt, dass alles noch einen positiven Verlauf nimmt.
Ich wünsche dir viel Kraft in den nächsten Wochen und hoffentlich die nötigen Ventile, um mit der Situation umgehen zu können.
Ganz liebe Grüße
Lutreola


zuletzt bearbeitet 31.05.2014 18:44 | nach oben springen

#5

RE: bitte,hat jemand einen guten Ratschlag für mich?

in Treffpunkt für Angehörige 31.05.2014 20:27
von comfortzone | 394 Beiträge | 533 Punkte
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Kann auch nur auf Geduld verweisen. Solche Schübe klingen manchmal auch wieder ab, auch wenn es dauern kann. Evtl. ist er danach ansprechbar bis zu einem weiteren Schub. Solange kann man ihn nur im Auge behalten und reagieren, wenn er "Dummheiten" oder so anstellt oder sich gar selbst gefährdet. Im letzten Fall muss oder sollte man dann ggfs. in den sauren Apfel beißen und eine Zwangseinweisung erwägen.


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#6

RE: bitte,hat jemand einen guten Ratschlag für mich?

in Treffpunkt für Angehörige 01.06.2014 13:47
von Gandalf (gelöscht)
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Hi Lesik,
Würde dir raten das du deinen Bruder Neuroleptika verschreiben lässt und das er diese dann daheim nimmt. Ist eh fast das gleiche wie Klinik und er kann selbst sehen das er sich wieder fängt. Ganz ohne geht es auch bei mir nicht und ich habe ähnliches mitgemacht, nehme halt jetzt wirklich nur noch die Bedarfspille und kann ein selbstbestimmtes Leben führen. Ich denke die fehlende Einsicht ist durchaus etwas normal wenn man mitten drin ist, fällt es einen schwer da runterzukommen und es braucht eben eine gewisse Zeit ob nun unter schwach oder höher Dosierten Neuroleptika bis man sich wieder fängt, da man vieles erstmal verarbeiten muss. Wichtig wäre halt die Einsicht diese auch zu nehmen um ein Gespür dafür zu bekommen wann er diese braucht und das dann mit der Zeit auf die für ihn richtige Dosierung zu reduzieren, so das er diese vielleicht nicht ständig nehmen muss. Wenn man sich erstmal gefangen hat, dann sollte man auch mit sehr wenigen Medikamenten auskommen können gerade wenn lange Medikamentefreie Zeiten dabei wahren, man muss diese auch nicht wie vom Arzt verordnet ständig nehmen, wenn man seine Frühwarnsymptome kennt kann man da sehr schnell mit Neuroleptika entgegensteuern.
Die fehlende Einsicht kommt vermutlich daher, das er dinge Erlebt hat die er noch nicht einordnen kann und die er noch nicht mit der nötigen Lässigkeit sieht, man erlebt als Psychotiker auch Sachen die andere so nicht wahrnehmen selbst wenn man keine Halluzinationen hat, da helfen einen Neuroleptika zumindest das stück runterzufahren, das diese Dinge nicht mehr so offensichtlich passieren und wahrgenommen werden, man bekommt den nötigen abstand um das irgendwo zu verarbeiten und da bin ich der Meinung das viel Neuroleptika eher wenig hilft sondern man nur so viel nehmen sollte wie einem gut tut, da man anfangs diese wenn man akut ist auch gerne nimmt und dann einfach eine gewisse Zeit braucht um diese Unklarheiten für sich wenn es möglich erscheint zu klären so das man darauf dann nicht mehr eingeht und es keine Rolle mehr spielt, so das wahnhaftes Beschäftigen damit aufhört. Es kommt natürlich auch darauf an ob der zu Aggressionen oder so neigt oder irgendwelche solche Gedankengänge verfolgt die für andere gefährlich werden können, da ist Klinik besser, ansonsten kann man das denke ich auch selbst mit Medikamenten hinbekommen.
Bei mir ist es so das ich etwa alle zwei drei Wochen noch wenige Neuroleptika nehme immer wenn ich merke das es zu viel wird und leichte Symptome kommen und die Eindrücke zu viel werden oder der schlaf nicht mehr so gut ist, ob das bei deinen Bruder klappt weis ich nicht ich bin auch kein Arzt und nur ein Betroffener, aber es gibt auch diese Möglichkeit wie man nicht die volle Pallete der Nebenwirkungen der Neuroleptika dauerhaft abbekommt ohne das man akut psychotisch wird, wenn er psychotisch ist muss er das aber auch erstmal runterfahren.
Vielleicht hilft es dir ja etwas. Ich habe da mit Abilify gute Erfahrungen gemacht und zum Stimmungsausgleich mit Doxepin einen Trizyklischen Antidepressivum in der Anfangszeit. Nun nehme ich nur noch Abilfy in einer niedrigen Dosierung zum Bedarf und bin zufrieden, vielleicht komme ich auch mal ohne Medikamente aus aber das ist für mich jetzt gar nicht mehr so wichtig.
Wenn nur die Wahl hätte zwischen Dauermedikation und keine Medikamente würde ich es vermutlich auch ohne probieren, mag sein das die Psychose irgendwann abklingt aber das ist auf jeden Fall nicht einfach und kann Probleme machen also würde ich deinen Bruder in jedem Fall zu einem Neuroleptikum raten, oft reichen da schon niedrige Dosierungen aus und es müssen auch keine Hammerneuroleptika sein.
Hoffe ich konnte euch vielleicht etwas weiterhelfen.

Gruß


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